Heute hielt ich mir mein Ziel lange offen, denn eigentlich hatte ich Teutonia Hausen, einen Kreisoberligisten aus dem Fußballkreis Offenbach auf dem Schirm, allerdings war der
Spielbeginn um 19 Uhr angesetzt und das auf dem Hauptplatz mit Naturrasen, aber ohne Flutlicht. Daneben liegt ein Kunstrasenplatz mit Beleuchtung, so dass ich mir keinesfalls sicher war, dass
tatsächlich auf dem Naturrasenplatz gespielt werden würde. Denn es waren heute ab Mittag Regenfälle angekündigt und zudem schaute ich gestern gegen 20:45 Uhr gen Himmel und da war es an einem
trüben Tag schon wirklich recht duster. Aus dem diesem Grund nahm ich auf jeden Fall einen Plan B im Hinterkopf mit auf und das war das Kreispokal-Halbfinale im Fußballkreis Wetzlar beim RSV Büblingshausen, der regulär als Hauptplatz einen Kunstrasenplatz besitzt. Das Problem hierbei ist allerdings, dass beide
Grounds 80 Kilometer auseinander liegen und „mal in Hausen schauen und im Notfall schnell nach Büblingshausen fahren“ nicht funktionieren wird und ich mich vor Abfahrt auf ein Ziel festlegen
muss.
Pünktlich zum Feierabend und als ich auf dem Weg vom Büro zum Mitarbeiterparkplatz war, gab es die ersten Tropfen. Es regnete sich richtig ein und war auch zeitweise recht
stark. Ich fuhr nachhause mich umziehen und dann erstmal nach Bad Nauheim meine ECN-Dauerkarte zu verlängern - ich weiß, das geht auch online, aber diese Fahrt gehört irgendwie jeden Mai dazu
und hat auch schon was von „Vorfreude auf die neue Saisio“, auch wenn es natürlich immer noch über drei lange Monate bis zum ersten Testspiel sind. Danach ging es noch nach Friedberg, um im
Subway zu Abend essen und von hier musste ich dann eine Entscheidung treffen, ob ich nach Norden oder nach Süden weg fahre. Die war innerlich aufgrund des Mistwetters aber eh schon gefallen
und zwar (da man ja schon öfters die Erfahrung mit Vereinen gemacht hat, dass Platzänderungen gar nicht mitgeteilt werden, gerade erst am vergangenen Sonntag Mittag). Nach Rücksprache mit den
Hopperkollegen Tobi und Asche entschied ich mich dann aber doch für Hausen, denn Letzterer hatte gegen 17:30 Uhr beim Verein angerufen und die Aussage war „wenn es jetzt nicht noch einen
fetten Platzregen gibt, wird auf Rasen gespielt“. Die Stärke des Regens hatte tatsächlich auch nachgelassen, also riskierte ich es und fuhr um 18:05 Uhr in Friedberg los und bei 46 Kilometern
Fahrstrecke und 45 Minuten Dauer, hatte ich knapp eine Viertelstunde Puffer. Hinter der Kreisstadt ging es zuerst auf die B3 und vor Nieder-Wöllstadt links ab auf B45, durch Ilbenstadt und
Kaichen, sowie an Nidderau und Bruchköbel vorbei, musste ich nochmal auf die A66. Am Hanauer Kreuz wieder runter auf die B43a, an der Gebrüder-Grimm-Stadt vorbei und im Tannenmühlkreisel
rechts ab. Asche war mittlerweile vor Ort und konnte den Naturrasen confirmen (Danke nochmal!), so konnte ich auch gemütlich weiter fahren und musste nicht doch noch unterwegs drehen und
Vollgas nach Büblingshausen donnern. Um 18:48 Uhr kam ich vor Ort an, stellte mein Auto ab und nach dem Bezahlen von vier Euro gab es eine nette Eintrittskarte und den Einlass zum Ground.
Direkt Asche, Tobi und Roland begrüßt, drehte ich vor dem Anpfiff (der wegen des fehlenden Flutlichts sogar halbwegs pünktlich war) noch meine Runde und lichtete das ein oder andere
ab.
Das Duell in der Kreisoberliga Offenbach hieß FC Teutonia 07 Hausen gegen den TSV Dudenhofen und war ein Nachholspiel des 30. Spieltags vom vergangenen Wochenende.
