Eigentlich hatte ich angedacht, am heutigen Tag schon wieder meine Jagd auf die letzten 65 noch fehlenden der insgesamt 237 deutschen Oberliga-Grounds fortzusetzen und vor
einigen Wochen schien das auch möglich zu sein. Nach und nach wurden aber Spiele komplett verschoben oder auf den morgigen Sonntag verlegt, so dass bereits Anfang der letzten Woche noch exakt
zwei Möglichkeiten vorhanden waren - Aumund-Vegesack in der Bremen-Liga und Curslack-Neuengamme in der Hamburg-Liga. Das ließ bei mir berechtigterweise bereits die Alarmglocken schrillen und
mich auf die Suche nach Alternativen gehen. In den Folgetagen wurde ersteres Spiel zuerst auf den Kunstrasen-Nebenplatz gelegt, also würde es mir nicht mal helfen bei meiner Jagd nach den
letzten 65. Der letztmögliche Oberliga-Kick für mich war also der Tabellenletzte der Oberliga Hamburg (der am Saisonende sicher absteigen wird) auf seinem Kunstrasen-Hauptplatz und zudem gab
es nicht mal ein halbwegs ordentliches Spiel zum Doppeln, so dass ich wenig Motivation hierzu hatte - letztendlich wurde dieses aber sogar komplett auf Ende März verlegt und war für mich auch
raus. Okay, somit stand fest dass es an diesem Wochenende keinen Oberligisten für mich gibt und ich musste meine Suche nach Ersatz intensivieren. Logo, in den Niederlanden und Belgien wäre
natürlich einiges möglich gewesen, aber hier war ich halt in den vergangenen drei Wochenenden und Stand jetzt bin ich kommenden Samstag zumindestens Abends erneut in den Niederlanden, wenn
auch nur zum Eishockey. Fünf Wochenenden am Stück muss dann auch nicht sein, auch wenn man ja wirklich froh sein kann, dass in B/NL die Ligen mit nur einer kurzer Winterpause zumeist recht
früh im Januar wieder anlaufen, und das auch unterklassig. Ich blätterte auf dem bekannten Seiten die Spielpläne hoch und runter, das Ganze einige Male, bis letzte Woche am Dienstag die
finalen Terminierungen für Rumänien eingepflegt waren. Huch, was sehen meine Augen da? Am Samstag, den 07.02. war Abends das Cluj-Derby! Ich hatte noch im Hinterkopf, dass Wizz-Air von
Dortmund Direktflüge anbietet. Nächster und einzig logischer Schritt war natürlich den App der ungarischen Fluggesellschaft zu öffnen und ich musste hoffen, dass es Samstag Morgens/Mittags
einen Hin- und am Sonntag Morgens einen Rückflug geben würde, so dass es mit meinen Eishockey-Terminen kompatibel ist. Auch wenn die Anreise zeitlich recht knapp werden würde, passten die
Termine aber für mich tatsächlich und preislich lagen wir zu diesem Zeitpunkt bei einem Fuffi. Ich hielt Rücksprache mit Sven, mit Lukas war dazu noch eine dritte Person dabei und als ich
dann anderthalb Tage später die Flugbuchung erledigte, waren wir nochmal einen Zehner pro Nase teurer, aber damit konnten wir leben. Aufgrund der engen Zeit-Thematik entschieden wir uns das
Hotel direkt am Flughafen zu buchen (auch wenn dieses ein wenig mehr kostete als die möglichen Ferienwohnungen), denn hier könnten wir so nach der Landung direkt den Rucksack mit den
Klamotten ins Zimmer werfen und in die Stadt abdüsen. Blieb somit nur noch die offene Frage nach den Tickets und diese gestaltete sich nicht ganz so einfach, wie erhofft. CFR hat zwar ein
Online-Ticketing auf seiner Homepage, aber dieses wurde für das Derby nun nicht benutzt. Man bekam Eintrittskarten nur vor Ort und auch nur gegen Vorlage einer CFR-Clubcard, die man sich aber
kostenlos ausstellen lassen kann. Grundsätzlich eigentlich kein Problem, zumal das Stadion eh nicht ausverkauft sein wird, allerdings hatten wir ja die oben bereits angesprochene
Zeitknappheit. Auch wenn ich nicht mit einer Rückmeldung rechnete, versuchte ich es mit einer E-Mail an den Verein, erwartungsgemäß kam aber keine Antwort, aber wir wollten es halt nicht
unversucht lassen. Wir entschieden uns aber natürlich dennoch diese Reise anzutreten und wollten dann einfach vor Ort nach unseren Möglichkeiten schauen.
