Auch für heute hatte ich eigentlich ein anderes Ziel, denn ich wollte zur SG Schwalmtal, im Gegensatz zur kurzfristigen Absage meines Wunschspiels am Dienstag Abend, sah ich
hier bereits am Montagabend, dass dieses Spiel um einen Tag auf den gestrigen Mittwoch vorverlegt wurde. Einen Asche-Nebenplatz und zwei, drei Kunstrasen hätte ich in näherer Umgebung von
zuhause haben können oder halt einen Ground mit einem Spiel zweier zweiten Mannschaften, welcher nur elf Kilometer von mir zuhause entfernt ist und auf welchem ich früher bereits selbst öfter
gespielt habe – aber seit meiner Zählung war ich aber nicht mehr hier. Ich wollte eigentlich nichts allzu weites machen, weil es morgen einen wirklich langen Tag geben wird, aber die oberen
Ideen sagten mir alle nicht so zu und so wurde es dann doch ein Spiel mit einer Anreise von ca. einer Stunde und Spielbeginn 19:30 Uhr, aber dafür auf Naturrasen und eine erste Mannschaft –
auch wenn es nur der Ground B einer Spielgemeinschaft ist.
Es handelte sich in der Kreisoberliga Gießen/Marburg Süd um ein Nachholspiel des 24. Spieltags und die Partie hatte den klangvollen Namen SG Altenburg/Eudorf/Schwabenrod
gegen die FSG Lumda/Geilshausen/Odenhausen, also insgesamt sechs Dörfer vereint in zwei Spielgemeinschaften. Die Gäste, die ich nun zufälligerweise das zweite Mal binnen zwei Wochen sehe,
dürften als Siebter bei zehn Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz aus dem gröbsten heraus sein, zumal nach dem heutigen Nachholspiel ja auch nur noch fünf Partien anstehen. Ganz
anderes die Hausherren, die sich derzeit auf Tabellenposition Elf befinden, die haben nämlich nur vier Punkte Vorsprung auf diesen Relegationsrang nach unten (bei gleicher Spieleanzahl, denn
der Zwölfte hat ebenfalls noch ein Nachholer in Petto, wenn dieser auch gegen den Tabellenersten ist). Dafür dürfte man bei acht Zählern mehr als der erste Direktabsteiger auf Platz 13 hier
schon recht gut abgesichert sein und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn man das noch verspielen sollte. Die Gäste befinden sich seit dem Aufstieg in der Saison 2019/20 durchgehend
in der KO, die Einheimisch sogar noch länger, nämlich seit 2015 ununterbrochen. Diese Duelle ab es also in den letzten Jahren recht oft.
Matthias meldete sich vorgestern schon, dass er das gleiche Ziel hat und vorhin (gerade als ich ein kleines Nickerchen auf der Couch machte) dann auch noch Sven. Wir fanden
uns aber alle zusammen und starteten um 18:22 Uhr bei mir zuhause ab. Das Navi sagte 59 Kilometer und 56 Minuten, also ein Dutzend Minuten Puffer bis zum Anpfiff. Zuerst ging es nach Schotten
und sollte dann via Rudingshain und Ulrichstein weiter zum Zielort gehen, aber hinter Schotten war die Straße bereits gesperrt wegen dem am Wochenende stattfinden Schottenring Grand Prix. Das
bedeutete, dass wir erstmal umdrehen mussten und in Schotten in eine andere Richtung nahmen, aber hinter Götzen war auch noch gesperrt, also mussten wir unsere Umfahrung noch mehr ausweiten
und über Bobenhausen II und Ober-Seibertenrod ging es weiter nach Romrod. An der Anschlussstelle Alsfeld-West fuhren wir für die Dauer von einer Ausfahrt auf die A5 und in Alsfeld-Ost ging es
schon wieder runter, so mussten wir aber wenigstens nicht durch die ganze Stadt eiern. Die erste Ortschaft nach Alsfeld war dann auch schon unser heutiger Zielort und dort beendete ich fünf
Minuten vor Spielbeginn auf dem Parkplatz meinen persönliche Schottenring Grand Prix und nach den ganzen Umfahrungen packten wir es dann wegen des eher zügigen Fahrstils doch noch
überpünktlich vor Anpfiff.
Kaum betraten wir das Sportgelände, kamen auch die beiden Mannschaften schon auf den Rasen. Ich drehte dennoch erstmal meine Foto-Runde und während dieser begann das Spiel
auch schon, danach gesellte ich mich zu Sven und Matthias auf die Gerade. In der Anfangsphase war es eine ausgeglichene Partie, in der es kleine Möglichkeiten für beide Mannschaften gab, aber
nichts Besonderes. Die Gäste waren es dann aber, die nach etwas mehr als einer Viertelstunde in Führung gingen, kassierten aber vor der Halbzeit noch zwei Gegentore, so dass das Spiel gedreht
wurde. Beim Ausgleich ging es nach einem Fehler im Aufbau bei den Einheimischen sehr schnell und beim 2-1 verweigerte die FSG-Verteidigung irgendwie komischerweise ihre komplette Arbeit. Nach
dem Seitenwechsel war die heimische Spielgemeinschaft weiterhin tonangebend, aber die richtig großen Torchancen hatten sie auch nicht unbedingt, aber wenn sich ihnen irgendwas bot, dann waren
sie halt auch zur Stelle. Zur Hälfte der zweiten Halbzeit trafen sie mit dem 3-1 bereits gefühlt zur Vorentscheidung, denn den Gästen merkte man an der Körpersprache an, dass hier heute
irgendwie gar nichts geht. Kurz vor Spielende setzte die SG AES sogar noch einen vierten Treffer drauf, zum überraschend klaren Heimsieg am heutigen Abend. Netter Abend in schönem Ambiente,
da störte auch der Güllegeruch und die dauernd am Sportplatz vorbei donnernden Traktoren nicht wirklich. Weiterhin erwähnenswert war noch die Tor-Hymne der Hausherren, die direkt nach jedem
Einschlag die Zuschauer zum Kauf von Bier und Schnaps aufforderte, sehr stark.
Bereits um 21:20 Uhr saßen wir wieder in meiner Karre und nach der gefühlten Odyssee von der Hinfahrt, wurde Schotten nun gleich weiträumig umfahren. Es gab zwei
Alternativrouten, die eine über Mücke und die andere über Lauterbach, der Unterschied zwischen beiden Routen waren drei Kilometer und drei Minuten. Ich entschied mich für Letztere, denn hier
waren es mehr größere Bundesstraßen. Angefangen mit der B254 durch Lauterbach, ging es danach auf der B275 durch Herbstein, Grebenhain und Gedern, wo
es dahinter mal wieder eine kurze Schrecksekunde wegen eines gechillten Rehs auf der Straße gab (glücklicherweise nichts passiert, außer der Schreck). In Steinberg tankte ich mein Auto für
die Tour morgen voll, hätte aber so oder so an die Zapfsäule gemusst, da die restliche Reichweiter nur noch 20 Kilometer betrug. Wenige Minuten später, genauer gesagt um 22:25 Uhr kamen wir
bei mir zuhause an, wo Sven und Matthias in ihre eigenen Autos setzten und den restlichen Weg alleine antraten. Ich machte oben noch den Bericht fertig und schaute nebenher noch die
Schlussphase plus Verlängerung des DFB-Pokal Halbfinals Stuttgart gegen Freiburg und dann auch noch das Finale des heutigen Darts Premier League Events, ehe es um 23:45 Uhr dann ins Bett
ging.