Zweites Wochenende im neuen Kalenderjahr, zweiter samstäglicher Auslandsbesuch. In Deutschland beginnt zwar an diesem Wochenende die Bundesliga wieder, was aber für meine Hopping-Pläne
natürlich vollkommen irrelevant ist und da die weiteren Ligen noch in der Winterpause verweilen, wurde früh nach Alternativen geschaut. Ich hatte schon länger mal wieder Lust auf die Insel
und brachte es hier und da mal wieder ins Gespräch bei den Hopperkollegen, größtenteils aber mit Absagen. Kurz vor dem Jahreswechsel brachte Matthias das Thema wieder auf und so waren wir uns
schnell einig die Flüge zu buchen, so lange sie nur 53 Euro kosten würden. Er hatte auch gleich eine Spiel-Idee und schlug mit Ipswich Town FC einen Zweitligisten vor, mit einer immer recht
hohen Stadionauslastung bei Heimspielen. Ich war damit völlig okay, denn wenn sie aufsteigen sollten, wird es in ihrem 29.000er Stadion vermutlich wieder schwer bis unmöglich an Tickets
zu kommen, ohne eine Membership zu buchen. Da es sich um ein FA-Cup Spiel handelt, gab es dieses Mal die Tickets bereits für 10 Pfund, was natürlich ebenfalls erfreulich war. Die
Eintrittskarten buchte er, ebenso wie unser Hotel direkt am Flughafen Stansted, welches wir letztes Jahr schon einmal bei einer Tour hatten, und somit war der wichtigste Teil bereits
erledigt. Ich musste noch ESTA beantragen, welches man seit April 2025 benötigt um in Großbritannien einzureisen und seitdem war ich nicht mehr in GB. Ich füllte den Antrag online am Montag
dieser Woche aus und hatte in noch nicht einmal zehn Minuten schon eine positive Rückmeldung. Das Einzige, was mich jetzt noch ein wenig störte, das war das Wetter. Bei uns in Deutschland war
es im Laufe dieser Woche im Norden und Süden recht chaotisch, es kam einiges an Schnee herunter, so dass teilweise sogar der Bahnverkehr eingestellt und auch zwei Bundesliga-Spiele abgesagt
wurden. Am vergangenen Sonntag waren in England in den Ligen 2 bis 4 insgesamt 17 von 35 angesetzten Partien abgesagt worden, was fast die Hälfte aller Spiele sind. Unterklassig war die
Quote, sehr zum Leidwesen einiger Hopperkollegen vor Ort, sogar noch um einiges höher. Bei unserem Kick in Ipswich schien keine Gefahr zu bestehen, denn man postete unter Woche Fotos vom
Training aus dem Stadion an der Portman Road und hier sah der Rasen supergut und grün aus, wohl dank einer Rasenheizung, vermute ich mal ganz stark.
Gestern Abend stand nur ein ECN-Heimspiel an, welches mit einem Sieg nach Verlängerung über Weiden endete. Wir waren dadurch recht früh zuhause und ich lag bereits um kurz
nach 23 Uhr im Bett, allerdings drehte und wendete ich mich mehrmals in alle Richtungen. Das einschlafen wollte mir einfach nicht gelingen, was u.a. auch an einer leichten Erkältung mit
laufender Nase lag. Es dürfte etwa 0:30 Uhr gewesen sein, bis ich endlich im Land der Träume war und um 4 Uhr rappelte der Wecker wieder. Ziemlich schlapp musste ich meinem Körper aber direkt
aufraffen, denn ich hatte meinen Wecker extra spät gestellt, um möglichst viel Schlaf zu bekommen. Den Rucksack hatte ich gestern schon fertig gepackt, musste mich also nur im Bad frisch
machen und saß um 4:18 Uhr in meinem Auto. Schnell an einer Tanke noch ein belegtes Brötchen geholt, traf ich um exakt 4:45 Uhr in Berstadt ein, wo Matthias auch gerade angekommen war. Er
stieg bei mir in die Karre und wir machten uns auf den Weg, der zuerst ein kleines Stück A45 bis Wetzlar beinhaltete, wo wir auf die Bundesstraße B49 bis nach Limburg auffuhren. Via A3 ging
es ins Rheinische und um 6:38 Uhr erreichten wir den Bahnhof Porz-Wahn und auf dem kostenfreien Parkplatz direkt gegenüber des Bahnhofs waren sogar noch zwei, drei Plätze frei. Die S19 fuhr
statt um 6:49 Uhr um 9:53 Uhr, also vier Minuten später, los, was für uns aber nicht weiter tragisch war. Am Flughafen angekommen, brauchten wir zwischen fünf und zehn Minuten für den
Security Check und die Passkontrolle war eine Sache von nur 30 Sekunden. Somit erreichten wir fast anderthalb Stunden vor regulärem Abflug die Gates, setzten uns aber erstmal an ein anderes,
