Weiter geht‘s und heute wurde auch mal auf den sonst zumeist freien Montag verzichtet, das allerdings aus durchaus gutem Grunde. Kamen wir gestern erst um 21:40 Uhr von unserer Wochenend-Tour
nach Berlin nachhause, musste heute natürlich wieder gearbeitet werden. Aber die Vorfreude auf den heutigen Abend war groß, denn ich der Hessenkampfbahn an der Alten Orangerie in Kassel
findet endlich mal wieder ein Spiel statt. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Spielstätte wurde sie nochmal für den Fußball fit gemacht, die Footballer der Kassel Titans spielen ja
sogar noch regelmäßig hier. Das letzte Fußball-Match hier fand am 22. August 2020 statt, ein Kreispokalspiel des AFC Kassel gegen den KSV Baunatal, das letzte Ligaspiel liegt sogar noch
länger zurück, denn am 28. August 2016 standen sich der Kasseler SV und Eintracht Vellmar hier gegenüber. Man hat sich nun ein passendes Datum heraus gesucht, denn Montags sind ja für
gewöhnlich meistens eher wenig Kicks zu finden und 1.000 Zuschauer als Ziel gesetzt laut dem Kreisfußballwart.
Das angesetzte Match war ein Relegationsspiel zur Kreisliga A Kassel ohne zu wissen wer die teilnehmenden Vereine sind. Nach Abschluss der regulären Saisons der Kasseler
Kreisliga B stand seit letzter Woche endgültig fest, wer jeweils die zweiten Tabellenplätze einnimmt und unter dieser speziellen Voraussetzungen relegieren darf. In der Staffel 1 war es der
TSV Heiligenrode II und in der Staffel 2 der TSV Vellmar, diese beiden Mannschaften werden also heute im direkten Duell den dritten und letzten Aufsteiger in die KLA Kassel ausspielen. Die
Zweite des Kreisoberligisten war die letzten Wochen in einen Zweikampf um die ersten beiden Plätze in der Kreisliga B Kassel mit den Fulle-Kicker Kassel verwickelt. Nach einer Niederlage des
Konkurrenten am drittletzten Spieltag und eigenen 13 Siegen am Stück (mit dem man den schwachen Saisonstart mit acht Punkten aus sechs Partien wett machte) hatte man ein Endspiel letzte
Woche, kam aber nicht über ein 1-1 Remis zuhause gegen den Tabellenführer hinaus und muss in die heutige Relegation (ein Sieg hätte den Direktaufstieg bedeutet). Auch beim Gegner, dem TSV
Vellmar, steht erst seit dem letzten Wochenende fest, dass man an dieser Relegation teilnehmen kann. Der erste Platz, der die Meisterschaft und den Direktaufstieg bedeutet hätte, der war
schon drei Woche weg, aber man musste unbedingt das letzte Spiel gewinnen, sonst wäre die Gefahr da gewesen aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs noch auf Platz Drei abzurutschen. Man
siegte aber souverän mit 3-0 und darf nun heute ebenfalls an diesem Spiel teilnehmen.
Es war heute alles wieder recht eng getaktet, nach der Arbeit wurde zuhause auf das Essen verzichtet und es blieb noch exakt Zeit mich umzuziehen. Danach stellte ich mich
raus und zwei, drei Minuten später kam Sven auch schon und holte mich ab, wir fuhren gemeinsam nach Fernwald. Hier mussten wir nur kurz warten, dann kamen Matthias und Ingo, wo wir zustiegen.
Von hier waren es 119 Kilometer bis zu unserem Ziel und wir kamen glücklicherweise gut durch und auch wenn unser ausgesuchter Parkplatz bereits komplett belegt war, fanden wir noch einen
Stellplatz in der Nähe. Gemütlich zum Stadion gelaufen, war die Schlange an der Kasse auch nicht allzu lang und wir waren knapp 25 Minuten vor Anpfiff im Ground. Erwartungsgemäß gab es direkt
nach dem betreten schon die ersten bekannten Nasen zu sehen und zu begrüßen. Ich musste mich fast schon loseisen um meine Fotorunde noch vor dem Spiel drehen zu können. Im Laufe des Abends
gab es viele Hände zu schütteln und viele alt- und neu-bekannte Gesichter zu begrüßen. Bevor ich jetzt irgendeinen getroffenen Teilnehmer bei unserem „Klassentreffen“ vergesse aufzuzählen,
fange ich erst gar nicht damit an.
Bei allem „Eventcharakter“ darf man nicht vergessen, dass es hier auch um Sport geht und um den möglichen Aufstieg eines der beiden Vereine. Wobei ich ehrlich gestehen muss,
dass ich durch die vielen bekannten Gesichter auch wirklich viel verquatscht habe. Auf jeden Fall ging es völlig wild los und Vellmar früh nach nur fünf Minuten in Führung. Die Freude währte
aber nur kurz, denn quasi im Gegenzug zeigte der Unparteiische auf den Punkt und Heiligenrode konnte direkt ausgleichen, wenn auch mit Glück, denn der Torhüter hatte noch die Patschehändchen
dran. Nach und nach, umso länger die ersten 45 Minuten liefen, umso mehr schlug das Pendel in Richtung der Zweitvertretung aus. Das 1-2 knapp zehn Minuten vor dem Gang in die Kabinen ging
dann durchaus schon in Ordnung. Nach dem Seitenwechsel lief das Match wirklich sehr langsam wieder an und es war viel Leerlauf zu sehen. Erst in der Schlussphase kam wieder Action auf, zuerst
vergab Heiligenrode die Riesenchance zur endgültigen Entscheidung, danach trag Vellmar zum vermeintlichen Ausgleich, aber die Fahne des Assistenten war wegen einer gesehenen Abseitsstellung
oben. Es folgten noch Schubsereien und eine Rudelbildung, aber auch in fast acht Minuten Nachspielzeit und mit einem stürmenden Torhüter bekam man den Ball nicht mehr über die Linie, so dass
es beim knappen, aber nicht unverdienten Sieg für die ganz in grün gekleidete Truppe blieb.
Um exakt 21 Uhr waren wir wieder an Matthias' Auto, aber zuerst zeigte uns Google Maps wieder irgendwelche Routen, die wohl nur sie kennt. Also wenden und wieder zurück, dann
hatten wir endlich den richtigen Weg aus der documenta-Stadt heraus gefunden. Ruckzuck waren wir dann wieder zurück auf der A49 und ab dem Ohmtal-Dreieck ging es auf der A5 weiter. In
Fernwald trennten wir uns wieder und die Normalen verließen das Auto, die beiden Fans von einem komischen Verein fuhren zu Zweit weiter :-) Sven brachte mich dann noch nachhause,
wo ich um 22:45 Uhr ankam und natürlich noch den Bericht fertig machte. Nochmal schnell unter die Dusche und kurz vor 23:30 Uhr ging es in die Waagrechte.