Gestern gab es keinen neuen Ground für mich, denn die eigenen Herzensvereine haben Vorrecht vor dem Hoppen und der OFC hatte das Hessenpokal-Halbfinale zuhause gegen die SG
Barockstadt-Fulda. Eine Niederlage nach Elfmeterschießen war das Ergebnis und das ausscheiden aus diesem Wettbewerb stand fest, wenn man da jetzt noch etwas „Positives“ heraus ziehen will:
Wenigstens wird jetzt nicht dauerhaft vom „Finale dehaam“ gesprochen, sondern man kann sich ab nun voll und ganz auf den Kampf gegen den Abstieg konzentrieren. Heute dann also das erste neue
Kreuz für mich in dieser Woche und glücklicherweise war ein mir noch fehlender Kreisoberligist angesetzt. Das einzige Problem, man hat zwei Naturrasenplätze und beide haben Flutlicht!
Grundsätzlich etwas Gutes, aber für uns Hopper kann es ganz schnell auch mal die „Nebenplatz-Falle“ bedeuten, also dass nicht auf dem Hauptplatz gespielt wird. Ich hatte aber noch im Kopf,
dass Hopperkollege Thorsten Mankel den Trainer des Vereins kennt und ließ über ihn anfragen, auf welchem der beiden Plätze denn gespielt wird und ruckzuck bekam ich die Info, dass das Spiel
auf dem Hauptplatz ausgetragen wird, Danke nochmal dafür! Damit war natürlich klar, dass ich den RSV Roßdorf dann in meinen Planungen lassen werde.
In der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord, einer Liga mit 16 Mannschaften, handelt es sich heute um ein Nachholspiel des 17. Spieltags. Während die Hausherren noch komplett im
Kampf gegen den Abstieg in die Kreisliga A stecken, dürfte es für die Gäste vermutlich nur noch um die bestmögliche Platzierung gehen. Bei aktuell drei Regel-Fixabsteigern steht der RSV auf
dem viertletzten Platz der Tabelle, welcher am Saisonende die Teilnahme an der Abstiegsrelegation bedeuten würde. Da es sich heute um ein Nachholspiel handelt, könnte man mit einem Sieg
erstmal in die grüne Zone rutschen, selbst mit einem Remis würde man um einen Platz klettern, man wäre dann mit dem VfL Neustadt in der Tabelle punktgleich und hätte auch die gleiche
Tordifferenz, aufgrund der mehr erzielten Tore würde aber der Roßdorf vor den VfL rutschen. Beim TSV sieht es anders aus, aber auf jeden Fall auch besser. Aktuell hat man 13 Punkte Vorsprung auf den heutigen Gegner und neun Punkte Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Da der dort stehende SV Großseelheim aber
ebenfalls ein Nachholspiel in der Hinterhand hat, ist das heutige Spiel nicht mal wirklich ein Joker für Michelbach. Roßdorf befindet sich gerade in der zweiten KOL-Saison, nach vielen Jahren
Kreisliga A am Stück, der TSV hingegen war viele Jahre am Stück Kreisoberligist und stieg 2018/19 und 19/20 zwei Mal in Folge auf und war plötzlich Verbandsligist. Man vermeldete bereits
während der laufenden Saison damals, dass man sich wieder in die Kreisoberliga zurückziehen wird, stieg am End sowieso sportlich in die Gruppenliga ab, so dass man eigentlich nur
eine einzige Liga freiwillig nach unten ging.
Matthias war auch mit dabei und wir wählten die kürzeste Strecke, die halt dafür um ein paar Minuten länger dauerte. Somit konnte er mich um 17:45 Uhr bei mir zuhause abholen
und von dort waren es 64 Kilometer und 1:04 Std. vorausgesagte Fahrzeit laut Navi. Durch Nidda und Ulfa hindurch bis nach Mücke, dahinter wurde dann die A5 gekreuzt. Durch Homberg (Ohm) galt
es danach noch ein paar Kilometer auf kleineren Landstraßen zu bewältigen. Trotz, dass es ein ganz schönes Gezuckel war und wir hier und da auch ein wenig Verkehr vor uns hatten, verloren wir
fast keine Zeit und kamen um 18:53 Uhr am Sportgelände an. Matthias stellte sich recht weit nach vorne und so waren wir kurz darauf auch schon im Ground, wo tatsächlich auch schon die ersten
Spieler den Rasen betraten.
Ich drehte zuerst meine übliche Fotorunde und war noch nicht wirklich weit gekommen, da lief ich bereits dem Hopperkollegen Jonas in die Arme, aber nach kurzer Begrüßung setzten wir erstmal
unsere jeweilige Runde fort, denn wir waren ja bereits kurz vor Spielbeginn. Die favorisierten Gäste machten in der ersten Hälfte den reiferen Eindruck und waren den Hausherren überlegen,
dennoch war ihr Führungstreffer doch eher in die Kategorie glücklich einzuordnen, da ein Freistoß zu Tor gezogen an Freund und Feind vorbei segelte und am langen Pfosten einschlug. Dennoch
war dieses 0-1 zum Gang in die Kabinen definitiv verdient, aber man merkte dem RSV nach dem Seitenwechsel an, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Die Heim-Elf suchte direkt ihr Heil in
der Offensive und nach einem langen Ball und eine zögerlichen Herauskommen des TSV-Torhüters legte dieser seinen Gegenspieler im Strafraum und der fällige Elfmeter wurde souverän zum
Ausgleich verwandelt. In den Folgeminuten setzte man alles daran heute Abend erstmalig in Führung zu gehen, aber das Tor wollte nicht fallen. Dafür kam Michelbach im Verlauf der zweiten 45
Minuten wieder besser auf und setzte tatsächlich in der Schlussphase den Lucky Punch zur erneuten Führung. Roßdorf versuchte nochmal alles (wirklich alles, also auch ein eigenes Einfädeln im
Strafraum der Gäste) um das Ergebnis erneut ausgleiche zu können, aber trotz über sieben Minuten Nachspielzeit war ihnen das nicht mehr vergönnt und die Gäste nehmen die drei Punkte mit in
die Nähe von Marburg.
Es war exakt 21 Uhr, als wir wieder bei Matthias im Auto saßen. Der Heimweg führte uns dieses Mal nicht durch Homberg (Ohm), sondern auf kleineren Landstraßen außen rum. Die
restliche Strecke führte uns dann wieder über die von der Hinfahrt beschriebene Route via Mücke, Ulfa und Nidda zu mir nachhause. Unterwegs besprachen wir sogar unsere nächsten Touren ein
wenig und waren binnen kürzester Zeit uns über eine 1.Mai-Tour einig. Um 22:05 Uhr stieg ich daheim aus, während mein Fahrer noch knapp unter einer halben Stunde Rückweg in seinen Heimathafen
hatte, aber wenn alles glatt geht, sehen wir uns morgen dann beim gleichen Kick wieder. Oben machte ich diesen Bericht noch fertig und nachdem ich ihn upgeloadet hatte, gab es noch eine warme
Dusche und dann ging es auf direktem Wege ins Bett.