Wahnsinn, wie die Zeit verrinnt, denn Matthias und ich hatten uns zum Ende der regulären Fußball-Saison in Deutschland auf vier Wochenenden am Stück in Berlin und im Osten
der Republik (mit kleinen Abstechern nach Polen und die Tschechische Republik), um einige fehlende Grounds abzuhaken. Die ersten beiden Wochenenden waren im Berliner und Brandenburger Raum,
letztes Wochenende hauptsächlich in Sachsen und dieses Wochenende werden wir uns viel in Sachsen-Anhalt aufhalten (aber ebenfalls mit einem Abstecher nach Sachsen) – und jetzt sind wir
tatsächlich schon am letzten dieser vier Wochenabschlüsse angekommen. Diese Tour war größtenteils von Matthias zusammengestellt, aber es waren allesamt auch mir noch fehlende Stadien und
Plätze, die möglichst hoch spielen, aber auch teilweise wirklich sehr nett anzuschauen waren. Vergangene Woche buchte er auch unsere zwei Übernachtungen und da ich die letzten beiden
Wochenenden gefahren war, war er dieses Mal mit dem rumkutschieren dran.
Da unser erstes Match bereits schon heute Abend war und wir beide ja noch arbeiten mussten, blieb nicht viel Zeit um nach Feierabend noch großartig etwas zu erledigen. Da
unser Spiel aber noch vor Leipzig war, konnte ich zuhause wenigstens noch in Ruhe essen und meine Tasche schnappen, bevor ich um 14:10 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt in Neuhof los fuhr. Kurz
bevor ich in Gedern war, rief Matthias an, seine A66, die er nach Neuhof fahren müsste, die ist komplett gesperrt. Also kurzfristig doch Staden an der A45 zum Treffpunkt auserchoren und
deswegen musste ich drehen und fast eine halbe Stunde in eine andere Richtung fahren. Ich kam dort um 14:45 Uhr an, Matthias wartete schon und nachdem ich meine Sachen umgeräumt hatte, waren
wir fünf Minuten später auf der A45 unterwegs. Von hier waren es 335 Kilometer, die das Navi mit 3:13 Std. Fahrzeit angegeben hatte. Alles immer noch im absolut grünen Bereich, aber dennoch
über 20 Minuten geringerer Puffer, als wenn wir um 15 Uhr in Neuhof los gefahren wären. Hier und da stockte es auf der A5, aber alles in allem war es für einen Freitag Nachmittag noch ganz
okay, ab dem Kirchheimer Dreieck gibt es auf der A4 weiter in den Osten. Hier nervten die mittlerweile doch recht vielen Baustellen, aber wenigstens kamen wir ohne weitere Verzögerungen
durch, ebenso wie dann auch auf den letzten 40 Autobahn-Kilometern auf der A9 ab dem Hermsdorfer Kreuz. Wir nutzten die Ausfahrt Weißenfels und es waren nur noch knapp fünf Kilometer auf
Landstraßen bis wir unseren Zielort erreichten, der wirklich absolut Autobahn-nah liegt. Dieses war bereits 45 Minuten vor Spielbeginn der Fall, aber im Auto zu sitzen macht auch keinen Sinn,
also betraten wir gemütlich nach dem Bezahlen von sieben Euro den Ground. Ich drehte direkt meine Fotorunde und gönnte mir danach eine Wurst & ein Bierchen zum Beginn des Wochenendes.
Derweil kam auch Micha an, den wir im weiteren Verlauf des Wochenendes vermutlich noch zwei weitere Male treffen werden. Noch kurz gebabbelt, liefen die Spieler auf und das schon um 18:50
Uhr, denn es standen noch einige Spielerverabschiedungen an. Das ging wohl schneller als gedacht, denn der Anpfiff geschah bereits um 18:58 Uhr.
