Saison 2022/23
Jupiler League (1. Liga B)
4. Spieltag

Stade Joseph Marien
(Bruxelles-Forest / B)

Samstag, 13. August 2022 / 20:45 Uhr

Royale Union Saint-Gilloise -
KV Kortrijk


2:1 (1:0)


Tore:
1:0 (9.) Teddy Teuma (Foulelfmeter)

2:0 (58.) Teddy Teuma

2:1 (63.) Faiz Selemani


Gelbe Karten: - / Habib Ali Keita (2.), Sambou Sissoko (25.), Kristof D'Haene (27.).
Schiedsrichter: Alexandre Boucaut
Zuschauer: ca. 6.500

 

Zu Teil 1 des Berichtes => KLICK!

 

Wir kamen sehr gut vom Parkplatz weg, tankten in Wesel noch einmal günstig voll, denn in Belgien sind die Spritpreise derzeit ein klein wenig über den unsrigen. Wir wollten uns noch kalte Getränke mitnehmen, aber die Tankstelle hatte die letzten beiden Stunden offen, bevor sie umgebaut wird und somit nur noch leere Regale zu bieten. Wir machten dann noch einen Halt im örtlichen REWE-Markt, bevor wir dann wieder die Autobahn befuhren. Über die A57 an Moers vorbei und der A40 ging es in die Niederlanden, wo wir um Venlo herum und an Roermond vorbei die A73 befuhren. Kurz vor Maastricht bogen wir dann ab nach Belgien und nutzten dort die zweite Autobahnausfahrt im Land, denn wir hatten uns in Maasmechelen eine Frituur zum Abendessen rausgesucht. Dort angekommen, bestellten wir und es dauerte leider eine ganze Zeit lang, weil zwischendurch auch immer wieder welche rein kamen, die wohl telefonisch vorstellt hatten. Nach einer Viertelstunde Wartezeit kamen dann endlich die Fritten und Frikandel an unseren Tisch und wir hatten arge Probleme die Portionen zu schaffen bzw. mussten teilweise leider sogar die leckere Fritten in den Müll werfen, weil es einfach zu viel war. Durch den REWE-Besuch und die lange Warterei in der Frituur war unser großer Puffer dann doch schon ordentlich zusammengeschrumpft und nachdem ich im Frühjahr in Molenbeek (ebenfalls ein Stadtteil von Brüssel) riesige Probleme hatte einen Parkplatz zu finden, hoffte ich nun, dass es dieses Mal nicht ganz so schlimm werden würde. Eine Anfahrt quer durch die Stadt in Richtung Westen (wo sich das Stadion befindet) solle ein paar Minuten schneller gehen als wenn wir den Autobahnring befahren würden, also machten wir das auch. Knapp 35 Minuten vor Anpfiff waren wir dann in Stadionnähe und fingen an einen Parkplatz zu suchen, was zuerst nicht gelang. Aber knapp 400-500 Meter vom Stadion weg entspannte sich die Lage ein wenig und wir fanden einen Parkplatz und als Jemand in der Nähe gerade ausparkte, parkte ich sogar noch mal um, weil uns dieser sicherer erschien. Schnellen Schrittes ging es dann zum Stadion, wo am Eingang glücklicherweise keine Schlangen waren und wir direkt den Innenraum betreten konnten. Schnell auf unsere Plätze gesetzt und so konnten wir knapp zehn Minuten vor Anpfiff uns noch ein wenig ausruhen, ehe die Partie begann.

Die Gastgeber waren erst vor der vergangenen Saison nach sechs Jahren Zweitklassigkeit wieder in die erste belgische Liga aufgestiegen, sind aber ein alter Traditionsverein (immerhin schon elf Mal Landesmeister, zuletzt aber 1935), der jahrelang in den Niederungen (teilweise bis zur 4. Liga) verschwunden war. Mittlerweile hat ein englischer „Geschäftsmann“ (verdient sein Geld mit Pokern und Sportwetten) den Verein übernommen und wieder nach oben geführt. In der letzten Saison führte man als Aufsteiger die Tabelle in der Vorrunde teilweise mit bis zu zehn Punkten Vorsprung an und hatte nach 34 Spieltagen immer noch deren fünf. Allerdings gibt es in der Jupiler League noch Meister Play-offs unter den vier bestplatzierten Teams. Zuvor werden die Punkte aus der Vorrunde halbiert, aber der Spitzenreiter startet immer mit drei Punkten Vorsprung, egal wie groß er nach 34 Spielen tatsächlich war. In diesen jeweils sechs eigenen Spielen sammelte der FC Brügge 14 Punkte und Saint-Gilloise nur noch sieben, also wurden sie in den letzten Spielen noch vom Dauer-Meister abgefangen. In den Champions League Qualifikationsspielen scheiterte man letzte Wochen an den Glasgow Rangers.

Der Start in diese Saison verlief für den Vize-Meister eher schleppend mit nur vier Punkten aus drei Spielen und man fand sich erstmal im Mittelfeld wieder, ebenso wie der heutige Gast aus Westflandern (ebenfalls vier Punkte nach drei Spielen), für den die Ausbeute aber okay erscheint. Nach Anpfiff ging es am heutigen Abend aber nur in eine einzige Richtung und zwar in die des Gäste-Tores. Der KV konnte sich zeitweise nicht mal geordnet aus der eigenen Hälfte befreien und lag bereits in der 9. Minute nach einem verwandelten Foulelfmeter in Führung. Man hatte noch einige gute Aktionen und Chancen, aber zeigte sich oftmals im gegnerischen Strafraum auch viel zu verspielt und musste sich so zur Pause mit diesem knappen 1-0 begnügen. Nach dem Seitenwechsel fing Kortrijk wenigstens an ein wenig mitzuspielen und gerade als man selbst die ersten Chancen hatte, trafen die Gastgeber zum 2-0. Deren Freude währte aber nicht lange, denn nach einem sehr gut vorgetragenen Angriff verkürzten die Gäste und versuchten im weiteren Spielverlauf noch mal alles um mindestens noch einen Punkt mitzunehmen, waren aber über weite Strecken einfach zu harmlos. Mit dem Schlusspfiff nach vier Minuten Nachspielzeit konnte man bei den einheimischen Fans förmlich die Steine purzeln hören, die vom Herzen fielen.

Wir schauten uns noch kurz den Jubel an, machten uns dann aber doch alsbald in Richtung Auto, denn bis zu mir nachhause waren es noch 420 Kilometer. Wir fuhren wieder durch Brüssel durch und das klappte eigentlich auch ganz gut. Einmal falsch abgebogen, aber kurz darauf wieder korrigiert, befuhren wir dann im Osten die E40 in Richtung Lüttich. Kurz vor der Grenze ein kurzer Rast für einen Kaffee und kalte Cola, tauschten die beiden Mitfahrer die Plätze, so dass wenigstens Einer immer wach war. An Aachen und Köln vorbei, machten wir kurz vor Olpe noch mal eine kurze Pause zum Wasserlassen und die Füße vertreten. Danach war der nächste Halt dann erst wieder der P&R-Parkplatz bei Lahnau, wo Alex ausstieg und nur wenige Minuten später waren wir schon in Gießen um das Auto vollzutanken und Patrick am Bahnhof raus zu lassen. Die letzten 35 Kilometer brachte ich dann über die Bundes- bzw. Landstraßen Hessens auch noch problemlos hinter mich und war um 4:15 Uhr dann komplett zuhause und verzog mich recht schnell ins Bett.