Mit dem heutigen Tage beginnt für mich bereits einen Tag vor Turnierbeginn die Reise zur Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz. Vor einigen Jahren waren wir noch zu Neunt aus Bad
Nauheim unterwegs, danach viele Jahre zu Dritt und die letzten beiden Jahre sogar nur noch zu Zweit. Der zuletzt mitreisende Ronny wusste früh, dass es bei ihm in diesem Jahr wegen einer
neuen Systemeinführung an der Arbeit bei ihm nicht klappen würde und so blieb also am Ende nur noch ich übrig. Ich entschied mich zwei verlängerte Wochenenden zu machen und den mittleren Teil
der WM, wo u.a. auch mal an zwei von drei aufeinander folgenden Tagen Eishockey-frei für das deutsche Team ist, ausfallen zu lassen. Am ersten (verlängerten) Wochenende werde ich tatsächlich
komplett alleine sein, am zweiten wird dann meine Family dabei sein, ihre erste WM im Ausland. Tickets wurden insgesamt nur fünf Stück vorab gebucht und zwar durchwegs für deutsche Spiele
(gegen Finnland, Lettland, Ungarn, Österreich und Großbritannien) und Hotel-mäßig wurde sich für Übernachtungen in Bregenz (Österreich) bzw. Singen (Hohentwiel) (Deutschland) entschieden.
Nun aber erstmal zurück zur Gegenwart: Gestern noch einen normalen Arbeitstag abgerissen, ging es nach dem Abendessen nach Fritzlar, um den bereits feststehenden Aufsteiger
in die Gruppenliga, den FC Domstadt, noch zu kreuzen. Wieder zuhause angekommen, packte ich meine Tasche weitestgehend fertig und lag um 23:20 Uhr im Bett, aber bis ich wirklich eingepennt
war, dürfte es locker schon in Richtung 0:30 Uhr gewesen sein. Fünf Stunden später klingelte mich mein Wecker aus dem Tiefschlaf, aber die Vorfreude schob die Müdigkeit beiseite und ich war
ruckzuck im Badezimmer, um mich frisch zu machen. Als Frühstück packte ich mir die gestern gekauften Pfefferbeißer ein, holte mir an der Tankstelle in Staden noch frische Brötchen dazu, ich
musste ja eh noch tanken, damit ich bis Österreich komme. Von zuhause, wo ich um 6:05 Uhr abstartete, waren es 445 Kilometer bis zum ersten Kick des Tages und das Navi gab 3:51 Std. an, also
rund eine Viertelstunde weniger als gestern Abend angegeben: Nun ja, jetzt war ich eh wach, dann kann ich auch los fahren, außerdem konnte ich so ganz entspannt den Tempomat auf 120 km/h
stellen und spritsparend fahren. Nach dem Tanken ging es in Staden auf die A45, am Seligenstädter Dreieck auf die A3 und am Kreuz Biebelried musste ich noch auf die A7 wechseln. Diese
Autobahn führte mich schnurstracks in Richtung Süden und da erwartungsgemäß aufgrund des Feiertages wenig Verkehr vorhanden war, kam ich supergut durch. Do entschied ich mich mit knapp einer
Stunde Reststrecke mal ein Kaffeepäuschen von ein paar Minuten einzulegen, was auch gegen die leicht eintretende Müdigkeit genau richtig war. Am Kreuz Memmingen wechselte ich noch auf die A96
und an Wangen vorbei ging es bis Lindau. Auch der Grenzübertritt war problemlos und dahinter waren es ja nur noch 2,5 Kilometer, so dass ich ziemlich passend um 10:40 Uhr am Sportgelände
vorfuhr. Direkt vor Ort alles voll geparkt, kein Problem, dachte ich. Aber dass in den Seitenstraßen überall Parkverbot herrscht oder privates parken, das konnte ich nicht ahnen. Irgendwann
dann doch endlich was gefunden und halbwegs schnell zum Platz geeilt, galt es am Eingang acht Euro auf den Tisch zu legen. Ich schoss erste Fotos und die Tribüne war eh recht voll, deswegen
ging ich direkt auf die Gegengerade. Hier war mehr Platz und ich hatte meine Ruhe, nachdem ich mich gesetzt hatte. Vorher aber von hier auch noch Fotos geschossen, denn die Mannschaften kamen
