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Weiter ging es dann zum Zielspiel des Tages, wir starten dafür um 12:32 Uhr in Rogeez ab und das Navi meldete 53 Minuten für die 60 Kilometer Fahrstrecke. Nach zwei, drei
Kilometern kleineren Landstraßen fuhren wir auf die B198 und diese Bundesstraße brachte uns bis wenige Kilometer vor Neustrelitz. Zuvor mussten wir u.a. Mirow und Wesenberg durchfahren und es
fiel auf, dass in dem ansonsten eher toten Land in fast jedem noch so kleinen Nest ein Blitzer steht. Aber auch das brachten wir problemlos hinter uns und um 13:23 Uhr kamen wir bereits auf
dem Parkplatz (bzw. dem ehemaligen Nebenplatz) des Parkstadions in Neustrelitz an. Eine kleine Steigung mussten wir hoch zum Stadion und uns erstmal hinter 15-20 Leuten in der Schlange an der
Kasse an, wobei es dann doch recht zügig ging. Dort wechselten 12 Euro den Besitzer und drinnen machten wir logischerweise erstmal unsere üblichen Fotos, bevor wir noch ein paar Minuten auf
den Spielbeginn warten mussten.
Bei unserem zweiten Kick des Tages handelte es sich um das letzte Viertelfinale des Lübzer Pils Landespokal Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem SV Pastow hat sich bereits ein
Underdog für die Vorschlussrunde qualifiziert, dazu mit Anker Wismar ein Oberligist und mit dem FC Hansa Rostock aus der 3. Liga der große Favorit auf den Titel. Das letzte Ticket wird bei
unserem Match vergeben, zwischen der TSG Neustrelitz (NOFV-Oberliga Nord) und dem Greifswalder FC (Regionalliga Nordost), die Gäste sind
also aufgrund der Klassenzugehörigkeit definitiv ein wenig als Favorit anzusehen. In der Liga läuft es bei den Einheimischen sehr gut, man steht auf einem starken vierten Tabellenplatz, aber
der Zug zum Aufstiegsplatz sollte bei 13 Zählern Rückstand auf Tasmania Berlin definitiv abgefahren sein. Der gleich große Abstand ist es auch nach unten zum Abstiegsrelegationsplatz,
entsprechend gesichert sollte man hier also auch sein, bei nur noch neun auszutragenden Spielen. Ganz anders dürfte die Stimmung beim GFC sein, denn in der viertklassigen Regionalliga Nordost
belegt man aktuell nur Rang 15. Es handelt sich um eine 18er Liga, aber zum Glück für die Ostseestädter gibt es nur einen Direktabsteiger, sowie einen Teilnehmer an der Abstiegsrelegation,
und auf diese Plätze hat man immerhin zwölf bzw. sieben Punkte Puffer, zudem hat man aktuell eine Partie weniger ausgetragen als der Vorletzte. Bis zur Saison 2017/18 war Neustrelitz selbst
in der Regionalliga Nordost, seitdem ist man durchgehend Oberligist. Bei den Gästen ging es in den letzten Jahren eher in die andere Richtung, 2017/18 stieg man als Verbandsliga-Meister in
die Oberliga auf und nach vier Spielzeiten verabschiedete man sich 2021/22 hier ebenfalls als Meister nach oben in die Regionalliga.
