Ich verließ die Arbeit heute ein paar Minuten früher als Freitags üblich, denn wer weiß, am Ende kann vielleicht jede Minute entscheidend sein. Meine Karre hatte eine kleine
Reparatur und so ließ ich mich zum vereinbarten Treffpunkt nach Staden fahren, wo ich um 13:12 Uhr ankam und Matthias kurz vorher auch bereits eingetroffen war. Schnell packte ich meine
Tasche und mich selbst zu ihm ins Auto und los ging der Trip, der als erste Teilstrecke den direkten Weg zum ersten Kick bedeutete. Die Wegstrecke waren 525 Kilometer und wegen ein wenig
Verkehr unterwegs zeigte das Navi 5:03 Std. an. Es war also etwa 75 Minuten Puffer, wir hätten aber sogar noch die Option unterwegs zu einem anderen Spiel umzuswitchen (in Sachsen-Anhalt
waren einige Spiele in der Verbands- und Landesliga angesetzt – auch an der A9 entlang), wenn wir merken, dass wir es zeitlich nicht zum geplanten Match packen werden. Es lief aber wirklich
gut, auf der A45 war sowieso nichts und auch auf der A5 war nur eine minimale Verzögerung bei Atzenhain vor dem Ohmtal-Dreieck, wo von drei auf zwei Fahrstreifen reduziert wird. Glück (für
uns), die Gegenfahrspur war wegen eines Unfalls vollgesperrt und es staute sich auf mehreren Kilometern, wäre es in unserer Fahrtrichtung gewesen, hätten wir den heutigen Berlin-Plan
vermutlich schon abhaken können. Auch die A4, die wir ab dem Kirchheimer Dreieck benutzten, war weitestgehend okay, einzig kurz vor dem Hermsdorfer Kreuz bzw. im zweiten Tunnel bei Jena war
Stau, den Matthias auf 25 Kilometer Landstraßen umfuhr und hinter dem Kreuz bei Hermsdorf direkt auf die A9 fuhr. Von den 1:15 Std. Puffer bei Abfahrt hatten wir mittlerweile fast 20 Minuten
verloren, waren aber immer noch gut in der Zeit, denn wir hatten ja auch schon etwas mehr als die Hälfte der Wegstrecke hinter uns gebracht. Auf der A9 ging es dann auch super voran, es waren
aber auch einiges an Baustellen, die es zu durchqueren galt. Trotz dass wir nicht einmal staubedingt stehen blieben mussten, stieg die Ankunftszeit aufgrund des Verkehrs vor
uns. Als wir am Dreieck Potsdam auf die A10 wechselten, war der Puffer von den einst 75 auf bereits nur noch 32 Minuten geschrumpft und
nachdem wir am Dreieck Nuthetal auf die A115 gewechselt waren, mussten wir uns entscheiden welche der angegebenen Routen wir auswählten. Ich überließ die Entscheidung meinem Fahrer und er
wählte die Variante „umfahren des Staus“, was gefühlt am Ende vermutlich die korrekte Entscheidung war. Durch Babelsberg hindurch, ziemlich nah am Wannsee vorbei, ging es kurz vor der AVUS
wieder zurück auf die A115. Am Dreieck Funkturm verloren wir wegen der dortigen Baustelle mit Verkehrsregelung per Ampel nochmal einige Minuten und zum Schluss waren es nochmal sieben
Kilometer auf A100 und A111, bevor wir an der Ausfahrt Eichborndamm den Highway verließen und nach wenigen hunderten Metern unser Ziel erreichten. Um exakt 19 Uhr kamen wir in der Nähe des
Sportgeländes an und die Parkplatz-Situation war ziemlich chaotisch, wie erwartet. Nach wegfahren vom Ground und einmal abbiegen hatten wir aber Glück, an einem Seitenstreifen war eine Lücke
frei und Matthias parkte dort ein. Knapp 20 Minuten vor Spielbeginn zahlten wir am Eingang acht Euro und bekamen neben einer Eintrittskarte mit Spielpaarung, Vereinswappen und Datum auch noch
ein informatives Stadionheft, absolut top in dieser Hinsicht, Daumen hoch. Fotos gab es auch das ein oder andere zu schießen, gefolgt von einer Wurst und einem Bierchen als abendliche
Belohnung, bevor der Unparteiische die Partie für eröffnet erklärte.
