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Es war exakt 13 Uhr, als ich wieder in meinem Auto saß und mich direkt auf dem Weg zur Pension machte. Es waren nur 5,3 Kilometer, diese führten aber auf der B190 erst direkt
am Bodensee vorbei und danach quer durch Bregenz, so wurden sie vom Navi mit 13 Minuten Fahrzeit angegeben. Dort angekommen, war nur die Putzfrau vor Ort, die mir aber freundlicherweise
bereits meinen Zimmerschlüssel übergab und so fuhr ich dann erst einmal zu meinem zweiten Kick des Tages. Die Strecke war mit 12 Kilometern ebenfalls sehr überschaubar, aber laut Navi sollte
es doch 20 Minuten dauern. Zuerst die B202 durch Hard, es folgte noch die B203 parallel zur Grenze zur Schweiz. In Lustenau angekommen, tankte ich für 1,84 Euro / Liter Super nochmal fast
komplett voll und somit sollte ich hier erstmal bis zur Abfahrt über die Runden kommen, denke ich. Weiter ging es direkt ans Stadion, ich sah im vorbeifahren in den Seitenstraßen schon
überall die Parkverbotsschilder, aber trotz dass ich ja verdammt früh war, hatte ich keine Lust zu suchen und fuhr auf den kostenpflichtigen Parkplatz vielleicht 100-150 Meter neben dem
Haupteingang. So investierte ich halt mal die 4,80 Euro und hätte theoretisch 12 Stunden parken dürfen, blieb aber erst nochmal ein paar Minuten sitzen, denn es regnete noch immer. Nach etwas
mehr als einer Viertelstunde hörte es auf, ich stieg aus und versuchte von außen Stadionbilder machen, es ist aber doch recht eingebaut alles. Am Horizont hörte man schon die Böller des
Fanmarsch und als ich wieder zurück am Haupteingang, kamen sie auch ein paar Minuten später angelaufen. War ganz nett, nicht mehr, nicht weniger, ich zog aber nochmal etwas mehr als eine
halbe Stunde im Auto vor, tippte im Warmen ein wenig hier am Bericht. Gegen 15:45 Uhr ging ich ins Stadion und zum Glück hatte ich so nah geparkt, es regnete nämlich mal wieder. Ich gönnte
mir ein Bierchen und setzte mich dann auch gemütlich auf meinen Platz und schaute zu, wie sich das Stadion füllt, gestern wurde ja bereits ausverkauft gemeldet.
Die Ausgangslage vor dem heutigen 30. und somit letzten Spieltag der 2. Liga Österreichs war klar. Mit dem SC Austria Lustenau traf der Tabellenführer auf den SKU Amstetten,
welche in der 16er Liga Fünfter sind. Für die Gäste geht es nur noch um die bestmögliche Platzierung am Saisonende, man kann aber maximal noch einen Platz klettern und einen Platz nach unten
rutschen, mehr ist nicht möglich. Die Hausherren grüßen von der Spitze des Rankings, hätten am vergangenen Wochenende sogar schon aufsteigen können, es reichte aber nur zu einem 2-2 Remis bei
der Salzburger Austria. Für mich war dieses Ergebnis perfekt, denn ich könnte den Aufstieg evtl. heute miterleben und durch den späten Punktgewinn in der Mozartstadt hat „Louschnou“ den
Aufstieg in der eigenen Hand. Lustenau hat 51 Punkte auf dem Konto, St. Pölten 50 und Florisdorf 48. Dadurch, dass am Ende der direkte Vergleich entscheidet, ist der FAC aber schon raus aus
dem Aufstiegsrennen und es entscheidet sich zwischen Lustenau und St. Pölten. Grundsätzlich ist es mir ziemlich egal, wer von beiden Vereinen am Ende oben steht, denn besucht wurden sie beide
von mir schon, aber ich hätte absolut nichts dagegen, wenn ich einen Aufstieg im Stadion live miterleben darf. Für die Austria wäre es in der Vereinsgeschichte der dritte Aufstieg in die
Bundesliga nach 1997 und 2022. Während man sich beim ersten Mal noch drei Jahre halten konnte, war beim zweiten Versuch vor ein paar Jahren bereits nach zwei Spielzeiten wieder Schluss im
Oberhaus. Das Gleiche gilt für die Gäste, die der Bundesliga ebenfalls zwei Besuche abstatteten, und zwar von 1988 bis 1994 und von 2016 bis 2021.
