Endlich geht es so langsam wieder richtig los mit den ersten Kicks unter der Woche und so war ich heute wieder mal unterwegs. Da es sich um ein Kreispokalspiel handelt, also
einem Pflichtspiel, habe ich die Winterpause bzw. den Anfang des Jahres aktuell mit nur einem einzigen Testspiel „überstanden“ und mich wirklich an Werktagen mal ziemlich zurück gehalten, um
mich ein wenig zu regenerieren. Ein wenig unnötig, war es, dass das heutige Match dann direkt auf einen Tag nach einem Wochenspieltag des EC Bad Nauheim führte, der gestern dann auch noch
auswärts in Regensburg ausgetragen wurde. Nicht nur, dass es die nächste Niederlage hagelte, es war auf der Heimfahrt auch die A3 gesperrt und die Umfahrung kostete uns locker eine
Viertelstunde. Geliebäugelt hatte ich mit 1 Uhr als Rückkehr-Zeit, das hätte auch hinhauen können, allerdings tankten wir nochmal voll und so wurde es letztendlich 1:20 Uhr. Da der Urlaub für
andere Dinge benötigt wird, saß ich um 7:30 Uhr wieder brav im Büro und war froh, als ich den Tag dann hinter mir hatte und ein paar Minuten Couch Time einstreuen konnte, ehe es los ging. Ich
machte mich um 17:53 Uhr auf den Weg in den Lahn-Dill-Kreis, wo heute die 90 Minuten stattfinden werden, und das Ziel war der Kunstrasenplatz in Braunfels, auf welchem der heimische FSV seit
Jahren seine Heimspiele austrägt. Das schöne Stadion nebenan mit Naturrasen und kleiner Tribüne wird meines Wissens nur noch ganz selten bespielt. Da ich diesen Platz im Mai 2006, also zu
meiner Groundhopping-Anfangszeit, mit einem Relegationsspiel gegen Rot-Weiß Frankfurt gekreuzt hatte, ist es für mich heute die Komplettierung der Sportanlage Schloßblick. Das Navi sagte mir
57 Minuten für die 73 Kilometer voraus und somit betrug mein Puffer exakt zehn Minuten, aber in Berstadt machte ich noch einen kleinen Schlenker um Matthias einzusammeln. Danach fuhr ich
direkt auf die A45 bis zur Abfahrt Wetzlar-Süd, wo wir auf die B49 wechselten. Nach wenigen Kilometern ging es aber auch hier an der Abfahrt Leun schon wieder herunter und nach wenigen
Kilometer erreichten wir unseren Zielort. Da es einen großen Parkplatz gab, reichte es auch, dass wir acht Minuten vor Spielbeginn dort ankamen. Am Eingang acht Euro gezahlt, wurden im
Sportgelände zuerst Chris, Jonas und Roland begrüßt und es war auch noch Zeit für einen kurzen Plausch, denn die Gäste waren im Sportheim am entfernten Stadion untergebracht und erschienen
erst um 19:06 Uhr auf dem künstlichen Grün, der Anpfiff geschah dann sogar noch drei weitere Minuten später…
Unsere Partie war die des FSV Braunfels gegen den SC Waldgirmes, das erste stattfindende Spiel der Viertelfinal-Runde des Kreispokals in Wetzlar. Insgesamt ist diese Runde
seht weit aufgesplittet und das letzte der vier Matches wird sogar erst heute in sieben Wochen, also Anfang April ausgetragen. Da es sich bei den Gegnern um eine Mannschaft aus der
Kreisoberliga und eine aus der Hessenliga handelt, was ja immerhin drei Ligen Unterschied sind, war die Favoritenrolle natürlich klar verteilt – sofern man mit der ersten Garde antritt und
diese das Spiel auch entsprechend annehmen. Für die Hausherren wird es in erster Linie in dieser Spielzeit sowieso darum gehen nach zwei Jahren Abstinenz wenigstens wieder in die Gruppenliga
aufzusteigen (2017/18 war man noch Verbandsligist und zuletzt sogar 2012/13 sogar eine Spielzeit in der Hessenliga) und aktuell steht man mit Platz Zwei (dem Relegationsplatz) sehr gut dar.
