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Es war tatsächlich schon 17:08 Uhr, als ich den Schlüssel meines Autos umdrehte, was für mich noch okay war, so lange ich unterwegs nicht irgendwo Stau bekomme. Die Strecke
war 198 Kilometer lang und laut Navi sollte ich 2:02 Std. dafür benötigen. Es ging wieder die fünf Kilometer Landstraße zurück zur A555, auf welcher ich bis zum Kreuz Köln-Süd blieb, um
danach zur A4 zu wechseln. Diese natürlich in Richtung Aachen, wie zuletzt schon so oft gefahren und hinter „Oche“ ging es dann auf der A44 wieder Mal über die Grenze. Sie deutsche A44 wurde
in Belgien zur E40, auf welcher ich an Verviers und Lüttich vorbei und danach war es die E42 in Richtung Charleroi, die mich zum letzten Spielort des Tages brachte. Ich hatte vorher geschaut
und in diesem kleinen Ort (ein wenig nördlich von Namur gelegen) war echt eine Frituur und somit machte ich erstmal hier Halt. Diese war eher klein und eine einzige Großfamilie nahm alle
Sitzplätze ein, so dass ich die Fritten mit nahm und im Auto vertilgte. Leider war ich im französischen Teil von Belgien und nicht im niederländischen, so konnten sie mit meinem „Sauce
special“ natürlich nichts anfangen. Zwiebel hatten sie zwar da, aber keine frische und klein geschnittene, sondern Röstzwiebeln. Dazu waren die Fritten etwas hart und auch geschmacklich nicht
wirklich berauschend, somit einer der seltenen Reinfälle mal in belgischen Frituuren. Naja, wenigstens etwas in Magen ging es danach noch die restlichen 350 Meter zu meinem Abendspiel und
knapp eine Viertelstunde vor Anpfiff kam ich am Sportgelände an, was natürlich auch vollkommen ausreichend war. Am Eingang zehn Euro gezahlt, drehte ich drinnen in dem netten, alten
Ranz-Ground erstmal meine Foto-Runde und war vollends zufrieden mich für diesen Platz entschieden zu haben. Endgültig entschied ich mich sogar erst in der Halbzeit des zweiten Spiels vorhin
in Bornheim.
Ich glaube, ich hatte es in einem der letzten Belgien-Berichten schon erklärt, die belgische dritte Liga-Ebene ist aufgeteilt in zwei Gruppen. Die Grupp „VV“ besteht aus 16
Mannschaften und nach Hin- und Rückrunde, also nach 30 Spieltagen steht genau ein Aufsteiger und ein Absteiger fest. Wir befinden uns heute aber in der Staffel „ACFF“, die nur aus 12 Teams
besteht und sich nach 22 Spieltagen trennt in Auf- und Abstiegsrunde. Damit es nicht eventuell unspannend wird, sofern es einen Dominator oder eine abgeschlagene Mannschaft in der Vorrunde
gibt, werden die Punkte nach der Vorrunde halbiert. Mein ausgesuchtes Match war eins der Aufstiegsrunde und vor diesen letzten zehn Saisonspielen starteten die sechs Mannschaften mit 24 / 24
/ 22 / 18 / 18 / 16 Punkten, also keiner der extrem vorweg ist und keiner, der bereits abgeschlagen ist. Die heutigen Kontrahenten hatten jeweils 18 Punkte, die heutigen Gäste am ersten
Spieltag aber gewonnen, die heutigen Hausherren knapp beim Tabellenführer mit 0-1 verloren. Mit neun Punkten Rückstand dürfte es neun Spieltage vor Schluss schwer werden, noch den einzigen
Aufstiegsplatz zu erklimmen. Selbst der RSC mit sechs Zählern weniger dürfte nicht mehr als Außenseiterchancen haben.
Erstaunlicherweise war es aber weitestgehend eine recht einseitige Partie, denn die Einheimischen legten los wie die Feuerwehr und berannten gefühlt von Minute Eins an das
gegnerische Tor. Nach einer flachen Hereingabe wurde in der Mitte der Ball das erste Mal ins Netz bugsiert, da hatte der Minutenanzeiger auf der Uhr noch nicht einmal seine zweite Runde
komplett gedreht. Es blieb recht einseitig und nach zwölf Minuten fiel der zweite Treffer, was bereits so früh auch schon hochverdient war. Die in grün gekleideten Gastgeber hatten alles im
Griff, während sich der RSC durch eine rote Karte nach einer Notbremse selbst schwächte. Warum auch immer, aber Meux schaltete etwas herunter, was die Gäste kurz vor der Pause zu ihrer
besten Phase im ganzen Spiel verhalf. Da sie aber das Tor nicht trafen, ging es mit einem 2-0 in die Kabinen und nach dem Seitenwechsel ging es lange Zeit eher gemütlich auf dem grünen Rasen
zu. Der RFC hatte doch die ein oder andere Möglichkeit den Deckel komplett aur die Partie zu machen, den nächsten Treffer erzielte aber die Truppe aus dem Drei-Länder-Eck
Belgien/Luxemburg/Frankreich kommend. Dieser kam zu diesem Zeitpunkt eher überraschend, aber so richtig an einem Punktgewinn schnupperten sie nicht, denn nur zwei Minuten später wurde der
alte Zwei-Tore-Unterschied wieder hergestellt. Nach dem Dreierpack des Heidenheimer Stürmers heute morgen, war das nun erneut ein Dreierpack eines Stürmers. Zwei davon an einem Tag ist wohl
auch eher ungewöhnlich, zumal ich ja keine großen Ergebnisse hatte, sondern sich beide Spieler einfach für alle drei Buden ihres Teams auszeichneten.
Da wir ausnahmsweise mal ziemlich pünktlich mit allem waren (außer die fünf Minuten Nachspielzeit am Ende, die aber berechtigt waren), startete ich schon um 21:53 Uhr die
Zündung meines Fahrzeugs. Das Navi zeigte doch 387 Kilometer an und ich sollte etwa 3:45 Std. für die Strecke brauchen. Logischerweise war es wieder die gleiche Strecke, wie auf der Hinfahrt
- zumindestens bis Köln. Zuerst waren es nur die vier Kilometer bis zur Autobahn und ab hier wurde dann sowieso der Tempomat eingestellt. In Baelen bei Eupen wurde dann kurz vor
Grenzübertritt der Tank nochmal randvoll gemacht (für 1,67 Euro / Liter Super). Kurz vor Aachen ging es dann wieder nach Deutschland rein und nach einem ganz kurzen Abschnitt A55 war ich
wieder auf der A4, auf welcher ich um Köln herum bis zum Kreuz Olpe-Süd blieb. Hier der übliche Wechsel auf die A45 und das folgende Baustellen-Rodeo hatte ich noch hinter mich zu bringen.
Dieses geschafft, stellte ich mein Auto um 2:25 Uhr zuhause ab, ich machte ja gemütlich und legte neben einer größeren Kaffeepause auch mehrere kleine zum Luftschnappen ein. Oben ging es dann
natürlich direkt und ohne Umweg in die Koje.