Die Hausherren rannten von Beginn an das gegnerische Tor an und die Gäste taten zuerst wenig bis gar nichts, waren aber auch weitestgehend mit verteidigen beschäftigt. Nach
der Hälfte der ersten 45 Minuten fanden die Vorarlberger dann endlich einen Weg zu treffen, nachdem ein Steckpass durch die Schnittstelle der Abwehr einen Abnehmer fand und der SCA in Führung
ging: Groß der Jubel bei den Fans der Gastgeber die von einer großen Schar an Freunden vom FC Augsburg unterstützt wurden (in Facebook war die Rede von etwa 300, was durchaus hin kommen
könnte). In der Halbzeitpause musste ich auf Toilette, was aber ziemlich chaotisch war, denn an den wenigen Sanitäranlagen waren überall ewig lange Schlangen und so bekam ich das 1-1 der
Gäste, die in der ersten Halbzeit offensiv gar nicht in Erscheinung traten, nur von unter der Tribüne mit, als ich gerade wieder zurück zu meinem Sitzplatz wollte. Da es beim Parallelspiel in
St.Pölten noch 0-0 stand, war es aktuell noch kein Problem und würde immer noch reichen. Lustenau war auch leicht geschockt und musste sich schütteln, übernahm aber nach ein paar Minuten
wieder die Initiative. Zuerst noch zaghaft, wurden danach die Angriffe aber doch mit immer mehr Drang zum Tor durchgeführt. Ihr Mittelfeldakteur, der auch bereits den guten Pass zum 1-0
gegeben hatte, dribbelte sich durch und wurde im Strafraum zu Fall gebracht. Der Unparteiische zeigte direkt auf den Punkt und seine Entscheidung wurde nach VAR-Überprüfung auch bestätigt.
Der Strafstoß wurde sicher verwandelt und die Hausherren waren das zweite Mal an heutigen Abend in Front. Es galt noch 25 Minuten plus Nachspielzeit zu überstehen und da SKN St. Pölten
mittlerweile ebenfalls in Führung gegangen war, durfte man sich also keinen Gegentreffer erlauben. Weitestgehend hatte die Austria auch alles im Griff, wenn man aber hier und da auch ein
wenig Nervosität verspüren konnte. Aber klar, man weiß ja durchaus, wie schnell im Fußball die Kugel mal hinten drin liegen kann und sei es nur durch irgendeinen blöd abgefälschten Schuss.
Das Bollwerk hielt aber stand und nach dem Abpfiff nach 90+5 Minuten brachen alle Dämme. Kaum war die Partie beendet, waren auch schon Menschenmassen auf dem Rasen und
feierten 1.462 Tage nach der letzten Zweitliga-Meisterschaft verbunden mit dem letzten Bundesliga-Aufstieg, wieder den Titel.
Ich schaute mir das ganze Treiben und Schalenübergabe noch einige Minuten an, verschwand dann aber doch nicht allzu spät. Es war 19:25 Uhr, als ich wieder im Auto saß und
mich auf den Weg zurück zur Pension. An der ersten Ampel direkt mal komplettes Chaos, aber danach war es dann okay. Um kurz nach 20 Uhr war ich zurück auf meinem Zimmer und nach einer warmen
Dusche schaute ich noch ein wenig die Darts Premier League im TV, daddelte am Handy herum und schrieb auch an diesem Bericht weiter. Wirklich viel passierte also nicht mehr, aber bis ich das
Licht aus machte, war es doch schon wieder ein Stückchen nach Mitternacht und auch das Einschlafen dauerte noch einen Moment, denn die Vorfreude auf die nächsten Tage ließ noch viele
Gedankengänge durch den Kopf schießen.
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