Gestern Abend noch mit dem EC Bad Nauheim auswärts in Landshut gewesen. Trotz einer über annähernd 50 Minuten soliden Auswärtspartie gab es nichts Zählbares für die Tabelle
und so langsam muss man sich wohl damit abfinden, dass es das erste Mal seit fast zehn Jahren nichts wird mit Play-Offs, sondern man in den Play-Downs gegen den Abstieg kämpfen muss. Das Navi
hatte in Niederbayern eine Ankunftszeit von 1:45 Uhr angezeigt, die ich während der knapp über 400 Kilometer aber noch auf 1:10 Uhr drücken konnte. Weitere 20 Minuten später lag ich schon im
Bett und schlief dennoch für meine Verhältnisse recht schnell ein. Kaffee und Cola von der Heimfahrt drückten um 6:30 Uhr auf die Blase und danach war nicht mehr viel an Schlaf zu denken. Das
bedeutete, dass ich mich bis zum ersten klingeln des Weckers (7 Uhr) nur noch von eine auf die andere Seite drehte. Naja, immerhin war ich dann auch direkt bereits zum aufstehen und murmelte
nicht noch ein wenig im Bett herum, so blieb noch genügend Zeit um nach der Dusche gemütlich zu frühstücken. Zudem saß ich auch pünktlich in meiner Karre und sammelte Sven um 8:20 Uhr in
Berstadt direkt an der A45 ein. Nächster Halt war der Pendler-Parkplatz bei Herborn, wo Lukas um 9 zustieg und unsere Reisegruppe war komplett. Nachdem ich gestern nochmal eine
Privatnachricht an eine Facebook-Seite schrieb, die sich irgendwie "CFR - Fan Zone" nannte, bekam ich am frühen Morgen den Hinweis mich an eine andere Seite in Facebook (die der heimischen
Szene) wenden zu sollen. Ich schilderte auch hier unser Ticket-Problem und bekam tatsächlich eine zeitnahe Rückmeldung, dass wir die 120 Lei per Zahlungs-App senden oder als normale
Überweisung rüber jagen und im Anschluss einen Screenshot schicken soll. Das taten wir natürlich, auch wenn meine Bank frecherweise zu den 24 Euro Kosten der Eintrittskarten noch mal fast
zwei Drittel davon als Gebühren zusätzlich wollte. Wir hatten aber keine andere Wahl und ich überwies es, wir waren dann noch bei knapp unter 14 Euro pro Ticket, was ja logischerweise immer
noch absolut okay ist. Man bestätigte mir den Eingang des Geldes bzw. dass mein Screenshot okay sei. Die Tickets würden sie ab 12 Uhr Ortszeit als PDF verschicken, wenn ihre Listen
geschlossen wären. Für uns war das auch okay, wir waren erstmal happy, dass scheinbar alles am Laufen war und ich steuerte uns weiter in Richtung Ruhrgebiet. Erstmalig ging es auch über die
neue Autobahnbrücke bei Lüdenscheid, wo man ja fünf Jahre lang durch den Ort fahren musste, da die A45 hier vollgesperrt war. Am Westhofener Kreuz wechselten wir auf die A1 und ein paar
Kilometer später ging es an der Ausfahrt Holzwickede auch schon runter von der Autobahn. Um 10:25 Uhr erreichten wir den kostenfreien Parkplatz in der Stadt und gerade als wir uns auf die 1,2
Kilometer Fußweg zum Terminal machten, erhielt ich eine Push-Nachricht von Wizz-Air, dass unser Flug 55 Minuten verspätet sein würde. Boah, und das gerade heute bei
unserem straffen Zeitplan! Lukas schaute bei Flightradar und das Luftschiff war noch nicht lange von Dortmund weg und auf dem Weg nach Olsztyn, was ein wenig südlich der
russischen Exklave Kaliningrad liegt. Danach muss der Kutter wieder zurück nach Dortmund und erst dann sind wir dran. Somit war es doppelt wichtig, dass es mit unseren bezahlten Tickets
irgendwie klappen muss, denn viel Zeit um direkt vor dem Stadion etwas abzuklären dürften wir somit nicht mehr haben. Die Strecke liefen wir recht gemütlich und waren 25 Minuten später, also
um 10:50 Uhr, am Airport angekommen. Da hier in der Ankunftshalle sowieso nichts los ist, gingen wir direkt durch den Security-Check und da alles problemlos funktionierte, waren wir eben um
kurz nach 11 Uhr bereits am Gate. Nun hieß es natürlich warten... Warten auf die Tickets und vor allen Dingen warten aut den Abflug, aber beides ließ auf sich warten. Ein Frust-Bierchen
