Auch wenn es leider heute erneut keinen Hauptplatz eines Kreisoberligisten gab, war dennoch die Auswahl bedeutend größer zumindestens noch gestern. Aufgrund meiner benannten
Müdigkeit wählte ich einfach nur etwas Näheres auf Naturrasen aus, was mein Ziel dann die FSG Grünberg/Lehnheim/Stangenrod aus der Gruppenliga Gießen/Marburg werden ließ. Den zumeist
genutzten Platz in Grünberg kreuzte ich bereits in 2023, den Platz in Lehnheim im vergangenen Jahr, also in 2025, und heute ist noch Stangenrod dran, somit wären
dann alle Grounds dieser Spielgemeinschaft besucht. Das heutige Spiel ist ein Wiederholungsspiel, denn der erste Versuch wurde im vergangenen November beim Stand von 2-1 wegen
Unbespielbarkeit des Rasens nach dauerhaften Regenfällen in der zweiten Halbzeit abgebrochen. Nach Ansicht der Hausherren auf Drängen der Gäste und eine völlig überzogene und falsche
Entscheidung. Kinzenbach sah es vermutlich anders und die Wahrheit wird, wie so oft, irgendwo in der Mitte liegen.
Wobei es sogar platzierungstechnisch ein wirklich interessantes Spiel ist, denn für beide Mannschaften geht es noch um was im Duell Zehnter gegen Dritter. Da es fünf die
Regelanzahl von 5 Absteigern plus einen Relegationsplatz gibt, haben die Hausherren gerade einmal zwei Punkte Vorsprung vor der „Ehrenrunde“ und nur vier Punkte mehr als der erste
Direktabsteiger. Zudem muss man die oberen Ligen im Blick haben, denn wenn von oben viele Vereine herunter kommen, kann sich die Zahl der Direktabsteiger sogar noch erhöhen. Ganz anders der
Gemütszustand derzeit vermutlich bei den Gästen, die aktuell bei zwei Direktaufsteigern auf dem 3. Rang, der nach Abschluss der regulären Spielzeit eine zweite Chance bedeutet, durch gewinnen
von einer Relegationsrunde doch noch den Aufstieg in die Verbandsliga zu erreichen. Es wäre eine Rückkehr, denn seit 2017/18 spielte man durchgehend dort, einzig mit den Ausnahmen 23/24 und
eben in der aktuell laufenden Runde. Allerdings hat man mit dieser Relegation keine gute Erfahrung, denn der letzte Abstieg geschah im vergangenen Juni, als man als klassenhöchstes Team im
dieser Runde gegen die Teilnehmer aus den Gruppenligen Wiesbaden und Gießen/Marburg mit 2-4 und 0-6 zwei Klatschen kassierte und sang- und klanglos den Gang eine Spielklasse tiefer antreten
musste. Da die FSG nach vielen Jahren in der Kreisoberliga die letzten beiden Saisons jeweils aufstieg, ist es heute das Duell Aufsteiger gegen Absteiger. Es handelt sich aber um ein
Nachholspiel des 16. Spieltags, so sind das Bonuspunkte. Die die Konkurrenz nicht machten kann, die Gastgeber könnten sich mit einem Heimsieg unten minimal ein wenig absetzen, Kinzenbach
würde sich mit einem Dreier auf Rang Zwei verbessern - man wäre punktgleich mit der Spitze, aber aktuell (Stand vor dem Spiel) hat man die um acht Tore schlechtere Tordifferenz.
Nach der Arbeit konnte ich noch ein wenig die Couch drücken, was mir aktuell gut tut, auch gerade im Hinblick darauf, dass es in der kommenden Woche wieder ein
Werktags-Auswärtsspiel des EC Bad Nauheim ansteht. Ich verquatschte mich vor Abfahrt aber ein wenig mit meinen Eltern und startete so erst um 18:16 Uhr ab und mein Navi vermeldete exakt 40
Fahrminuten für die 39 Kilometer über Bundes- und Landstraßen. Durch Nidda und Ulfa hindurch, führte mich meine Route dann über Mücke und Lehnheim nach Stangenrod zum heutigen Spielort. Da
ich die Strecke recht gut kenne, konnte ich ohne zu rasen dennoch ein wenig Zeit gewinnen und stellte meine Karre um 18:53 Uhr direkt auf der Wiese neben dem Platz ab. Direkt die Foto-Runde
gedreht, traf ich unterwegs freudigerweise auf Micha, der seine eigene Runde gerade in die entgegengesetzte Richtung drehte.
