Weiter geht‘s im fast täglichen Kampf um neue Kreuze und besuchte Plätze, wobei es heute schon ein klein wenig ein besonderer Tag ist. Nein, nicht unbedingt, weil es mein
letztes OFC-Spiel in dieser Saison (zum letzten Spieltag kommendes Wochenende bin ich in Zürich zur Eishockey-Weltmeisterschaft, den 800 Kilometer Round Trip hätte ich aber auf mich genommen,
wenn es tatsächlich noch um Auf- oder Abstieg gehen würde), sondern eher weil ich derzeit bei 1.999 besuchten Stadien stehe. Das heißt logischerweise der nächste neu besuchte Platz ist ein
Jubiläum! Weder beim 500., noch beim 1.000 oder 1.500sten habe ich auf etwas Bestimmtes hin gearbeitet, es hat sich einfach so ergeben, dass die 500 in Tschechien (Stadion Evžena Rošického in
Prag), die 1.000 in der Schweiz (Stadio Comunale Cornaredo in Lugano) und die 1.500 in Deutschland (Sportplatz Am Hain in Eiterfeld) gefallen sind. Genauso ergab es sich zufällig, dass ich
mir für heute nach dem OFC-Auswärtsspiel ein noch nicht besuchtes Stadion in Frankreich aussuchte und das heute dann mein Jubiläumskick wird. Von diesen 2.000 besuchten Plätzen liegen 1.516
in Deutschland und dementsprechend 484 im Ausland, also 24,2% bzw. fast jeder vierte besuchte Ground ist nicht im eigenen Land! Eine ausführliche Auflistung gibt es weiterhin hier auf meiner
Homepage. Nun aber genug von diesem Jubiläum erzählt, am Ende ist es eh nur eine Zahl und auch eine Durchgangsstation, denn morgen Abend zeigt der Counter (wenn alles normal läuft) schon
2.002 an.
Gestern Abend bereits um 23:40 Uhr aus Philippsthal an der hessisch/thüringischen Grenze zuhause und nachdem ich den gestrigen Bericht auf die Homepage gestellt, sowie mich
bettfertig gemacht hatte, dürfte ich in Richtung 0:45 Uhr weggeknackt sein: Nach einer endlich mal wieder ordentlichen Nacht, riss mich mein Wecker um 9 Uhr aus dem Schlaf. Nach dem Frühstück
startete ich um 9:40 Uhr ab und war noch nicht mal auf der Autobahn, da meldete das Autoradio bereits 40 Minuten Verzögerungen auf der A3 und so fuhr ich ab Hanau bis Darmstadt auf
Bundesstraßen und von hier brauchte ich nur noch die A5 bis zur Ausfahrt Freiburg-Mitte. Auf der B31a durch Freiburg durch ist jedes Mal auf’s Neue schlichtweg zum Kotzen (mit Stuttgart aus
Autofahrer-Sicht einfach die ekelhafteste Stadt, die ich kenne und zudem war heute die Zufahrtsstraße vom Osten kommend gesperrt für Gästefans, was noch nie der Fall war. Also nochmal drehen,
mich mit gefühlt 1.901 Radfahrern bekämpfen und vor zwei geschlossenen Bahnschranken halten, als ich mein Auto knapp eine Viertelstunde vor Spielbeginn auf dem Gästeparkplatz abstellte, war
ich schon schwer genervt. Es gab dann den erwarteten Sommerkick, aber so ist das halt oft bei Teams für die es nicht mehr um Auf- oder Abstieg geht. Immerhin gab es dennoch einen 1-3
Auswärtssieg der Kickers, was wenigstens ein gutes Gefühl für den restlichen Abend/Tag gab. Exakt 16 Uhr saß ich wieder im Auto und ich hatte bis zum zweiten Tagesziel 103 Kilometer bzw. 1:17
Std. laut Navi. Zuerst musste ich mich aber mal wieder durch diese nervige Stadt kämpfen, um nach einigen Minuten endlich wieder die A5 erreicht zu haben. Statt in Richtung Norden, also
Richtung Heimat, fuhr ich in Richtung Süden (Basel), um am Dreieck Neuenburg rechts abzubiegen und nach wenigen hundert Metern nach Überquerung des Rheins bereits in Frankreich zu sein. Hier
war es die A36, die an Mulhouse vorbei führte und mich dahinter logischerweise in Frankreich erstmal an einer Mautstation blechen lässt. Zwar nur 3,10 Euro, aber trotzdem nervig, egal, es war
ja bekannt. Eine Ausfahrt dahinter verließ ich die Autobahn und hatte noch acht Kilometer Landstraße, bis ich gegen 17:20 Uhr in der Nähe des Stadions angekommen war. Ich hatte Glück und
konnte am Kopfende noch einen Parkplatz ergattern, blieb aber erst nochmal sitzen und hörte in aller Ruhe die Bundesliga-Konferenz im Radio zu Ende. Erst etwa 20 Minuten vor Spielbeginn
betrat ich nach dem Bezahlen von sechs Euro den Ground und schoss natürlich erstmal in aller Ruhe meine Fotos, Motive gab es hier ja genug.
