Für den heutigen Tag sollte unbedingt ein Oberliga-Ground fallen, denn hier hatte ich in der Rückrunde schon zwei Mal jeweils einen geplant, aber am Ende wurden die möglichen
Partien alle auf Kunstrasen gelegt oder sogar ganz abgesagt. Nun hatten wir eine Woche lang doch ordentliches Wetter mit zweistelliger Gradanzahl und keinerlei Regen, so dass ich mir einen
schönen Dreier mit einem Zielspiel aus der Bayernliga Süd heraus suchte, aber bei genauerem hinschauen sah ich, dass Spiel Eins und Spiel Drei der Tour auf den jeweiligen
Kunstrasen-Nebenplätzen angesetzt waren, verdammt nervig! Eigentlich müsste ich in den Staffeln Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein mal etwas voran treiben, aber a) war mir das dieses Mal
ein wenig zu weit, denn morgen früh geht es mit dem ECN ja wieder nach Kaufbeuren ins Allgäu und b) ist so etwas doch idealer für die Eishockeyfreie Zeit, wenn man hier mal Zwei-Tages-Touren
daraus machen kann. Somit wurden die Möglichkeiten schon bedeutend geringer und die einzige Chance noch einen Trippler hin zu bekommen war dann Nachmittags als Zielspiel eins aus der
Mittelrheinliga zu nehmen. Sowieso eher ungewöhnlich solch eine Partie Samstags zu haben, denn diese Liga spielt sonst fast immer Sonntags (mit seltenen Ausreißern Freitags). Ein 11 Uhr Spiel
fand ich und bei knapp unter 2,5 Stunden Anreise musste ich auch wenigstens nicht mitten in der Nacht nach kurzem Schlaf schon wieder weg. Abends fand sich ein Spiel in Belgien in Kelmis
direkt hinter der Grenze bei Aachen, welches auch bereits Anpfiff um 19:30 Uhr hatte, also auch eine halbe Stunde früher als zumeist Samstags in unserem Nachbarland begonnen wird. Somit stand
im Laufe des Donnerstags endlich final mal meine Tour fest und ich musste nur noch abwarten, bis es los ging. Als ich gestern Nachmittag alles nochmal kontrollierte sah ich zufällig eine
Meldung, dass mit dem RFC Tournai, der Gäste-Verein des Abendspiels in Belgien Insolvenz angemeldet hat und ab sofort nicht mehr spielen. Das sah ich nur, als ich via Google nach der
Verbands-Homepage suchen wollte, denn die Facebook- und Instagram-Seiten der Vereine sind mies bis gar nicht gepflegt. Ich suchte mir zwei Ersatzspiele heraus, wobei ich beim einen (4.
Liga) definitiv 45 Minuten später als geplant und beim anderen (3. Liga) sogar 1:45 Std. später nachhause komme, als wenn ich Kelmis hätte kreuzen können. Ich hielt mir einfach mal beide
Optionen offen und legte fest, mich erst am Spieltag zu entscheiden - ggf. auch je nach Müdigkeits-Befinden.
Gestern Abend war nur Heimspiel des EC Bad Nauheim und somit war ich recht früh zuhause und eigentlich auch zeitnah im Bett. Es dauerte aber irgendwo bis in Richtung 1:30
Uhr, als ich endlich eingeschlafen war. Durchschlafen war leider auch nicht, einmal musste ich noch raus, bevor mich um 7:15 Uhr der Wecker dann komplett raus klingelte. Gemütlich
gefrühstückt, dabei wie immer ein wenig DEL2-Highlights geschaut, saß ich um 8:05 Uhr im Auto. Das Navi zeigte mir 212 Kilometer an, aber ich musste noch tanken, wobei ich hier einen
freiwilligen Umweg von fünf, sechs Kilometer in Kauf nahm, denn die Tankstelle in Wölfersheim war um 9 Cent pro Liter günstiger, als die in Berstadt. Ich errechnete wie viel Liter ich
benötige, um problemlos nach Belgien zu kommen und dann hier voll zu tanken. Wir sprechen bei den aktuellen Preisen um eine Differenz von 35-40 Cent (!) pro Liter, denn für meine eben
getätigte Tankaktion musste ich 25 Mal 1,99 Euro an der Kasse bezahlen. Als ich dann die A45 befuhr, hatte ich exakt eine halbe Stunde Puffer und stellte erstmal den Tempomat auf 120 km/h und
kämpfte mich durch die vielen Baustellen. Ich behielt das Navi im Auge und da hier die Schwankungen meines Puffers immer im Bereich von +/- 3 Minuten blieben, konnte ich bei meiner
gemütlichen Fahrweise bleiben. Am Westhofener Kreuz wechselte ich von der A45 auf die A1, aber nur wenige Kilometer danach an der Ausfahrt Schwerte wechselte ich auf die B236, welche mich
durch die ganzen Vororte brachte und um 10:32 Uhr stellte ich meine Karre auf dem Parkplatz des BVB-Fußballpark Hohenbuschei. Zwei, drei Minuten später marschierte ich durch den Eingang des
Hauptplatzes, machte ein paar Fotos und setzte mich auf die kleine Tribüne.
