Weiter geht mein riesiger Kampf gegen die noch fehlenden Oberligisten, zumal die Saisons in diesen Ligen wie überall auch teilweise schon so langsam in die Zielgeraden
einbiegen. Die 24 Stunden-Tour vom Freitag hängt erwartungsgemäß noch ein wenig in den Knochen und so plante ich von Anfang an keinen Oberligisten irgendwo in Hamburg, Bremen oder
Schleswig-Holstein ein, sondern einer der näheren noch fehlenden. Möglichst drei Spiele sollten es aber schon werden und im westlichen Bereich des Landes ist so etwas meistens auch möglich –
so auch heute. Ich schaute auch, dass ich nicht vielleicht um 11 Uhr schon irgendwo im nördlichen Ruhrgebiet sein muss, sondern evtl. ein wenig gechillter in den Tag starten kann. Es gab
einige Alternativen und eigentlich möchte ich möglichst gerne eine erste Mannschaft schauen. Für heute Morgen musste ich den Plan aber mal über den Haufen werfen, denn ich sah, dass im
altehrwürdigen Jugendstadion Düren ein 12 Uhr Kick ist, der zeitlich zu meinem mittäglichen Oberliga-Spiel passt. Zwar waren es zwei Zweitmannschaften, aber diese Chance musste ich einfach
nutzen, denn wer weiß wie lange hier noch gespielt wird in dieser geilen alten Ranzbude mit der klasse Tribüne, die aber auch schon sehr in die Jahre gekommen ist. Für den Abend musste ich
dann zwar ein Spiel um 19 Uhr nehmen, allerdings war dieses dann schon um Köln herum in Richtung Heimweg. Somit war dann vor einer Woche auch mein Plan für diesen Sonntag bereits fix.
Ich lag zwar gestern recht früh im Bett, die Schlaferei war aber eher so semi gut und zu allem Überfluss stellte ich mir meinen Wecker irgendwie auch eigentlich eine halbe
Stunde zu früh, der Tag begann also schon superklasse. Ich trödelte beim Frühstück herum und startete um 9:05 Uhr weg und das Navi sagte 2:35 Stunden Fahrzeit voraus. 20 Minuten Puffer müssen
an einem Sonntag morgen und für solch einen ersten Kick auch einfach mal reichen. Ich fuhr eher gemütlich, behielt aber das Navi aufgrund des geringen Puffers bzgl. der Ankunftszeit und evtl.
Staus jederzeit im Auge. Bis zum Kreuz Olpe-Süd kämpfte ich mich auf der A45 durch die Baustellen und wechselte hier auf die A4 in Richtung Köln. Die Domstadt wurde südlich auf dem
Autobahnring umfahren, ehe es dahinter weiter auf der A4 in Richtung Aachen ging. Von der Abfahrt Merzenich waren es noch zehn Kilometer und da ich in Düren ein Tanke für 1,96 Euro / Liter
Super fand, jagte ich den Tank noch schnell voll. Kurz darauf kam ich am Jugendstadion an und sehe direkt, dass sich auf dem Kunstrasen aufgewärmt wird. Das Auto auf dem Parkplatz abgestellt,
dennoch kurz im Stadion geschaut, wo nichts abgestreut war und die Tore auch hoch geklappt. Schöne Verarschung mal wieder den Rasenplatz bei fussball.de anzugeben
und dann doch auf Kunstrasen zu spielen. Die Erste war tatsächlich auf KR angesetzt, die Zweite aber eigentlich auf Naturrasen und wenn man so schon unterscheidet, hatte ich auch
Hoffnungen, dass es so sein wird. Aber die Vereine scheren sich halt mittlerweile komplett einen Scheiß um so etwas, einfach nur noch schwer nervig. Ich hatte keine Lust hier zu blieben, also
schaute ich in die Gegend, wo ich zu meinen zweiten Kick sowieso hin musste und fand ein Spiel zweier ersten Mannschaft, was zeitlich knapp war, aber doch noch passen sollte. Also startete
ich um 11:56 Uhr wieder ab und bei 72 Kilometer Strecke und 1:04 Std. Dauer (laut Navi) hatte ich exakt null Puffer. Das erste Stück ging an der Westkampfbahn vorbei, folgend über Bundes- und
Landstraßen, bevor bei Jülich endlich wieder eine Autobahn erreicht war und zwar die A44, die von Aachen nach Düsseldorf führt. Diese war zum Glück frei und ich konnte die ersten Kilometer
ein wenig Gas geben. Ab dem Kreuz Holz ging es auf der A46 weiter bis nach Neuss und dort an der Abfahrt Neuss-Reuschenberg vom Highway herunter. Es waren noch 5,5 Kilometer und ich erreichte
das Sportgelände fünf Minuten vor Anpfiff. Als ich am Eingang meine drei Euro Eintritt zahlte, kam aber der Unparteiische auch gerade schon aus seiner Kabine. Logischerweise drehte ich direkt
meine Runde, lichtete den Anstoß ab und stellte mich auf die Gerade gegenüber den Bänken.
In der Kreisliga B2 Grevenbroich-Neuss, einer Liga mit 16 Mannschaften stehen sich die Mannschaften auf den Plätzen Zwei und Zehn gegenüber. Für die Gäste wird es eine eher
ruhige restliche Spielzeit, denn zum einzigen Abstiegsplatz hat man 18 Punkte Vorsprung und zum zweiten Direktaufsteiger sind es 20 Zähler Rückstand. Auf genau diesem Platz stehen die
Einheimischen, die zum Tabellenführer zehn Punkte weniger haben, aber da die ersten beiden Mannschaften direkt aufsteigen, ist die Endplatzierungen 1 oder 2 nicht die allerwichtigste am
Saisonende. Der dritte Rang, der nach den 30 Saisonspielen mit leeren Händen da steht, ist punktgleich mit Hoisten, allerdings hat die DJK den Vorteil aktuell zwei Spiele weniger ausgetragen
zu haben. Durch das um 38 Tore bessere Torverhältnis reichen 12 Punkte aus den letzten sechs Spielen definitiv aus, selbst wenn der Konkurrent alle seine Spiele gewinnt. Ein direktes Duell
gibt es nicht mehr im restlichen Saisonverlauf.
Das Match war zu Beginn recht ausgeglichen und auch die Gast-Mannschaft zeigte sich selbst hin und wieder auch mal in der Offensive. Alles in allem war die DJK aber aktiver
und such stärker. Ganz bitter aber, wie die Führung zustande kam: Die SuS hatte eine Ecke, die abgewehrt wurde, aber der letzte eigene Mann vertändelte an der Mittellinie den Ball und der
Favorit lief 2auf0 auf das Gäste-Gehäuse. Kurz darauf noch das dann so langsam doch verdiente 2-0, denn das Pendel schlug immer mehr in Richtung des Favoriten aus. Eine Schrecksekunde noch,
als der Kapitän von Gohr auf den nahen Beton neben dem Kunstrasen knallte. Zuerst musste man Schlimmstes vermuten, er rappelte sich aber wieder auf und versuchte es sogar nochmal.
Ausgewechselt werden musste er kurz darauf doch, aber zumindestens sah es nicht nach einer allzu schlimmen Verletzung aus. Nach dem Seitenwechsel war mit dem frühen dritten Treffer der
Germanen der Deckel auf die Partie drauf. Hoisten netzte noch ein weiteres Mal und der Anschlusstreffer durch ein Foulelfmeter in der Schlussminute war natürlich nur für die Statistik. Ein
selten bis gar nicht gefährdeter Dreier für die Jungs aus dem Stadtteil von Meerbusch.
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