Wie ihr wisst, mache ich an Samstagen, an denen der OFC spielt, dennoch danach gerne auch noch einen neuen Ground. So war auch das heute der Fall und ich hatte erstmal zwei
Plätze auf dem Schirm, die jeweils knapp eine Stunde Fahrzeit von Offenbach aus gewesen wären. Um realistisch zu kalkulieren muss man eben bei Spielen (inkl. Einschwörungskreisel, späterer
Beginn und den mittlerweile längeren Nachspielzeiten) sowieso mit zwei Stunden rechnen. Zudem war ich heute am Bieberer Berg im VIP-Bereich und wollte nicht direkt nach Spielende aufspringen,
zudem hätte ich wegen meinen immer noch anhaltenden Knieproblemen sowieso nicht schnellen Schrittes zum Auto laufen können. Das bedeutete, dass diese beiden 17 Uhr Spiele eher unrealistisch
zu Spielbeginn zu schaffen waren. Zum Glück sah ich aber am vergangenen Wochenende noch ein Spiel im Spessart mit Anpfiff um 18:30 Uhr, das passte mir dann doch viel besser und es war
komplett ohne irgendwelche Hetzerei zu erreichen. Auch der Heimweg war danach nicht allzu weit und so nahm ich mir das in meine Planungen mit auf.
Es handelte sich um die Partie FV Bergrothenfels/Hafenlohr gegen die SG Eußenheim/Gambach in der A-Klasse Würzburg 4. Die A-Klasse in Bayern ist die zehnthöchste Spielklasse
und somit auf einer Ebene mit einer hessischen Kreisliga B. Dieser Liga startete sowieso mit nur 13 Teilnehmern, wovon eine Mannschaft unter der Saison auch noch zurückziehen musste und somit
sind hier nur noch 12 Teams aktiv. Der „Rückzieher“ steht bereits als Absteiger fest und zudem gibt es eine Mannschaft mit 0 Punkten und 5-91 Toren aus 19 Spielen, zweifelsfrei sind hier die
beiden Vereine bereits gefunden, die in der kommenden Spielzeit B-Klassen Fußball spielen werden. Die Hausherren stehen als Siebter mit 27 gesammelten Zählern komplett im Mittelfeld der
Tabelle oder besser gesagt: Im kompletten Niemandsland! Ganz anders der Gastverein, welcher mit 49 Punkten ganz oben im Ranking thront und sollte man diesen Platz beibehalten, wäre man
einziger Direktaufsteiger in die Kreisklasse Würzburg. Der Vorsprung auf den ärgsten Verfolger auf Platz 2 (wäre am Ende der Spielzeit der Platz, der an der Aufstiegsrelegation teilnimmt)
beträgt allerdings nur drei Punkte und selbst zum Platz 3, der am Saisonende komplett leer ausgehen würde, sind es nur fünf Zähler. Der große Joker ist allerdings, dass beide Mannschaften
hinter dar SG aber an den letzten beiden Spieltagen jeweils noch einmal spielfrei haben und somit (inkl. heute) nur noch zwei Partien absolvieren dürfen. Mit einem Sieg heute wäre man auf
jeden Fall rechnerisch fix mindestens in der Relegation, nimmt man aber einen genaueren Blick auf die Tabelle, sieht man auch, dass neben den drei Punkten Vorsprung auf den Zweiplatzierten
auch das Torverhältnis noch um sieben Tore besser ist. Ein Dreier heute wäre zwar noch nicht der rechnerische Aufstieg, aber daran dürfte dann niemand mehr zweifeln. Der Ground B dieser
Spielgemeinschaft in Gambach, wo vermutlich dann am kommenden Wochenende die große Aufstiegsfeier stattfinden wird, den habe ich im Mai 2024 tatsächlich schon mit einem Relegationsspiel
gekreuzt.
