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Um 8 Uhr klingelte der Wecker, so richtig gut war die Nacht leider nicht, denn draußen auf dem Parkplatz feierte der polnische Kleintransporter bzw. eher die drei Insassen
davon ihr Leben mit lauter Musik, viel Singsang und lauten Gesprächen. Irgendwann gegen 1:30 Uhr (vermutlich als sie ihren Pegel erreicht hatten), war dann Ruhe und ich schlief ein. Das erste
Mal wach war ich dann wieder in Richtung 6 Uhr, als es draußen hell wurde, denn die Gardine hielt die Helligkeit nullkommagarnicht bzw. deckte nicht mal die komplette Länge der Fenstern ab.
Ich knackte zwar nochmal weg, aber so eine richtige Schlaferei war es dann nicht mehr. Ich trödelte mal wieder zu lange herum, bis ich mich endlich aufraffte zu duschen und machte mich
fertig, so dass ich um genau 8:30 Uhr vom Hotel weg fuhr. Die Strecke zum Kick waren 15 Kilometer und sollte 18 Minuten dauern, ich sprang unterwegs aber nochmal schnell in einen Supermarkt
und kaufte mein Frühstück wieder mal in der Backwarenabteilung. Direkt dahinter ging es mal wieder auf die A7 und ich hatte sieben Minuten Puffer, der Elbtunnel war mal wieder gesperrt, wie
gefühlt immer, wenn ich hier von Norden nach Süden fahren will. So musste ich ab der Abfahrt HH-Stellingen von der Autobahn herunter und hatte noch drei Kilometer Stadtverkehr, hatte aber
immer noch die sieben Minuten bis zum regulären Spielbeginn, als ich am Sportgelände eintraf. Ein Parkplatz war schnell gefunden und als ich das Sportgelände betrat, waren beide Mannschaften
am aufwärmen und der Schiedsrichter ebenfalls schon auf dem künstlichen Grün, soweit so gut… Es verging aber 9 Uhr, 9:05 Uhr, 9:10 Uhr… Keinerlei Anstalten, dass hier mal
angepfiffen wird. Auf Rückfrage hörte ich dann, dass der Unparteiische wohl ohne Pfeife angereist war und nun darauf wartete, bis sie ihm gebracht wird. Anpfiff war dann mit fast +25 Minuten,
was ein Glück, dass ich heute mal massig Zeit zwischen meinen Kicks hatte, trotz Sperrung des Tunnels.
Das heute Morgen ausgewählte Match war mir eigentlich viel zu früh, aber es war letztendlich auch das einzige Spiel, welches in und um Hamburg kompatibel mit einem
mittäglichen Oberliga-Spiel war, also ließ ich das Spiel logischerweise dann doch nicht entgehen. Es war eine Partie der Kreisklasse Hamburg 12, also die neunthöchste Liga-Ebene, was in der
Hansestadt auch gleichbedeutend mit der niedrigsten Spielklasse verbunden ist. In dieser Staffel sind teilweise sogar vierte Mannschaften von Vereinen unterwegs, aber ich hatte das Glück und
es sind zwei erste Mannschaften, die gegeneinander antreten. Tabellarisch gesehen reihten sich die beiden Kontrahenten auf den Rängen Eins und Zehn ein in einer Liga mit insgesamt 14
Mannschaften. Mit 19 gesammelten Punkten müssen sich aber die Gäste keine Sorgen bzgl. eines Abstiegs machen, denn man ist ja schon ganz unten, wie gesagt. Auch der Abstand zu Rang Neun sind
bereit zehn Punkte, somit gilt für sie vermutlich einfach nur möglichst den aktuellen Platz zu verteidigen, denn die Teams dahinter haben 19, 15 und 14 Punkte, sind also nicht allzu weit
entfernt, nur das Schlusslicht des Rankings, das steht mit einem einzigen gesammelten Punkt recht alleine an unteren Ende der Tabelle. In dieser Liga steigt am Ende der Saison nur der Meister
auf, diesen Platz an der Sonne haben derzeit die Hausherren inne, ihr Vorsprung auf den einzigen Verfolger beträgt zwar bereits neun Zähler. Ein wenig trügerisch ist zwar, dass der
Zweitplatzierte noch ein Nachholspiel hat, aber da insgesamt (inkl. dem heutigen Spiel) nur noch fünf bzw. sechs Spiele zu absolvieren sind, wäre ein Dreier heute wirklich ein großer Schritt,
denn gewinnt der Konkurrent alles, dann würde man „nur“ noch sieben Punkte aus den letzten vier Spielen benötigen, könnte also zwei Mal patzen. Das hört sich gut an für ein Team, welches in
den bisherigen 21 Partien erst 1 Remis und 2 Niederlagen gesammelt hat und der Rest waren nur Siege – zumal unter anderem noch ein Spiel gegen den abgeschlagenen Letzten und eins gegen den
Viertletzten der Tabelle anstehen.
Es war über die kompletten 90 Minuten ein absolut einseitiges Match und die Gäste (mit nur exakt 11 Spielern und ohne Auswechsler angereist) hatten von Beginn an nur ein
einziges Ziel: Hinten rein stellen und das Ergebnis im Rahmen zu halten! Es sagt schon vieles, dass man nach dem Anstoß von der Mittellinie direkt abzieht und dann ruft „Torschuss, schreibt
es auf für die Statistik!“. Die Hausherren bauten regelrecht ein Powerplay um dem gegnerischen Strafraum auf und diese wehrten sich indem man das Leder möglichst weit weg drosch uns für jede
Abwehraktion selbst feierte. In der ersten Halbzeit gelang das auch wirklich ganz gut, es rutschte nämlich nur ein einziger Ball durch, so dass es trotz gefühlt über 90% Ballbesitz und
gefühlt 20-25 Schüssen in Richtung Tor mit einem knappen 1-0 in die Kabinen ging, Nach dem Seitenwechsel ging es dann aber recht schnell weiter mit dem Toreschießen und neben schwindender
Kraft nahm es den Waldenauer Kickern auch ein wenig den endgültigen Willen weg. Das Ergebnis wurde sukzessive weiter in die Höhe geschraubt und am Ende war es dann doch noch ein
standesgemäßes 7-0. Unter den ca. 10 Zuschauern waren sechs Hopper und dem ein oder anderen machte der verspätete Beginn mehr Probleme
als mir, denn zwei Mal wurde zur Halbzeit das Sportgelände verlassen, ein weiterer ging nach 75 Minuten.
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