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Heute gab es für mich ja nur zwei Mal 90 Minuten und so hatte ich zwischen den beiden Spielen massig Zeit. Ich schaute noch die Verabschiedung Gäste-Fans und -mannschaft an und danach war das
Sportgelände fast auch schon leer bzw. viele bereits wieder in der Kantine. So konnte ich noch die Tribüne abfotografieren und bis ich an meinem Auto war, hatte sich auch schon ein Großteil
des Abreiseverkehrs aufgelöst. Es wurde allerdings nochmal kurz abgesperrt, damit die beiden Gästebusse schnellstmöglich abdüsen können, aber das dauerte auch nicht allzu lange. Ich kam um
16:45 Uhr in Hoek weg, steuerte aber zuerst die von mir in der Halbzeitpause herausgesuchte Frituur in Zelzate an, was auch die erste Stadt direkt hinter der Grenze, und somit wieder in
Belgien, war. Das Auto konnte ich nach 19 Kilometer und 20 Minuten Fahrt um 17:05 Uhr abstellen und 35 Minuten später startete ich enorm gesättigt durch verdammt leckere Fritten wieder ab.
Die weitere Strecke zum zweiten
Match waren nochmal 97 Kilometer bzw. laut Navi 1:12 Stunden Fahrzeit und eie ersten 18 Kilometer bis Gent waren auf der Landstraße. Der äußere Stadtring von Gent brachte
mich dann auf die E40 an Aalst vorbei in Richtung Brüssel. Am Autobahnring der Hauptstadt angekommen, ging es auf der E19 in südliche Richtung (Bergen/Charleroi/Frankreich) ab. An der
Ausfahrt Halle musste ich abfahren und die letzten neun Kilometer waren größtenteils auf einer Schnellstraße zu bewältigen, so dass ich bereits um 18:55 Uhr auf dem Parkplatz am Kopfende des
Stadions parken konnte. Über eine Stunde vor Spielbeginn, da dusselte ich noch ein wenig vor mir her, daddelte am Handy herum und betrat gegen 19:30 Uhr den Ground, nachdem ich am Eingang
erneut einen Zehner los wurde. Zeit war noch genug dieses Moped (kleiner Insider) zu begutachten und man konnte natürlich nur positive Worte finden - mal abgesehen vom
Zuschauerzuspruch natürlich. Es war aber alles entspannt und so konnte ich in Ruhe meine Fotos schießen und auch auf der Hintertortribüne (die wohl gesperrt war!? Zumindestens saß hier
niemand...) konnte ich in Ruhe knipsen. Einzig meine Hoffnung, dass sich vielleicht ein wenig Gäste-Szene einfand, diese erfüllt sich nicht, obwohl es nur etwa 45 Kilometer sind und die Erste
morgen erst spielt.
Waren wir letzte Woche noch in der Eerste Nationale Amateurs VV (der Staffel der zweigeteilten 3. Liga in Belgien, die die nördlicheren Teams beinhaltet, ist es heute die
Staffel ACFF, also die südlicheren Teams unseres Nachbarlandes. Die „Nord-Staffel“ hat 16 Teams und nach 30 Spieltagen steht ein einziger Aufsteiger und ein einziger Absteiger fest, in der
heutigen „Süd-Staffel“ sind es nur 12 Teams und nach 22 Spieltagen teilt sich die Liga in Aufstiegs- und Abstiegsrunde, wobei jeweils sechs Teams pro Runde dabei sind und es somit jeweils
zehn weitere Spieltage pro Team gibt. Heute der viertletzte Vorrunden-Spieltag und die Hausherren stehen auf Rang 2 der Tabelle, die Aufstiegsrunde ist ihnen auch rechnerisch nicht mehr zu
nehmen und auch der Vorsprung auf Rang ist bereits bei sechs Punkten. Da der Rückstand auf den Spitzenreiter nur zwei Punkte beträgt, scheint es so, als würden diese beiden Mannschaften
vermutlich den Aufsteiger unter sich ausmachen. Für die Gäste, die Zweitvertretung des Erstligisten, stehen aktuell gerade auf diesem begehrten 6. Platz, der die Teilnahme an der
Aufstiegsrunde bedeuten würde. Bei 18 Punkten Rückstand muss man aber sicherlich nicht von der Zweitklassigkeit träumen, aber der vorzeitige Klassenerhalt könnte auf diese Weise geschafft
werden. Allerdings hat man nur zwei bzw. drei Zähler Vorsprung auf die Platz 7 und 8, so dass es vermutlich noch ein harter Kampf am Strich geben wird. Tubize war mit 8 Siegen und 2 Remis aus
den ersten 10 Spielen gestartet und selbst die folgende erste Saisonniederlage wurde mit vier weiteren Siegen wett gemacht. Zuletzt gab es allerdings nur zwei Remis und eine Niederlage, der
Trend also derzeit eher negativ. Ebenso bei den kleinen Zebras, die aus den letzten 10 Spielen ebenfalls nur 2 Siege feiern konnten und zudem 2 Remis, bei aber 6 Niederlagen. Royal war Anfang
der 2000er fast durchgehend Zweitligist (2008/09 sogar in der ersten Liga), aber zuletzt bis in die 4. Liga abgestürzt, nun in der zweiten Saison in Folge in der Drittklasigkeit kratzt man
zumindestens wieder an Liga 2.