Zuerst also beim OFC gewesen, wo in der Schlussphase mal wieder ein Sieg aus der Hand gegeben wurde und es am Ende gegen den FC-Astoria Walldorf mal wieder nur zu einem 1-1
reichte. Ich hatte dieses Mal zwei VIP-Karten und nahm meinen Dad mit nach Offenbach, der dann damit okay war auch zu meinem zweiten Spiel noch mitzufahren. In Offenbach verharrten wir nach
den Match noch ein wenig, denn wir hatten keine große Eile, es reichte um 16:55 Uhr dort weg zu fahren, denn die Strecke waren ja nur 81 Kilometer und der Anpfiff
auf 18:30 Uhr gelegt. Zurück zum Tannenmühlkreisel ging es an der Auffahrt Hanau direkt auf die A3 und hier blieben wir auch bis zur Ausfahrt Marktheidenfeld, von wo wir dann nur
noch 12 Kilometer auf der B4 hinter uns bringen mussten. Unterwegs amüsierten und erfreuten wir uns ein wenig an der Bundesliga-Konferenz im Radio, die durchaus passende Ergebnisse
präsentierte. Um 17:50 Uhr kamen wir am Sportgelände an und nachdem ich geparkt hatte, konnten wir sogar noch die letzte Viertelstunde des Vorspiels der beiden Zweitmannschaften schauen.
Nachdem diese dann vom Platz waren, drehte ich schnell meine Fotorunde und kehrte zu meinem Dad auf die Geraden zurück.
Wie ich am Seitenrand mit bekam, hatten der Tabellenführer wohl mit einigen Ausfällen zu kämpfen, dennoch war es erstaunlich, dass die Hausherren doch das recht klar bessere Team waren,
gerade in der ersten Hälfte. Nach einem unnötigen Foul des Gästekeepers bekamen sie einen Strafstoß und gingen hochverdient in Führung. Es folgten einige vergebene Chancen, aber dummerweise
patzte auch ihr Torhüter und konnte einen Schuss nur abprallen lassen. Da der Gäste-Stürmer am schnellsten schaltete, stand es plötzlich 1-1. Dieses Glück beim Tor wurde aber schnell wieder
hergeschenkt, denn in der Vorwärtsbewegung verliert man den Ball und die Hausherren gingen ein zweites Mal am heutigen Abend in Front. Nach dem Seitenwechsel war es über weite Strecken kein
gutes Spiel, viele Ungenauigkeiten, viele Fehlpässe und zeitweise war auch viel Holzhackerei in den Zweikämpfen mit dabei. Der Spitzenreiter wollte den Ausgleich unbedingt, aber ihnen fiel
echt unfassbar wenig ein, spielerisch war das noch weniger als wenig und die vielen langen Bälle landeten oftmals im Nirvana. In der fünften Minute der Nachspielzeit, als bei einem Eckball
sogar der SG-Torhüter mit nach vorne ging, kam es im Strafraum zu einem Gewühl und einer vollkommen unübersichtlichen Situation, aber irgendwann entschied der Unparteiische auf Tor und somit
dem erbeuten Ausgleich. Es kam zu einer kleinen Rudelbildung und Geschubse, aber der Schiedsrichter pfiff danach ab und beim Shakehands war man wieder komplett friedlich miteinander, so soll
es ja auch sein. Auf jeden Fall ein schmeichelhafter Punkt für das Top-Team der Liga, aber dieser hilft ihnen natürlich im Aufstiegskampf weiter.
Um 20:20 Uhr saßen wir wieder im Auto und wir entschieden uns statt die Route über die Autobahn die Route quer durch den Spessart zu nehmen. Zwar dauerte diese etwa 15 Minuten länger, aber
dafür war sie auch 30 Kilometer kürzer und da wir nichts mehr vor hatten, dann halt Bundes- und Landstraßen. Durch Lohr und Frammersbach ging es bis nach Gelnhausen, wo wir für die Zeit von
zwei Ausfahrten doch nochmal auf die A66 fuhren. In Gründau-Lieblos wieder runter und durch Büdingen und Ortenberg nachhause, wo wir um 21:50 Uhr das Auto abstellten. Oben noch die letzten
Minuten vom Aufstiegsspiel des FC Schalke im TV geschaut und für diese Homepage hier die Berichte von gestern und heute fertig geschrieben und online gestellt. Ins Bett ging ich gegen 1 Uhr,
morgen musste ich ja nicht ganz so früh wieder raus.