Am heutigen Vize-Freitag hatte ich mir eigentlich einen sehr interessanten Kick, in einer Kreisoberliga-Staffel (Werra-Meissner) in welcher ich erst ein Drittel Füllstand
habe (5 von 15 Grounds), heraus gesucht. Ich hatte mega Bock darauf in dieser Liga weiter zu kommen, es wäre laut Bildern ein netter Platz gewesen und zudem mit Zweiter gegen Dritter im
direkten Duell um den Relegationsplatz auch sportlich hoch brisant. Aber manchmal kommt es doch anders, als man denkt… Ich war über den Tag zunehmend immer mehr genervt, mein Auto zeigte eine
elektronische Fehlermeldung an (obwohl ich nichts merkte) und des weiteren war ich einfach total k.o., so dass ich keinesfalls die Muße hatte 1:45 Std. in hohem Tempo nach Sontra zu düsen.
Der gemeldete Verkehr tat sein übriges dazu mich schweren Herzens gegen den Trip dort hin zu entscheiden. Ich suchte mir den am nähesten noch fehlenden Ground einer heute angesetzten ersten
Mannschaft aus und plante das für mich ein.
Diese Partie war ein Match der Kreisliga A Alsfeld/Gießen und zwar ein Nachholspiel vom 14. Spieltag, also sogar noch von vor der Winterpause. Das Duell hieß SV Germania
Bobenhausen gegen die SG Rüddingshausen/Londorf und war tabellarisch gesehen Elfter gegen Zweitet in einer Liga mit 16 Mannschaften. Beide Mannschaften also mit komplett unterschiedlichen
Vorzeichen, denn die Hausherren kämpfen gegen den Abstieg und die Gäste um den Aufstieg. Bobenhausen steht zwei Plätze über der gefährdeten Zone, hat aber immerhin schon genug Vorsprung zu
den drei Direktabsteigern. Zu dem Verein auf dem Abstiegsrelegationsplatz hat man derzeit vier Punkte Vorsprung und es sind nur noch drei komplette Spieltage. Da das heutige Match ja ein
Nachholspiel ist, das einzige noch offene in der ganzen Liga, deswegen können nur die Germanen heute punkten und der Rest muss tatenlos zuschauen. Allerdings ist man seit fünf Ligaspielen
sieglos und hat in den letzten drei Mal 90 Minuten nicht mal einen einzigen eigenen Treffer erzielt. Das Team auf Platz 13 spielt noch gegen ein bereits abgestiegenes Team und dürfte auch
allgemein auf dem Papier das eher leichtere Restprogramm haben. Die Spielgemeinschaft hingegen steht derzeit bereits auf dem Rang, der nach Beendigung des 30. Spieltags zur Teilnahme an der
Aufstiegsrelegation berechtigen würde. Der Rückstand auf den Spitzenreiter beträgt sechs Punkte, der Vorsprung zur Rang Drei sind derzeit drei Punkte - aber auch hier gilt: Es ist ein
Nachholspiel und nur die SG könnte heute die Punkte holen, die Gegner müssen zuschauen. Man könnte also bis auf drei Punkte an den Direktaufsteiger heran rücken und während man selbst vom
Papier her eher machbare Gegner hat, muss der aktuell von oben grüßende Verein in den letzten drei Partien noch gegen den Tabellendritten und -vierten antreten. Das Torverhältnis ist noch
recht eng und der SV Hattendorf hat hier derzeit fünf Tore Vorsprung, alles in allem ist es wirklich noch sehr eng. Klar ist aber auch, dass der SVH es in der eigenen Hand hat, während
Rüddingshausen/Londorf auf mindestens einen Ausrutscher hoffen muss.