Der Tabellenzweite kam sichtlich mit einer breiten Brust auf den Rasen und legte direkt den Vorwärtsgang ein. In der ersten Viertelstunde waren locker vier oder fünf von den
so genannten 100%igen Chancen auf ihrer Seite. Neben einem Abseitstor konnte man auch einen regulären Treffer erzielen und somit hatte man alle Trümpfe in der eigenen Hand- Die Schlüsselszene
des Spiels war dann ein langer Ball von Charleroi, der eigentlich fast eher ein Befreiungsschlag war, denn hier musste ein Verteidiger von Tubize nach einem Stellungsfehler die Notbremse
ziehen und somit die Einheimischen fortan nur noch zu Zehnt. Im weiterem Verlauf der ersten Hälfte konnten sie dieses noch kompensieren und nahmen diese knappe Führung sogar mit in die
Kabinen. Nach dem Seitenwechsel jedoch war es ein ganz anderes Spiel und die junge RCSC-Truppe trat offensiv immer mehr in Erscheinung bzw. war das aktivere und bessere Team. Man hatte einige
Chancen, nutzte diese besser als der heutige Gegner und am Ende war es ihr eingewechselte Joker, der nicht einmal 20 Minuten benötigte für einen lupenreinen Hattrick. Danach versuchten die
Royalen in der Schlussphase noch mal alles und konnten tatsächlich sogar noch auf 2-3 verkürzen, mehr war aber leider nicht mehr drin. Für die Zweitvertretung ganz wichtige Punkte im Kampf um
Platz 6, für Tubize ein enormer Rückschlag im Kampf um den Aufstieg und wenn Mons morgen gewinnt, dann beträgt der Rückstand bereits fünf Punkte. Da könnte das direkte Aufeinandertreffen in
der kommenden Woche noch wichtiger werden, als es eh schon ist, denn dann müsste dieses Spiel man fast schon gewinnen, um ganz oben dran zu bleiben.
Nach Spielende noch zwei, drei Fotos gemacht und dann schnell zurück zu meiner Karre, zumal sich die 2 Grad vom Boardcomputer bedeutend kälter anfühlten. Um 22:01 Uhr drehte
ich den Autoschlüssel um und das Navi zeigte mir eine Fahrstrecke von 446 Kilometer an, für die ich genau viereinhalb Stunden. Die ersten 46 Kilometer gingen wirklich zuerst durch viele
kleine Dörfer und über schmale Straße und erst später wurde es eine Bundesstraße. Ale ich bei Bruyères auf die E411 in Richtung Namur fuhr, hatte ich noch exakt 400 Kilometer vor mir. Ganz
bis Namur musste ich aber nicht, kurz vorher wechselte ich auf die E42, auf welcher ich an Lüttich vorbei der deutschen Grenze entgegen steuerte. Diese überquerte ich aber nicht, ohne drei
Ausfahrten zuvor direkt an der Ausfahrt Eupen mal wieder die Karre randvoll zu tanken, für 1,43 Euro / Liter Super. Bei Aachen dann wieder zurück ins Heimatland gefahren, ist es wie immer
erstmal die A4 in Deutschland, die mich an Köln vorbei bis nach Olpe brachte, wobei ich nach der Tank-Pause bei Eupen mir am Rasthof Aggertal kurz hinter der Domstadt auch noch einen Kaffee
ziehen musste. Ab Olpe ist es dann die A45, auf welcher ich zurück bis nach Hessen fuhr und wenn immer noch mehr als genug vorhanden sind, hat man das Gefühl, dass die ein oder andere
Baustelle mittlerweile weniger geworden ist. Bei Herborn hatte ich eine kleine Schwächephase, aber nachdem ich draußen bei -5 Grad mal ein paar Minuten den müden Körper wieder aufwachen ließ,
fühlte ich mich bedeutend besser und brachte mein Auto dann auch sicher nachhause. Es war aber schon 3 Uhr, als ich daheim in die Garage abbog und nach 1.080 Kilometer den
Schlüssel ein letztes Mal für diese Tour ziehen konnte. Oben schaute ich noch eine zeitlang NHL und bis ich eingeschlafen war, dürfte es locker schon 4:30 Uhr gewesen sein.