Eigentlich war für heute das Eröffnungsspiel der Bezirksliga Unterfranken West in Birkenfeld angedacht, aber bereits am Wochenende kam Snicki mit der Idee heute nach Manching fahren zu
können, denn dieses Wochenende ist die 1. Hauptrunde des Toto-Pokals, also des bayrischen Landespokals, angesetzt. Ich hatte zwar gesehen, dass die Auslosung dafür vergangenen Freitag
stattfand, aber bevor ich die Terminierungen anschauen konnte, kam Snicki mir zuvor. Da es sich beim SVM um einen Landesligisten handelte und der den Bezirksligisten sticht, sagte ich ihm
direkt zu, zumal es für mich in der Landesliga Südwest auch bereits Ground Nummer 11 von 18 ist und es hier doch ganz langsam schon in die richtige Richtung geht.
Damit Snicki nicht früher Feierabend machen muss, vereinbarten wir uns um 15 Uhr in Kleinostheim zu treffen, was (ohne Verkehr gerechnet) immer noch einen Puffer von 1,5
Stunden bis Spielbeginn bedeutete und das sollte selbst für einen Freitagmittag ausreichend sein. Dadurch hatte ich sogar noch Zeit nach Feierabend um zuhause etwas zu essen und fuhr um 14:15
Uhr los, merkte aber auf der A45 direkt schon, dass verdammt viel Verkehr unterwegs ist. Im Radio kam dann auch die Meldung, dass in NRW und den Niederlagen heute Beginn der Sommerferien ist,
was das natürlich direkt erklärte. Dennoch war ich eigentlich vollkommen in der Zeit, aber in Kleinostheim von der Autobahn herunter ging es nur noch Schritttempo und ich brauchte für die 3,3
Kilometer bis zu unserem Treffpunt fast 25 Minuten und war somit zehn Minuten zu spät. Immerhin stand Snicki schon dort, da er ein wenig früher von der Arbeit gehen konnte und gut
durchgekommen war. So konnten wir wenigstens direkt los düsen nachdem ich bei ihm zugestiegen war, aber weit kamen wir nicht, bevor wir das erste Mal standen. So war ein ein ständiges Stopp
& Go auf den Straßen und zwischendurch schaute ich mich sogar schon nach Alternativspielen um, aber in Sachen Pflichtspiele war eher wenig was zu machen und wir behielten erstmal den
Fokus auf diesem Spiel. Die Ankunftszeit schwankte zwischen 18:30 und 18:50 Uhr und am Kreuz Nürnberg/Erlangen entschieden wir uns den Frankenschnellweg bzw. die A73 weiter zu fahren. Hier
war zwar auch Stau bzw. es kam zu Verzögerungen, aber rückwirkend betrachtet war es wohl die richtige Entscheidung. An dem Dreieck Nürnberg/Feucht befuhren wir
die A9, hatten aber durch eine große Wolke einige Minuten mit Starkregen zu kämpfen. Danach ploppte direkt wieder die Sonne durch und dort wo es ging, machte mein Fahrer noch etwa fünf
Minuten an Boden gut. An der Ausfahrt Manching verließen wir die Autobahn und die Reststrecke waren nur noch ganze 2,5 Kilometer, auch wenn wir erstmal noch eine Ehrenrunde durch die Stadt
drehten. Dennoch kamen wir bereits um 18:42 Uhr auf dem Parkplatz des Sportgeländes an und bekamen hier sogar noch problemlos einen Platz. An der Kasse einen Zehner hingelegt, war das
allgemeine Interesse am Spiel eher gering, aber immerhin waren rund ein Dutzend Gäste-Jungscher dabei, damit hätte ich jetzt nicht unbedingt gerechnet. Schnell die Fotorunde gedreht, eine
Wurst-Semmel und das Feierabend-Bierchen gekauft, setzten wir uns zum Schutz vor dem leichten Nieselregen auf eine Bank unter einen Baum. Kurz darauf begann das Match dann auch
bereits.
