Saison 2025/26

Serie A (1. Liga Italien)

(18. Spieltag)

 

Stadio Giuseppe Sinigaglia
(Como / Italien)

 
Samstag, 03. Januar 2026 / 12:30 Uhr
 
Como 1907 -
Udinese Calcio


1:0 (1:0)


Tor:

1:0 (19.) Lucas Da Cunha (Foulelfmeter)

  

Gelbe Karten: Jesus Rodríguez (67.) / Hassane Kamara (32.), Christian Kabasele (70.), Kingsley Ehizibue (86.).

Schiedsrichter: Alberto Ruben Arena

Zuschauer: 11.914

 

Der erste Samstag im neuen Kalenderjahr war oftmals ein klein wenig reserviert für dem Coupe De France, den französischen Landespokal. Seit zwei Jahren wurde diese „Runde der letzten 64“ aber auf das Wochenende direkt vor Weihnachten noch ins alte Jahr vorgezogen, was in dieser Saison ebenfalls der Fall war und uns am 20.12. den Besuch bei Freyming gegen Chantilly in Saint-Avold ermöglichte. Logischerweise wollte ich aber auch heute etwas machen, bevor ab Montag dann auch wieder der Büro-Alltag los geht. In Deutschland ruht der Ball noch, ein paar Testspiele wären natürlich gewesen, aber Pflichtspiele im Ausland haben da definitiv doch Vorrang. Ich wartete erst einmal in Ruhe ab, bis alle Ligen terminiert waren und als ich mir vor drei, vier Wochen die Möglichkeiten nochmal anschaute, fiel mir tatsächlich eine Tour direkt ins Auge. England ließ ich mal raus, weil ich vorab bereits gesehen hatte, dass die Rückflüge Sonntags verdammt teuer waren, dank der Silvesterurlaub-Rückkehrer. Zurück aber zu meiner Idee, die zwar mal wieder anstrengend werden würde, aber Bella Italia ist eigentlich immer eine Reise wert. Mit Como wurde einer der nur fünf fehlenden Vereine der Serie A (erste italienische Liga) auf 12:30 Uhr gelegt und dazu ein Kick der Serie C (3. Liga) in nur 30 Kilometer Entfernung zu einer Kick Off Zeit um 17:30 Uhr, die eine entspannte Anreise zulässt. Super Jahresanfang, auch wenn das vielleicht eher ein Reiseziel für den Sommer wäre mit dem schönen Comer See direkt hinter dem Stadion, aber so bleiben wir wenigstens von den Touristen-Massen verschont. Sven war sofort dafür zu begeistern und da Christian für so etwas auch immer mal zu haben ist (wenn es mit seiner Schichtarbeit vereinbar ist), fragte ich ihn an und er sagte sofort zu. Der Kartenverkauf startete am 19.12. des vergangenen Jahres und war zu Beginn noch recht entspannt, so dass drei Plätze nebeneinander problemlos buchbar waren. Abends beim Eishockey in Kaufbeuren mit Snicki darüber gesprochen, sagte er ebenfalls noch zu und als ich ihm am nächsten morgen noch ein Ticket kaufen wollte, waren schon bedeutend mehr weg, allerdings zufälligerweise direkt neben uns noch ein Platz frei. Die Tickets beim AC Renate, dem Abendspiel, buchte ich unter der Woche auch schon mal. Nicht aufgrund der Verfügbarkeit, aber weil in Italien ja der Name auf der Eintrittskarte stehen muss und sich so der Kauf manchmal auch zu einem kleinen Abenteuer entwickeln kann, je nachdem wer einem dort gegenüber sitzt. Oftmals geht das sogar nicht mal mehr direkt am Stadion, sondern in Ticketshops und auf der Homepage schlug man zwei Stück davon im zehn Kilometer entfernten Monza vor. Nee nee, dann doch lieber entspannt online und wir waren komplett versorgt.

 