musste ich mir einfach gönnen, ansonsten tippte ich natürlich bereits den Reisebericht bis hier hin schon einmal fertig. Wir verfolgten den Flieger weiterhin ein wenig bei Flightradar und
hatte er bei Abflug in Nordosten von Polen noch 13:52 Uhr als Ankunftszeit, konnte er diese nach der Hälfte der Strecke bereits auf 13:47 Uhr herunter nehmen. Am Ende setzte er sogar schon um
13:39 Uhr bei uns auf und ich sagte tatsächlich keine 30 Sekunden vorher zu Sven, dass die Tickets noch nicht da seien, auch wenn ich mir bei der Szene eher wenig Sorgen machte, das sollte
schon funktionieren. Plötzlich vibrierte mein Handy und ich hatte drei PDF-Dateien mit Tickets auf dem Handy, binnen kürzester Zeit waren also alle Sorgen bzgl. Flug und Tickets wie verflogen
und wir hatten allesamt das Grinsen im Gesicht. Kaum war die Maschine unten und die Leute draußen, gab man auch beim Boarding Gas. Die Leute waren beim einsteigen wirklich diszipliniert, was
man ja auch nicht immer so hat - außer Einer, er stank zu sehr nach Alkohol und wurde vom Bodenpersonal gebeten sich in der Toilette erst nochmal frisch zu machen. Danach durfte er dann auch
einsteigen und das Boarding klappte supergut. Wir rollten zügig auf die Startbahn und da am Airport DTM wenig los ist (im weiteren Tagesverlauf gab es nur noch sieben oder acht Departures),
hoben wir um 14:21 Uhr von deutschem Boden ab. In der Luft war auch alles soweit ruhig, außer dass ein Kind den Gang mal kurzzeitig als Sprintstrecke benutzte und mehrmals hin und her rannte.
Das Wetter spielte auch mit, so dass es kaum Gewackel gab und ich auch mal für eine halbe Stunde dusseln konnte, mehr war aber auch leider nicht drin. Der ständige Boardverkauf von allem
möglichen Mist nervte natürlich auch wieder mal tierisch, aber gut, das muss man halt in Kauf nehmen, wenn man günstig fliegen will. Egal, die hauptsache war, dass bisher soweit alles doch
geklappt hat und statt den angegebenen 2:10 Std. brauchten wir nur 1:45 Std., setzten also um 17:06 Uhr schon auf rumänischem Boden auf - übrigens das erste Mal überhaupt in meinem Leben.
Natürlich dauerte es noch ein wenig am Boden, aber immerhin parkten wir nah am Terminal und mussten nicht noch mit dem Bus fahren. Dazu gab es keine Passkontrollen, da Rumänien seit
01.01.2025 dem Schengen-Raum angehört, also verloren wir auch keine Zeit und waren aber dennoch gefühlt 15-20 Minuten nach dem aufsetzen bereits durch das kleine Terminal durch. Unser Hotel
hatten wir ja clevererweise direkt gegenüber gebucht und checkten natürlich sofort ein, um unsere Rucksäcke abstellen zu können. Auch das war schnellstmöglich erledigt und so standen wir um
17:40 Uhr wieder vor dem Hotel, um uns einen Uber zu rufen. Wir erwischten wohl den Formel 1 Fahrer aus Rumänien, der uns in Top-Geschwindigkeit durch die Stadt schoss und am Ende hatten wir
nicht mal ganz einen Zehner zu zahlen, wir ließen aber auch genug Trinkgeld für den Bre da. Wir drehten eine Runde um die geile alte Bude, in der Hoffnung am anderen Kopfende den Fanmarsch
der Gäste zu sehen, der dort ankommen müsste. Das Timing war wirklich gut, denn wenige Minuten später kam der riesen Mob an uns vorbei, kurz vorher hatten sie ihren Mannschaftsbus noch durch
eine Seitenstraße mit Bengalos geleitet, das alles war schon gut anzusehen. Danach gingen wir dann ins Stadion und setzten uns seitlich mit Blick auf den Gästebereich, denn den Heimbereich
hatten wir leider neben uns auf der gleichen Tribüne und konnten diesen nicht so gut einsehen. Wir konnten auf jeden Fall sehr gut sehen, wie sich die Tribüne der Gäste nach und nach komplett
füllte und bereits während dem aufwärmen der Spieler gab es erste Beleidigungen von links nach rechts und natürlich auch wieder zurück.