Im Bereich der A-Junioren wurden die altbekannten Bundesligisten vor zwei Jahren abgeschafft und neue Nachwuchsligen eingeführt. In der „Vorrunde“ waren es neun Ligen nach
regionalen Punkten eingeteilt, die jeweils mit sieben oder acht Mannschaften befüllt waren, von welchen sich jeweils zwei oder drei für die „Hauptrunde Liga A“ qualifizierten, der Rest muss
in die „Liga B“. In dieser spielen in acht Gruppen mit jeweils sieben und acht Vereinen die Teams gegen den Abstieg und nur die Top 4 jeder Gruppe sind direkt für die kommende Saison
DFB-Nachwuchsliga qualifiziert. Mein heutiger Vormittags-Kick ist aber einer der Liga A, in welcher es vier Staffeln zu je sechs Teams gibt, also gesamt 24 Mannschaften. Die jeweils ersten
Vier pro Staffel qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft. Der BVB qualifizierte sich aus der Vorrunde als Tabellenerster, hatte aber nach 12 Spielen auch
nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz Drei. Noch enger war es für den FCH, der erst am letzten Vorrunden-Spieltag durch einen Sieg beim 1. FC Kaiserslautern an eben diesem
vorbeirutschte und sich für Liga A qualifizierte. Beide Teams sind nun in der Staffel B eingruppiert und derzeit auf dem besten Wege jeweils das Achtelfinale zu erreichen, denn die Hausherren
sind mit sechs Punkten Vierter und die Gäste mit einem gesammelten Zähler mehr Zweiter. Die Ränge Fünf und Sechs haben nur einen bzw. sogar null Punkte gesammelt, sofern es heute einen Sieger
geben sollte, dürfte diese sogar schon so gut wie durch sein.
Es waren tatsächlich auch die Schwaben, die auch in den ersten 45 Minuten aktiver waren. Nach einem schönen Angriff über außen traf in der Mitte der Stürmer auch direkt früh
zum 0-1. Auch danach fand das Spiel größtenteils in der schwarz-gelben Verteidigungshälfte statt, aber defensiv zeigte sich der FCH extrem anfällig und mit zwei schnellen Gegenangriffen ging
Dortmund überraschend in Führung und baute diese sogar noch aus. Heidenheim profitierte davon, dass der BVB von hinten spielerisch heraus kommen wollte, aber ein Fehlpass führte direkt zum
Anschlusstreffer zum Ende einer echt unterhaltsamen ersten Hälfte. Nach dem Seitenwechsel wurden die Hausherren stärker und hatten durchaus Möglichkeiten ihre Führung wieder auszubauen, aber
der letzte Pass kam oftmals nicht an bzw. auch am/im Strafraum spielte man es viel zu umständlich. Dieses Mal war dann die andere Seite effektiv und mit einem ihrer wenigen Angriffe glich die
ganz in rot gekleidete Mannschaft aus. Danach spielten beide Truppen auf Sieg, Dortmund mit spielerischen Mitteln und Heidenheim hatte noch zwei sehr gute Konterchancen. Die größte Chance
hatte der BVB, aber der Alleingang nach einem Katastrophen-Rückpass wurde auf die Latte gesetzt. Sehr auffällig bei den Hausherren der Torschütze zum 1-1, der es aber mit seinen Dribbeleien
teilweise übertrieb und so auch mit einem Ballverlust am eigenen Strafraum für Gefahr für das eigene Tor sorgte. Bei den Gästen war es der dreifache Torschütze, bei dem man tatsächlich immer
das Gefühl hatte „hier könnte etwas passieren“, wenn er den Ball am Fuß hatte. Auf jeden Fall ein sehr netter Auftakt meiner heutigen Tagestour.
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