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Um 15:23 Uhr starteten wir in Thüringen ab und das Navi sagte 112 Kilometer und 1:04 Std., unser Puffer betrug also gerade einmal drei Minuten. Nach ein wenig Stadtverkehr
waren wir ruckzuck auch wieder zurück auf der A71 und ich gab ein klein wenig Gas, aber zu sehr musste ich auch nicht pushen, denn ein wenig hatte ich schon in der Stadt noch herunter
gefahren. Wir blieben auf der A71 bis zum Dreieck Werntal, wo ich auf die A70 wechselte, aber keine fünf Minuten später waren wir schon
am Kreuz Schweinfurt, wo es auf der B26A weiter ging. Durch zwei, drei Ortschaften hindurch, kamen wir um 16:23 Uhr am Sportgelände an, schnell das Auto
abgestellt und nach dem Bezahlen von vier Euro waren wir auch bereits im Innenraum. In diesem Moment betraten beide Teams schon den Rasen, aber ich startete erstmal mit meiner Foto-Runde und
der Anpfiff erfolgte letztendlich sogar 30 Sekunden vor dem offiziellen Spielbeginn um 16:30 Uhr, sowas erlebt man auch eher selten.
Der zweite und letzte Kick dieser gemütlichen, aber durch das Stadion in Suhl, echt guten Samstags-Tour findet in Unterfranken statt und ist wie zuvor im thüringischen nun
ebenfalls die siebthöchste Spielklasse. Diese nennt sich in Bayern aber Bezirksliga und wir befinden uns in der Staffel Unterfranken Ost und das heraus gesuchte Match ist ein wirklicher
Abstiegskrimi. In einer Liga mit 18 Mannschaften stehen sich nämlich am viertletzten Spieltag der regulären Saison die Teams auf den Plätzen 16 und 18 gegenüber. Für die Gäste gilt die
Mini-Chance zu wahren und den direkten Abstieg zu vermeiden, die einzige Chance dafür: Heute ein Dreier! Und selbst dann wird es bei immer noch sechs Punkten Rückstand auf den letzten
Abstiegsrelegationsplatz immer noch schwer genug, da es dann ja nur noch neun Zähler zu verteilen gibt. Nicht minder wichtig ist die Partie für die Hausherren, man steht eben auf dem gerade
benannten hinteren Relegationsplatz. Der Vorsprung zum ersten Direktabsteiger auf Platz 17 sind gerade einmal vier Zähler, aber auch der Rückstand zum komplett rettenden Ufer beträgt nur
diese vier Punkte, man müsste allerdings noch zwei Teams überholen, da es zwei Relegationsplätze gibt und man auch bereits zwei Punkte hinter Rang 15 steht. Der Trend mit sechs Niederlagen in
Folge (bei vier fünf dieser sechs Spiele kassierte man vier Gegentore, oder mehr) spricht derzeit allerdings nicht gerade für den DJK, im gleichen Zeitraum konnte der TSV neben drei
Niederlagen immerhin ein Sieg und zwei Remis sammeln. Auf jeden Fall eine absolut spannende Konstellation, in der es wirklich für beide Mannschaften quasi um alles geht.
In der Anfangsphase merkte man auch beide Mannschaften an, dass man eher erst einmal vorsichtiger agieren wollten, da logischerweise bekannt war um was es geht. Die Hälfte der ersten Halbzeit
war bereits rum, da drang ein Gästespieler in den Strafraum ein und wurde regelwidrig zu Fall gebracht. Es gab Elfmeter und die erste Entscheidung "gelbe Karte" wurde durch einen Platzverweis
korrigiert und der Strafstoß wurde verwandelt. Während diesen ganzen Aktionen um das Foul kam ein Spieler der Hausherren und sagte "mir ist schlecht", drei Minuten danach kippte er an der
Bank einfach um. Viel Hektik, das Spiel wurde unterbrochen und kurz darauf kam er wieder zu sich, um dann ein, zwei Minuten später erneut das Bewusstsein zu verlieren. Der Krankenwagen war
längst angefordert und nachdem erst der Notarzt und dann der RTW vor Ort waren, konnten sie den Spieler wieder zurückholen und mit Infusionen stabilisieren. Wir standen seitlich der Bank und
man fuhr ihn an uns vorbei, er war wirklich kreidebleich, das war echt krass, aber die Hauptsache war, dass er stabilisiert war. Wir waren gespannt, ob es weitergehen würde, aber beide
Mannschaften wollten dies und nach ziemlich genau 25 Minuten Unterbrechung ging es dann auch weiter. Der TSV war das bessere Team und sorgte unmittelbar vor der Pause mit einem Doppelschlag
zu einem Halbzeitstand von 0-3. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Hausherren alles, aber stellten sich bei ihren offensiven Versuchen auch nicht wirklich gut an. Man konnte sich immerhin
selbst einen (berechtigten) Elfmeter erkämpfen, aber kurz nachdem man diesen zum Anschlusstreffer genutzt hatte, schwächte man sich weiter selbst und durch ein Meckern war man fortan nur noch
zu Neunt auf dem Rasen. Auch wenn man noch ein, zwei Abschlüsse hatte, war nun aber klar, dass man mit zwei Spielern weniger hier nichts mehr erreichen kann und so blieb es am Ende beim
verdienten Auswärtssieg.
Durch die ganze Verzögerung saßen wir erst um 18:50 Uhr wieder im Auto, aber da wir weder noch einen dritten Kick hatten, noch etwas anderes geplant, war es für uns nicht
weiter schlimm. Da es nun in Richtung Norden weiter ging, lotste uns das Navi eine Ausfahrt weiter oben auf die A7 (Auf-/Abfahrt Wasserlosen), als da, wo wir vor dem Spiel herunter gefahren
waren. Bis zum Fuldaer Kreuz blieben wir hier auch, hatten danach wenige Kilometer A66, um in Neuhof wieder vom Highway herunter zu fahren. Es ging wieder quer durch den Vogelsberg, aber
immerhin war es noch hell, was das Fahren bzw. das Beobachten der Wildtiere einfacher machte. In Steinberg wurde zur fairen Abrechnung nochmal voll getankt und um 20:30 Uhr ließ ich Sven am
bei uns geparkten Auto heraus und fuhr nochmal schnell nach Nidda, um das für meine Schwester und mich bestellte Abendessen in der Pizzeria abzuholen. Gesättigt schaute ich danach noch die
zweite Halbzeit von Darmstadt gegen Elversberg im TV. Nachdem das beendet war, verzog ich mich ziemlich zeitnah ins Bett, morgen ist zwar nicht die allerweiteste Strecke, aber früh raus raus
müssen wir dennoch trotzdem.