Die Zeit, wenn in Deutschland so langsam komplett die Winterpause eingekehrt ist, zieht es mich sehr gerne in Richtung Benelux (plus Frankreich), denn hier wird in
Mitteleuropa in einigen Ligen in diesem Zeitrahmen noch gespielt. Ich bin im Moment aber auch stark auf der Jagd nach noch fehlenden Oberliga-Grounds und durch die doch recht hohe Anzahl an
Ausfällen in den letzten Wochen, wurden für dieses Wochenende in den deutschen Oberligen auch noch einige Nachholspiele angesetzt und so hoffte ich auf eine Möglichkeit beides kombinieren zu
können. Es waren vielleicht noch so etwa zehn Oberliga-Spiele in Grounds angesetzt, die mir noch fehlten, die Hälfte davon war aber frühzeitig bereits auf die jeweiligen Nebenplätze verlegt
worden. Am Ende kristallisierte es sich auf drei Möglichkeiten hinaus, aber ein 13 Uhr Spiel in Bremen würde wieder eine frühe Abfahrt zuhause bedeuten, so dass ich das eigentlich nur als
Notfallplan auf dem Schirm behielt. Zuerst liebäugelte ich mit einem Spiel in der Staffel Westfalen zwischen Victoria Clarholz und Preußen Münster II und danach einem Kick im belgischen
Hoogstraten. Wäre ein sehr netter Oberliga-Ground, der mir noch fehlt und zudem ein wenig vorankommen in der dritten belgischen Liga, die bald mehr angegriffen wird, da kurz nach Weihnachten
die erste und zweite Liga in unserem westlichen Nachbarland finalisiert sein sollte. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob man in Clarholz tatsächlich auf Rasen spielt und ihre Social Media
Kanäle gaben nicht viele Infos her. Somit reifte ab Donnerstag die Überlegung bei mir meine Pläne nochmal über den Haufen zu werfen. Es gab noch ein Spiel der OL-Staffel Niederrhein in
Jüchen-Garzweiler gegen Uerdingen, wo man mir ruckzuck antwortete, dass auf dem Naturrasen-Hauptplatz gekickt werden würde, Danke für den Top Service! Es sprach viel für den Wechsel, denn a)
war da die Zusage auf dem Hauptplatz zu spielen, b) der definitiv reizvollere Gastverein inkl. Fans und c) müsste ich später zuhause weg und wäre auch früher wieder daheim heute Abend/Nacht,
da es morgen früh mit dem EC Bad Nauheim ja schon wieder ins bayerische Rosenheim geht. Die endgültige Entscheidung fiel erst gestern morgen zu einem Zeitpunkt, gerade als sich Sven mit einem
mitfahren bei mir beschäftigt hatte.
In der Oberliga Niederrhein war am 17. Spieltag, dem Letzten vor der Winterpause, das Duell zwischen dem VfL Viktoria Jüchen-Garzweiler und dem KFC Uerdingen angesetzt. In
Tabellenpositionen bedeutet es die Ränge Sechs und Drei, wobei es ja wieder die selbe Liga, bei welcher ich im meinem Bericht vom letzten Samstag bereits erwähne hatte, wie eng
hier alles beisammen ist. So hat der heutige Gastgeber trotz des toll aussehenden 6. Platzes nur sechs Punkte Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz 16, nur so als Vergleich: Zum Aufstiegsplatz 1
waren es vor dem Spieltag schon zehn Punkte Rückstand. Für die Jungs aus dem Krefelder Stadtteil ist diese Partie eine große Chance, denn der Tabellenführer Ratingen kam gestern im Heimspiel
gegen den Zwölften aus Monheim nicht über ein 3-3 hinaus, und so könnte man den Rückstand auf vier Punkte verringen (vor vier Wochen war es noch die doppelte Anzahl). Die Viktoria stieg
übrigens in diesem Sommer erst aus der Landesliga in die Oberliga auf, war zwei Jahre zuvor sogar nur Bezirksligist und das sind auch die beiden Spielklassen, in denen man in der vergangenen
Dekade unterwegs war. Über den Werdegang des ehemaligen Bundesligisten und Europapokal-Teilnehmers, der aber auf der anderen Seite gefühlt immer mit den Finanzen zu kämpfen hat, muss man
nicht unbedingt viele Worte verlieren, dieser dürfte den meisten hier bekannt sein.