Die favorisierte Truppe in rot gekleidet bestimmte eigentlich komplett die Anfangsphase, beim ersten Angriff in die andere Richtung stand ein FSG-Offensivakteur völlig blank
und erzielte das überraschende 1-0. Fast hätte man sogar noch erhöhen können, brachte aber nur zwei Minuten danach das Kunststück fertig am komplett leeren Tor vorbei zu köpfen. Die Musik
spielte sich weiterhin hauptsächlich rechts von uns vor dem einheimischen Tor ab, aber bei einem langen Ball zur Entlastung nahm der SG-Schlussmann auf der anderen Seite nach einem halbwegs
geordneten Rückpass den Ball mit den Händen auf, der Freistosspfiff war absolut vertretbar, befanden Micha und ich. Dieser Ball aus knapp zehn Metern Torentfernung wurde im Torhütereck
versenkt und es stand plötzlich 2-0 für den Underdog. Dieser kämpfte nun mit Mann und Maus und man feuerte sich nach jeder Rettungsaktion gegenseitig an. Völlig überzogene fünf Minuten
Nachspielzeit waren angezeigt und auch diese waren bereits abgelaufen. Es gab aber nochmal ein Freistoß aus dem Halbfeld, aus deren Folge noch ein Eckball entstand und mit fast kompletten +7
Minuten wurde aus dieser Ecke zum 2-1 eingeköpft, was den Sportplatzsprecher zu den Aussagen „Tor zum Anschlusstreffer durch unsere Gäste in der 81. Minute“ und nach dem kurz später folgenden
Halbzeitpfiff „und auch diese Halbzeit hat tatsächlich mal ein Ende“ hinreißen lies. Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts, die SGK mit sicherlich weiterhin 70-80% Ballbesitz, aber doch
recht ideenlos, wenn es in Richtung Strafraum ging. Etwa 20 Minuten vor dem Ende fasste sich ihr linker Außenverteidiger nach einem Abpraller ein Herz und drosch die Kugel aus über 20 Metern
ins Netz. Da die FSG keinerlei Entlastung mehr hatte und ihre Befreiungsschläge zumeist postwendend wieder zurück kamen, war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass hier noch das 2-3 fallen
würde. Da aber Kinzenbach weiterhin wenig Zug zum Tor entwickelte, blieb es am Ende bei der Punkteteilung, die den Hausherren vermutlich noch eher hilft als den Gästen und nach dem
überraschenden 3-0 gegen den Spitzenreiter aus Bauerbach vom vergangenen Wochenende sind das die nächsten Big Points, die in Grünberg bleiben. Wir waren froh, als dann die zweite Hälfte, in
welcher übrigens trotz angezeigter vier Minuten Nachspielzeit auch über sechs Minuten drauf gepackt wurden, endlich abgepfiffen wurde. Wir hatten 70 Minuten Dauerregen hinter uns, waren aber
erstmal erfreut, dass der einziehende Nebel dann doch nicht so schlimm wurde, dass ein erneuter Spielabbruch gedroht hätte.
Durch die insgesamt fast auf 15 Minuten kombinierte Nachspielzeit in den beiden Halbzeiten war es fast 21:05 Uhr, als ich wieder im Auto saß, aber glücklicherweise war der
Weg nachhause ja recht kurz. Die Jacke auf den Beifahrersitz gelegt und gehofft, dass die Sitzheizung schon mal anfängt die 70 Minuten Regen etwas zu trocknen. Ansonsten ging es exakt die
gleiche Strecke (natürlich logischerweise aber in die entgegengesetzte Richtung) wieder zurück, wie sie auf der Hinfahrt auch bewältigt wurde. Nun allerdings in langsamer Fahrt, denn es galt
wieder viel Wald & Wiesen hinter mich zu bringen, wo die Wildtiere in den letzten Jahren ja nicht unbedingt zu meinen besten Freunden gehörten: Heute hielten sie aber zum Glück Abstand
von meinem Kühlergrill bzw. ließen sich erst gar nicht blicken - besser so, für uns beide. Um 21:45 Uhr stellte ich mein Fahrzeug in der Garage ab, stellte diesen Bericht hier online, nahm
eine wärmende Dusche und verzog mich auch heute nochmal umgehend danach in die Waagrechte.