auch schon auf den Rasen. Irgendwie muss es doch immer kurz vor knapp werden, das gehört irgendwie bei mir doch dazu... ;-)
Es handelt sich um eine Partie der Eliteliga Vorarlberg, was die auf neun Staffeln aufgeteilte vierthöchste Spielklasse im Alpenland ist. Das Duell lautet SV Typico Lochau
gegen den FC Wolfurt und bedeutet tabellarisch gesehen in einer Liga mit 14 Mannschaften ein Aufeinandertreffen des Vierten und des Zweiten bedeutet. Da es zur kommenden Saison eine Reform
der Regionalligen gibt, steigen heuer sogar drei Mannschaften aus der Eliteliga Vorarlberg in die Regionalliga West auf. Die Hausherren konnten bisher 33 Zähler auf ihr Konto verbuchen,
während die Gäste schon 36 Punkte sammeln konnten. Der Unterschied beträgt also gerade einmal drei Punkte und da in dieser Liga nicht die Tordifferenz zählt, sondern der direkte Vergleich,
könnte der SVL mit einem Sieg an seinem heutigen Gegner vorbei ziehen, denn bereits das Hinspiel wurde mit 3-1 in Wolfurt gewonnen. Eine mega spannende Konstellation, auch wenn wir uns heute
erst am sechstletzten Spieltag befinden und somit logischerweise noch einiges an Fußball zu spielen ist, bevor die Endabrechnung gemacht werden kann. Zwischen beiden Orten liegen übrigens nur
12 Kilometer, so dass man eine ordentliche Kulisse erwarten durfte, die dann auch da war.
Das Spiel war in der Anfangsphase voller Highlights, so gingen die Hausherren bereits nach knapp 50 Sekunden in Front und hätten eigentlich fünf Minuten später erhöhen
müssen, aber der Wolfurter Goalie parierte glänzend. Mit ihrem ersten geordneten Angriff glich der FCW dann aus und hätte direkt danach selbst in Führung gehen müssen, aber auch der andere
Goalie war glänzend zur Stelle. Die Gäste trafen die Latte und keine fünf Minuten später hämmerte auch Lochau die Kugel an den Querbalken auf der anderen Seite des Spielfelds. Da war einiges
geboten und eigentlich muss es nach einer halben Stunde 3-3 stehen und es hätte sich keiner darüber beschweren können. Auch die weitere Viertelstunde bis zum Gang in die Kabinen blieb
ereignisreich und war keinesfalls langweilig, aber Tore fielen keine mehr und es blieb erstmal beim 1-1 Remis. Nach dem Seitenwechsel wieder ein Schnellstart der Einheimischen, die aber
dieses Mal fast vier Minuten brauchten um zum zweiten Mal heute in Führung zu gehen. Der Treffer war ausgehend von einem flotten Abwurf des Torhüters und zwei, drei schnelle Pässe später
klingelte es nach einem Fernschuss aus knapp 20 Metern, der sich vom Torhüter wegdrehte. Sie blieben am Drücker und nach einem Freistoß aus dem Halbfeld sprintete ihr Kapitän vorne rein und
konnte im Fünfmeter-Raum per Fuß einschieben, auch hier sah der Gäste-Torhüter nicht stabil aus. Lochnau hatte nun alles im Griff, Wonfurt konnte irgendwie nichts mehr dagegen setzen. Die
Gastgeber hatten noch ein, zwei Möglichkeiten den Deckel komplett drauf zu setzen, trafen aber auch nicht mehr. Da vom Gegner nichts kam, reichte es aber auch so und die letzten 15-20 Minuten
plätscherten dann eher so dahin. Erst in der drei-minütigen Nachspielzeit gab es noch eine Großchance, aber selbst wenn der FCW getroffen hätte, wäre es auch egal gewesen, denn direkt danach
erfolgte der Abpfiff des Schiedsrichters. Groß war der Jubel, man rutscht somit tatsächlich auf einen Aufstiegsplatz hoch. Nachdem es bei den 90 Minuten Fußball trocken blieb, fing es just in
diesen Momenten an zu regnen, als ich mich auf den Weg zurück zum geparkten Auto machte - Glück gehabt!
Zu Teil 2 des Berichtes => KLICK!