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So saßen wir um 11:57 Uhr wieder im Auto, mussten erstmal ein wenig Kälte reinbringen, da es nämlich mittlerweile schon 19 Grad Celsius waren und weiter steigend. Als
nächstes Ziel hatten wir unser Hotel für die kommende Nacht eingegeben, was vom Navi mit 56 Minuten für die 84 Kilometer Strecke angegeben. Bereits nach drei Minuten Fahrzeit waren wir wieder
auf A9 und erreichten nach nur 15 Kilometern die österreichisch/slowenische Grenze, wo sich exakt gar niemand für den laufenden Verkehr interessierte. Auf dieser A1 blieben wir aber auch nur
für fünt Minuten, direkt bei Maribor wechselten wir auf die A5 in östliche Richtung. Die Autobahnen in Slowenien sind weitestgehend
meistens frei und lassen sich entspannt fahren, zudem hatten wir eigentlich massig Zeit, da Check In offiziell erst ab 14 Uhr. Wir wollten es aber versuchen, vielleicht haben wir ja Glück und
die beiden gebuchten Zimmer sind bereits bezugsbereit. Wir kamen um 13 Uhr dort an, die Räume waren leider noch nicht bereit, so liefen wir die Straße für 200-300 Meter entlang zum nächsten
geöffneten Restaurant und es gab ein Bierchen und einen kleinen Teller Cevappen, als Appetit-Macher für heute Abend in Celje, wo wir richtig essen gehen wollen. Um 14:15 Uhr waren wir wieder
zurück am Hotel und jetzt waren die Zimmer fertig, also schnell hoch, die Taschen abgestellt, frisch gemacht und um 14:25 Uhr saßen wir bereits wieder im Auto. Bis zum Stadion unseres zweiten
Tagesspiels waren es 7,4 Kilometer bzw. laut Navi 11 Minuten und um 14:35 Uhr hatte ich einen Parkplatz gefunden, knapp 550 Meter Fußmarsch vom Ground gefunden, wo wir uns den vorletzten
freien Platz sicherten. Fünf Minuten später standen wir am Kassenhäuschen, holten uns zu je 14 Euro ein Ticket und gingen rein. Ich bin ja auch nicht der allergrößte Fan von so spät zu einem
höherklassigen Spiel zu kommen, aber hier und heute war es vollkommen ausreichend, obwohl eine recht ordentliche Stadionauslastung vorhanden war. Selbst die einheimische Szene kam erst mit
Anpfiff von ihrem Verkaufsstand eingetrudelt, die des Gastvereins sogar noch ein paar Momente später.
Nun erreichen wir auch unser erstes Erstliga-Spiel dieser Tour und diese ist ein Match der Prva Liga, also der höchsten Spielklasse in Slowenien. Ein kleines Land, welches
ich aber eigentlich sehr gerne mag, dennoch aber viel zu selten hier bin. Die Ansetzung am 28. Spieltag lautete NS Mura gegen Olimpija Ljubljana oder in Tabellenplätzen ausgedrückt der Achte
gegen den Vierten, aber diese Liga hat auch nur zehn Mannschaften. Nach den heutigen 90 Minuten bleiben für alle Mannschaften noch sieben Partien übrig, um Punkte zum Erreichen der
jeweiligen Ziele zu sammeln. Für die Hausherren geht es einzig und alleine um den Klassenerhalt, man steht direkt über dem Strich, aber die Truppe auf dem Relegationsplatz hat gerade einmal
drei Punkte weniger gesammelt und sitzt Mura somit dicht im Nacken, dafür steht der Direktabsteiger mit dem NK Domzale aber bereits fest, denn man hat seine Mannschaft in der Winterpause von
Spielbetrieb zurückgezogen. Olimpija, der größte Club der Hauptstadt (übrigens eine schöne Stadt, die es lohnt sie mal zu besuchen) ist aktuell auf Rang 4 zu finden. Der Meisterschaftszug ist
bei 14 Punkten weniger als der Tabellenführer schon abgefahren, aber die Plätze 2 + 3, die zur Teilnahme an der Conference League Qualifikation berechtigen, die sind nur drei bzw. fünf Punkte
entfernt und durchaus noch im Bereich des Machbaren. Die Hausherren aus dem kleinen Ort Murska Sobota (etwa 11.000 Einwohner) halten sich seit dem Aufstieg 2017/18 durchgehend schon in der
Erstklassigkeit, was keine Selbstverständlichkeit ist. Für Olimpija hingegen schon, man war in zwei der letzte vier Spielzeiten Landesmeister und seit 2015/16 durchgehend zum Saisonende immer
in den Top 3 platziert, es wäre also eine echte Sensation, wenn man nach Abschluss der Runde immer noch auf dem aktuellen vierten Rang stehen würde. Meine bisherigen Spiele in
Slowenien waren nicht wirklich von hochklassigem Fußball geprägt und naja, was soll ich sagen? Es kam genau wieder so! Mit dem Drumherum konnte ich mich anfreunden - außer das nervige Pärchen
(oder war es Vater mit Tochter?), welches die Oberfan-Kasper markieren wollten, aber einfach nur nervten mit ihre dumpfen und taktlosen Trommlerei. Sportlich gesehen, sahen wir nichts! Ein
übermotivierter Schiedsrichter, der nach 57 Minuten acht gelbe Karten (plus Gelb und anschließendes Gelb-Rot auf der Mannschaftsbank) verteilt hatte und die Statistik im App „flashscore“
vermeldete nach 70 Minuten exakt 1-0 bei den Schüssen, die auf das Tor gingen. Ob das jetzt 100%ig so stimmt, weiß ich auch nicht, aber vorzustellen wäre es i. Dann aber brach die 71 Minute
an, ein Schuss wurde geblockt und vom Olimpija-Verteidiger unkonventionell zum Eckball befördert. Dieser flog hinein, in der Mitte stieg ein Spieler von Mura am höchsten und erwischte den
Ball perfekt mit dem Kopf, wir saßen fast in Fluglinie des Balles, dieser kam super und PLONG… er klatschte an die Latte! Die Folgeminuten waren immer noch weit davon entfernt gut zu sein,
aber gab wenigstens hier und da mal einen Abschluss. Warum der Ref fünf Minuten drauf packte, das wusste vermutlich auch nur er, aber wir erhofften uns dadurch doch noch dem 0-0 zu entgehen.
Keine Ahnung wie wir so leichtgläubig sein konnten, aber logischerweise passierte natürlich nichts mehr. Nun gut, schade, aber letztendlich halb so wild, hauptsache der Ground wurde gelreuzt.
Hatte ich im letztes Kalenderjahr von Mai bis Ende Dezember die unfassbare Serie von 205 Spiele ohne torloses Remis, ist es in diesen Kalenderjahr bereits Nummer Fünf und (wenn man die beiden
Pokalspiele dazu zählt, wo es nach 90 Minuten 0-0 stand), das vierte in den letzten 12 Tagen. Passt schon und weiter geht‘s zum nächsten Ground…
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