Tabellarisch gesehen hatten wir den Tabellenführer und die auf Rang Neun stehenden Gäste zu Gesicht, in einer Liga mit 17 Vereinen. Für den TSV wird es im Laufe der Saison um nicht mehr viel
gehen, denn man kann weder auf-, noch absteigen, da Rückstand und Vorsprung auf die beiden Relegationsplätze oben und unten 21 bzw. 11 Punkte betragen und insgesamt sind nur noch 12 Punkte zu
holen pro Mannschaft. Ganz anders die Teutonen, die von ganz oben grüßen und vor diesem Spiel auch bereits sieben Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten haben. Sollte man das heutige
Nachholspiel also gewinnen, bräuchte man nur noch drei Punkte aus vier Spielen, um den direkten Aufstieg in die Gruppenliga auch rein rechnerisch einzutüten. Trotz dass man die Liga so klar
anführt, hat man aber erstaunlicherweise jeweils nur den drittbesten Sturm und auch nur die drittbeste Abwehr, was schon eher ungewöhnlich ist. Während Hausen erst seit 2019/20
durchgehend in der KOL unterwegs ist, ist Dudenhofen seit 14/15 ununterbrochen in dieser Spielklasse. Die Heim-Mannschaft geht mit vier Siegen am Stück in das heutige Spiel, der Gegner
hingegen war zuletzt vier Mal in Folge punktlos aus den Spielen gegangen, die Rollen waren auch heute mal wieder mehr als nur klar verteilt.
Schon recht früh war in diesem Spiel zu sehen, wer hier die breite Brust auf dem Spielfeld und so dauerte es auch nur knapp eine Viertelstunde, bis der Führungstreffer erzielt war. Das
Geschehen spielte sich im weiteren Verlauf ersten Hälfte auch fast nur vor dem TSV-Gehäuse ab und es war auch die ein oder andere Möglichkeit dabei das Ergebnis noch vor dem Gang in die
Kabinen zu erhöhen, aber der Ball wollte erstmal nicht mehr über die Linie. Die Pause wurde nach Absprache um ein paar Minute verkürzt, um hinten heraus nicht Probleme mit der Helligkeit zu
bekommen, aber nach dem Seitenwechsel war nur eine Mannschaft wirklich wach und das waren die Teutonen. Es dürften nämlich gerade einmal knapp 15 Sekunden von der Uhr gelaufen sein, da wurde
per Heber das 2-0 erzielt, was viele gar nicht mitbekamen, weil sie sich noch im und um das Sportheim befanden, Der Tabellenführer schien alles im Griff zu haben und wirklich gefährlich
wurden Dudenhofen auch nur recht selten, aber nach etwa 75 Minuten traf man dann doch zum Anschluss. Ein kapitaler Abspielfehler eines ihrer Verteidiger schien aber die Hoffnung nach nur
wenigen Minuten wieder zu begraben, aber per schönem flachen Schlenzer ins lange Eck wurde in der Schlussminute nochmal auf 3-2 verkürzt. Der TSV hatte sogar tatsächlich noch ein, zwei
Offensivaktionen, aber so richtig nah kamen sie an den Ausgleich nicht mehr ran, der wäre aber auch nicht verdient gewesen. Mit diesem Sieg hat Hausen den vorletzten Schritt zum Titelgewinn
gemacht, aber es zweifelt sicherlich niemand mehr daran, dass man das noch hergeben kann, auch wenn man noch gegen den Sechsten, Dritten und Zweiten spielt. Am kommenden Sonntag muss man beim
Vierzehnten des Rankings ran und die Chancen stehen hoch, dass man dort den Aufstieg bereits eintüten kann.
Exakt 20:50 Uhr saß ich wieder in meinem Auto und drehte den Schlüssel zur Heimfahrt um, wobei die nun 55 Kilometer und 42 Minuten lang sein sollte (laut Navi). Diese
Maschine lotste mich nun auch anders durch den Ort und in Obertshausen-Mitte ging es auf die Bundesstraße, durch den Tannenmühlkreisel und an Hanau vorbei, befuhr ich dahinter mal wieder die
A45, auf welcher ich bis nach Staden blieb. Von hier ist es ja in etwa die übliche Viertelstunde, bis ich komplett zuhause war. Das Auto um 21:35 Uhr abgestellt, oben den Bericht fertig
gemacht und gemütlich geduscht. Danach verzog ich mich bereits gegen 22:30 Uhr ins Bett, da ich ziemlich müde war - aber happy, da es ja scheinbar doch noch Vereine gibt, die bei den ersten
Regentropfen gleich auf die Plastikwiese ausweichen, Danke Teutonia!!!