Saison 2025/26

Parva Liga (1. Liga Bulgarien)

(18. Spieltag)

 

Stadion Lokomotiv
(Sofia / Bulgarien)

 
Mittwoch, 03. Dezember 2025 / 13:00 Uhr
 
FK Septemvri Sofia -
FC CSKA 1948 Sofia


1:4 (0:1)


Tore:

0:1 (44.) Mamadou Diallo

1:1 (53.) Bertrand Fourrier

1:2 (61.) André Hoffmann

1:3 (67.) Brian Gabriel Sobrero

1:4 (90.+2.) Jose Martinez

  

Besonderes Vorkommnis: Bertrand Fourrier (52./SEP).

Gelbe Karten: Ali Aruna (5.), Martin Hristov (90.+5.) / Adama Traore (50.).

Schiedsrichter: Gero Piskov

Zuschauer: 40

 

Zu Teil 1 des Berichtes => KLICK!

 

Um 8 Uhr klingelte üb der Wecker, wir packten unsere Körper so langsam aus den Betten und in einem Supermarkt nur knapp 100-150 Meter entfernt gab es frische Backwaren. Diese vernichteten wir in unserer Wohnung, besprachen danach unseren Tag und sprangen nacheinander unter die Dusche. Wie geplant verließen wir um 10:30 Uhr die Unterkunft, liefen den knapp einen Kilometer an das Nationalstadion, wo wir bereits Fotos im Hellen machten und dort dann mit der U-Bahn zwei Stationen bis zur Haltestelle Serdika fuhren. Hier stiegen wir aus und machten Fotos von den noch erhaltenen Teilen des antiken Sofias, welche hier teilweise noch recht gut erhalten sind, danach ging es erneut in die U-Bahn und zwei Stationen weiter am Hauptbahnhof wieder raus. Von hier wären es noch knapp vier Kilometer zum Stadion gewesen, aber mit der U-Bahn nicht zu erreichen. Wir waren zu faul uns mit dem S-Bahn- oder Busfahrplan zu beschäftigen, also quatschten wir einen Taxifahrer an und dieser Verbrecher wollte 40 Lewa haben, was 20 Euro sind. Zum Glück kenne ich keine bulgarischen Schimpfwörter, sonst hätte ich diese wohl verwenden müssen. Als wir gehen wollten, fragte er logischerweise „How much?“ und wir einigten uns darauf 20 Lewa zu sagen, logischerweise willigte er direkt ein, denn das war eigentlich gefühlt immer noch zu viel, aber wir waren ja zu Viert und das bedeutete 2,50 Euro pro Nase. Wir quetschten uns in seine Karre und zehn Minuten später waren wir gegen 12 Uhr am Ground. Zuerst hinter der alten und mittlerweile nicht mehr benutzten Tribüne, wo wir einfach mal eine Tür hinein gingen. Dort drinnen war alles wie ausgestorben, wir konnten herum laufen, wie wir wollten, aber nun ja, wir wollten ja eigentlich nur zum Eingang ins Stadion. Also wieder aus dem Gebäude und auf die andere Seite gelaufen, hier hatten wir mehr Glück und es war auch die einzige Seite, die geöffnet war. Tickets für jeweils 15 Lewa gekauft und gegenüber nochmal in die kleine Imbissbude gesetzt, wo wir leider aufgrund der Anwesenheit von vier Polizisten leider kein Bier bekamen. Wir gingen erst knapp zwanzig Minuten vor Anpfiff wieder zu Eingang und hatten dennoch genug Zeit noch unsere gewünschten Fotos von dieser alten, geilen, herunter gekommenen Ranzbude.

