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Für heute war eigentlich angedacht bis etwa 10 Uhr zu schlafen und dann nach dem packen meiner Klamotten die Pension zu verlassen, denn Check-Out war bis 10:30 Uhr. Ein wenig
nervig, denn die Strecke bis zu meinem Kick um 15 Uhr war gerade einmal etwas mehr als eine Stunde lang. Gestern Abend hatte ich im TV aus Langeweile den Eurovision Song Contest laufen,
daddelte aber doch mehr am Handy herum. Irgendwann, es war schon nach Mitternacht, da kam ich nochmal auf die Idee nach Spielen für heute Vormittag zu schauen, obwohl hier Anfang der Woche
nichts zu finden war. Siehe da, plötzlich waren zwei Partien um 11 Uhr angesetzt, was mich natürlich sehr erfreute. Zwei Mal siebte Liga, wobei bei Spiel Eins eine zweite Mannschaft Heimrecht
hat, aber dieses Match würde auf direktem Wege zum Mittagskick liegen. Spiel Zwei war eine erste Mannschaft, sportlich reizvoller und ich fand den Ground interessanter. Zu jeder positiven
Seite kommt auch meistens eine negative hinzu und das wäre in diesem Fall, dass ich statt um 10 Uhr um 8:45 Uhr aufstehen müsste. Dennoch entschied ich mich für dieses Spiel, als ich
irgendwann nach 2 Uhr das Licht in meinem Zimmer ausknipste. Es dauerte noch ein wenig, bis ich eingeschlafen war und als der Wecker dann um 8:45 Uhr klingelte, befand ich mich gerade noch
schön im Tiefschlaf, aber da ich wusste, dass ich keinen riesigen Puffer hatte, schaffte ich es doch recht zügig dem warmen Bett zu entfliehen. Um 9:10 Uhr verließ ich also die Pension und
startete fünf Minuten später meine Fahrt nach Diessenhofen, die das Navi mit 114 Kilometern und 1:25 Std. veranschlagte. Nachdem ich mir an einer Tankstelle ein belegtes Brötchen zum
Frühstück geholt hatte, lag der Puffer bei knapp einer Viertelstunde. Durch Hard und Fußach, überquerte ich die Grenze am Zollamt Höchst / St.Margrethen und fuhr nach einem Kilometer auf die
A1 in Richtung Westen. Auf dieser blieb ich auch bis Winterthur, wo ich auf die A4 in Richtung Norden bzw. Schaffhausen / Deutschland, wechselte. Hier war eine lange Baustelle, die aber
pünktlich zur Ausfahrt Trüllikon / Oerlingen beendet war und ich konnte problemlos den Highway herunter fahren. Ganz entspannt kam ich zehn Minuten vor Spielbeginn am Spielort an, es waren
allerdings massig Autos und neben dem normalen Parkplatz wurde auch schon ein Feldweg entlang geparkt. Um 10:55 Uhr betrat ich den Ground und drehte logischerweise erstmal meine Fotorunde,
bevor ich mich seitlich ein wenig weg vom Rest der Zuschauer hin stellte.
Dieses zusätzliche Match war eins der 3. Liga Zürich (Gruppe 5), also die siebthöchste Spielklasse der Eidgenossen. Am 18. Spieltag, was gleichzeitig der fünftletzte dieser
Spielzeit ist, trafen mit dem FC Diessenhofen und dem SV Schaffhausen II die Mannschaften auf den Rängen Eins und Drei aufeinander. Es war also ein Duell, für welches man das Prädikat
Spitzenspiel erfunden haben könnte, denn mit 40 und 35 gesammelten Punkten ist klar, dass bei einem Heimsieg die Meister- und Aufstiegsträume der Gäste geplatzt sind. Andererseits kann man
sich durchaus ausmalen, dass wenn die Gäste tatsächlich noch von Platz 1 träumen, heute eigentlich ein Auswärtsdreier her muss, alles andere macht keinen Sinn. Mit dem FC Oberwinterthur
(aktuell 37 Zähler) steht mittendrin noch ein drittes Team, welches man nicht so einfach vergessen sollte und je nach Ergebnis in Diessenhofen kann der FCW vielleicht sogar punktemäßig zur
Spitze aufschließen. Sehr spannende Konstellation auf jeden Fall, wie ich finde.
Erstaunlicherweise war es aber der Tabellendritte, der von Beginn an forsch auftrat und viele Offensivaktionen vorweise konnte, auch Torchancen gab es die ein oder andere, aber der Ball
wollte nicht ins Netz. Der Spitzenreiter überraschend harmlos und mit wirklichen Problemen überhaupt ins Spiel zu finden. Einer ihrer allerersten geordneten Angriffen führte dafür aber direkt
zur überraschenden 1-0 Führung. Die Freude darüber währte aber nicht lange, denn nur wenige Minuten später war der Ausgleich schon wieder hergestellt und so ging es mit diesem Remis erst
einmal in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel war es dann ein wenig ausgeglichener, aber ich fand die Zweite des SVS immer noch stärker und dieses Mal belohnten sie sich auch kurz nach der
Pause und gingen selbst erstmals in Front. Sie schienen auf einem guten Weg, bis einer ihrer Innenverteidiger im Spielaufbau einen kapitalen Fehlpass spielte, der eigene Torhüter nicht
komplett in der Position war und der Stürmer des FCD nur noch ins halbwegs leere Tor einschieben musste. Ganz bitteres Ding auf jeden Fall und sie waren zuerst auch beeindruckt und mussten
sich ein wenig schütteln, danach merkte man aber, dass ihnen klar war, dass sie heute eigentlich gewinnen müssen und so starteten sie eine Schlussoffensive, aber statt selbst zu treffen, fing
man sich hinten einen Konter ein, der tief in der Nachspielzeit zu einem schmeichelhaften Sieg des Tabellenführer führte. Natürlich wird ihnen das schmeichelhafte egal sein, zurecht, denn sie
befinden sich weiterhin auf Meister- und Aufstiegskurs.
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