Wie geplant wurde heute ein Kreuz bei einem im Fuldaer Kreispokal teilnehmenden Kreisoberligisten gesetzt, auch wenn es letztendlich doch ein anderes war, als noch vor ein paar Tagen gedacht.
Als die Terminierungen veröffentlicht wurden, gab es nämlich drei Möglichkeiten von KOL-Teams, nämlich den TSV Bachrain, die SG Marbach/Dietershan und den Türkischen SV Fulda und aufgrund der
Grounds wollte ich gerne einen der beiden ersten Teams machen. Der TSV wurde aber bereits in der letzten Woche verlegt und über das vergangene Wochenende dann auch noch die SG. Immerhin blieb
der TSV auf dem ursprünglichen Termin und somit konnte ich wenigstens tatsächlich ein Fuldaer KOL-Team abhaken, wie ich es auch vor hatte.
Der Türkische SV Fulda ist im letzten Jahrzehnt öfters zwischen Kreisoberliga und Kreisliga A hin und her gependelt, wobei man zumeist eher in der unterklassigen Liga
spielte. Im Frühjahr stieg man souverän mal wieder mit neun Punkten Vorsprung auf und mal schauen, ob der Aufenthalt in der höheren Liga dieses Mal länger andauert als bei den letzten beiden
Aufstiegen, als man nach der Folgesaison direkt wieder nach unten musste. Auch der heutige Gegner aus Haimbach musste in den vergangenen Jahren mehrmals zwischen KOL/KLA hin und her springen,
war aber im Gegensatz zum TSV zumeist eher in der oberen Liga aktiv. In der Saison 2024/25 spielte man zuletzt gegeneinander und hier siegte der HSV mit 2-0 und 6-0 in beiden Spielen und
stieg am Ende der Saison wieder auf, um vergangene Spielzeit auf einem souveränen 7. Platz in der KOL zu beenden.
Eine kleine Verlegung gab es dann aber doch auch hier, denn war der Kick zuerst auf 18:30 Uhr terminiert, wurde er Anfang der Woche noch auf 19 Uhr nach hinten geschoben.
Grundsätzlich ist mir das egal, aber heute stand das zweite WM-Halbfinale an und von daher hätte mir der frühere Anpfiff schon besser gepasst, aber gut, so wichtig ist mir der TV-Fußball dann
doch auch nicht. Dadurch hatte ich nach der Arbeit und dem Abendessen zuhause noch Zeit und konnte mich ein wenig auf der Couch herum drücken, denn das Navi sagte mir nur eine Fahrzeit von 54
Minuten für die 59 Kilometer über Landstraßen voraus. Trotz dass ich in Steinberg noch tanken musste, machte ich mich erst um 17:55 Uhr auf den Weg, der mich durch Gedern und Grebenhain nach
Osthessen führte. Kurz vor Haimbach, also dem Dorf des heutigen Gastvereins, ging es rechts ab auf die Umgehungsstraße, die mich am städtischen Stadion Johannisau vorbei führte und kurz
danach hatte ich auch schon mein Ziel erreicht. Man kann auf unsere. Landstraßen hier meistens noch Zeit gewinnen und so kam ich trotz den drei, vier Minuten Zeitverlust vom tanken schon um
18:48 Uhr bei dem am Stadtrand gelegenen Ground an. Einen Parkplatz fand ich an einem Seitenstreifen an der Längsseite des Platzes und von hier hätte man problemlos auch durch den Zaun
schauen können und alles gesehen. Ich entschied mich aber für das Zahlen der vier Euro und nahm die Kinokarte natürlich unfassbar dankbar an, als ob es meine Erste wäre. Schnell ein paar
Fotos geschossen, stellte ich mich unter einen Baum in den Schatten und wartete auf den Anpfiff, der aber auch schon alsbald erfolgte.
Es war ein lauer Sommerkick, in dem sich in der ersten Hälfte der Großteil eher im Mittelfeld abspielte. Zu Beginn hatten die Hausherren erste Offensivaktionen, aber danach
übernahmen eher die Gäste ein wenig das Kommando, ohne sich aber massig viele Torchancen zu erspielen. Kurz vor dem Gang in die Kabinen setzte der TSV einen Eckball noch direkt auf die Latte,
aber vermutlich wäre der Torhüter auch da gewesen, wenn er sich eher gesenkt hätte. So blieb es nach 45 Minuten beim torlosen Remis und nach dem Seitenwechsel blieb es erst träge und der
Unparteiische passte sich diesem an, denn ein Festhalten des Stürmers am gegnerischen Torhüter und ein klarer Schlag des Schlussmanns ergab bei ihm statt einer
gelben und einer roten Karte einen Schiedsrichterball. Ab etwa einer Stunde Spielzeit bestimmte der KOL-Aufsteiger das Geschehen recht klar und hatte zwei, drei richtig gute Möglichkeiten,
vergab sie aber kläglich. Erst 20 Minuten vor Spielende konnte der Ball nach einer Flanke per Kopf ins Netz bugsiert werden. Direkt
danach hatten sie eine Chance auf 2-0 zu erhöhen, um aber im Gegenzug völlig überraschend den Ausgleich per Fernschuss aus knapp 20 Metern hinnehmen zu müssen, der auf dem harten Boden kurz
vor dem Torhüter aufduppte und über ihn ins Tor huschte. Nur wenige Minuten später verletzte sich ein TSV-Spieler, so dass das Spiel etwa eine Handvoll Zeigerumdrehungen unterbrochen war und
trotz dass danach nicht mehr viel passierte, ist es ungewöhnlich, dass der Schiedsrichter komplett ohne Nachspielzeit der Partie nach exakt 90 Minuten ein Ende setzte. Da es sich ja aber um
ein Pokalapiel handelte, musste es also einen Sieger geben. Die Verlängerung wurde im Fußballkreis Fulda in den Durchführungsbestimmungen (zum Glück) komplett gestrichen und so schritt man
direkt zum Punkt. Bei beiden Mannschaften waren jeweils die ersten beiden Schützen absolut souverän, in den beiden Folgerunden trafen aber nur die beiden Fuldaer Spieler, dem dritten und
vierten HSV-Schützen versagten jeweils die Nerven und sie schossen vorbei bzw. scheiterten am Torhüter - genau an dem, der eigentlich gar nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen.
Sportlich aber alles in allem ein verdienter Heimsieg, verbunden mit dem Einzug in die 2. Pokalrunde.
Um 21:05 Uhr saß ich wieder in meinem Fahrzeug und war froh, die Strecke durch die vielen Wälder noch im Hellen hinter mich bringen zu können. Streckentechnisch war es wieder
die Gleiche, wie auch auf der Hinfahrt schon, also via Grebenhain und Gedern in Richtung Heimat. Ich stellte mein Fahrzeug um 22 Uhr zuhause ab und konnte während der zweiten Halbzeit des
zweiten WM-Halbfinals Argentinien gegen England meinen Bericht fertig machen und ihn auch gleich hochladen. Nach dem Spiel schaute ich noch kurz ein wenig den Interviews zu und legte mich in
Richtung Mitternacht ins Bett, mit der Hoffnung ein wenig besser zu schlafen als die letzten beiden Nächte, wo es schon wieder ziemlich warm war in meinem Schlafzimmer.