Eigentlich hatte ich heute mal wieder andere Pläne... Die Temperatur stieg auch von um den Gefrierpunkt direkt wieder auf zweistellige Plusgrade, aber dafür regnete es dann
doch ganz ordentlich, so dass mein geplantes Spiel auf Naturrasen schon am Wochenende abgesagt wurde. Noch ist die Auswahl unter der Woche ja recht gering und ich hatte die Wahl zwischen zwei
Kunstrasen-Nebenplätzen. Beim einen Spiel handelte es sich um ein reguläres Hessenliga-Spiel, also um eins der höchsten Spielklasse unseres schönes Bundeslandes
und beim anderen um ein Kreispokalspiel zwischen einem Team aus der Kreisliga B und einem Verbandsligisten, also vier Ligen Unterschied. Da sich das nach einer ganz klaren Angelegenheit
anhörte (selbst wenn man nur mit einer gemischten Truppe antreten würde, da die zweite Mannschaft ebenfalls eine Liga über dem B-Ligisten spielt), entschied ich mich für das Hessenliga-Spiel,
welches zudem eine um etwa eine Viertelstunde kürzere Anreise bedeutete.
Beim Spiel des FC Gießen gegen Türk Gücü Friedberg handelte es sich tabellarisch gesehen um die Plätze Acht und Vier. Obwohl die beiden Vereine nur von vier Punkten getrennt
sind, gehen die Blicke vermutlich in unterschiedliche Richtungen. Die Gäste, die letzte Saison sogar in der Aufstiegsrelegation zur Regionalliga waren, haben aber auch schon 12 Punkte
Rückstand zum erneuten Einzug in die Relegationsrunde, somit ist ein Sieg heute absolut Pflicht. Der Zug zur Meisterschaft und somit dem direkten Aufstieg dürfte bei 19 Zählern weniger als
der Spitzenreiter definitiv schon abgefahren sein, da nutzt es vermutlich auch nicht, dass man ein Spiel (das heutige) weniger absolviert hat. Die Hausherren hingegen, die vergangene Saison
sogar selbst noch eine Spielklasse höher aktiv waren, haben bei einer Regelanzahl von fünf Absteigern in die Verbandsliga gerade einmal vier Punkte Vorsprung auf die gefährdete Zone. Um sich
ein wenig Luft zu verschaffen, wären Punkt(e) heute natürlich auch absolut wünschenswert.
Um 18:38 Uhr setzte ich mich ins Auto und das Navi zeigte mir 44 Kilometer und 41 Minuten an, also knapp über zehn Minuten Puffer. Mein Vater hatte Lust auf Fußball und
setzte sich neben dran, so dass ich wenigstens nicht alleine war. In Borsdorf hatten wir eine geschlossene Bahnschranke, was uns noch etwas Zeit kostete. Hier mussten wir ja durch, weil die
direkte Strecke zwischen der Harb und Hungen derzeit (und auch noch die nächsten Monate) gesperrt ist. In Berstadt befuhren wir die A45 in Richtung Norden, aber eine Ausfahrt später, an der
Ausfahrt Münzenberg, schon wieder runter. Ich hatte dennoch ein wenig Gas gegeben, denn ich konnte mich auch nicht mehr wirklich daran erinnern, wie die
Parkplatzsituation vor Ort war. Nicht mehr ganz zehn Kilometer war dann das letzte Teilstück noch über Landstraßen und um 19:18 Uhr kamen wir am Sportgelände an. Der Parkplatz war tatsächlich
schon voll, aber in näherer Umgebung konnte ich das Auto direkt an der Straße abstellen. Am Eingang acht Euro Eintritt gezahlt, dafür eine top Eintrittskarte erhalten, trafen wir drin direkt
auf Toni, wo mein Dad stehen blieb und ich erstmal meine Foto-Runde drehte, auf welcher ich mit Hopperkollege Timo und WZ-Reporter Michael weitere Bekannte traf. Noch den Anstoß abgelichtet,
stellten wir uns auf die Höhe der einen Eckfahne und schauten dem Treiben auf dem künstlichen Grün zu.
Der Favorit aus der Wetterau war zu Beginn des Spiels eigentlich besser im Spiel und hatte sehr viel Ballbesitz. Umso näher man aber dem Strafraum der Hausherren kam, umso
dünner wurden die Ideen und aus dem Ballbesitz resultierten keine nennenswerten Chancen. Zwischen der 20. und 29. hatten die Einheimischen ihre drei, vier ersten wirklich geordneten Angriffe
und trafen tatsächlich binnen kürzester Zeit drei Mal ins Schwarze, wobei ein Ball abgefälscht war und bei einem Treffer die komplette Friedberger Abwehr nur zuschaute. Türk Gücü mühte sich
weiter, aber bis ein Schuss, der abgefälscht über das Tor ging, hatte man quasi null gefährliche Toraktionen. Mit diesem 3-0 ging es in die Kabinen und nach dem Seitenwechsel war der FCG das
bessere Team, wobei man auch erst wirklich in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit auch selbst wirklich Torchancen kreierte, vorher sah es aus nach "die Einen müssen nicht, die anderen
können nicht". Der letztjährige Regionalligist hatte aber alles im Griff und TGF schwächte sich mit einer Ampelkarte selbst, aber zu diesem Zeitpunkt war die Messe eh schon gelesen. Kurz vor
Schluss erhöhte Gießen noch auf 4-0 und unmittelbar vor dem Schlusspfiff war der größte Aufreger noch eine kleine Rudelbildung. Überraschender, aber absolut verdienter Sieg für die Gastgeber
gegen auf aller Linie enttäuschenden Friedberger, die vorne harmlos und hinten oft wackelig waren.
Um 21:25 Uhr saßen wir wieder im Auto, übrigens das erste Mal nicht frierend in diesem Jahr nach einem Wochentag-Spiel. Die Wegstrecke war wieder die Gleiche, wie bereits auf
dem Hinweg, allerdings natürlich in die entgegengesetzte Strecke. Aufgrund der gesperrten Strecke zwischen Harb und Hungen war es zwar etwas mehr Verkehr, aber problemlos brachten wir auch
das hinter uns. Um kurz nach 22 Uhr waren wir dann wieder zuhause und stellten das Auto in der Garage ab. Oben schrieb ich erst noch diesen Bericht fertig, duschte schnell noch und lag
bereits um 23 Uhr schon im Bett.