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Um exakt 18 Uhr saßen wir in Wandlitz wieder in meiner Karre und starteten ab auf die nächsten 107 Kilometer bzw. 1:18 Std. laut Navi, bis wir in ersten Ort hnter dee Grenze
in Polen wären. Zuerst bis zum Ortsausgang wieder auf dem nervigen Kopfsteinpflaster, aber alles in allem wsren wir nach etwas mehr zehn Minuten schon wieder auf der A11 Richtung Berlin. Am
Autobahndreieck Barnim wechselte ich nochmal auf die A10 in Richtung Frankfurt/Oder, aber ein paar Kilometer später fuhren wir an der Abfahrt Berlin-Hellersdorf auf die B1 und hatten noch 65
Kilometer hinter uns zu bringen. An Müncheberg und Seelow vorbei, bogen wir bei Neu-Manschnow nicht direkt ab, um zwei Ortschaften später am Platz zu sein, sondern fuhren die B1
weiter bis zur Grenze. Direkt dahinter wurde die Karre für 1,53 € / Liter Super natürlich randvoll geklatscht. Trotz des „Tankrabatts“ in Deutschland sind es schlappe 45 Cent pro Liter
Unterschied zum morgendlichen Tanken in Hungen. Noch kühle Getränke geschnappt und schon ging es auch wieder zurück über die Grenze, diese sieben, acht Minuten in Polen haben sich aber
gelohnt. Ab der Tankstelle waren es nur noch 16 Kilometer bzw. 14 Minuten, die wir auch in dieser Zeit hinter uns brachten. Am letzten Ziel des Tag sahen wir bereits von weitem, dass schon
einiges los ist und die Gäste eine Szene dabei hatten, die mit einem großen Reisebus von einem östlichen Berliner Vorort angereist waren. Das ließ auf jeden Fall die Vorfreude noch ansteigen
und wir parkten um 19:45 Uhr auf dem ehemaligen Trainingsplatz, der mittlerweile als Parkplatz genutzt wird. Direkt die Runde gedreht und ein paar Fotos geschossen, stellten wir uns gegenüber
hin, um so alles Bestens im Blick zu haben.
Somit waren wir bereits beim vierten und letzten Kick des Tages (ehrlicherweise reicht es für heute dann auch jetzt wirklich) angekommen. Dieser war einer in der
Ostbrandenburgliga, also die 9. Spielklasse, was den hessichen Kreisligen A entspricht. In einer Liga mit 16 Mannschaften standen sich die Teams auf den Plätzen Acht und Sechs gegenüber. Das
hört sich erst einmal nach einem Mittelfeldduell allererster Güte an, aber neben einem Direktabsteiger gibt es noch vier Plätze für die Abstiegsrelegation. Somit müssen die Hausherren noch
gehörig aufpassen, denn ihr Vorsprung auf den ersten dieser vier Plätze beträgt gerade einmal zwei läppische Pünktchen. Was allerdings „positiv“ stimmen sollte, ist, dass es von den Plätzen 8
bis 12 (alle getrennt nur durch die bereits benannten zwei Punkte) nur ein einziges Team erwischen dürfte, denn die Mannschaft auf Platz 13 der Tabelle hat nochmal weitere sieben Punkte
weniger gesammelt und dürfte recht sicher in der Relegation landen. Die Rot-Weißen spielten 2017/18 noch Kreisklasse, also zwei Ebenen niedriger, allerdings befindet man sich nun schon zum
vierten Jahr in Folge in der Ostbrandenburgliga. Der heutige Gast spielt bereits seit 2017/18 fast durchgehend in dieser Liga, einzig 23/24 war man mal in der Landesklasse, also eine Ebene
weiter oben, stieg aber trotz drei Siege am Ende der Saison mit einem einzigen Punkt Rückstand postwendend wieder ab.
Nachdem wir uns, wie bereits erwähnt, zwischen die beiden Bänke gestellt hatten, schauten wir dem Treiben auf dem grünen Rasen zu. In Reitwein, was der drittöstlichste Brandeburger
Fußballverein ist, spielt man mit nur 480 Einwohnern im Umkreis von 30 Kilometern als klassenhöchster Verein im Ligabetrieb mit. Die Hausherren gingen früh in Führung und an der Anzeigetafel
wurden die Täfelchen mit dem Spielstand noch händisch ausgetauscht, dafür verantwortlich zeigte sich ihr Trainer selbst. Das Spiel war überraschend einseitig, denn die Rot-Weißen hatten
wirklich alles im Griff und trafen auch bis zur Halbzeit zwei weitere Male, so dass die Partie bereits vorentschieden war. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel zündeten die Gäste-Fans ein
nettes Feuerwerk außerhalb des Sportgeländes, vermutlich um so eine Verbandsstrafe zu umgehen. Sportlich auf dem Platz zündelte weiterhin nur eine Mannschaft und das war der SV, die das
Ergebnis scheinbar mühelos weiter in die Höhe schraubten. Auch ihre Fans ließen noch ein klein wenig Pyro folgen, was wir natürlich sehr gerne zur Kenntnis nahmen. In der Schlussviertelstunde
kamen wir dann mit dem einheimischen Trainer ins Gespräch, der sich in der Schlussphase mehr mit uns, als mit dem eigenen Team (was aber weiterhin alles im Griff hatte), beschäftigte und uns
einige spannende Dinge über die letzten Jahre im Verein erzählte, Er konnte natürlich nicht glauben, wo wir her kamen und dass wir nach dem Spiel noch die ganze Strecke nachhause eiern
würden. Sehr angenehmes Gespräch und ein allgemein sehr angenehmer Verein, so macht das Hobby doppelt Spaß, wenn sich so etwas bei manchen Vereinen noch ergibt.
Da die zweite Hälfte sogar ein klein wenig vor der Zeit angepfiffen wurde und es aufgrund des klaren Ergebnis keine Nachspielzeit gab, saßen wir um 21:47 Uhr schon im Auto.
Ich startete den Motor und los ging die 620 Kilometer lange Rückfahrt, die laut Navi 5:04 Std. dauern sollte, das aber natürlich alles ohne Pausen gerechnet. Zuerst ging es auf der B112 und
der B87 nach und durch Frankfurt/Oder, dahinter dann um genau 22:15 Uhr auf die A12 und östlich von Berlin am Dreieck Spreeau auf die A10. Hier blieben wir bis zum Dreieck Potsdam, wo wir zur
A7 switchten, die uns immer weiter südlich brachte. Hier machten wir auch unsere erste von insgesamt drei Pausen (zwei Mal zum pinkeln und Luft schnappen, so wie später einmal zum Luft
schnappen). Am Hermsdorfer Kreuz wechselten wir auf die A4 und zum Schluss am Kirchheimer bzw. Hattenbacher Dreieck noch auf die A7 bzw. A5. An der Ausfahrt Fernwald hatten wir dann die
Autobahnen alle hinter uns gelassen und befuhren die B457 bis nach Hungen. Hier tankten wie nochmal voll zur fairen Abrechnung und hatten danach noch die Holperpiste durch Rodheim und
Rabertshausen, um die Sperrung der Bundesstraße zu umfahren. Um genau 4:20 Uhr bogen wir bei uns zuhause die Hofeinfahrt ein und ich stellte das Fahrzeug nach 1.320 gefahrenen Kilometern und
einem sehr erfreulichen 24h-Trip ab. Meine beiden Mitfahrer hatten leider noch ein klein wenig zu fahren, bis sie daheim waren, ich fiel oben in mein Bett und war auch wirklich ruckzuck im
Land der Träume unterwegs.