In der SuperLiga României geht die Vorrunde der 16 Mannschaften so langsam zu Ende, denn die Teams haben allesamt bereits 25 Partien absolviert. Diese Liga trennt sich nach
30 Spielen in Meister- und Abstiegsrunde, die vorderen sechs Teams kämpfen in einer Runde mit Hin- und Rückspiel um den Titel und die Plätze zur Teilnahme an den europäischen Wettbewerben,
während die restlichen zehn Vereine sich um die Ligaerhalt kloppen werden. In unserem heutigen Match geht es nicht nur um die Vorherrschaft in der Stadt, sondern auch für die beiden
Kontrahenten um wichtige Punkte, da man eben jeweils im „Kampf am Strich“ beteiligt ist. Getrennt ist man auch durch ganze vier Pünktchen, aber diese machen
aktuell einen riesigen Unterschied aus. Denn während die Hausherren als Siebter mit -1 Punkt darunter platziert sind, steht der Gast, dessen Ground nicht einmal zwei Kilometer Luftlinie
entfernt liegt, als Fünfter darüber. Allgemein liegen zwischen den Rängen Vier und Zehn nur sechs Punkte und von diesen sieben Teams werden sich nach dem 30. Spieltag nur drei freuen dürfen.
Total spannendes Rennen und jeder einzelne Punkt könnte am Ende tatsächlich mit entscheidend sein. Zudem ist die Partie bei CFR wohl erstmalig seit längerem wieder mit Gästefans (Lukas sagte
von 2023 hätte er das letzte Mal Bilder davon gesehen), was natürlich unsere Lust auf das Match auch noch mal erheblich steigerte.
Zum Einlauf und zu Spielbeginn wurde auf beiden Seiten ein Fahnen-Intro präsentiert, was recht nett war, aber wir erhofften uns eigentlich schon ein wenig mehr. Wir mussten
aber auch nicht wirklich lange darauf warten, denn in der 5. Minute legten die Fans von U Cluj eine Pyroshow vom allerfeinsten hin. Es flogen auch einige Fackeln in den Strafraum von CFR,
aber der Torwart hob sie seelenruhig auf und warf sie hinter das eigene Tor. Es blieb nicht nur bei Fackeln, die ganze erste Halbzeit über flogen auch kleine Fahnenstöcke, Münzen, Flaschen
usw. in Richtung CFR-Schlussmann, aber auch hier blieb er unbeeindruckt, säuberte seinen 16er Raum immer mal wieder, ohne aber irgendwie die Jungs auf der Tribüne hinter sich zu provozieren.
Für diese war es eh schon dumm, dass just in diesen Sekunden, wo sie ihre Show begannen auf der gegenüber liegenden Seite das 1-0 fiel, was dann natürlich den Heimbereich erstmalig ausflippen
ließ - und hier wurde massig Rauch gezündet, der sich zuerst unter dem Dach sammelte und dann aber nach oben abzog. Der Uhrzeiger hatte noch keine zehn Runden gedreht und da zappelte nach
einer Ungenauigkeit in der Hintermannschaft der Schwarz-Weißen das Leder ein zweites Mal in ihren Maschen. Von nun an übernahm der Tabellenvierte aber das Kommando und spielte nur noch in
eine Richtung. Angefeuert von der ganzen Hintertortribüne konnte man den Anschlusstreffer erzielen, was zur nächsten Pyro-Einlage seitens der Jungs von Universitatea führte. Auch in der
Folgezeit blieben sie am Drücker und der Ausgleich schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, aber eine Slapstick-Einlage ihres Verteidigers ließ sie kurz vor dem Gang in die Kabinen mit
1-3 in Rückstand geraten. Puh, erst einmal durchschnaufen, hier wurde uns in den ersten 45 Minuten mächtig was geboten. Bier gab es logischerweise nur alkoholfrei, also verzichtete ich hier
drauf, nachdem ich vor der Partie in einem Supermarkt bereits die beiden unschönen Worte „no Alcohol“ hören durfte. Hot Dogs gab es für uns auch noch, denn das letzte Kaubare hatten wir etwa
acht Stunden zuvor in Dortmund am Flughafen zu uns genommen. Pünktlich zu Beginn der zweiten Hälfte saßen wir wieder auf unseren Plätzen und sahen früh ein Abseitstor der Hausherren, welches
das Match schon hätte entscheiden können. Danach war aber „U“ wieder klar die bessere Mannschaft, aber lange Zeit fehlten die ganz großen Torchancen und so liefen ihnen langsam ein wenig die
Minuten davon. Nach einem Pfostenschuss ein paar Minuten zuvor, konnte man in der 83. Minute dann doch endlich noch einmal heran kommen, was eine spannende Schlussphase bringen sollte.