wo wir komplett unsere Ruhe hatten. Matthias sah online bereits, dass unser Flieger erst um 8:37 Uhr in Köln landen würde, was einen pünktlichen Abflug um 8:45 Uhr logischerweise schon
unmöglich machte. Das Boarding begann kurz vor 9 und um 9:20 Uhr waren wir alle an Board und durften erstmal warten. Nach einer Viertelstunde kam die Durchsage, dass unser Flieger enteist
werden muss und zudem die Startbahn sowieso geschlossen sei, da man auch diese vom Eis befreien muss. Sie würde gegen 10 Uhr wieder eröffnet werden und dann könne man starten. Am Ende war es
10:23 Uhr, als wir endlich in die Luft gingen, was über anderthalb Stunden Verspätung waren. Noch war ich entspannt, auch wenn wir unseren Bus nach Ipswich für 11:15 Uhr (bzw. 12:15 Uhr
deutscher Zeit) gebucht hatten. Koffer hatten wir ja keine zum abholen, dennoch mussten wir hoffen gut durch die Grenzkontrolle zu kommen, da wir unsere Rucksäcke noch im Hotel direkt am
Airport abstellen wollten, bevor wir in den Bus gen Nordosten steigen. Der Flug verlief alles in allem sehr ruhig, schlafen konnte ich zwar nicht, dafür tippte ich hier am Bericht herum und
immerhin konnten wir wohl eine ziemlich direkte Route fliegen, denn nach nur 58 Minuten in der Luft setzten wir um 10:21 Uhr Ortszeit den Reifen auf dem Flughafen Stansted auf. Acht Minuten
später parkten wir endlich und das zum Glück auch direkt am Flughafengebäude, wobei es dann noch weitere sieben Minuten dauerte, bis sich die Türen der Maschine öffneten und um 10:36 Uhr
verließ ich das Flugzeug. Dummerweise waren wir gerade heute auch noch am falschen Terminal gelandet und mussten mit der Bahn rüber zur Passkontrolle fahren, somit war dann auch klar, dass
wir den Bus für die Hinfahrt höchstwahrscheinlich nicht mehr erreichen werden und wir den nächsten eine halbe Stunde später nachbuchen müssten. An der Grenzkontrolle ging es dann aber doch
recht flott (vielleicht etwas mehr als fünf Minuten) und wir kamen beide auch am Automaten direkt durch. Die letzten Mal bekam fast immer einer von uns angezeigt „please search for an
assistant“ und man musste noch mal in eine separate Schlange. Die Toilette mussten wir aufsuchen und für die Fahrt noch schnell ein Getränk kaufen, ich sagte zu Matthias „wir haben noch knapp
zehn Minuten, lass es uns versuchen“ und drängelte ihn ein wenig die Kippe aus zu machen. Wir liefen die etwa 200-300 m zum Hotel schnellen Schrittes und uns wurde dort direkt gesagt, dass
einchecken erst ab 14 Uhr möglich sei. Das war für uns weniger schlimm bzw. sogar durchaus okay, da es ja eine 24 Stunden Rezeption ist, wichtig war nur, dass wir die Rücksäcke abstellen
konnten. Das ging recht flott und zwei, drei Minuten nach Betreten des Hotels verließen wir es auch wieder. Matthias schaute online nach, in der Haltebucht 21 sollte unser Bus stehen und er
stand noch. War zwar kurzzeitig ein klein wenig Hetzerei, aber so ersparten wir uns wenigstens das Buchen einer weiteren Fahrt bzw. auch die Kosten dafür und vor allen Dingen war es so nun
vor Ort in Ipswich entspannter für uns. Überpünktlich um 11:15 Uhr fuhr der Bus ab und wir Beide saßen mit drin, in den beiden Reihen vor uns wurde ebenfalls Deutsch geredet und sich über
Stadien, Reisen und Fußballspiele unterhalten. Die Strecke waren laut Navi 79 Kilometer und sollte laut Fahrplan etwa anderthalb Stunden dauern. In Colechester machten wir einen kurzen
Haltestop und der Bus kutschte uns weiter in die Grafschaft Suffolk an die Mündung des Orwell an der südlichen Nordsee. Wir kamen um 12:45 Uhr, also sogar noch fünf Minuten vor Fahrplan, in
unserem heutigen Zielort an. Hier war die Haltestelle umgeben von einem großen Kino und mehreren Restaurants oder auch Fast Food Läden. Wir entschieden uns für das Nando‘s, wo es fast alles
mit Chicken gab. Kurz vor 14 Uhr hatten wir in aller Ruhe gegessen und machten uns zu Fuß auf die drei Minuten zum Stadion. Schnell ein Programm gekauft, ein paar Fotos geschossen, bewegten
wir uns durch den Eingang und da es immer noch sehr früh war, gönnte ich mir direkt vor dem Eingang zum Inneren des Stadions noch ein Bierchen. In unseren Block bzw. auf unsere Sitzplätze
bewegten wir uns dann ca. zwanzig Minuten vor Kick Off.
