Teil 1 des Berichts => KLICK!
Wie hatten nun nicht die allergrößte Eile, verzichteten dennoch darauf, die Feiereien der Einheimischen anzuschauen. Stattdessen machten wir lieber am See noch ein paar Fotos
und liefen dann in eine Pizzeria. Nachdem wir vorletzten Montag aufgrund der Küchenzeiten scheiterten eine Pizza zu bekommen, war es heute in dem Touristenort einfacher, wo natürlich in der
Fußgängerzone alles offen hatte. Gut gesättigt und gestärkt liefen wir dann die letzte Viertelstunde noch zurück zum Auto, nun aber in gemäßigtem Tempo, im Gegensatz zu vorhin. Um 16:20 Uhr
kamen wir wieder am Parkhaus des Einkaufszentrums an, wo wir nach dem Entwerten der Karte faire 3,60 Euro zu zahlen mussten. Das Navi sagte 35 Minuten für die 31 Kilometer voraus, aber wir
hatten immer noch einiges an Abfahrtsstau und nachdem wir die ersten Minuten auf das Navi verloren hatten, ließ ich den Italiener aus mir heraus und fuhr exakt in ihrem rücksichtslosen und
chaotischen Fahrstil, einzig ihre heißgeliebte Hupe blieb bei mir still. Nachdem wir endlich aus Como heraus waren, ging es. zuerst auf die E35 in Richtung Süden, bevor wir aber zeitnah auf
die A36 wechseln mussten, die dann automatisch in die SS35 überging und uns nach Meda brachte. Hier hatten wir noch eine geschlossene Bahnschranke, diese kostete nochmal ein paar Minuten,
aber dann waren wir eine Viertelstunde vor Kick Off am Ground angekommen. An der ersten Einfahrt selektierte ein Polizist nach Heim- und Gäste-Fans, an der zweiten dann ein Ordner danach für
welche Tribüne man Tickets besitzt, da jede Tribüne einen eigenen Parkplatz hatte. Das Auto abgestellt und nach 150-200 Meter Fußmarsch am Eingang gewesen, logischerweise auch direkt rein
gegangen, wo wir zuerst ein paar Fotos schossen und uns dann auf die Tribüne begaben.
In der Serie C (dritthöchste Liga) stehen sich heute in einer 20er Liga die Plätze 9 und 18 gegenüber. In den Ligen 2 bis 4 in Italien können direkt nach Beendigung der
regulären 38 Spieltag nur die wenigsten Teams schon final für die kommende Spielzeit planen. Hier ist es zum Beispiel so, dass der Erste direkt aufsteigt, der Platz 2 steigt in den Aufstiegs
Play-offs im Viertelfinale ein, der 3. im Achtelfinale, der 4. im 1/16-Finale und die Plätze 5 bis 10 im 1/32-Finale. Nur für die Teams auf den Plätzen 11 bis 15 ist die Saison
nach 38 Partien beendet, denn darunter muss man noch weiter gegen den Abstieg kämpfen. Die, die zwischen 16 und 19 beendet haben, spielen Play-Outs und der Tabellenletzte steigt direkt in die
Serie D ab. Die Hausherren sind seit 2014/15 nach ihrem Aufstieg durchgehend drittklassig, aber auch die Gäste sind seit 2019/20 bereits in dieser Spielklasse vertreten und somit gab es
dieses Duell in den letzten Jahren schon öfters.