Wir bekamen kein wirklich gutes Spiel präsentiert, in welchem die Gäste die optische Überlegenheit hatten, was aber auch das Mindeste sein sollte. Dennoch war das ganze
Geschehen absolut arm an Chancen, so dass auch in diesem Match die Mannschaften torlos in die Kabinen gingen. In der Halbzeit wurde auf dem Rasen die Auslosung der beiden Halbfinalspiele
vorgenommen und es war ab sofort klar, dass der Sieger der heutigen Partie in der Vorschlussrunde auf den FC Hansa Rostock trifft. Trotz dass das eigentlich Anreiz genug sein sollte, wurde es
auch nach dem Seitenwechsel lange Zeit nicht besser und wir sahen weiterhin optisch überlegene Gäste, die aber daraus kein Kapital schlugen. Im Gegenteil, fast wäre es komplett in die Hose
gegangen, als die eigentlich selten offensiv in Erscheinung tretende TSG-Mannschaft kurz vor Schluss mit zwei Kontern in Überzahl auf das GFC-Gehäuse zulief. Der Erste landete an der Latte
und der Zweite wurde ganz schlecht ausgespielt. Somit ging es tatsächlich in die Verlängerung, was wir heute bei unserem langen Heimweg nicht wirklich toll fanden. Nun ja, hilft ja alles
nichts, also schauten wir uns den Aufschlag noch an und wenigstens die zwei Mal 15 Minuten waren ganz ordentlich, im Gegensatz zu den 90 zuvor. Die unterklassige TSG ging in der vierten
Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Verlängerung tatsächlich in Führung. Die Freude währte aber nicht lange, denn in der 108. und 110. Minute drehte der Regionalligist die Partie.
Neustrelitz fehlte nun irgendwie die Kraft nochmal eine richtige Schlussoffensive zu starten und in der 119. kassierten sie noch das Tor zum 1-3, welches wirklich super schön anzusehen war.
Damit war das Match dann auch endgültig durch und nach Abpfiff bewegten wir uns zügig in Richtung geparktes Auto.
Durch die ungeplante Verlängerung war es schon 16:35 Uhr, bis wir wieder in meinem Auto saßen, aber wir kamen supergut vom Parkplatz herunter und ich denke, es waren keine
fünf Minuten nach Abpfiff bereits wieder auf Hauptstraßen unterwegs. Wir starteten wieder auf der B198 aus Neustrelitz heraus, bogen aber bereits in Wesenberg auf die B122 ab, welche uns
durch Wustrow, Rheinsberg und Neuruppin führte. Direkt hinter Neuruppin ging es endlich auf die Autobahn A24 in Richtung Süden, die wir bis zum Dreieck Havelland befuhren, wo wir auf die A10
wechselten. Am Dreieck Werder musste ich mich nun entscheiden, ob es wie auf der Hinfahrt auf der A2 weiter geht oder nun auf der A9 in Richtung Leipzig. Ich entschied mich für Letzteres,
allerdings war es auch nur zehn Kilometer kürzer und drei Minuten schneller, laut Navi, aber es war einfach ein Gefühl, dass man über die ziemlich durchwegs 3-spurige A9 besser voran kommt.
Wir hatten auch keinerlei Probleme, fuhren am Hermsdorfer Kreuz auf die A4, die uns von Ost nach West brachte. Bei Magdala verzichteten wir sogar mal freiwillig auf den Besuch beim geliebten
Imbiss Haase, aber es war echt ein langer Tag und wir wollten lieber voran kommen. Am Autohof Neudietendorf machten wir mal eine kurze Pinkelpause und jagten mal zehn Liter in den Tank um auf
jeden Fall problemlos komplett nachhause fahren zu können. Lange hielten wir uns aber nicht auf und waren zügig wieder zurück auf dem Highway, auch wenn wir Matthias natürlich noch sein
Lungenbrötchen gönnten. In Bad Hersfeld fuhren wir von der Autobahn und auf der gut ausgebauten B27 weiter, was schneller und kürzer ist, als den Schlenker über das Kirchheimer Dreieck zu
machen und auf der A7 weiter zu fahren. Um 22:20 Uhr konnten wir Matthias in Fulda in der Nähe des Bahnhofs raus lassen, wo er am Freitagmorgen geparkt hatte. Somit ging es für Sven und mich
zu Zweit auf das letzte Teilstück bis zur mir nachhause, was 59 Kilometer bzw. 57 Minuten lang war. Wir tankten unterwegs in Grebenhain aber nochmal voll und so konnten wir eine faire
Abrechnung machen. Um 23:25 Uhr stellte ich mein Auto nach 1.315,9 gefahrenen Kilometern in den letzten 19,5 Stunden wieder unversehrt zuhause in der Garage ab. Oben noch schnell den Bericht
fertig gemacht und hochgeladen, ging es für mich etwa um Mitternacht geschlaucht, aber mega happy, ins Bett.