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Exakt um 13 Uhr fuhr ich also in Altona los, hätte über die Autobahn 14 Kilometer bzw. 19 Minuten gehabt. Da mir als Ausweichroute eine Stecke am Volksparkstadion des HSV
vorbei angezeigt wurde, die nur drei Minuten länger dauern sollte und dann halt durch die Stadt führte, nahm ich diese, Autobahn fahre ich ja sonst immer genug. Dass aber hier um 14 Uhr ein
Frauen-Bundesligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg stattfindet, das hatte ich nicht auf dem Schirm. Absolutes Verkehrschaos war angesagt und ich stand ewig im Stau, welcher am Ende seinen
Höhenpunkt an einer Ampel fand, wo auf der Abbiegerspur pro Grünphase maximal drei Autos durch kamen. Dadurch kam ich doch erst 20 Minuten vor Kick Off am Oberliga-Ground an, aber die Suche
eines Parkplatzes gestaltete sich erwartungsgemäß als nicht ganz so schwer. Ich drehte auch mein Auto bereits, um in Fahrtrichtung zu stehen und lief gemütlich zum Eingang, wo ich sieben Euro
zu zahlen hatte. Drinnen direkt meine Fotorunde auf dem doch recht netten Ground gedreht, bevor die Wurstbestellung fast in einen Tagesakt ausartete, was ja auch bei knapp 100 Zuschauern
logischerweise verständlich ist... Nun ja, dank umswitchen von Brat- auf Schinkenwurst konnte ich wenigstens pünktlich zum Anpfiff wieder am Platz stehen. Genug aufgeregt, man spielt auf
Rasen, das macht mich happy und ich habe die Oberliga Hamburg dann auch exakt zur Hälfte besucht. Somit alle deutschen Oberligen, außer die Oberliga Bremen, mindestens zu jeweils 50%
abgehakt. In dem Marathon geht es langsam voran, aber es geht voran! Anpfiff war übrigens wieder grundlos mit +2.
Absoluter Abstiegskracher in der Oberliga Hamburg, der SV Halstenbek-Rellingen als 18. und Letzter trifft auf den FC Türkiye Wilhelmsburg, vor dem Spiel auf Rang 16 liegend.
Mit sechs bzw. zehn gesammelten Zählern, ist der Abstand auf das rettende Ufer, selbst wenn es nur bei den drei Regel-Absteigern bleibt, schon zehn bzw. sechs Punkte groß. Kommen von oben
mehr Absteiger dazu als geplant, ist der Rückstand noch größer. Wenn hier nicht dringend Punkte geholt werden, droht schon nach etwa der Hälfte der Runde schon eine große Abgeschlagenheit.
Sicherlich nicht hilfreich für Halstenbek-Rellingen, dass man nach zwei Siegen in den ersten drei Matches der Runde, nun zehn Partien in Folge verloren hat. Beide Teams sind in
den letzten Spielzeiten öfters schon zwischen Oberliga und Landesliga hin und her gependelt, in dieser Saison könnte es erneut eng werden – gerade für die SVHR, sofern nicht so langsam mal
wieder gewonnen wird. Idealerweise beginnt man heute damit, um an einen direkten Konkurrenten wieder etwas näher heran rücken zu können.
Die ersten fünf Minuten machten die Hausherren ordentlich Druck, von Verunsicherung aufgrund der Niederlagenserie war keine Spur, aber man vergab zwei, drei ganz gute
Möglichkeiten und im direkten Gegenzug der Größten konterten die Gäste und gingen durch ihren Top-Torschützen bereits in der 8. Minuten in Front. Bei den örtlichen Rentnern neben mir wurde
die Laune schlagartig schlechter („Immer das Gleiche mit denen“), aber die Mannschaft zog weiterhin ihr Ding durch. Man ließ sich durch den nächsten Nackenschlag auch nicht aus dem Tritt
bringen und blieb zumeist weiterhin im Vorwärtsgang, was dann auch belohnt wurde, denn zur Hälfte der ersten 45 Minuten drehte man die Partie verdientermaßen durch zwei schnelle Tore binnen
vier Minuten. Dass man dieses Tempo nicht 90 Minuten durchhalten konnte, gerade auf dem doch sehr tiefen Rasen, das war klar und so wurde es bis zum Gang in die Kabinen erstmal etwas ruhiger.
Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste dann stärker, konnten sich aber auch wenige Torchancen heraus spielen, wurden dafür aber einmal durch einen langen Ball überrascht und lagen plötzlich
mit 1-3 in Rückstand. Dieses Tor gab der heimischen Spielvereinigung aber keine breitere Brust, sondern sie wirkten mit zunehmender Spieldauer fast durch die Reihe weg alle platt und so wurde
es zeitweise ein Powerplay des FC Türkiye in den letzten knapp 20 Minuten. Zumeist scheiterten sie am eigenen Unvermögen oder an einem überragenden SV-Torhüter, aber dieser kann
logischerweise auch nicht alles halten. Ein Dutzend Minuten vor dem Ende wurde er ein zweites Mal am heutigen Tag überwunden und es war eigentlich absolut unpassend, dass gerade er vor dem
3-3 den Ball abprallen lässt und so den Ausgleich ermöglichte. Die Gäste drückten weiter auf´s Tempo und hatten noch ordentliche Gelegenheiten, auch in den vier Minuten Nachspielzeit, die der
Unparteiische angezeigt hatte. Am Ende wurden dann ganze sieben Minuten drauf gepackt und in der allerletzten Minute hatten sogar die Hausherren selbst noch eine Konterchance. Da aber weder
die eine, noch die andere Seite, es schaffte, den Ball noch mal im Tor unterzubringen blieb es am Ende bei der Punkteteilung, die aber irgendwie keinem von beiden so wirklich weiter
hilft.
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