Nachdem es gestern mal wieder in den Süden unseres Bundeslandes ging, stand heute die nächste Fahrt in den Norden an. Da hier aber die größten Lücken im Bereich der Kreisoberligisten sind,
will ich mich natürlich gar nicht darüber beschweren. Es handelt sich mal wieder um ein Pokalspiel, welches vergangenes Wochenende wieder recht kurzfristig angesetzt wurde, aber da meine
Planungen für heute sowieso nicht allzu spannend waren, ändere ich gerne meine Pläne. Einzig der Friseurtermin musste verschoben werden, aber das ging ebenfalls problemlos und somit fällt der
nächste nordhessische KOL-Verein. Ich schrieb mittags den Verein nochmal an, ob auch tatsächlich auf Rasen gespielt werden würde, denn auf insgesamt vier Stunden Fahrt für einem
Kunstrasen-Nebenplatz und ohne Chance auf einen Pflichtspiel-Ersatz hatte ich logischerweise keine Lust. Ich bekam prompt eine positive Rückmeldung, sehr gut, und vielen Dank dafür auch
nochmal nach Immenhausen.
Bei diesem Spiel handelt es sich um ein Duell zwischen einem Kreisoberligisten und einem Gruppenligisten, genauer gesagt stehen sich der TSV Immenhausen und die SG
Wettesingen/Breuna/Oberlistingen gegenüber. Alleine durch den Ligaunterschied gehen die Gäste sicherlich definitiv als Favorit in die Partie. Der heimische TSV ist seit dem Abstieg aus der
Gruppenliga 2017/18 durchgehend in der Kreisoberliga aktiv und erreichte bis auf eine Spielzeit (2019/20) immer einstellige Tabellenplätze in der Endabrechnung. Zuletzt war man sogar vier Mal
in Folge in der Top 6 und spielte vorletzte Saison in der Relegationsrunde zur Gruppenliga. Hier wurde man zwar nur Vierter von fünf Teams, hätte mit einem Sieg im letzten Spiel gegen den
späteren Aufsteiger aber eine Punktgleichheit herbei geführt und wäre aufgrund des gewonnen direkten Vergleichs aufgestiegen. Man unterlag aber klar mit 0-4 und blieb Kreisoberligist. Die
Spielgemeinschaft war in den letzten Jahren ebenfalls eigentlich zumeist in der Kreisoberliga unterwegs, ein Ausflug nach oben in der Saison 2018/19 endete mit dem direkten Wiederabstieg. Nun
geht man dann nach einem erneuten Aufstieg in 23/24 ab August in die dritte GL-Spielzeit in Folge, nachdem man sich durch die Plätze 11 und 13 doch in den beiden vergangenen Jahren mit 8 bzw.
16 Punkten Vorsprung jeweils recht souverän gerettet hatte. Die letzten Partien gegeneinander endeten 1-1 (August 2023 in Immenhausen) und mit einem 3-1 Sieg für die SG (November 2023 in
Oberlistingen).
Nicht wie sonst meist üblich in Nordhessen um 18:30 Uhr, sondern heute war „erst“ um 19 Uhr Anpfiff. Das bedeutet zwar ein späteres Nachhausekommen, aber dafür war die Hektik
nach der Arbeit nicht ganz so groß bzw. Ich konnte noch nachhause fahren und etwas essen. Danach musste ich aber doch direkt los, denn die einfache Strecke war vom Navi mit 157 Kilometern und
1:58 Std. Fahrzeit angegeben, der Puffer war also mit exakt einem Dutzend Minuten nicht allzu groß, aber ich war zuversichtlich, dass es hinhauen wird. Da auf der A5 zwischen Reiskirchen und
Grünberg Verkehr gemeldet war, fuhr ich via Ulfa, Mücke und Grünberg erst hinter bzw. östlich dieser Problemzone auf die Autobahn. Nach nur wenigen Kilometern verließ ich die A5 am
Ohmtal-Dreieck zur A49. Hier blieb ich bis zur Ausfahrt Kassel-Waldau und quasi die gleiche Strecke auf der B83 und B7 im östlichen Bereich von Kassel, wie auch bereits am Dienstag, als ich
mit Snicki beim SV Fortuna war. Ich bog aber im Stadtteil Philippinenhof nicht ab, sondern blieb auf der B7 und fuhr nördlich Kassel raus. Es waren noch knapp zehn Kilometer (u.a. an Vellmar
vorbei) und um 18:45 Uhr erreichte ich letztendlich lockerer als gedacht den Parkplatz des Sportgeländes. Kaum ausgestiegen, direkt auch schon Hoppingkollege Matze getroffen und nachdem man
am Eingang um den kleinsten aller Scheine erleichtert wurde, erhielten wir im Austausch eine nette Eintrittskarte und Zutritt zum Innenraum. Logischerweise direkt die Fotorunde gedreht, traf
ich hierbei auch noch Jonas und nachdem ich alles abgelichtet hatte, stellte ich mich seitlich der Tribüne auf die drei Stein-Stufen.