Weihnachten und Neujahr zogen ins Land, ein paar Grounds wurden zwischenzeitlich ja doch gemacht und natürlich weiter jedes Spiel des EC Bad Nauheim besucht, so auch gestern Abend noch in Kassel. Hier setzte es die erwartete Niederlage, die aber mit 4-6 (Siegtreffer drei Minuten vor dem Ende) knapp ausfiel. Auf dem Heimweg schneite es zeitweise ein wenig, hier und da waren die Straßen auch leicht bedeckt, aber ich gab trotzdem Gas und um 23:20 Uhr bogen wir zuhause in den Hof ein. Ich legte mich auch direkt ins Bett, aber das Darts-Halbfinale zwischen Gary Anderson und Gian van Veen war zu hochklassig und spannend, so dass ich nicht einschlafen konnte. Um 23:55 Uhr machte ich den TV nach dem Spiel aus, aber es dauerte nochmal einige Minuten, bis ich endlich weg knackte. Um 3:15 Uhr riss mich der Wecker schon wieder aus dem Tiefschlaf, aber nach kurzer Zeit hatte ich Bock auf den Tag und die Tour. Ich machte mich nur im Bad schnell fertig und saß um 3:40 Uhr wieder im Auto und startete die Anreise, die 681 Kilometer lang war, und vom Navi mit 6:37 Std. angegeben wurde. Zuerst holte mir in Staden an der Tankstelle frische belegte Brötchen, denn wenn ich mit daheim etwas gemacht hätte, hätte das locker wieder mindestens zehn Minuten in Anspruch genommen und diese Zeit verbracht ich lieber noch im Bett, die Nacht war sowieso wieder kurz genug. Danach sammelte ich meine Mitfahrer fast pünktlich um 4:03 Uhr in Lindheim ein und los ging der gemeinsame Teil der Reise. Immerhin war das Wetter auf der weiteren Fahrt absolut in Ordnung, so wie es aber auch gemeldet war. Bei Mannheim waren die Straßen mal ein wenig bedeckt vom Schnee, nach wenigen Kilometern war aber wieder alles frei. Wir kamen problemlos durch und wie in der vergangenen Woche wollten wir erneut in Bad Krozingen unseren ersten Stop machen und volltanken, allerdings war die Tanke noch dicht. Heute war Samstag, letzte Woche waren wir an einem Montag unterwegs, da scheint man wohl später zu öffnen. Somit ging es zwei Abfahrten später, in Müllheim/Neuenburg, nochmal von der A5 runter und wir machten hier am Autohof die Karre dann endlich voll. Die Grenze erreichten wir um 7:25 Uhr und waren wieder bei den Eidgenossen, auch wenn es (anders wie am vorletzten Montag) dieses Mal nur zur Durchreise sein wird. Wir waren noch nicht lange in der Schweiz, schon sank die Temperatur zeitweise auf -5 Grad und neben dem Highway konnten wir einiges an Schnee begutachten. Zuerst nur neben der Straße, aber umso weiter südlicher wir kamen, lag er auch teilweise doch schon recht gut auf den Fahrspuren. Als es dann Richtung Gotthardtunnel hoch ging, fing es auch wieder ein klein wenig an vom Himmel zu kommen. Durch die Blockabfertigung auf über 1.200 über Null kamen wir im Schnee ziemlich gut durch und nachdem wir diese knapp über 16,9 Kilometer hinter uns gebracht hatten, empfing uns direkt am Ausgang der Röhre strahlender Sonnenschein und der Schnee war (außer auf den hohen Gipfeln um uns herum) fast komplett weg. Die Autobahn brachte uns ruckzuck wieder runter auf etwa 400 Meter über NN und die Temperatur stieg in den hohen einstelligen Bereich. An Bellinzona und Lugano vorbei, fuhren wir in Chiasso, also noch in der Schweiz vom Highway herunter, denn auf der Autobahn wurde ein wenig Verzögerung gemeldet. Hier war die Grenze problemlos zu durchqueren, allerdings hatten wir dafür mehr Stadtverkehr zu bestreiten. Wir waren um ziemlich genau 11 Uhr das erste Mal im Bereich des Stadions, allerdings hatte ich zuvor gelesen, dass die Parkerei hier eine ziemliche Katastrophe sein soll - und das war noch weitaus untertrieben!!! Alle Parkplätze, auch die bezahlbaren mit Ticket, waren belegt. Wir fuhren die Straßen ab, auch alle möglichen Seitenstraßen und diese teilweise sogar mehrmals, es war nichts, absolut gar nichts, zu finden. Unser Suchradius wurde immer größer, da auch viele Parkhäuser schon komplett voll waren, und bei uns war so langsam schon ein leichter Frustpegel zu bemerken. Es waren mittlerweile schon knapp 40 Minuten vergangen, bevor wir in das Parkhaus eines Einkaufszentrums einfuhren, endlich! Es gab aber ein Problem‘chen, denn es war bereits 11:45 Uhr, als wir das Parkhaus verließen  und wir waren 2,1(!) Kilometer vom Stadion entfernt, das Navi sagte 32 Minuten zu Fuß an. Ich wusste ja, dass der gemütliche Italiener teilweise erst recht spät ins Stadion geht und da immer der Name auf dem Ticket überprüft wird, verzögert es sich gerne mal. Es gab keinen Grund noch Zeit zu verlieren und so schob ich das Tempo unserer Gruppe immer wieder an und wir gewannen tatsächlich an Zeit, so dass wir um 12:10 Uhr vor dem Ground standen. Wie es dann immer so ist, war unser Block aber wieder eine dreiviertel Runde ums Stadion (die Viertelrunde ging nicht, weil dort der abgesperrte Gästeblock war) und das kostete uns weitere fünf Minuten. Die Schlange am Eingang war lang, aber im Verhältnis ging es doch recht schnell und die Körperkontrolle war zum Glück eher nur alibihaft. Somit standen wir um 12:24 Uhr im Inneren des Grounds und waren ein, zwei Minuten später auf unseren Plätzen. Puh, eine Fast-Punktlandung auf so eine lange Anreise, das braucht‘s selbst für mich nicht wirklich - war aber tatsächlich nur der katastrophalen Parkplatzsituation geschuldet. Egal, wir waren ja pünktlich da und konnten nun Stadion & Ground genießen.