 

Megagutes Teil, das hat uns allen gut gefallen und ist eigentlich der Spielort der gestern gesehenen PFC Lokomotov Sofia, allerdings trägt auch der FK Septemvri Sofia hier seine Spiele aus, da ihr eigenes Stadion baufällig ist und wohl gar nicht mehr benutzt wird. Der heutige Gegner ist der FC CSKA 1948 Sofia, das "falsche" CSKA Sofia, welches erst 2016 gegründet wurde nach den finanziellen Problemen beim "richtigen" CSKA Sofia, aber da dort kein Konsens über eine Neugründung gefunden wurde, gibt es seitdem nun eben noch einen zweiten Verein mit fast dem gleichen Namen. Sie starteten 2018 zweitklassig und stiegen 2020 direkt in die höchsten Spielklasse Bulgariens auf. Seitdem konnte man 2022/23 einen dritten Platz verbuchen und letzte Saison musste man sogar in die Abstiegsrunde. Da läuft es in dieser Runde doch bedeutend besser, man steht auf dem zweiten Platz, hat aber bereits acht Punkte Rückstand auf den Tabellenführer Levski Sofia, der Vorpsrund auf die "nur" Europapokalgruppe beträgt aber auch gerade einmal fünf Punkte. Für die Hausherren, die im Exil ganz im Norden der Stadt spielen, sieht es da bedeutend schlechter aus, denn man dümpelt auf dem vorletzten Rang herum und hat auf die Europapokalgruppe bereits sieben Punkte Rückstand. Das dürfte komplett utopisch sein, deswegen sollte man lieber sehen, einfach den Abstieg zu vermeiden, was bei zwei Direktabsteigern und zwei Relegationsteilnehmern schon nicht einfach werden dürfte. Der Verein entstand 1944 aus einer Fusion mehrerer Vereine, 1959/60 war man sogar bulgarischer Pokalsieger. Es folgten aber wie so oft bei bulgarischen Vereinen finanzielle Probleme, Skandalspiele usw., man wurde 2007 in die Stadtliga Süd versetzt, stieg aber wieder in die vierte Liga auf, wurde 2015 gekauft und übernahm 2016/17 den Platz von Pirin Raslog in der zweiten Liga. Insgesamt ist diese Spielzeit erst die achte Saison in der höchsten Liga seit 1952.


In der "geilen Bude" war die gegenüberliegende große Tribüne gesperrt, nur die eine Seite war offen, was bei einer offiziellen Zuschauerzahl von 40(!) natürlich auch vollkommen ausreichend war. Ich hatte zwar um die 70 gezählt, aber es waren auch einige Vorstände, Sponsoren, verletzte Spieler im oberen VIP-Bereich, diese wurden wohl nicht mitgezählt, zudem war es knapp ein Dutzend, welche es mit den Gästen hielten. Natürlich war es ein Mittagspiel unter der Woche und natürlich sind beide Vereine nicht wirklich Zuschauermagneten, aber mit ganz so wenigen hätte ich dann auch nicht gerechnet. Auch dieses Spiel war sportlich gesehen kein Leckerbissen und in der ersten Hälfte passierte wirklich echt wenig, aber in der 44. Minute zappelte dann der Ball doch im Netz der Hausherren. Der VAR schritt allerdings ein und währenddessen zeigte der vierte Offizielle zwei Minuten Nachspielzeit an, allerdings dauerte alleine die Kontrolle des Tores schon bis 45 + 2:30 Minuten, dieses als lustige Anekdote nebenher. Das Tor wurde anerkannt und es gab insgesamt vier Minuten Nachschlag. Nach dem Seitenwechsel gab es einen Elfmeter für die Einheimischen, natürlich musste auch hier der Videobeweis nochmal kontrollieren. Der französische Stürmer ließ sich beim Anlauf arrogant viel Zeit und verschoss aus elf Metern, was man ihm nach dieser Aktion schon fast gönnen konnte. Dafür machte er es eine Minute später besser und traf aus dem Spiel heraus dann doch zum Ausgleich. Dieser hielt aber nicht lange, denn keine zehn Minuten später traf André Hoffmann per Kopf nach einem Eckball. Der deutsche Innenverteidiger der "falschen" CSKA-Mannschaft, spielte die letzten zehn Jahre bei Fortuna Düsseldorf /zuvor auch noch drei Jahre bei Hannover 96) und ist nun hier in Bulgarien unterwegs. Kurz darauf folgte noch das 1-3 (natürlich erneut inklusive VAR) und das Spiel war zwanzig Minuten vor dem ende entschieden. In der Nachspielzeit fiel auch noch der vierte Treffer, aber dieser war dann auch nur noch für die Statistik anzusiedeln.

 

Zu Teil 3 des Berichtes => KLICK!


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