Nachdem ich gestern nach 13 Tagen am Stück mit Fußball (mit 22 Spielen) endlich mal wieder einen Tag zum durchschnaufen hatte, sollte es heute natürlich wieder los gehen mit
der Jagd nach neuen Grounds. In Hessen waren es tatsächlich nur noch zweite Mannschaften, die auf mir noch fehlenden Plätzen spielten, aber kurz hinter der Landesgrenze fand ich dann doch
mein Ziel für heute. Ein wenig Sorgen machte mir, dass neben dem Naturrasenplatz ein Kunstrasenplatz war und da beide Plätze Flutlicht haben, wäre auch eine Austragung auf dem Nebenplatz
möglich. Sinn würde es bei dem guten Wetter in den letzten Tagen nicht machen, aber man kennt ja die Vereine mittlerweile…
In der A-Klasse Mainz-Bingen handelt es sich um ein Duell vorne gegen hinten, genauer gesagt um die Platzierungen Fünf und Zwölf in einer 16er Liga. Die Hausherren hatten
eine Serie von zehn ungeschlagenen Spielen am Stück, diese riss allerdings ausgerechnet am vergangenen Wochenende im Derby gegen die SG Rhein-Selz. Da die beiden Mannschaften an der Spitze
des Rankings jeweils ihre Matches gewannen, ist der Rückstand des 1. FC auf 12 bzw. 11 Zähler angewachsen und bei (inklusive heute) nur noch sieben Spielen dürfte die eh nur noch geringe
Chance oben nochmal angreifen zu können, nun komplett dahin sein. Die Gäste haben ganz andere Sorgen, denn zum ersten der drei Fixabsteiger-Plätze hat man nur zwei läppische Pünktchen
Vorsprung. Allerdings besitzen zwei Joker in Form von exakt zwei Nachholspielen, die die Konkurrenz eben nicht hat. Heute und nächste Woche Mittwoch kann man Punkte sammeln, während die
Gegner im Kampf um den Klassenerhalt nur tatenlos zusehen können. Eine breite Brust wird man sicherlich aktuell nicht haben, denn aus fünf Partien seit der Winterpause konnte man bei zwei
Remis und drei Niederlagen nur wenig Zählbares ergattern.
Nach Feierabend und Abendessen wurde an meinem Auto die Sommerbereifung aufgezogen und ich musste um 18:12 Uhr auch direkt los. Das Navi sagte nämlich 1:16 Std. für die 111
Kilometer, da auf der A67 ein Stau gemeldet war. Tanken musste ich ebenfalls noch, was ich unterwegs in Ranstadt erledigte und als ich in Staden auf die A45 fuhr, hatte ich immer noch ein
Dutzend Minuten Puffer, bis zum Anpfiff, der heute für 19:45 Uhr angesetzt war. Die B43a brachte mich an Hanau vorbei und dahinter ging es auf die A3, auf welcher ich am Flughafen FRA vorbei
und bis zum Mönchhof-Dreieck blieb. Auf dem kurzen Stück A67 war die vorher noch gemeldete Verzögerung auch nicht mehr vorhanden, so dass ich problemlos bis zum Rüsselsheimer Dreieck kam und
ein letztes Mal die Autobahn wechselte und zwar auf die A60. An der Ausfahrt Mainz-Laubenheim musste ich vom Highway runter und folgte der B9 direkt den Rhein entlang in Richtung Süden. Es
waren 13 Kilometer auf dieser Bundesstraße, bevor ich durch ganz Nierstein hindurch musste und dahinter dann den Stadtteil Schwabsburg erreichte. Exakt zehn Minuten vor Spielbeginn parkte ich
seitlich des Kunstrasens und da hier ein Nachwuchstraining am laufen war, konnte ich direkt beruhigt bzgl. der Austragung auf dem Naturrasen sein. Ich bin mir auch gar nicht mal so sicher, ob
die Plastikwiese überhaupt die korrekten Maße für ein Seniorenspiel hat, das sah schon arg klein aus. Im Endeffekt kann es mir aber auch egal sein, nach dem Bezahlen von vier Euro war ich im
Innenraum des Sportgeländes und ging erstmal auf die Toilette, wo ich kurz schmunzeln musste, da direkt wieder ein Klischee bestätigt wurde, denn ein Gästespieler
stand hier vor dem Spiegel und kümmerte sich erstmal um seine Haarpracht. Danach drehte ich natürlich erstmal meine Foto-Runde und setzte mich nach Anpfiff gemütlich auf die oberste der
seitlichen drei Stufen, die über eine komplette Längsseite entlang am Platz ist.
