Hatte ich in meinem Bericht vorgestern noch erwähnt, dass mir ein komplett entspanntes Wochenende bevorsteht, weil ich Dummerle damals tatsächlich noch an ein Austragung des
OFC-Auswärtsspiels in Haiger glaubte, hat sich dieses nach der Absage von gestern Mittag zumindestens ein klein wenig geändert. Warum ich mir für diese Wetterlage keinen Plan B zur Seite
legte, keine Ahnung, aber da gefühlt sowieso jedes zweite Match abgesagt wurde, hätte es selbst bei einem Ersatzplan vermutlich noch Nachbesserungen bedurft. Ich fuhr gestern Abend erstmal
zum Heimspiel des EC Bad Nauheim und wollte meine Planungen nach Rückkehr im Bett machen und tat dies dann auch. Somit war es vergangene Nacht etwa 0:30 Uhr, als ich mich endlich dazu
durchringen konnte zu sagen: „Okay, das ist es, das mache ich!“. Gar nicht so einfach bei den ganzen Absagen, so wurden auch von anfangs ca. fast einem Dutzend meiner noch fehlenden Oberligisten abgesagt oder auf die entsprechenden Nebenplätze verlegt. Allzu weit sollte es auch nicht gehen, denn der Wecker ist
morgen wieder auf 9 Uhr in der Früh gestellt, da das Nauheimer Auswärtsspiel in Düsseldorf auf 15 Uhr vorverlegt wurde. Zudem hatte ich keine Lust auf erneutes und ggf. kurzfristiges
umplanen, deswegen suchte ich mir direkt zwei Partien auf Kunstrasen-Hauptplätzen heraus (auch wenn es einige Absagen gab von Spielen, die sowieso bereits auf künstlichem Grün angesetzt
waren). Insgesamt war es immerhin eine Partie aus der Landesliga (sechsthöchste Spielklasse Deutschlands) und einem Drittliga-Match in Belgien. Lustigerweise fand das Spiel in unserem
Nachbarland in der Stadt Bilzen statt, von welcher ich bis vor ein paar Tagen ehrlicherweise noch nie bewusst etwas wahrgenommen hatte. Letztes Wochenende am Samstag mit Sven zum 17:30 Spiel
in Martenslinde gewesen, welches ein Stadtteil von Bilzen ist und heute geht es eben in die Stadt selbst - Groundhopping kann manchmal schon herrlich bekloppt sein.
Da mein erstes Spiel erst um 15:30 Uhr war, konnte ich heute morgen in Ruhe ausschlafen. Das erste Mal wurde ich gegen 9 Uhr wach, prüfte gleich mal die Ansetzungen und beide
Partien waren noch „ob“. Ich daddelte ein wenig am Handy herum, schlief immer mal wieder ein, raffte mich aber erst gegen 10:30 Uhr auf und verließ mein Bett. In aller Ruhe gefrühstückt,
schaue ich noch ein wenig Olympia, die DEL2-Highlights vom Vorabend und gammelte noch ein wenig herum. Wie gestern errechnet, saß ich um 12:15 Uhr in meiner Karre und startete den Motor, die
Strecke zum ersten Kick war 272 Kilometer lang. Statt aber wie vor wenigen Stunden gesehenen 2:50 Std. zeigte das Navi nun aber wegen Stau auf der A4 3:02 Std. an, statt 25 Minuten Puffer
waren es eben nur noch 13. Auf so einer Strecke ist selbst mir das recht knapp und so gab ich zu Beginn meiner Fahrt ein wenig Gas. In Berstadt befuhr ich die A45 und auf dieser unterwegs
schwankte der Puffer zunächst zumeist zwischen 10-15 Minuten, aber nachdem ich bei Olpe auf die A4 abgebogen war, konnte ich auf dem Navi erkennen, dass der Stau an der Baustelle mit
ein-spuriger Verkehrsführung bei Bielstein immer weniger wurde, was sich auch bewahrheitete, als och dort angekommen war. Am Ende waren es vielleicht fünf Minütchen, die ich hier verlor und
der Puffer pendelte sich danach recht konstant bei 20 Minuten, was mir auch ausreichte und so setzte ich meine Fahrt in normalem Tempo fort. Am Kölner Ring gab es nur ganz mal ein ein wenig
stockenden Verkehr, als wir an der Abfahrt vorbei kamen, wo es zum RheinEnergie-Stadion ging, wo der FC um 15:30 Uhr gegen Hoffenheim spielen wird. Weiter ging es die A4 entlang und kurz vor
Aachen verließ ich an der Abfahrt Eschweiler-West den Highway. Von hier waren es noch knapp 12 Kilometer Landstraße, wobei die meiste Zeit drauf ging für die Durchfahrt von Eschweiler und
Stolberg. Aber auch das brachte ich hinter mich und stellte mein Fahrzeug um 15:10 Uhr auf dem zum Sportgelände gehörenden Parkplatz ab. Es regnete und da ich wegen der kurzfristigen
Entscheidung für diese Tour nichts vortippen konnte, schrieb ich noch ein wenig an diesem Bericht, bevor ich zehn Minuten später den Ground betrat, nachdem ich am Eingang um sieben Euro ärmer
wurde. Das miese Wetter hielt mich aber natürlich nicht davon ab, zuerst wieder die übliche Foto-Runde zu drehen, auch wenn die sinnvollen Motive mal wieder eher in geringer Anzahl vorhanden
waren.