Beim Spiel handelte es sich um eins aus der Liga National 3 (Groupe F), was die fünfthöchste Spielklasse Frankreichs ist, die aufgrund der Größe des Landes achtgeteilt ist.
Am 25. Spieltag trafen hier der ASM Belfort FC und Besançon Football aufeinander. In Tabellenplätze ausgedrückt bedeutet das in einer Liga mit 14 Mannschaften Elfter gegen Vierzehnter. Die
Gäste haben in den ganzen 24 Partien nur 13 Zähler gesammelt und sind schon lange abgestiegen von der National geht es somit in die Regional, denn ab den siebten Ligen wird der Spielbetrieb
von den Bezirken verwaltet. Die Hausherren hingegen haben schon 27 Punkte gesammelt und stehen über der gefährdeten Zone, mit einem Dreier heute könnte man den Klassenerhalt aus eigener Kraft
dingfest machen.
Nach Anpfiff ging ich direkt auf die Tribüne und hatte kaum die Stufen nach oben erklommen, da gingen die Hausherren durch einen schönen Schuss auch schon in Führung. Zu
meinem Jubiläum wollte ich mich selbst belohnen und gönnte mir ein kleines Bier und eine Merguez. Als ich in der Schlange stand, hörte ich, wie es auf der Tribüne lauter wurde und ich drehte
mich um. Gerade wurde ein Sprint über außen beendet und zur Flanke angesetzt, in der Mitte war einer am kurzen Pfosten frei und zack, stand es schon 2-0 für den Favoriten. Die Hausherren
blieben auch die aktivere Mannschaft, hatten im restlichen Verlauf der ersten Hälfte aber auch jetzt nicht mehr die ganz große Anzahl an guten Möglichkeiten. Die Gäste hatten eigentlich nur
eine einzige Torchance und da lag der Ball gleich im Netz, nach einem Fernschuss ließ der Torhüter den Ball nach vorne abprallen, der abstaubende Stürmer stand aber wohl im Abseits, ich
denke, das war die richtige Entscheidung. Das 2-0 zum Gang in die Kabinen ging so wohl in Ordnung, nach dem Seitenwechsel waren dann aber die Hausherren richtig stark und es rollte Angriff um
Angriff in Richtung Tor des Tabellenletzten, aber lange Zeit scheiterte man an sich selbst oder am stark haltenden gegnerischen Torhüter, mehr als ein Abseitstor und Lattentreffer war nicht
drin. Der Bann brach so richtig erst etwas mehr als 20 Minuten vor dem Ende, als man binnen fünf Minuten erneut einen Doppelschlag auf den Rasen zauberte, um danach hinten der verteidigen zu
vergessen und per Fernschuss das 4-1 zu kassieren. Da sie aber weiterhin ihr Heil in der Offensive suchten, netzten sie auch noch ein weiteres Mal ein. Alles in allem ein (auch in dieser
Höhe) verdienter Heimsieg, der durch die beiden frühen Tore logischerweise nie wirklich in Gefahr war.
Um 19:55 Uhr drehte ich den Schlüssel im Zündschloss um und begann meine Heimfahrt. Das Navi sagte mir 413 Kilometer und 3:53 Std. voraus und lotste mich erst einmal eine
andere Route in Richtung Autobahn, als ich loch auf der Hinfahrt gefahren bin. Ich kam mit meiner Straße direkt am „Étang des Forges“, einem nett gelegenen See vorbei und wäre meine restliche
Strecke nur halb so weit gewesen, hätte ich hier bei immer noch über 20 Grad safe mal die Füße rein gehängt und ein wenig das Leben genossen, aber so zog ich vor doch lieber den direkten
Rückzug anzutreten. Nach der Auffahrt auf die A36 war es dann die gleiche Route wie vor dem Spiel, an Mulhouse vorbei, über den Rhein ging es um 20:35 Uhr zurück nach Deutschland und ab dem
Dreieck Neuenburg die A5 in Richtung Norden zu nutzen. Eine Abend/Nachtbaustelle sorgte für ein klein wenig Verzögerung, aber so richtig dramatisch war das auch nicht. Solch eine Baustelle
hatte ich auch nochmal kurz nach meinem Wechsel auf die A3 beim Flughafen FRA, hier dauerte es doch ein paar Minuten. Aber alles noch im Rahmen, an der Ausfahrt Hanau musste ich erstmal auf
die B43a wechseln, um nach wenigen Kilometern nochmal die A45 zu befahren. Von der Abfahrt Staden, wo ich auch nochmal tankte, war es wieder die übliche knappe Viertelstunde bis komplett zu
mir nachhause, wo ich um 0:20 Uhr ankam. Oben den Bericht hoch geladen, ging es danach recht zügig ins Bett, denn für morgen gab es eine ungewollte Planänderung, wegen welcher der Wecker
morgen anderthalb Stunden eher klingelt. Genaueres werde ich aber dann im morgigen Bericht dazu schreiben.