Wie bereits oben erwähnt, haben wir es im ersten Spiel der Tour am heutigen direkt mit einem Oberliga-Aufsteiger zu tun. Es handelt sich zwar erst um den viertletzten
Spieltag der Berlin-Liga, aber die Gastgeber von den Reinickendorfer Füchsen haben 16 Punkte Vorsprung und sind somit uneinholbar an der Tabellenspitze dem Rest des Feldes enteilt. Die
Meisterschaft und somit auch der Aufstieg wurden bereits am vergangenen Wochenende final eingetütet. Zuletzt konnte man 12 Siege am Stück eintüten und steht seit dem 12. Spieltag auf dem
Platz an der Sonne und hat den Vorsprung kontinuierlich ausgebaut, da kann man natürlich nur von einem absolut verdienten Meistertitel reden. Für die Füchse ist es eine Rückkehr nach 16
Jahren, denn in der Oberliga war man zuletzt 2016/17 aktiv. Die Gäste hingegen, die erst 1990 gegründet wurden, das komplette Gegenteil, denn man belegt aktuell den 19. und somit letzten
Tabellenplatz. Allerdings beträgt der Abstand bei drei Direktabsteiger zum rettenden Ufer auf Platz 15 nur zwei Punkten und selbst zu Platz 14 sind es nur vier Zähler Rückstand. Es ist also
bei den bereits erwähnten vier noch ausstehenden Partien durchaus möglich sich noch selbst aus dem Schlamassel zu ziehen, allerdings ist auch klar, dass man ganz dringend Punkte braucht. Es
wäre der erste Abstieg nach vielen, vielen Jahren in denen es nur bergauf ging, denn 2015/16 spielten die Pinguine sogar noch in der Kreisliga C, nach vier Aufstiegen innerhalb fünf
Spielzeiten fand man sich 20/21 in der Landesliga wieder und nach Platz 14 in der letztjährigen Berlin-Liga Saison wird es im zweiten Jahr in dieser Spielklasse noch enger und wird am Ende
vielleicht nicht mehr reichen.
Die Fans der Gastgeber hatten wegen der Meisterschaft einen großen Banner an den Spielfeldrand gehängt, aber zu Beginn der Partie war wenig meisterliches zu sehen. Es war im
Verlauf der ersten 45 Minuten weitestgehend recht ausgeglichen, aber eher auf überschaubarem Niveau. Die Polar Pinguine gingen in der 40. Minute ein wenig glücklich in der Entstehung in
Führung, konnten diese aber nicht mal in die Pause bringen, da man nach einem Eckball per Kopf geschlagen wurde. Mit diesem Remis ging es nach dem Seitenwechsel weiter und das Spiel lief
erneut erst recht langsam an, aber von Minute zu Minute wurde der zukünftige Oberligist immer spielbestimmender. Eine Viertelstunde vor Ende des Spiels wurde der Druck dann zu groß und der
Tabellenführer ging erstmals selbst in Front, um nur fünf Minuten später den dritten Treffer nachzulegen. Nun konnte die abstiegsgefährdete Truppe aus Tempelhof nichts mehr entgegen setzen
und die Füchse brachten ihren dreizehnten Sieg in Folge zum Spielende hin recht souverän über die Zeit.
Nach Spielende verließen wir direkt den Ground, um im Supermarkt um die Ecke noch Knabbereien und kalte Getränke für das Hotelzimmer zu kaufen. Um 21:40 Uhr saßen wir wieder
im Auto und fuhren zum Hotel, welches wir ein klein wenig außerhalb buchen mussten, da in Berlin alles halbwegs Bezahlbares ausgebucht war, als wir vor ca. zwei Wochen eine Unterkunft
suchten. Wie wir vorhin im Autoradio mitbekamen, spielt morgen Metallica im Olympiastadion vor über 95.000 Zuschauern, das dürfte auch gewaltig geholfen haben bei der Verknappung der Zimmer.
Wir hatten 44 Kilometer bzw. 36 Minuten zurück zu legen, die uns wieder südlich in Berlin raus führten. Um 22:15 Uhr kamen wir in Ludwigfelde an, Matthias wollte aber erst noch in ein
amerikanisches Schnellrestaurant um die Ecke, wo wir es mit einer völlig überforderten Arbeitscrew zu tun hatten und trotz dass wir nur kleine Menüs mitnahmen, dauerte es ewig. Erst gegen
22:45 Uhr waren wir somit an unserer Unterkunft, die wir direkt für beide Übernachtungen gebucht hatten. Das einchecken ging immerhin ruckzuck und keine fünf Minuten später waren wir auf dem
Zimmer. Im TV ließen wir noch das Grand Slam Drittrunden-Match von Alexander Zverev in Roland Garros laufen und während es neben mir schon ruhig wurde, schaute ich das Spiel bis zum Ende an
und machte um 0:55 Uhr den Fernseher und das Licht aus.
Zu Teil 2 des Berichtes => KLICK!