Die gestrige Niederlage des ECN nervte gewaltig, weil unter der Kategorie „vollkommen unnötig“ zu verbuchen, so verkrümelte ich mich nach Rückkehr aus dem
Colonel-Knight-Stadion und dem schauen des letzten Darts-WM Spiel im Fernsehen, bereits gegen 0:30 Uhr ins Bett und hatte einen netten Acht-Stunden-Schlaf, den ich ja eher selten habe. In
aller Ruhe gefrühstückt, dabei DEL2-Highlights und ein wenig Wintersport im TV nebenher vernommen, kam Sven um kurz vor Mittag bei mir zuhause an und um exakt 12 Uhr startete ich den Motor
meiner Karre. Das erste Teilstück war 287 Kilometer lang und sollte laut Navi 2:53 Stunden dauern. Durch Nidda hindurch ging es dahinter bei Berstadt auf die A45 und hier blieben wir auch bis
zum Kreuz Olpe-Süd. Auf der A4 an der Baustelle bei Bielstein verloren wir wegen der Verringerung auf eine Fahrspur ein paar Minuten, ebenso wie direkt hinter dem Kreuz Köln-Ost, Ansonsten
war auf der A4 ordentliches voran kommen angesagt und auch auf der A61 (ab dem Kreuz Kerpen) hatten wir keinerlei Probleme, auch nicht trotz des Heimspiels der Gladbacher Borussia eine Stunde
später. Ein letztes Mal wechselten wir den Highway am Dreieck Jackerath, denn ab dort ging es auf der A44 weiter. An der Ausfahrt Mönchengladbach-Odenkirchen fuhren wir vom Highway herunter
und kamen fünf Minuten später bereits am Sportgelände an. Parktechnisch war es noch recht entspannt und vielleicht 30 Meter entfernt vom Eingang auf dem Seitenstreifen noch exakt eine einzige
Lücke für uns frei. Wir waren schon eine Stunde vor Spielbeginn anwesend und somit war genug Zeit um Fotos zu schießen, das Kuchenbuffet zu plündern und uns einen guten Platz an der Barriere
zu suchen. Super freundlich vom Kassenpersonal, über den Ordnern, zum Verkaufspersonal, man spielte auch für den KFC ihre Vereinshymne, mega entspannt, da fühlt man sich doch wohl. Die Zeit
bis zum Anpfiff verging recht zügig, zwischendurch trudelte auch noch Asche ein und so schauten wir dem Treiben auf den Naturrasen gemeinsam zu.
Es war in der Anfangsphase ein ausgeglichenes Spiel, aber genau als ich das Gefühl hatte, Uerdingen würde offensiv ein wenig aktiver werden, kamen die Hausherren mit ihrerer
ersten richtig gefährlichen Aktion direkt per Flachschuss zur Führung. Die Freude währte aber nicht allzu lange, genauer gesagt ziemlich genau sieben Minuten, als die KFC-Defensivkante nach
einem Freistoß aus dem Halbfeld zum Ausgleich einnickte. Beide Teams hatten im Verlauf der weiteren Halbzeit immer mal wieder gute Phasen, aber dem anderen
wirklich überlegen war keiner und so ging es mit dem verdienten Remis in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel war der Tabellendritte optisch überlegen, aber die erste richtig dicke
Doppelchance (Pfosten und mit dem Abpraller den Torhüter abgeschossen) hatte der VfL. Der KFC mühte sich weiterhin, aber fand keine Mittel gegen die leidenschaftlich verteidigende Truppe des
Aufsteigers. Zwischendurch wurde es mal ein wenig nickelig und hektisch, aber nichts was komplett aus dem Rahmen war. Der größte Aufreger dann noch bei 90+4, als es für einen kurz zuvor
eingewechselte Jüchener Spieler knallrot gab, weil es der Unparteiische von hinten wertete, schon eine harte Entscheidung. Beide Teams hatten danach noch eine kleine Möglichkeit, es blieb
aber nach 96 Minuten beim 1-1. Der Punkt hilft dem Aufsteiger auf jeden Fall mehr im Kampf gegen den Abstieg, als dem Ex-Bundesligisten im Kampf um den Aufstieg und ein verdienter war es dazu
auch noch für den sympathischen Verein aus der Nähe von Mönchengladbach, dem ich gerne viel Glück im weiteren Saisonverlauf wünsche.
Zu Teil 2 des Berichtes => KLICK!