Logischerweise wurde es mit fortlaufender Zeit immer hektischer und zu Beginn der Nachspielzeit regte sich die Gästebank übelst auf (warum auch immer!?), so dass locker ein halbes Dutzend
Ihrer Zugehörigen einen Linienrichter und den vierten Offiziellen übelst bedrängten und sogar leicht schubsten. CFR traf bei einem Konter selbst auch nochmal den Pfosten und erhielt danach
einen Eckball zugesprochen. Der dort hin laufende Spieler wurde ebenfalls wieder massig mit Gegenständen beworfen und er beschwerte sich beim Unparteiischen. Was macht dieser? Nein, nicht
etwa die Partie unterbrechen oder ähnliches, er schickte den Spieler sichtlich unter Androhung einer gelben Karte zur sofortigen Ausführung des Eckballs. Ich kann nur dabei bleiben: Wahnsinn!
Man möge sich diese Szenen gar nicht in Deutschland vorstellen, was das für Schlagzeilen gesorgt hatte, mal abgesehen davon möchte ich nicht wissen wie oft zuhause das Spiel unterbrochen
gewesen wäre bzw. vermutlich sogar schon abgebrochen. Sportlich passierte aber nichts mehr, ein schmeichelhafter Heimdreier, was ihnen aber egal sein dürfte, denn man gewann das Derby und
kletterte über Nacht erstmal in die Top 6, die ja nach 30 Spieltagen wie gesagt zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen würde.
Nach dem Spiel schauten wir uns noch an, wie beide Mannschaften von ihrer jeweiligen Seite verabschiedet wurden bzw. wie die Gäste noch ein wenig Machtspielchen mit der
Staatsmacht ausführten. Dieses endete dann mit massivem Einsatz von Pfefferspray, welches aber nicht aus einem kleinen Döschen versprüht wurde, sondern der Strahl erinnerte eher an den eines
Feuerlöschers. Als dieser Duft immer mehr in unsere Richtung zog, verließen wir dann auch so langsam das Stadion. Draußen im Supermarkt noch ein Getränk für das Zimmer mitgenommen und ein
wenig in eine Seitenstraße verzogen, damit wir hier in aller Ruhe unseren Uber hin bestellen konnten. Dieser war nach zwei Minuten bereits angekommen und brachte uns wieder binnen etwas mehr
als einer Viertelstunde zurück zum Hotel. Dort kamen wir um 22:50 Uhr an und die Bar hatte zwar noch zehn Minuten offen, aber aufgrund der kurzen folgenden Nacht entschieden wir uns doch für
den Verzicht auf den Absacker, sondern wählten den direkten Weg zum Zimmer. Hier ließen wir den gelungenen Abend noch einmal Revue passieren und es gab wenig zu meckern an dem Trip. Wir
hatten tatsächlich den ZDF Livestream auf dem TV verfügbar, allerdings hatte das Sportstudio aufgrund der Zeitverschiebung noch nicht begonnen und gegen 23:40 Uhr Ortszeit gaben wir es auch
auf und schalteten das Licht und den Fernseher auch aus. Bis ich eingepennt war, dürfte es aber locker 0:15 Uhr gewesen sein, denke ich, und um 3:50 Uhr klingelte der Wecker uns aus dem
Tiefschlaf. Im Bad machten wir uns nacheinander fertig und verließen das Hotel wie geplant gegen 4:20 Uhr. Da wir ja wirklich nur einmal über die Straße mussten und das Terminal eher einer
kleinen Lagerhalle ähnelte, waren wir auch fünf Minuten später bereits am Security Check. Die lange Schlange täuschte, wir kamen recht schnell hier durch, holten uns dahinter noch einen
kleinen Frühstücks-Snack und ein Getränk für den Flieger. Da es am Airport CLJ nicht viele Gates gibt, waren wir auch schnell dort angekommen von wo wir abfliegen und mussten natürlich wieder