In den Anfangsminuten war es noch halbwegs ausgeglichen und auch die Gäste waren hier und da mal vorne zu sehen. Bereits früh, genauer gesagt in der 6. Minute, fiel aber
schon die Führung für die favorisierten Hausherren. Fortan war es eine absolut einseitige Partie und Schwabsburg vergab Chancen en masse. Es rollte Angriff um Angriff auf das Mainzer Tor zu
und das hielt auch bis zum Gang in die Kabinen so an, da aber der Ball nicht mehr über die Linie wollte, blieb es beim knappen 1-0 nach 45 Minuten. Wenn FIAM sich mal einen Ball erkämpfte,
war dieser schneller wieder weg, als sie sich irgendwas produktives überlegen konnten. Die Überlegenheit hielt auch nach dem Seitenwechsel an und wurde in der ersten Hälfte ein zweites Tor
der Gastgeber wegen eines angeblichen Schubsers sehr fragwürdig zurückgenommen, verweigerte der Unparteiische nach knapp einer Stunde Spielzeit einem weiteren Treffer die Anerkennung, dieses
Mal wegen Abseits. Zweifelte ich beim Schubser noch, war es nun definitiv eine Fehlentscheidung, denn ich saß fast auf einer Linie mit dem angeblichen Abseits. Wobei Abseits für
einen Referee alleine ohne Gespann natürlich wirklich undankbar zu pfeifen ist, hier kann man niemals alles 100%ig richtig entscheiden. Danach wurden die Angriffe seitens des 1. FC nicht
weniger, aber etwas ungenauer und eine dieser Ungenauigkeiten führte zu einem langen Ball seitens der Gäste, einem Foul und einem Pfiff. Ich dachte erst, Elfmeter, aber es gab Freistoß direkt
an der Strafraumgrenze. Dieser ruhende Ball wurde in der 73. Minute mit links ins lange Eck geschlenzt. War schon das 1-0 ein schöner Strahl in den Winkel, war es das zweite wunderschöne Tor
heute Abend. Allerdings unfassbar, dass dieses Spiel nun unentschieden stand, es war das erste Mal, dass die Südländer in der zweiten Hälfte überhaupt geordnet am gegnerischen 16er
aufgetaucht waren. Es gab auch nach dem 1-1 weiterhin Einbahnstraßen-Fußball zu bestaunen, aber wenn man sich nicht selbst durch einen schlechten letzten Pass oder einer schwachen Flanke das
Leben schwer machte, dann versagte man teilweise echt kläglich im Abschluss. Man konnte sich so langsam echt darüber Gedanken machen, dass dieses einseitige Spiel tatsächlich remis endet,
allerdings stand dann der Mann mit der Pfeife unfreiwillig wieder im Mittelpunkt. Bei einem Querpass in der Mitte monierte FIAM ein Handspiel (was ich nicht gesehen habe) und aus dieser
Situation entsteht ein Fernschuss, den der Torhüter bravourös parierte und auch den Abpraller wehrte er gut ab, beim dritten Schuss binnen zwei, drei Sekunden war er dann aber machtlos. Zu
dem Handspiel kann ich nichts sagen, aber nach der ersten Torhüter-Parade stand der Schütze des zweiten Schusses klar im Abseits, so dass man das Spiel sofort unterbrechen hätte müssen. Hier
kann ich den Schiedsrichter leider keinesfalls mehr in Schutz nehmen, denn das war echt klar zu erkennen und selbst die Schwabsburger Bank sah das in Gesprächen untereinander ebenfalls so.
„Bella Italia“ machte nun hinten komplett auf und kassierte sogar noch den dritten Gegentreffer, durch einen abgefälschten Schuss. Es war am Ende natürlich ein sowas von verdienter Heimsieg
für die ganz in schwarz gekleideten Gastgeber, wie dieser aber in den letzten Minuten zustande kam (Abseitstor und abgefälschter Schuss, nachdem man hinten aufgemacht hatte), das ist
natürlich hochgradig ärgerlich, bitter und unglücklich.
Wir waren halbwegs pünktlich, so saß ich um 21:35 Uhr bereits wieder in meinem Auto und machte mich auf den Heimweg. Zu Beginn wieder das Gezuckel bis und dann auch durch
Nierstein, so wie auch auf der B9 am Rhein entlang, hier ließ ich es auch ruhig angehen, denn die Strecke ist mir nicht ganz so bekannt bzgl. Blitzer. Bei Mainz auf die A60 gefahren, war hier
direkt eine Nachtbaustelle, auf der A3 kurz vor dem Flughafen FRA war noch eine und aller „guten“ Dinge sind Drei, war meine Abfahrt Hanau wegen nächtlicher Bauaktivitäten sogar komplett
gesperrt und ich musste kurz vorher bereits bei Obertshausen die A3 verlassen. Am Freizeitbad vorbei, nahm ich die B448 in Richtung Tannenmühlkreisel, also so wie wenn ich von OFC-Heimspielen
nachhause fahre. Hinter dem Kreisel war ich dann ja sowieso wieder auf der direkten Route in Richtung Heimat. B43a und A45, also die bereits schon unzählbar oft genutzten Straßen, brachten
mich bis zur Ausfahrt Staden. Auch diese letzten knapp 15 Kilometer über Landstraßen kenne ich natürlich aus dem Eff-Eff, fuhr aber trotzdem gesittet, denn auch hier hatte ich bereits einen
Wildunfall. Um exakt 23 Uhr stellte ich mein Fahrzeug in der Garage ab und nachdem ich oben diesen Bericht online gestellt hatte, verschwand ich aufgrund von Müdigkeit direkt in die
Waagrechte.