In der Landesliga Mittelrhein (Staffel 2) standen sich mit dem SV Breinig Breinigerberg und Germania Lich-Steinstraß zwei Mannschaften gegenüber, die in der Tabelle einer
ehemaligen 16er Liga, in welcher aufgrund des Rückzugs des 1. FC Düren II nun nur noch 15 Mannschaften aktiv sind, die Plätze Zwei und Sechs gegenüber. Von den hinteren Tabellenregionen sind
sie jeweils schon ordentlich entfernt, zumal nach dem oben genannten Rückzug Mannschaften mit acht bzw. neun Punkten ganz unten stehen. Die Gäste haben 21 Zähler auf dem Konto, für sie sollte
es im weiteren Saisonverlauf maximal um die bestmögliche Platzierung gehen, mit Auf- und Abstieg hat man nichts zu tun. Ganz anders allerdings die Hausherren, die bis zur Winterpause 34
Punkte gesammelt hatten und somit nur drei weniger haben, als der Tabellenführer. Eine Relegation gibt es nicht, denn „the winner takes it all“ und nur mit dem Gewinn der Meisterschaft steigt
man in die Mittelrheinliga auf. Während der SVB in den letzten Jahren zumeist zwischen Landesliga und Mittelrheinliga pendelte, sprang der FCG zumeist zwischen Landesliga und Bezirksliga
umher, wobei man zumeist eher in der unterklassigen Bezirksliga unterwegs war. Wie in der Ansprache im Kreis des heimischen Teams vernehmen konnte, hat man „diese Saison noch große Ziele nach
der geilen Hinrunde“, hilfreich wird dabei sicherlich sein, dass man die direkte Konkurrenz auf den Plätzen 1 und 3 in der Rückrunde noch zuhause auf dem heimischen Gelände
bespielen darf.
Sehr zu meiner Freude hörte der Regen kurz nach Spielbeginn auf, die Temperaturen waren auch knapp im zweistelligen Bereich, also durchaus okay, einzig der Wind blies
ordentlich um die Ohren, was dann doch eher recht unangenehm ist. Ich bin aber nicht aus Zucker, also wurde das Ganze natürlich 90+ Minuten über mich ergehen gelassen, auch wenn ich von dem
Geschehen auf der Plastikwiese nicht unbedingt erwärmt wurde. Der Tabellenzweite war optisch klar überlegen und die Prozentzahl des ihrigen Ballbesitzes dürfte sich vermutlich mindestens
irgendwo im Bereich von 70-75% angesammelt haben, allerdings waren sie zumeist mit dem Latein am Ende, wenn man die Strafraumgrenze erreichte. Mehr als zwei, drei kleinere Möglichkeiten gab
es deswegen für sie auch nicht, während die Gäste in den ersten 35 Minuten in diese Richtung gar nichts vorweisen konnten. Dann bekamen sie einen Freistoß aus dem Halbfeld und dieser mit
Effet zum Tor getretene Ball wurde über den Köpfen immer länger und senkte sich erst hinter dem Torhüter ins lange Eck hinein. Sowas ist immer doof zu verteidigen, aber hier darf man dem
Schlussmann dennoch den schwarzen Peter zuschieben. Direkt danach ging es wieder in die andere Richtung, nun aber mit dem Unterschied, dass die Germanen bis zur Beendigung der Halbzeit sogar
noch zwei ordentliche Konterchancen hatten und es durchaus auch 0-2 hätte stehen können. Dennoch alles in allem eine überraschende Gäste-Führung zum Gang in die Kabinen, auch wenn sie es
waren, die die größten Möglichkeiten der Partie hatten. Nach dem Seitenwechsel blieb es weitestgehend erstmal beim gleichen Bild mit optisch überlegenen Hausherren. Es waren auch schon wieder