Im 1/32-Finale des traditionsreichen FA-Cup, genauer gesagt also die Runde der letzten 64 Mannschaften, standen sich am heutigen Tag Ipswich Town FC und Blackpool FC
gegenüber. Da es in England im Gegensatz zu Deutschland nicht die Regel gibt, dass das höherklassige Team Heimrecht hat, kommt es so zur Konstellation Zweitligist (Championship) zuhause gegen
einen Drittligisten (League One). Die Hausherren haben in ihrer Liga in den letzten 16 Spielen nur zwei Niederlagen einstecken müssen (9 Siege, 5 Remis, 2 Niederlagen) und waren
zwischenzeitlich auf den zweiten Rang geklettert, welcher am Ende der Spielzeit den direkten Aufstieg in die Premier League bedeuten würde. Da ihr Match am vergangenen Wochenende aber auch
den Witterungsbedingungen zum Opfer fiel, rutschten sie mit einem Nachholspiel in der Hinterhand nun wieder auf den 3. Platz zurück. Der Rückstand auf die beiden Aufstiegsplätze beträgt
sieben bzw. zwei Punkte (beide haben aber jeweils schon eine Partie mehr ausgetragen), der Vorsprung auf Platz Sieben (also der erste Rang hinter den vier Relegationsrängen) sind aber auch
nur drei Punkte. Selbst der Elfte hat nur sechs Punkte Rückstand, es ist alles also noch verdammt eng da oben. Die Gäste sind in der Drittklassigkeit auf Platz 18 geranked und ihr Rückstand
auf die Relegationsplätze sind schon jetzt zehn Punkte, man muss sich wohl eher Gedanken in Richtung der vier direkten Abstiegsplätze machen, denn man hat bisher ganze zwei Pünktchen mehr
ergattern können als Burton Albion auf Platz 21. Es sind allerdings noch 21 bzw. 22 Spiele zu absolvieren, also kann hier auch noch sehr viel passieren. Die Teams der beiden höchsten
Spielklassen (also auch Ipswich) steigen in dieser Runde erst ein, die restlichen League-Teams aus den Ligen 2 bis 5 mussten schon zwei Runden absolvieren. Blackpool schlug jeweils zuhause
mit Scunthorpe United (1-0) und Carlisle United (4-1) den Sechsten und den Ersten aus der zwei Spielklassen niedrigeren der National League (5. Liga), was ihnen nun das heutige Spiel in
Ipswich bescherte. Ipswich spielt seit den 50er Jahren fast durchgehend erst- oder zweitklassig (früher mehr erst-, zuletzt eher öfters zweitklassig), hatte nur eine einzige „Schwächephase“
zwischen 2019 und 2023, als man nur League One (3. Ligaebene) spielte. Binnen zwei Jahren war man aber zurück in der Topklasse Premier League, wo man sich aber in der vergangenen Spielzeit
nicht halten konnte. Blackpool spielte 2010/11 tatsächlich sogar erstmalig seit den 70er Jahren auch eine einzige Saison wieder erstklassig in der Premier League, schaffte es aber dann bis
zur Saison 2016/17 in die viertklassige League One abzusteigen. Man stieg aber direkt wieder auf und ist seitdem fast durchgehend (mit zwei Jahren Ausnahme in der 2. Liga) drittklassig
unterwegs.
