Erster komplett freier Sonntag seit Wochen und Monaten heute für mich, denn der Kampf um den Klassenerhalt für den EC Bad Nauheim war überraschend schnell beendet und stand
bereits vorgestern mit dem vierten Sieg im vierten Spiel der ersten Play-Down-Runde gegen Weiden fest. Es zeichnete sich zwar am Mittwoch nach dem zweiten Auswärtssieg in der Oberpfalz ab,
aber aus Aberglauben plante ich nichts, so lange es nicht endgültig feststand. Am Freitag Abend nach dem Eishockey schlief ich aber im Bett ruckzuck ein und so musste gestern die Fahrt nach
Freiberg dafür genutzt werden, um zu schauen, was ich denn heute machen werde. Gesagt, getan, und fast hätte es im Norden der Republik sogar zu einem Oberliga-Doppler (in den Staffeln Hamburg
und Schleswig-Holstein) gereicht, aber in der Hansestadt war der Kick auf dem Kunstrasen-Nebenplatz angesetzt und soll auch dort ausgetragen werden, wie der Verein mir auf meine Anfrage
bestätigte. Die Auswahl an Oberligisten war schon ordentlich, oftmals fand ich aber keine für mich interessante Doppler-Möglichkeit. So fiel dann die Entscheidung wieder auf die
Mittelrheinliga, mit einem passenden Kick am späten Vormittag im Ruhrpott. Das Oberliga-Zielspiel Nachmittags wird mit Hohkeppel gegen Bergisch Gladbach sportlich sehr reizvoll sein (Zweiter
gegen Erster) und zudem handelt es sich um ein Derby. So zumindestens der Plan... Dann kam mir aber in den Sinn, dass ich, wenn ich doch schon im Ruhrgebiet bin, eigentlich auch Bielefeld II
aus der Oberliga Westfalen wegscheppern könnte, also den von zuhause weiter entfernten Ground. Dennoch war ich mir eigentlich recht sicher, dass ich in der Mittelrheinliga landen werde, da
ich heute eher recht entspannt bleiben wollte.
Gestartet wurde aber erstmal mit dem Vormittagspiel in Essen im Ruhrgebiet, was aus der achtklassigen Kreisliga A (Staffel 2) war. Tabellarisch gesehen war es auch eine
ordentliche Ansetzung mit dem Duell Siebter gegen Erster in der 16er Liga. Die Hausherren im Niemandsland der Tabelle, können befreit aufspielen, denn vermutlich geht es im Verlauf der
Restrunde nur noch um die bestmögliche Platzierung am Ende der Saison, denn Rückstand (15 Punkte) und Vorsprung (12 Punkte) auf die grüne bzw. rote Zone sind höchstwahrscheinlich zu groß,
zumal „nur“ noch elf Matches zu absolvieren sind. Die Gäste führen das Klassement an, sind allerdings punktgleich mit dem Zweiten und selbst den Dritten mit fünf Zählern Rückstand kann man
noch zu den Verfolgern zählen. Ihr Saisonstart mit 4 Siegen, 5 Remis und 1 Niederlage verlief eher schleppend, seitdem verließ man aber acht Mal in Folge das Spielfeld als Sieger den Platz
und steht seit zwei Wochen an der Spitze der Liga. Beide Vereine sind seit 2018/18 durchgehend A-Ligist, während Holsterhausen aber von oben aus der Bezirksliga dazu gestoßen ist, kam die
Alemannia von unten aus der Kreisliga B in diese Liga.