 

Es standen sich am heutigen Tag Como 1907 und Udinese Calcio gegenüber, zwei Mannschaften aus dem nördlichen Bereich des „Stiefel-Landes“. Tabellarisch gesehen bedeutet es am 18. Spieltag die Ränge Sechs und Elf, beide Teams getrennt nur durch fünf Zähler Differenz. Aktuell belegen die Hausherren den Platz, der zur Teilnahme an der Conference League in der kommenden Spielzeit berechtigen würde. Zwar wurde in den letzten Jahren schon einiges an Geld bewegt, dennoch überraschend dass sich die Mannschaft vom spanischen Alt-Internationalen Cesc Fabregas vor Teams wie Bologna, Lazio oder Atalanta befindet. In der Saison 2018/19 war man noch in der Serie D (4. Liga) unterwegs, stieg dort auf und nach zwei Jahren Serie C (3. Liga) und drei Jahren Serie B (2. Liga) spielt man seit letztem Jahr nun in der höchsten Spielklasse und beendete diese auf Rang 10. Mit einem Sieg heute könnten die Gäste aus dem Friaul sich auf die direkte Verfolgung machen. Wobei auch sie eine ordentliche Runde spielen, da man normalerweise immer erstmal in Richtung Abstiegszone schielt. Auf diese hat man aktuell schon zehn Punkte Vorsprung, was im Moment erstmal recht gesichert aussieht. Die Truppe, bei der auch mal Oliver Bierhoff spielte, ist seit 2013/14 immer auf einem zweistelligen Tabellenrang (also ab Platz 10 abwärts), man schafft es aber immer wieder sich in der obersten Liga zu halten und das durchgehend seit bereits 1996/97(!).


In den Anfangsminuten war es noch eine ausgeglichene Partie, aber recht schnell übernahmen die Hausherren dann doch die Initiative und waren zumeist im Vorwärtsgang unterwegs in Richtung Udineser Tor. Man versuchte aber viel mit Klein-Klein-Spielerei und blieb so dann doch recht oft in der vielbeinigen Gaste-Abwehr hängen. Nach nicht ganz 20 Minuten kam man mal durch und konnte nur doch ein Ziehen am Trikot gestoppt werden, was wir sogar bis in die oberste Reihe des Stadions problemlos sehen konnten und da es für italienische Verhältnisse wenig Proteste gab (nämlich gar keine), war auch schnell klar, dass selbst der eingesetzte VAR hier zu keiner anderen Entscheidung kommen konnte. Der fällige Strafstoß wurde souverän verwandelt und das Ergebnis von 1-0 zum Gang in die Kabinen war hochverdient. Udine hat nur zwei halbwegs gefährliche Aktionen in der Offensive und beide in Folge von kapitalen Abspielfehlern der Einheimischen, spielerisch war man doch ganz schwach. Nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel hatten sie dann aber doch ihre erste heraus gespielte Chance und kurz darauf traf man auch zum vermeintlichen Ausgleich. Aber auch hier schritt der VAR ein und entschied ziemlich schnell auf eine Abseitsstellung, so dass dem Treffer die Anerkennung verweigert wurde. Im direkten Gegenzug hämmerte Como den Ball an die Querlatte des gegnerischen Gehäuses, was alles in allem die beste und interessanteste Phase im ganzen Spiel war. Danach verflachte es aber wieder und selbst in den Schlussminuten konnten die Gäste keine wirklich Offensive mehr starten. Am Ende blieben die drei Punkte hochverdient im Stadio Giuseppe Sinigaglia und somit bei den deutschen Spielern Marc-Oliver Kempf (Hertha BSC, VfB Stuttgart und SC Freiburg waren seine nennenswerten Stationen, der Rest uninteressant), sowie dem eingewechselten Nikolas-Gerrit Kühn (FC Bayern II, Aue und zuletzt Celtic Glasgow). Trainer in Udine ist übrigens der Deutsch-Kroate Kosta Runjaic, der ja auch bereits die ein oder andere Station in Deutschland vorweisen kann.

 

Zu Teil 2 des Berichts => KLICK!


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