Aufgrund der oben benannten Müdigkeit verzog ich mich nach Feierabend und Abendessen nicht mal auf die Couch, sondern legte mich direkt ins Bett. Nach etwas mehr als einer
Stunde Schlaf weckte mich der Wecker um 18:30 Uhr aus dem Tiefschlaf, aber es war wirklich dringend benötigt und so war ich froh, dass ich auf meinen Körper gehört habe, obwohl ich den Ground
in Sontra echt gerne eingesackt hätte. Ich fühlte mich aber erstmal besser und machte mich langsam fertig, so dass ich um 18:48 Uhr wieder in meinem Auto saß. Die Strecke zum Ersatzspiel war
nun statt den 1:45 Std. (ohne Stau) zuvor mit 32 Minuten bedeutend kürzer und dank des um
eine halbe Stunde späteren Beginns konnte ich sogar noch länger schlafen und werde am Ende dennoch auch locker 45 Minuten noch eher daheim sein, gegenüber meinem
ursprünglichen Plan. Über Eichelsachsen sollte es nach Schotten gehen, aber hier war plötzlich auch eine Straßensperre (von der ich nichts wusste), wie gefühlt überall zur Zeit. Also den
Umweg über Eschenrod genommen, was aber auch nochmal locker fünf Minuten Puffer weg nahm. Durch Schotten, ging es hier via Götzen weiter über viele kleine und kurvige Straßen, aber da hier
auch wenig Verkehr war, kam ich meinem Ziel gut entgegen. Letztendlich kam ich sechs Minuten vor regulärem Spielbeginn am Sportgelände an und parkte einem Feldweg vom Sportplatz wegführend
entlang. Ich hatte sogar noch Zeit in Ruhe meine Fotorunde zu drehen, Anpfiff war nämlich mit +4 und stellte mich dann auf die Geraden. Wie ich schnell merkte, war es der Bereich der Gäste,
die sicherlich locker die Hälfte der insgesamt etwa 60 Zuschauern stellten.
Der Favorit in diesem Spiel machte von Beginn an klar, dass es hier und heute und normalen Umständen eigentlich nur einen Sieger geben kann, denn bereits von Minute Eins an rollte Angriff um
Angriff auf das Gehäuse der Germanen und wenn diese mal den Ball ergattern konnten, wurde dieser zumeist einfach weit weg gedroschen. Ein Doppelschlag in der 18. und 20. Minute brachte sie
auch dann endgültig auf die Siegerstraße, kurz vor der Halbzeit setzten sie auch noch einen dritten Treffer drauf, was gefühlt schon mehr als die Vorentscheidung war. Auch nach dem
Seitenwechsel ging es so weiter und in der ersten Viertelstunde nach der Halbzeit traf die Spielgemeinschaft noch zwei weitere Mal und dann fing man doch so langsam mal an erste Spieler zu
schonen und auszuwechseln, was sich dann auch auf dem Rasen bemerkbar machte, auch wenn man weiterhin das bessere Team bliebt. Der Druck zum Tor fehlte nun aber ein wenig und so hatte man
fortan nicht mehr die ganz großen Tormöglichkeiten. Da der SVB aber auch jetzt kaum offensiv in Erscheinung trat, plätscherte es zwischenzeitlich ein wenig dahin. Immerhin gab es für die
Hausherren noch den Anschlusstreffer, aber dieser fiel auch nur, weil er unhaltbar für den Gäste-Torhüter abgefälscht wurde.
Da wir recht pünktlich waren und es auch keinerlei Grund für großartig Nachspielzeit gab, saß ich um 21:20 Uhr bereits wieder in meinem Auto und machte mich auf die
Heimfahrt, die ja wirklich von der Zeit her entspannt kurz war. Um nicht wieder die Sperrung in Eichelsachsen umfahren zu müssen, nahm ich dieses Mal direkt eine andere Route, die sich
zeitlich und kilometertechnisch kaum von der Strecke der Hinfahrt unterscheiden dürfte. Durch Altenhain, Freienseen, Gonterskirchen, Ulfa, Harb und Nidda war ich um 22 Uhr zuhause. Zwischen
den wenigen Ortschaften lagen halt mal wieder massig Wälder & Wiesen, so dass ich wegen dem Wildwechsel hier auf dem Land mal wieder sehr aufpassen musste. Zuhause machte ich nur noch
schnell diesen Bericht fertig und verzog mich zeitnah ins Bett, wo ich nebenher natürlich das Europa League Halbfinal-Rückspiel des SC Freiburg laufen ließ.