War es in Como mit der Sonne von der Temperatur her noch richtig angenehm, war es hier in Meda mittlerweile schon recht frisch. Unter den geschätzt 220 Zuschauern hatten sich
42 Hopper im Futbology App eingeloggt - alles Deutsche. Diese bekamen ein Spiel auf mäßigen Niveau serviert, in dem die Hausherren von Spielbeginn an spielbestimmend waren, auch wenn man
nicht die ganz große Anzahl an Torchancen hatte. Etwa zur Hälfte der ersten 45 Minuten ging man verdient in Führung und brachte diese auch recht problemlos in die Kabinen. Zur Pause wollte
ich mich mit einem Kaffee aufwärmen, aber die Schlange in der Stadionkneipe war zu lang, so dass ein kleiner Walk hinter der Tribüne ausreichen musste. Fast zum gleichen Zeitpunkt wie im
ersten Abschnitt trafen die Gastgeber auch in der zweiten Halbzeit und das Match schien entschieden zu sein. Knapp eine Viertelstunde vor dem Ende zog plötzlich komplett aus dem Nichts Nebel
ins Stadion und ich spaßte nach unserem Fast-Abbruch kurz vor Weihnachten in Verviers zuerst noch mit Sven darüber. Binnen drei, vier Minuten zog es sich aber sowas von zu, dass man von der
Tribüne aus nur noch Schatten sah und das Geschehen auf dem Rasen teilweise nur noch erahnen konnte. So auch den Anschlusstreffer der Gäste, der von den etwa 25 mitgereisten Fans mit
Verzögerung gefeiert wurde, denn erst als die Spieler jubelnd zur Mittellinie zurück liefen, sah man, dass es ein Tor gab. Wir gingen von der Tribüne nach unten auf Höhe des Spielfelds und
hier sah man tatsächlich ein wenig besser, dennoch waren wir glücklich, dass der Unparteiische es durchzog und erleichtert, als er nach 90 + 5 Minuten das Spiel beendete. Der Sieg der
Heim-Mannschaft war sicherlich verdient, denn die US-Schlussoffensive kam zu spät und war letztendlich einfach nicht ausreichend um etwa Zählendes auf die 70 Kilometer Fahrt mit nach Hause zu
nehmen.
Somit waren leider auch die heutigen zwei Mal 90 Minuten schon wieder vorbei und wir begaben uns direkt zum geparkten Auto. Die Klamotten im Kofferraum verstaut, machten wir
uns direkt auf den Weg in Richtung Heimat. Normalerweise sollte diese 702 Kilometer lang sein, aber ich sah direkt, dass auf dieser Strecke Verzögerungen sein sollten. Kaum unterwegs wurde im
Radio von 12 Kilometer stockend und Blockabfertigung vor dem Gotthardtunnel aufgrund des Urlaubs-Rückreiseverkehrs vermeldet und mein Navi sagte mittlerweile einen Zeitverlust von über einer
Stunde voraus. Nachdem wir in Chiasso die Grenze Italien / Schweiz überquert hatten, blieben wir nicht wie gewohnt auf der A2, sondern wechselten bei Bellinzona auf die A13, also ging es für
uns statt über San Gottardo über den San Bernadino weiter. Nach wenigen Kilometern hörte die Autobahn auf und wir waren auf einer Schnellstraße unterwegs, die uns serpentinenmäßig immer
weiter nach oben brachte. Kurz vor Erreichen des San Bernadino Pass auf über 1.600 Metern Höhe und bei -7 Grad machten wir eine Pinkelpause und der Vollmond leuchtete das Bergpanorama mit den
schneebedeckten Gipfeln perfekt an. Was eine überragender Anblick, das kommt auf den Bildern unten noch nicht mal ganz so überragend rüber. Einmal durch den gleichnamigen Tunnel fing es
dahinter an zu schneien, als wir wieder höhenmäßig nach unten machten. Bei Thusis fing dann endlich wieder die A13 an und es ließ sich bedeutend besser fahren. An Chur und der
liechtensteinischen Hauptstadt Vaduz vorbei, fuhren wir an der Ausfahrt Widnau ab und tankten in Diepoldsau nochmal voll. Danach ging es über die Grenze nach Österreich und an der Auffahrt
Diepoldsau/Hohenems auf die A14, die ab hier nämlich mautfrei ist. An Dornbirn und Bregenz vorbei, waren wir um 23:05 Uhr wieder zurück in deutschen Gefilden. Bei Memmingen einmal kurz
pinkeln und bei Ellwangen mal einen Kaffee gezogen, als ich eine kurze Schwächephase hatte. Danach war ich wieder absolut fit, während es rund um mich herum im Auto ruhig wurde. Im Spessart
schneite es abermals ein wenig, aber die Straßen waren weitestgehend frei und ich kam prächtig voran. Um ziemlich genau 3 Uhr ließ ich meine drei Mitfahrer in Lindheim raus und brachte die
letzten 21 Kilometer alleine hinter mich, tankte in Ober-Mockstadt aber unterwegs meine Karre nochmal voll und konnte so sehen, dass meine errechnete Summe des Spritverbrauchs des letzten
Teilstücks zur Abrechnung mit den Dreien wirklich super gut passte. Um 3:25 Uhr stellte ich mein Auto nach fast genau 24 Stunden und exakt 1.465 zurückgelegten Kilometern zuhause in der
Garage ab. Oben schnell fertig gemacht, verzog ich mich dann natürlich recht flott in mein Bett.