zwanzig Minuten in die Welt gegangen, bis sich ihr Außenspieler mal durchsetzt und den Ball flach in die Mitte bringt. Der Torhüter erwartet von dort stehenden Stürmer mit dem Querpass, die
hämmert die Kugel aber ins kurze Eck. Breinig blieb auch nach dem Ausgleichstreffer weiter im Vorwärtsgang, aber ein Abschlag des Torhüters wurde mit dem Kopf zu kurz verlängert und der
eingewechselte FC-Offensivmann sprintete dazwischen und überlupfte den Torsteher zum 1-2. So langsam wurde es natürlich auch eine Zeitfrage und diese lief ihnen ein wenig davon, so dass die
Angriffe immer hektischer wurden. Nach einen langen Ball und einem dummen Foul gab es aber drei Minuten vor Ende ein Foulelfmeter für die Einheimischen - der Auftakt zu einer vogelwilden
Schlussphase! Mit diesem Elfmeter scheiterte aber erstmal ihr Top-Torschütze (und auch in Schütze des 1-1) an Gäste-Keeper, der gefühlt die ganze zweite Halbzeit durch extrem nerviges
Zeitspiel aufgefallen war und das sage ich als absolut neutraler Zuschauer. Aber außer eine semi-ernste Ermahnung des Unparteiischen gab es nichts, also führte er es natürlich ununterbrochen
fort. Lich-Steinstraß hätte den Deckel nach einem Konter drauf machen müssen, aber nach einer 3auf1-Situation schoss der Kollege am langen Pfosten einfach am
ziemlich leeren Tor vorbei. Die reguläre Spielzeit war gerade abgelaufen, das gab es nach dem nächsten langen Ball den nächsten Elfmeter, da der FC-Verteidiger den Ball angeblich mit der Hand
angenommen hatte, was ich aber nicht sehen konnte, da er mit dem Rücken zu mir stand. Da er bereits verwarnt war, wurde er zudem mit der Ampelkarte des Platzes verwiesen. Es gab die nächsten
wilden Proteste und Zeitverluste, die bis zur Ausführung vergingen, die dieses Mal ein anderer Spieler vornahm. Dieser schoss in die gleiche Ecke wie sein Kollege zuvor, allerdings sprang der
Goalie nun auf die andere Seite. Ausgleich bei 90+2 Minuten und es ging vogelwild weiter, denn direkt im Anschluss gab es eine Rudelbildung, die der Unparteiische aber nur mit einer einzigen
gelben Karte auflöste. Schneller Ballverlust des Tabellensechsten nach dem Wiederanstoß, schneller Angriff über außen und in der Mitte verlängert der zweite Breininger Stürmer die Hereingabe
zum vermeintlichen 3-2 ins lange Eck. Der Jubel war aber nur von kurzer Dauer, denn die Fahne des Schiedsrichterassistenten schnellte hoch (ich glaube, das war
korrekt) und dem Treffer wurde die Anerkennung verweigert. Es war wieder der nervige Torhüter, der nun am schnellsten schaltete? einen langen Ball nach vorne drosch und die Germanen kamen
erneut zu einer 2auf1-Situation gegen aufgerückte Hausherren, mit dem Unterschied, dass es der Spieler in der Mitte nun besser machte und in der 6. Minute der Nachspielzeit zur dritten
Gäste-Führung einschoss. Nun hatte der Favorit nichts mehr dagegen zu setzen und eine Zeigerumdrehung danach war die Partie auch beendet. Welch unfassbar wilde ca. zehn Minuten am Ende, die
absolut für viel Leerlauf zuvor entschädigten. Groß war der Jubel beim FCG, während der Gegner mit hängenden Köpfen vom Spielfeld schlich und ich mich dann auch zurück zu meinem
Auto bewegte.
Zu Teil 2 des Berichts => KLICK!