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Unser Zeitplan zwischen den beiden Spielen des Tages sah keine Hetze vor, allerdings hatten wir auch keine Zeit zu verschenken. Nach dem Fußmarsch zum geparkten Auto schmiss
ich hier um 18:35 Uhr den Motor an und wir starteten das zweite Teilstück des Tages, welches das Navi mit 53 Minuten berechnete. denn diese 51 Kilometer waren komplett über Landstraßen zu
absolvieren. Daber querten wir zwei Mal die Autobahn, kurz hinter Helmond die A67 und nachdem wir an Someren vorbei und durch Weert hindurch waren, auch noch die A2. Kürzeste und vor allen
Dingen schnellste war aber eben unsere und so fuhren wir um 19:25 Uhr auf den Parkplatz der Axor Arena. Am Eingang einen Zehner locker gemacht, drehte ich drinnen direkt erstmal meine
Fotorunde in dem durchaus netten Ground, bevor wir uns erst noch ein wenig in der Kantine aufhielten. Zum Anpfiff ging es natürlich raus und da die Tribüne recht voll war, zudem das Wetter zu
halten schien, stellten wir uns auf die Gegengerade und schauten dem Treiben auf dem Naturrasen zu.
Bei unserem zweiten Kick des Tages handelt es sich um ein echtes Spitzenspiel, denn in der drei-geteilten vierten belgischen Liga, hatten wir in der Staffel „VV B“ ein Duell
zwischen dem Dritten und dem Ersten. Getrennt waren die heutigen Kontrahenten nach 18 Spieltage gerade einmal durch drei Zähler, also einen einzigen läppischen Sieg. In der 16er Liga steigt
der Meister am Ende der Spielzeit direkt in die Drittklassigkeit auf, während die drei folgenden Mannschaften auf den Plätzen 2 bis 4 noch die Chance haben über eine Relegationsrunde
ebenfalls aufzusteigen. Der Gast aus dem bei Brüssel liegenden Londerzeel stehen mit bisher gesammelten 44 Punkten, wie bereits erwähnt, ganz oben. 36 dieser 44 Zähler holzte man aber aus den
ersten 12 Spielen, das bedeutet, dass man mit exakt einem Dutzend Siege und 42 von 42 möglichen Punkten in die Saison startete, in den letzten sechs Partien gab es dann aber insgesamt nur
noch acht weitere Punkte. Die Hausherren aus dem belgischen Bocholt (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Stadt in Deutschland) haben aktuell 41 Punkte auf ihrem Konto stehen, haben
dafür aber im Gegensatz zum Gegner derzeit eher einen positiven Lauf mit fünf Siegen und einem Remis aus den letzten sechs Spielen. Ein Heimsieg heute und Bocholt würde aufgrund der besseren
Tordifferenz an Londerzeel vorbeiziehen. Ob es dann aber zum Platz an der Sonne reichen würde, hängt aber auch von einen anderen Ergebnis ab, denn der Zweitplatzierte ist punktgleich mit
Bocholt, hat aber das bester Torverhältnis der ganzen Liga und kommt mit dem Rückenwind von neun Siegen am Stück. Ziemlich spannende Geschichte auf jeden Fall hier im Kampf um den Aufstieg in
die Eerste Divisie.
Die oben bereits benannte spannende Konstellation dürfte geschätzte 350 Zuschauer (darunter auch einige handvoll Gäste-Fans) zum heutigen Spielbesuch gelockt haben. In den ersten Minuten war
es eine recht offene Partie, aber umso länger die erste Halbzeit lief, umso mehr konnte der Tabellenführer das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Dennoch sah alles danach aus, als würden
die ersten 45 Minuten torlos enden und ich lief kurz vor der Pause in Richtung Kantine. Zum Glück ging ich aber noch nicht rein, sondern wartete noch das Ende der Hälfte ab, denn Londerzeel
erzielte tatsächlich in der allerletzten Spielminute die Führung und nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff wurden die Akteure durch den Unparteiischen zum Pausentee gebeten. Nach dem
Seitenwechsel waren es weiterhin die Gäste aus der Nähe der Hauptstadt, die mehr vom Spiel hatten, ohne dass sie aber massig viele Torchancen hatten oder Bocholt in Grund und Boden spielten.
Mit dem 0-2 in der 78. Minute war aber merklich der endgültige Wille des Tabellendritten gebrochen und es kam auch nicht mehr wirklich zu einer richtigen Schlussoffensive, so dass der
Tabellenführer die drei Punkte mit nach Hause nehmen und seinen Platz an der Spitze behalten konnte. Da der Rangzweite aber zeitgleich seine Partie ebenfalls gewann, bleibt es bei drei
Punkten Vorsprung, der Rückstand des BVV ist mit dem heutigen Ergebnis aber auf sechs Zähler angewachsen.
Exakt um 22 Uhr waren wir wieder auf dem Parkplatz und beim starten des Navis mussten wir einsehen, dass die Fahrt über Roermond, sowie dann A4 und A45 nicht mehr passte, so
dass Patrick weder in Gießen, Butzbach, noch Friedberg, den letzten Zug in Richtung Heimat erwischen würde. Somit war klar, dass wir „untenrum“ fahren mussten, was bis zu mir nachhause 408
Kilometer bzw. 4:15 Stunden bedeutete. Am Ortsausgang von Bocholt wurde zuerst aber noch der Tank randvoll gejagt für 1,42 Euro / Liter Super (zum Vergleich: 12 Stunden zuvor in Staden waren
es 1,82 Euro pro Liter). Da es eine Kartentankstelle war, blieben wir an der nächsten Tankstelle nochmal für einen kleinen Snack und einen Kaffee stehen, bevor wir dann endgültig die
Heimreise fortsetzten. An Bree und Meeuwen vorbei, befuhr ich dahinter bei Genk die E314 und nach wenigen Kilometern waren wir bereits in
den Niederlanden. Geleen und Heerlen wurden seitlich liegen gelassen und kurz vor Aachen erreichten wir unser Heimatland. Bis nach Köln
blieben wir auf der A4 und von ging es südlich ab auf der A3. Bis Rüsselsheim blieben wir auch auf diesem Highway und nach vier, fünf Minuten Stadtverkehr konnten wir Patrick am dortigen
Bahnhof heraus lassen. Kurz Luft geschnappt, ging es auf die nächsten 45 Minuten, die uns nachdem wir am Flughafen FRA und Hanau vorbei waren, via A45 in Staden ankommen ließen.
Hier stieg Bernd zu sich ins Auto und ich hatte die letzte Viertelstunde noch alleine hinter mich zu bringen, was ich auch tat. Um 2:35 Uhr stellte ich mein Fahrzeug in der Garage ab, schaute
oben noch ein wenig NHL, aber haute mich in Richtung 3:30 Uhr doch schon auf‘s Ohr, um 8:45 Uhr klingelt ja der Wecker schon wieder.