Unser heutiges Duell lautete SV Manching gegen den SV Heimstetten und das bedeutete eine Mannschaft aus der Landesliga Bayern Südwest und eine aus der Bayernliga Süd, also
direkt ein Spiel zwischen zwei etwas höher gerankten Mannschaften im Wettbewerb, auch wenn sie sicherlich natürlich nicht zu den ganz großen Favoriten gehören. Die Hausherren gehen ab der
kommenden Woche in ihre dritte Landesliga-Saison in Folge, was bisher eher eine Seltenheit war, denn man pendelte oftmals zwischen Landes- und Bezirksliga hin und her, aber zumeist konnte man
sich in der höheren Liga nicht wirklich lange halten und war dann eher mehr in der Bezirksliga zu finden. Die Gäste aus der Nähe der Landeshauptstadt München starten hingegen in ihre vierte
Bayernliga-Saison am Stück, nachdem man zuvor aber sogar vier Spielzeiten in Folge in der Regionalliga, also sogar noch eine Klasse höher spielte. Aufgrund der Ligazugehörigkeit kann man den
SVH im heutigen Match schon als favorisiert einstufen, auch wenn (fünf Euro ins Phrasenschwein) der Pokal natürlich seine eigenen Gesetze hat und man nie weiß wie ernst die jeweiligen Vereine
den Pokal nehmen oder ob es ihnen wahrlich egal ist, eine Woche von Saisonbeginn.
Direkt von Spielbeginn an übernahm der aufgrund der Ligazugehörigkeit eingestufte Favorit die Initiative und hatte früh die ersten Torchancen. So dauerte es auch nur bis zur 9. Minute bis zur
Führung der Münchner Vorstädter, die zur Hälfte des ersten Abschnittes auch noch erhöht wurde - zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Dieses 0-2 war auch das Ergebnis zum Gang in die Kabinen und das Spiel schien aufgrund der SVH-Überlegenheit eigentlich auch schon entschieden zu sein. Nach dem Seitenwechsel schien
Heimstetten zuerst alles im Griff zu haben und einer ihrer Spieler hätte nach etwa einer Stunde Spielzeit den Deckel drauf machen müssen. Er brachte aber das Kunststück fertig, nachdem er
nach einem langen Ball am heimischen Torhüter schon vorbei war, aus etwa 20-22 Metern am komplett leeren Tor vorbei zu schießen. Statt der Entscheidung kam es zu einem Bruch im Spiel der
Bayernligisten und nun spielte vollkommen aus dem Nichts plötzlich nur noch der Gastgeber. Sie verkürzten nach einer Flanke auch und es waren noch 20 Minuten auf der Uhr, die sie
weitestgehend im Vorwärtsgang verbrachten, während Heimstetten kaum noch
Entlastung auf den Rasen brachte. Der SVM brachte den Ball aber nicht mehr im gegnerischen Gehäuse unter und nach 90+4 Minuten setzte der Schiedsrichter dem Spiel ein Ende. Über die gesamte
Spielzeit gesehen doch ein verdienter Auswärtssieg, auch wenn dieser am Ende noch gewaltig am wackeln war.
Nach dem Spiel wurde nochmal ausgetreten und um 21 Uhr startete Snicki den Motor seines Fahrzeugs. Auf der Autobahn waren wir wieder schnell, hatten aber direkt in der ersten
Baustelle für vier Kilometer einen Schwertransport vor uns, den man natürlich nicht überholen konnte. Das ging aber auch vorbei und danach kamen wir Bestens voran, im Gegensatz zur Hinfahrt
bzw. auch im Gegensatz zur Fahrtrichtung Süden jetzt. Denn auch so spät Abends/Nachts rollte gefühlt eine einzige Blechlawine die Straße entlang, die teilweise sogar komplett stand und wenn
das nicht der Fall war, war zumindestens Auto an Auto zu sehen. Absoluter Wahnsinn, was da heute auf der A3/A9 unterwegs war. Wir brachten die 290 Kilometer bis Kleinostheim gut hinter uns,
hatten außer der Verzögerung durch den Schwertransporter keinerlei Probleme. Gegen 23:30 Uhr kamen wir wieder in Kleinostheim an und unsere Wege trennten sich hier. Snicki brauste alleine
davon, ich kletterte in mein Auto und ich fuhr gemütlich alleine in Richtung Heimat, wobei ich in Staden nochmal für die morgige Tour voll tankte. Ich kam um 0:20 Uhr daheim an, stellte den
Bericht noch online und verzog mich nach einer Dusche wirklich zeitnah auch in mein Bett.