warten. Das Boarding startete gefühlt recht früh, aber in den ersten 15-20 Minuten bewegte sich gar nichts, erst danach ging es schneller. Um 5:50 Uhr war ich dann endlich im Kutter, aber es
kamen doch noch einige nach uns, so dass wir uns um 6:10 Uhr erst in Bewegung setzten, obwohl eigentlich 6 Uhr als Zeit für den Take Off angegeben war. Wir waren aber noch voll im Zeitplan,
obwohl Lukas später noch zum 1. FC Köln wollte und ich für ein Family Geburtstagsessen um 11:30 Uhr geladen war. Sechs Minuten nachdem wir losgerollt waren, hoben wir auch schon vom Boden ab
und nach 13 Stunden in Transilvanien startete die Heimreise endgültig. Wir hatten beim Online Check-In allesamt Mittelsitze zugeordnet bekommen, aber bevor wir hierfür Geld bezahlen, nehmen
wir das Übel mal für zwei Stündchen in Kauf. Völlig entspannt ging der Flug vonstatten, da ich aber trott der kurzen Nacht irgendwie nicht pennen konnte, tippte ich schon mal diesen Bericht
bis hier her fertig, so dass ich ihn nach dem Essen zuhause quasi fast nur schnell nochmal Kontrolle lesen und hochladen musste. Die angegebene Flugzeit von 2:10 Std. wurde mal wieder
unterboten und so landeten wir nach 1:53 Std. in der Luft um 7:09 Uhr Ortszeit am Flughafen DTM in Dortmund. Das mit der Landung könnte der Pilot bis zum nächsten Mal bitte noch ein wenig
üben, denn das hatte ich so auch noch nicht erlebt, dass die Maschine merklich nach links und rechts „schwimmt“, nachdem sie aufgesetzt hatte. Nach der kurzen Schrecksekunde war ich
wenigstens direkt wach und nachdem unser Kutter am Terminal geparkt hatte, waren wir auch recht schnell hier durch. Grenzkontrollen gibt es innerhalb des Schengenraums nur in Ausnahmefällen
und Gepäck hatten wir ja auch keins zum abholen. Auf dem Rückweg zum Auto geht es die 1,2 Kilometer Fußmarsch zum Glück eher bergab, was die Lauferei angenehmer macht. Um 7:50 Uhr kamen wir
bei meinem geparkten Fahrzeug an und waren auch nur wenige Minuten später mit diesem schon wieder unterwegs. Die Autobahnauffahrt Holzwickede war (wie vor acht Wochen, als wir nach Sofia
machten) immer noch gesperrt, deswegen mussten wir sechs, sieben Kilometer Landstraße fahren, bevor wir direkt auf die A1 auffuhren. Am Westhofener Kreuz wechselten wir auf die A45, auf
welcher ich zeitweise nur extremen Nebel zu kämpfen hatte und deswegen die Geschwindigkeit zeitweise sogar auf 60 km/h beschränkt war. Diese Autobahn verließen wir auch nur einmal kurz,
nämlich als wir bei Herborn Lukas verabschiedeten. Für Sven und mich ging es nun noch etwas mehr als 50 Kilometer gemeinsam weiter, bevor sich in Berstadt auch unsere Wege trennten. Danach
war es für mich alleine nur noch etwas mehr als eine Viertelstunde und um 10:15 Uhr stellte ich mein Auto zuhause in der Garage ab, so dass ich sogar noch eine Dreiviertelstunde auf die Couch
konnte, bevor wir zum Restaurant fuhren, wo wir einen Tisch bestellt hatten.
Obwohl es bei unserer Buchung in der letzten Woche noch sehr viele Fragezeichen gab (Wetter? Tickets? Ist es überhaupt mit Gäste-Fans? usw.), kam es mal wieder ziemlich nahe
an die perfekte Tour heran, da das Wetter mitspielte, wir (wenn auch ein wenig über Umwege) an Eintrittskarten kamen und zu guter Letzt auch der Anhang von U Cluj anreiste und nach unserem
Geschmack ablieferte. Zudem noch eibe super harmonierende Truppe, die sich auch die Laune nicht vermiesen lassen hatte, als die Meldung der Flugverspätung kam und wir zu diesem Zeitpunkt noch
nicht mal Tickets hatten. Mega Trip Jungs, gerne mehr davon!!!