Die Tour-Eröffnung in Sachen Fußball fand beim ehemaligen Oberligisten in Zorbau statt und unsere Partie hieß SV Blau-Weiß Zorbau gegen den SV Westerhausen und es handelte
sich um ein Match aus der Verbandsliga Sachsen-Anhalt. Tabellarisch gesehen treffen in der Liga mit 16 Mannschaften die Ränge Fünf und Dreizehn aufeinander, wobei es am heutigen 30. und somit
gleichzeitig auch letzten Spieltag in dieser Spielzeit für den beiden Kontrahenten um nicht mehr allzu viel geht. Die Einheimischen könnten ebenso noch einen Platz klettern, aber auch genauso
gut noch einen Platz verlieren. Nach unten rutschen können die Gäste auch rein rechnerisch nicht mehr, sie können aber auch maximal nur noch zwei Ränge (auf Rang 11) nach oben klettern. Die
Hausherren waren in den letzten Jahren sogar öfters in der Oberliga, als in der Verbandsliga, unterwegs und zwei Abstiege wurden jeweils mit dem direkten Wiederaufstieg beantwortet. Der
dritte Abstieg im letzten Sommer nun erstmalig seit vielen Jahren dann eben nicht und mit 21 Punkten Rückstand ist die Lücke auch viel zu groß auf den Meister und Aufsteiger vom SSC
Weißenfels, der es sich nach fünf zweiten und einem dritten Platz aus den letzten sechs Saisons, nun auch endlich wirklich mal verdient hat. Seit 2018/19 sind die Gäste (mit nur einem
Ausrutscher nach oben in die Oberliga, aus welcher man aber direkt wieder abstieg) durchgehend in der Verbandsliga unterwegs. Ihr Ground gefiel mir sehr gut, außer dass dort halt absolutes
Parkplatzchaos herrschte und ich 2020 bei meinem Besuch auf einem ganz, ganz engen Feldweg im Wald mit sehr vielen Schlaglöchern parken musste.
Das Spiel, man merkte zu Beginn wirklich früh auf dem Rasen, dass es um nichts mehr ging, lief nur ganz langsam an, wozu die immer noch über 30 Grad hohe Temperatur natürlich
auch ihr übriges dazu tat. Die erste dicke Chance hatten noch die Gäste, freistehend vor dem Torhüter wurde aber nur der Pfosten angeschossen. Quasi im Gegenzug klingelte es auf der anderen
Seite und der Tabellenfünfte ging selbst in Front. Die Blau-Weißen waren nun auch das bessere Team und setzten mit einem Tor der Marke „Tor des Monats“ noch einen drauf, als ihr
Mittelfeldakteur noch von kurz vor der Mittellinie (also noch aus der eigenen Hälfte) den Ball über den am Sechzehner stehenden Torhüter ins Netz jagte. Recht souveräne Führung zum Gang in
die Kabinen, aber nach dem Seitenwechsel machte der letztjährige Oberligist sich das Leben selbst schwer. Zuerst verhalf man dem Gegner mit einem unnötigen Foul zum Anschlusstreffer per
Foulelfmeter und danach stellte man das eigene Spiel weitestgehend ein, was den Ausgleich zehn Minuten vor Spielende zur Folge hatte. Zorbau hatte kaum Entlastungsangriffe, aber einer dieser
wenigen endete vorne ebenfalls in einem Foulelfmeter und auch dieser wurde souverän über die Linie bugsiert. Danach konnte sich Westerhausen nicht mehr wirklich aufraffen und außer ein wenig
gegenseitige Diskussionen & Pöbeleien passierte nichts mehr. Der Dreier des SVZ verhalf ihnen aber auch nicht mehr um in der Endtabelle noch einen Platz zu klettern, denn das dort
stehende Team holte einen Punkt gegen den Meister Weißenfels und verteidigte somit seinen vierten Platz.
Wir waren ja absolut pünktlich, da fielen die vier Minuten Nachspielzeit gar nicht wirklich auf. Wobei es uns heute echt egal war, denn nach der Verabschiedung von Micha
fuhren wir einmal über die A9 nach Weißenfels in einen großen Supermarkt. Von hier ging es um 21:15 Uhr weiter und an der Auffahrt Weißenfels, wo wir vor dem Kick runter sind, fuhren wir nun
wieder auf die A9. Insgesamt waren es 30 Kilometer bzw. 19 Minuten bis zu unserer Bleibe für diese Nacht. Wir mussten an der Abfahrt Leipzig-West / Merseburg vom Highway und hatten nun noch
2,5 Kilometer auf kleineren Landstraßen und erreichten das Hotel um 21:40 Uhr. Das einchecken ging flott und so waren wir ruckzuck auf dem Zimmer, konnten noch die zweite Halbzeit von USA
gegen Australien im TV schauen und gammelten ansonsten nur ein wenig herum. Ich machte gegen 1:30 Uhr das Licht aus und schlief auch recht zeitnah ein, wobei morgen ja morgens auch recht
entspannt ablaufen wird.
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