Man war sogar Tabellenführer, durch eine Heimniederlage gegen ein Team auf einem potentiellen Abstiegsplatz verlor man den Platz an der Sonne aber im letzten Spiel vor der Winterpause.
Allgemein geht es aber eng zu, die ersten drei Teams haben 38, 37 und 36 Punkte auf dem Konto, selbst der Vierte mit 32 Zählern ist noch mit im Rennen. Ganz anders die Gäste, die derzeit in
der 18er Liga auf Rang 16 stehen, welcher am Ende der Saison den Abstieg bedeuten wird, zumal aus der Hessenliga sowieso mindestens fünf Teams direkt absteigen und eine weitere Mannschaft
relegieren muss. Man hat vier Punkte weniger als das Team auf dem Relegationsplatz und zum komplett rettenden Ufer sind es deren Sieben. Dass man überhaupt halbwegs wieder „dran“ ist, das
verdankt man einem Spurt mit 4 Siegen, 3 Unentschieden und nur 1 Niederlage vor der Winterpause, was 15 der insgesamt eingefahrenen 19 Punkte bedeutet. Der Start zuvor in diese Spielzeit mit
ganzen vier Punkten aus den ersten 10 Duellen war natürlich unter aller Kanone und es schien lange so, als würde man einer aussichtslosen Saison entgegen gehen. Seit 2004 ist man quasi so
etwas wie der „ewige Hessenligist“ und war nur zwischen 2013 und 2017 mal für vier Jahre in der Verbandsliga, ansonsten hält man sich seit vielen Jahren wacker in der höchsten Spielklasse
unseres schönes Bundeslandes.
Zum Spiel muss man wenig sagen, wenn man die Statistiken oben anschaut. Quasi der erste Schuss auf das Tor war auch direkt drin, ein Foulelfmeter danach ließ den SCW das Ergebnis weiter in
die Höhe schrauben. Es folgten bis zur Pause noch drei Doppelschläge mit jeweils zwei Tore binnen maximal drei Minuten, wobei der Gastgeber-Torhüter bei dem ein oder anderen Schuss nicht gut
und teilweise auch ein wenig lustlos aussah. Die Halbzeitpause verbrachte der Hessenligist wenigstens auf dem Platz und nicht im entfernten Sportheim, so dass der Unparteiische nach etwas
mehr als zehn Minuten Unterbrechung auch bereits zur zweiten Halbzeit anpfiff. Aber auch nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts an der klaren Überlegenheit von Waldgirmes, einzig der Zug
zum Tor war nicht mehr ganz so vorhanden, sondern man spielte dafür den ein oder anderen Pass mehr oder versuchte auch mal ein Trick'chen. Das Ergebnis zweistellig zu machen, das ließ man
sich dann aber doch nicht nehmen, aber aufgrund der nicht vorhandenen Spannung zogen sich die zweiten 45 Minuten dann doch ziemlich hin, zumal es zwischendurch auch mal ein wenig regnete.
Aufgrund des klaren Ergebnis gab es keinerlei Nachspielzeit und so war der Abpfiff dann immerhin doch schon um 20:52 Uhr. Schnell ins Auto und auf den Heimweg gemacht, wobei
mich mein Navi nun über Oberndorf und Solms zurück auf die B49 schickte. So waren wir recht schnell in Wetzlar, wo wir zum Glück wenig betroffen waren vom Abfahrtsstau der heimischen HSG, die
in der Handball-Bundesliga am Abend dem amtierenden deutschen Meister, den Füchsen aus Berlin, mit 27-41 unterlegen waren. Hinter dem Forum bzw. der Arena ging es auf die A45 und weniger
Kilometer danach wurde der Highway bei Berstadt schon wieder verlassen. Matthias wechselte hier in sein eigenes Auto und ich fuhr meine restlichen etwas mehr als 15 Kilometer alleine
nachhause, wo ich um etwa 22 Uhr meine Karre in der Garage abstellte. Oben konnte ich somit noch etwas mehr als die Hälfte des olympischen Eishockeyspiels zwischen Schweden und Italien
schauen.