Saison 2025/26
National League (1. Liga Schweiz)
(vorhgezogen vom 39. Spieltag)
Cornèr Arena
(Lugano / Schweiz)
Montag, 22. Dezember 2025 / 19:45 Uhr
HC Lugano - HC Ajoie
6:1
(1:1/4:0/1:0)
Tore:
0:1 (08:37) Julius Nattinen
1:1 (10:42) Karl Sanford (Carl Dahlstrom, David Aebischer)
2:1 (29:52) David Aebischer (Karl Sanford/4-5)
3:1 (31:50) Lorenzo Canonica (David Aebischer, Karl Sanford)
4:1 (35:18) Calvin Thürkauf (Santeri Alatalo/5-4)
5:1 (38:27) Michael Sgarbossa (Jirí Sekáč, Lorenzo Canonica)
6:1 (50:43) Aleksi Peltonen (Giovanni Morini/4-5)
Strafen: HCL: 4 / AJO: 6
Powerplay: HCL: 1 von 3 / AJO: 0 von 2
Schüsse: HCL: 35 (12/15/8) / AJO: 18 (7/7/4)
Torhüter: HCL: Niklas Schlegel (60:00) / AJO: Damiano Ciaccio (60:00)
Schiedsrichter: Daniel Piechaczek und Riku Brander
Zuschauer: 6.292
Zum 1. Teil des Berichtes => KLICK!
Wir saßen um ziemlich genau 15 Uhr wieder im Auto und steuerten zuerst einmal einen Supermarkt an, um Getränke und Knabbereien für Heimreise zu organisieren. Nachdem das erledigt war, suchten wir uns eine Pizzeria aus, die durchgehend geöffnet hat. Wie von uns befürchtet, bekamen wir aber die Antwort, dass der Pizzaofen erst Abends angeht und das Selbe bekamen wir in einer weiteren Pizzeria zehn Minuten entfernt zu hören. Da uns klar war, dass das beim Großteil so sein wird, gaben wir schweren Herzens die Suche auf und besuchten erneut einen Supermarkt um uns an der Backwarenabteilung zu bedienen. Nun ja, der Hunger trieb es runter, nicht mehr und nicht weniger. Um 16:40 Uhr startete unsere Rückreise, aber wir hatten nach 108 Kilometern ja noch einen schönen Zwischenstopp in Lugano einzulegen, um hier meinen neunten der vierzehn Erstliga-Grounds im schweizer Eishockey abzuscheppern. Die Fahrt verlief recht entspannt, obwohl doch ordentlich Verkehr auf den Straßen unterwegs war, das nervigste waren aber wie so oft die Mautstellen. Dennoch kamen wir recht gut durch und hatten erst auf dem letzten Kilometer Stau und es zog sich hin, bis wir dann an der Arena waren. Hier hatten wir echt Glück einen ordentlichen Parkplatz zu ergattern, als wir etwas mehr als eine Stunde vor Puck Drop dort ankamen. Während meine beiden Mitfahrer lieber die Curva Nord enterten und mitten unter den Hausherren standen (25 Franken), gönnte ich mir einen Sitzer für 45 Franken auf der Geraden zwischen Torlinie und Bullypunkt. Da ich im Oberrang war, hatte ich beste Sicht von oben in den Gästeblock hinein und auch der Heimbereich war super einsehbar.
In der National League, der höchsten Spielklasse im schweizer Eishockey, hieß das heutige Duell HC Lugano gegen den HC Ajoie. Es war eine vorgezogene Partie des 39. Spieltags und in der 14er Liga standen sich die Plätze Fünf und Vierzehn gegenüber. Die Gäste haben als Tabellenletzter bereits 13 Punkte Rückstand auf das Team vor ihnen und auch auf den 12. Rang, welcher den gesicherten Klassenerhalt bedeuten würde. Man hatte im Laufe dieser Spielzeit schon eine Serie mit zehn Niederlagen am Stück, gefolgt von vier Siegen aus sechs Spielen, um jetzt gerade schon wieder L4 stehen zu haben, sie haben also die letzten vier Partien verloren. Wenn kein riesengroßes Wunder geschieht, wird man sich erneut über die Play-outs retten müssen wie bereits zwei Mal in den letzten vier Jahren seit ihrem Aufstieg nach 24 Saisons in Folge in der NLB. Vergangene Saison übrigens in der ersten Runde 2-4 Niederlagen gegen den heutigen Gegner aus Lugano, gegen den HC La-Chaux-de-Fonds, den Zweitliga-Meister blieb man dann jedoch in der 2. Runde mit 4-1 Siegen erfolgreich. Beim HCL hingegen ist noch so viel möglich, denn in der Tabelle waren vor dem Spiel zwischen den Plätzen 4 und 8 ganze drei Punkte Differenz und während der 4. Platz die direkte Play-off Qualifikation (sogar mit Heimrecht) bedeuten würde, müssten die Plätze 7+8 in die Pre Play-offs und das möchte man möglichst vermeiden, denn a) ist das „best of three“ und man kann sich mit einem schlechten Wochenende die Saison zerstören bzw sogar beenden und b) selbst wenn man weiter kommt, dann würde man definitiv auf den Ersten oder Zweiten der Vorrunde treffen.
In den ersten Minuten spielten die Gäste aus Porrentruy (Pruntrut), was in der Nähe von Basel liegt (knapp 50 Kilometer in südwestliche Richtung), und einer der mit noch fünf fehlenden
Grounds in dieser Liga ist, munter mit, um nicht zu sagen, dass sie sogar die bessere Mannschaften waren. Nach einem langen Pass nutzten sie sogar einer ihrer Chancen und gingen in Führung.