Die Hausherren traten wohl mit einer gemischten Mannschaft an, setzten sogar eher einen Großteil der Spieler ein, die sonst selten in der Stammformation sind, ein. Darunter
auch der 40-jährige Alt-Internationale Ashley Young (ehemals Aston Villa, Manchester United, Inter Mailand und FC Everton), der bis zur letzten Saison noch in der Premier League aktiv war, in
Ipswich aktuell aber auch meistens eher von der Bank kommt. Dennoch war man von Beginn an die bessere Elf und war zumeist im Vorwärtsgang zu finden. Man war aber zu verspielt und meistens kam
der letzte Ball nicht an, so dass aus über 70% Ballbesitz nur wenige Chancen resultierten. Knapp zehn Minuten vor dem Gang in die Kabinen traf man per Schlenzer aber doch zur verdienten 1-0
Führung. Ich ging in der Halbzeitpause die Treppen nach unten und holte mir noch einen Pie mit Meat. Eigentlich war ich noch satt, aber wenn ich denn schon mal wieder in England bin, gehört
dieser bei einem Spiel eigentlich auch dazu. Pünktlich zum Anpfiff der zweiten Hälfte saß ich wieder auf meinem Hintern und konnte mit anschauen, wie sich am Geschehen auf dem Rasen weiterhin
nichts änderte. Ipswich war besser, tat aber auch nur das Nötigste, hatte dennoch alles im Griff, da die Gäste, von nördlich von Liverpool kommend, offensiv absolut gar nicht
stattfanden. Irgendwie war es aber ein komischer Kick und ich sagte noch zu Matthias „warte mal ab, wenn Ipswich nicht das zweite Tor macht, stolpern die noch den Ausgleich rein“. Seine
Antwort war „Ja, durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit“. Kurz vor Ablauf der regulären 90 Minuten machten die Hausherren per Kopf das 2-0, somit war die Partie dann wohl gelaufen. Es
wurden fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt und als von diesen auch schon wieder vier abgelaufen waren, gab es doch nochmal einen Angriff der Gäste, der in einem Elfmeterpfiff des
Unparteiischen endete. Kurzer VAR-Einsatz, es gab aber wohl schnell Bestätigung, und schon stand es nur noch 2-1, auch wenn der ITFC-Torhüter am Strafstoß noch dran war und der Ball mehr oder
weniger über die Linie kullerte. Dieses Tor fiel aber zu spät, denn schon kurz nach Wiederanpfiff war auch Schluss und der Zweitligist zieht hochverdient in die Runde der letzten 32 Teams
ein. Aber auch Blackpool hat sich ganz ordentlich verkauft, selbst wenn es a) größtenteils nur Ersatzspieler von Ipswich waren und b) man kaum Tormöglichkeiten hatte.
Wir schauten noch kurz zu wie sich beide Teams von ihren Fans verabschiedeten. Chapeau an die 1.500 aus Blackpool, die den Weg (440 Kilometer) auf sich genommen hatten und
ziemlich durchgängig auch Action machten. Allzu spannend war es aber auch nimmer und so liefen wir die Treppen nach unten, wo ich aus dem Unterrang noch schnell ein paar Fotos vom fast schon
leeren Stadion. Danach ging es zu Fuß zu einem Supermarkt, der knapp einen halben Kilometer entfernt war, wo es noch Getränke für die Busfahrt und Kleinigkeiten für‘s Zimmer gab. Ganz
gemütlich dappelten wir wieder in Richtung Bushaltestelle zurück, waren aber bereits um 18 Uhr dort und das Fahrzeug sollte erst eine Stunde später wegfahren. Es war allerdings die erste
realistische Möglichkeit um wieder von Ipswich weg zu kommen, denn der 17 Uhr Bus wäre bei der heutigen Nachspielzeit vermutlich gar nicht mehr erreichbar gewesen, zudem war es ja ein
Pokalspiel und somit auch eine Verlängerung im Bereich des möglichen gewesen. Matthias erklärte sich bereit in einem Schnellrestaurant noch einen Burger zu essen und so konnten wir hier noch
gemütlich 40 Minuten im Warmen verbringen, bevor wir wieder zurück zur Haltestelle liefen. Unsere Kutsche war bereits da, allerdings war noch alles dunkel und außen stand beschriftet, dass
der Fahrer noch Pause machen würde. Um 18:55 Uhr öffnete er die Türen und weitere fünf Minuten später fuhr er (erneut überpünktlich) los, mit insgesamt vier weiteren Personen an Board - uns
schon mit eingerechnet. Ich versuchte wach zu bleiben, was mir zum Glück auch komplett gelang, denn sonst wäre ich sicherlich später auf dem Zimmer erstmal nicht mehr müde gewesen. Auf der
Fahrt machten wir wieder einen Stop in Colchester, wo wir auch ein paar Minuten stehen blieben, und ansonsten ging es auf direktem Wege zurück zum Airport London Stansted. Hier kamen wir um
20:20 Uhr an, dieses Mal also sogar zehn Minuten vor der eigentlich offiziellen Ankunftszeit. Zu Fuß waren es ja keine fünf Minuten zum Hotel, wo das einchecken ruckzuck ging und nachdem wir
unsere Rucksäcke wieder in Empfang genommen hatten, ging es auf‘s Zimmer. Wir chillten noch ein wenig herum, machten aber sonst nicht mehr wirklich viel und um 22 Uhr dann auch schon das
Licht aus. Matthias schlief neben mir direkt ein und auch ich, der normal immer noch einige Zeit am Handy herum daddelt, der musste seinen Versuch hier am Bericht zu schreiben abbrechen, denn
es raffte mich auch binnen weniger Minuten dahin.