Zu Beginn war es ein recht ausgeglichenes Match, aber umso weiter die Partie fortschritt, umso mehr nahm der Gruppenligist das Heft des Handelns in die Hand. Gerade wen sie
schnell kombinierten, hatte der TSV hiermit viel Mühe und nach genau einem solchen guten Angriff fiel auch kurz vor dem Gant in die Kabinen noch das 0-1. Nach dem Seitenwechsel blieb es
ähnlich, denn der Favorit hatte viel mehr Ballbesitz, kam aber mittlerweile nur noch selten durch die Immenhäuser Verteidigung. Sie selbst versuchten es in der zweiten Hälfte weitestgehend
mit Konterangriffen und erzielten so auch tatsächlich den Ausgleich. In den letzten Minuten stand das Spiel dann auf Messers Schneide und beide Truppen hätten es auf ihre Seite ziehen können.
Der Lucky Punch in der zweiten Minute der Nachspielzeit gelang dann der Spielgemeinschaft, dir davon profitierte, dass die Hintermannschaft des TSV einen Ball nicht richtig klären konnte und
per Flachschuss ins lange Eck wurde der Siegtreffer erzielt. Dass die SGWBO noch ihr drittes Tor erzielten, als die Hausherren dann direkt nach Wiederanstoß auf machten, das war dann eher nur
noch für die Statistik. Echt bitter für die sympathischen Gastgeber, aber alles in allem ging das schon in Ordnung so. Zudem hätte ich bei der langen Heimfahrt absolut kein Bock auf
Verlängerung gehabt, sofern es diese denn gegeben hätte und nicht direkt Elfmeterschießen…!?
Es war dann doch schon 20:55 Uhr, als ich im hohen Norden unseres schönen Bundeslandes den Motor meines Fahrzeugs startete. Über die Bundesstraßen zurück bis nach Kassel,
dort einmal von Nord nach Süd die Stadt durchquert, erreichte ich die A49 um 21:20 Uhr. Beim auffahren sah ich nur im Augenwinkel etwas Großes und es brummte auch laut, so dass ich einen
normalen LKW vermutete und Gas gab, um vor ihm einzuscheren. Gesagt, getan und beim Blick in den Rückspiegel sah ich, dass es sich um einen Schwertransport handelte, der Überbreite hatte,
mittig fuhr und dahinter machten zwei Begleitfahrzeuge alles dicht. Alter, nur eine rote Ampel in der Stadt mehr gehabt und ich hätte dahinter einreihen dürfen. Die A49 von Kassel bis zum
Ohmtal-Dreieck ist 80 Kilometer nur zwei-spurig und wenn er dann die A5 in Richtung Gießen weiter gefahren wäre, da wäre es auch bis Fernwald durchgehend nichts mit überholen geworden, wobei
ich dann sicherlich Homberg (Ohm) herunter wäre und hätte die Route querfeldein nachhause genommen. Puh, keine Ahnung wieviel genau, aber das hätte mich massig Zeit gekostet, da hatte ich
echt Dusel: So kam ich dann echt gut voran, obwohl ich eher im gemütlichen Modus fuhr. Ich entschied mich dafür, die A5 bis Fernwald zu fahren, denn über die Bundesstraße an Lich und Hungen
vorbei lässt es sich im Dunkeln auf jeden Fall besser fahren, als ab Homberg (Ohm) über die kurvigen Straßen, die gefühlt zu 80% an Wälder & Wiesen vorbei führen, wo jederzeit Gefahr von
Wildwechsel herrscht. In Nidda wurde noch für die Tour morgen voll getankt und um 22:50 Uhr kam ich zuhause an. Schnell diesen Bericht hier fertig gemacht und online gestellt, musste ich dann
noch meine Klamotten für morgen richten, denn die Freitags-Tour geht direkt nach Feierabend im Büro los. Danach war ich froh, als ich ins Bett kam, auch wenn morgen schon wieder
Wochenendbeginn ist, bedeutet das wegen Frühdienst früher aufstehen und malochen, bevor der Spaß beginnt.