Obwohl ich gestern bereits um kurz nach Mitternach bereits im Bett lag, war es eine komische Nacht. Zuerst konnte ich nicht einschlafen und verfolgte noch die laufenden
NHL-Partien bis locker in Richtung 2 Uhr. Als ich endlich eingeschlafen war, wurde ich kurz darauf wieder wach und musste zur Toilette und das passierte später denn nochmal. So eine richtige
Tiefschlafphase hatte ich also ganz und gar nicht und deswegen stellte ich mir bereits Nachts meinen Wecker ein wenig nach hinten. Als dieser dann um 7:30 Uhr klingelte, war ich schon noch
ziemlich k.o., aber es hilft ja Nichts, ich musste raus, wenn ich meinen Plan so durchziehen wollte, wie ich es vor hatte. Frisch gemacht, gefrühstückt, wollte ich eigentlich zwischen 8:00
Uhr und 8:10 Uhr weg, am Ende wurde es aber doch 8:15 Uhr, bis ich den Schlüssel im Zündschloss umdrehte. Das Navi sagte 241 Kilometer und 2:25 Std. voraus, an einem Sonntag Vormittag müssen
20 Minuten Puffer auf dieser Strecke auch einfach mal ausreichend sein. In Berstadt befuhr ich die A45 und kämpfte mich mal wieder durch die große Anzahl an Baustellen. An Gießen, Siegen,
Olpe, Hagen und Dortmund vorbei, wechselte ich erst am Dreieck Dortmund/Witten auf die A448, die südlich von Bochum vorbei führt und direkt in die A40 einmündet. An Gelsenkirchen vorbei, kam
danach dann auch schon Essen, wo ich an der Ausfahrt „Zentrum“ den Highway verließ und noch etwas mehr als zwei Kilometer Stadtverkehr hatte. Um genau 10:40 Uhr kam ich am Sportgelände an,
musste aber noch eine kleine Ehrenrunde drehen, bis ich zwei, drei Minuten danach einen Parkplatz gefunden hatte. Zwei Minuten Fußmarsch später war ich dann auch schon im Inneren des Grounds
an und drehte erstmal meine übliche Foto-Runde, bevor ich mich schön in die Sonne stellte und auf den Anpfiff wartete.
Wir waren recht pünktlich mit dem Spielbeginn und kurz nachdem es los ging, kam der Siegener Hopperkollege Jonas vorbei und gesellte sich zu mir, denn im Gegensatz zu mir, hatte er gesehen,
dass ich mich im App eingeloggt hatte. Mindestens zu Zweit ist es immer etwas angenehmer und so kam die ein oder andere interessante Unterhaltung zusammen. Auf dem künstlichen Grün war der
Favorit schon das aktivere Team, auch mit der besseren Spielanlage. Die Hausherren kamen eher etwas mehr durch den Kampf im Spiel, aber hielten super mit. Blöderweise unterlief ihnen nach
etwas weniger als 30 gespielten Minuten ein doofes Foul im eigenen Strafraum und der fällige Elfmeter wurde sehr souverän zum 0-1 verwandelt. Kurz vor der Halbzeitpause kam der Kassierer
vorbei und bekam von mir die vier Euro Eintritt, meine Frage nach einem Ticket verneinte er erst, sagte aber dann, dass sie eigentlich welche im Sportheim haben müssten und er mal schauen
will. Währenddessen gönnte ich mir in der Pause eine Mantaplatte für 5,50 Euro, was man heutzutage auch eher nur noch selten bekommt. Zudem bekam ich hier zu hören
"Nein, warten Sie mal. Ich mache noch ein paar der jetzt fertigen Pommes drauf, sie sollen hier bei uns ja auch richtig satt werden". Super fair und super nett, ich hätte mich zuvor aber auch
nicht beschwert wegen zu wenigen Kartoffelscheiben. Jonas und ich standen wieder zusammen und nach knapp einer Stunde Spielzeit kam tatsächlich der Kassierer noch mal zu uns und brachte die
Eintrittskarten zu uns. Er blieb auch noch ein Momentchen bei uns stehen und wir sprachen miteinander. Diesen Verein kann man echt nur empfehlen zu besuchen, mit den ganzen netten
Ehrenamtlichen und dazu ist der Kunstrasen auch nicht ganz so steril irgendwo mitten in die Stadt gesetzt, sondern es sind ein paar Bäume drumherum und das Funktionsgebäude hat man ebenfalls
nicht einfach grau gelassen, sondern in die Vereinsfarben gesetzt. Sportlich wurden die Alemannen in der zweiten Hälfte noch mehr ihrer Favoritenrolle gerecht und fuhren am Ende einen
hochverdienten 0-3 Auswärtssieg ein. Trotz dieses Sieges musste man aber den Platz an der Sonne abgeben, denn ihr härtester Konkurrent siegte heute mit 8-0 und
hat nun die um exakt ein Tor bessere Tordifferenz.
Zu Teil 2 des Berichtes => KLICK!