Der Wecker war auf 4:10 Uhr gestellt und dieser riss uns logischerweise aus dem absoluten Tiefschlaf, da es aber doch knapp sechs Stunden waren und auch erholsame, machten
wir uns direkt fertig - mussten wir ja sowieso. Jeweils schnell geduscht, verließen wir das Hotel um 4:55 Uhr und waren keine drei Minuten später im Terminal. Der Security Check war um diese
Uhrzeit auch noch ganz angenehm und dauerte keine fünf Minuten, so dass wir uns dahinter sogar nochmal ein paar Minuten hinsetzen mussten, denn unser Abflug-Gate war noch nicht einmal auf den
Screens angezeigt. Letztendlich wurde uns dann die 46 gegeben, was hoffentlich ein gutes Omen für heute Abend ist, wenn der EC Bad Nauheim (Gründungsjahr 1946) in Bietigheim antritt. Wir
schlenderten dort hin, was ein Fußweg von sieben, acht Minuten bedeutete und sahen, dass das Boarding bereits begonnen hatte und die übliche lange Schlange dort schon stand. Für uns bedeutete
das natürlich erst noch einmal in aller Ruhe eine Sitzbank aufsuchen. Waren wir gestern dritt- und vorletzter, die den Flieger bestiegen, so gehörten wir heute auch wieder zum letzten halben
Dutzend. Alles in allem ging es wieder recht flott und erfreulicherweise hoben wir bereits um 6:13 Uhr von der Startbahn ab, was nur sehr gute drei Minuten Verspätung bedeutete. Ich tippte in
den ersten Minuten den Bericht bis hier hin und versuchte danach dann auch etwas zu dusseln, was aber eher so semi-gut bzw. gar nicht gelang. Der Flug dauerte ganze 48 Minuten und wir setzten
um 8:05 Uhr Ortszeit am Flughafen Köln/Bonn auf, was sogar noch 25 Minuten vor dem Timetable war. Mir sollte es ja Recht sein, ich hatte heute ja noch einen Termin, aber zuerst rollten wir
noch ein wenig auf dem Rollfeld herum und bis die Tür geöffnet wurde, war es 8:13 Uhr. Da ich in der zweiten Reihe saß, war ich auch entsprechend schnell draußen. Matthias‘ Sitzplatz war im
hinteren Bereich und als ich das Terminal betrat, hatte die hintere Treppe noch nicht mal geöffnet. Ich ging schon mal durch die Passkontrolle, holte mir draußen ein Brötchen und ärgerte mich
ein wenig, da die S-Bahn in fünf Minuten abfährt, die nächste dann erst eine halbe Stunde später. In diesem Moment kam aber Matthias tatsächlich auch schon den Eingang raus, damit hätte ich
nicht gerechnet. Ich erklärte ihm die Sachlage und wir gingen schnellen Schrittes zur Bahnstation, wo tatsächlich auch gerade die S19 einfuhr. Ein kurzer 50 Meter Sprint und wir erreichten
den letzten Wagon noch, supertop, denn so setzte uns die Bahn exakt um 8:30 Uhr schon am Bahnhof Porz-Wahn ab. Bei -7 Grad war mein dort geparktes Auto komplett vereist und voller Schnee, der
erstmal entfernt werden musste, bevor wir abstarten konnten. An Siegburg vorbei ging es dahinter auf die A3 und ab Limburg wieder auf die B49, wo der Boardcomputer zwischenzeitlich sogar -11
Grad anzeigte. Bei Wetzlar befuhr ich wieder die Autobahn und zwar die A45, auf welcher wir bis zur Ausfahrt Wölfersheim blieben. In Berstadt wurde Matthias raus gelassen und die letzten
etwas mehr als 15 Minuten hatte ich dann noch alleine hinter mich zu bringen. Es war 10:45 Uhr, als ich zuhause mein Auto in der Garage abstellte, was durch die frühere Landung und dem
direkten erreichen einer S-Bahn fast eine Stunde früher war, als ich dachte. Zuhause den Rucksack ausgepackt und das Mittagessen zu mir genommen, musste ich quasi direkt danach auch schon
wieder los, zum ECN-Auswärtsspiel in Bietigheim, vor den Toren Stuttgarts.