Zu Beginn war viel Tempo in der Partie, so gab es z.B. die erste Spielunterbrechung erst nach über viereinhalb Minuten. Fortan war es ein absolut ausgeglichenes Spiel, wobei der HCL durch ein
Tor nach einem Abpraller ausgleichen konnte, da ihr Topscorer am schnellsten schaltete und die Scheibe ins Netz bugsierte. Im zweiten Drittel lief dann vieles für die Hausherren, die zuerst
einen Aufbaufehler der Mannschaft aus dem Jura nutzte und einen Shorthander erzielen konnte. Es folgte ein Treffer, nachdem der HCA-Torhüter die Scheibe nicht festhalten konnte und direkt
darauf noch einen in Überzahl. Mit dem vierten Einschlag alleine im Mittelabschnitt war dann klar, dass es hier hier für die Drachen nichts zu holen gibt. Aus diesem Grund plätscherte dann
der letzte Abschnitt doch ein wenig dahin, mit einem weiteren Unterzahltor konnten die Tessiner noch das halbe Dutzend voll machen. Alles in allem geht der Sieg in Ordnung, fiel aber doch zu
hoch aus, denn die Gäste spielten nicht wie ein abgeschlagener Tabellenletzter. Die Curva Nord lieferte erwartungsgemäß gut ab, aber für mich war die Überraschung der Gästeblock, der komplett
gefüllt war und mit Weihnachtsmann-Verkleidung machte man eine nette Mottofahrt daraus. Es wurde 60 Minuten durchwegs abgeliefert, auch als das Spiel schon entschieden war, ein dickes Chapeau
deswegen an die Gästefans.
Nach Spielende war ausgemacht, dass wir uns zeitnah nach außen bewegen sollen, da Patrick morgen arbeiten muss. Die beiden von den Stehrängen standen aber recht weit oben, so dass es ein wenig dauerte, bis sie kamen. Ich war aber auch erst maximal zwei, drei Minuten früher draußen, von daher alles okay. Da wir ja nur maximal 200-250 Meter entfernt geparkt hatten, saßen wir letztendlich bereits gegen 22:12 Uhr im Auto und waren auch zwei Minuten später unterwegs in Richtung Heimat. Das letzte Teilstück waren noch 649 Kilometer (6:12 Stunden Fahrzeit laut Navi), die wie hinter uns bringen mussten. Der Verkehr auf der zentralen Nord/Süd Verbindung bzw. besser gesagt, der Gotthard-Autobahn, war wie so oft Nachts quasi gar nicht vorhanden und zeitweise gab es kilometerweit kein anderes Auto zu sehen. Kurz vor Basel jagten wir mal ein paar Liter Sprit ins Auto, um problemlos an einem deutschen Autohof tanken zu können und nicht direkt hinter der Grenze schnell etwas suchen zu müssen. Diesen Wechsel der Länder vollzogen wir um 1:15 Uhr und konnten dann noch problemlos bis Herbolzheim bei Rust fahren, um hier den Tank dann komplett voll zu machen. Auf der weiteren Strecke machten wir noch zwei, drei ganz kurze Pausen, um ein wenig Luft zu schnappen und gegen die Müdigkeit zu kämpfen, aber vor lauter Babbelei und Unkonzentriertheit wegen der Müdigkeit verpasste ich am Darmstädter Kreuz die Abfahrt zur A5, was Glück für Patrick war, denn so waren wir auf der A67 in Richtung Rüsselsheim unterwegs und fuhren ihn dann auch direkt nachhause. Dort kamen wir um 4:15 Uhr an und ließen ihn raus, bei der erneuten Auffahrt auf die A60 war ich wieder nicht mit den Gedanken bei der Sache und fuhr erstmal in die falsche Richtung auf die Autobahn und wir mussten uns zwei Ausfahren später drehen und in die richtige Richtung fahren. Am Flughafen vorbei, fuhren wir gerade bei Hanau auf die B43A und ich hatte kurz zuvor noch zu Sven gesagt: "gleich haben wir es auch endlich gepackt". Um exakt 5 Uhr klingelte dann plötzlich ein Handy und ich dachte erst, es wäre das von Sven. Er schaute mich aber an und dachte das Gleiche über mich bzw. mein Handy. Ich schaute nach hinten, denn dort kam der Ton und dort lag Patricks Bauchtasche mit Handy, Geldbeutel und Haustürschlüssel drin. Ans Handy gegangen, war er es, der anrief, nachdem er an seine Arbeitsstelle gegangen war und Glück hatte, dass schon jemand vor Ort war. Happy waren wir im Auto natürlich nicht, aber es stand natürlich auch außer Frage, dass wir zurück mussten, denn wir konnten ihn ja nicht vor seiner Haustür stehen lassen. Also Treffpunkt verabredet, kehrt gemacht und nochmal die ziemlich genau 50 Kilometer einfache Strecke nach Rüsselsheim hinter uns gebracht. Dort Patrick seine Sachen übergeben und dann endlich den finalen Weg angetreten und dieses Mal klappte der dann auch. Sven wurde in Lindheim raus gelassen und ich kam um 6:35 Uhr komplett übermüdet nach 27 Stunden auf den Beinen und knapp über 1.700 gefahrenen Kilometern zuhause an - dennoch ziemlich happy über den Tag, auch wenn es am Mittag natürlich die unschöne Verlegung des Fußballspiels gab (siehe Teil 1 des Berichtes).