Bei Sonntags-Heimspielen des EC Bad Nauheim schaue ich mittlerweile vorher auch ganz gerne noch ein Fußballspiel, logischerweise möglichst In Verbindung mit einem Kreuz in
einem neuen Ground zu setzen. Ich hatte eigentlich schon seit Wochen den FC Kosova Frankfurt auf dem Schirm, das letzte noch fehlende Puzzleteil in der Gruppenliga Frankfurt West, als ich
Anfang der Woche meine Kicks nochmal kontrollierte, fiel mir aber auf, dass man derzeit gar nicht auf dem eigenen Hauptplatz spielt. Macht logischerweise irgendwie auch Sinn, ist dieser doch
ein Rasenplatz und in Frankfurt gibt es wirklich genug Kunstrasenplätze. Für mich natürlich dennoch ärgerlich, geht mir hier doch die Komplettierung der Liga (vorerst) durch die Lappen. Wo
sich eine Tür schließt, öffnet sich aber auch eine andere und so entschied ich mich doch für den VfR Limburg, den ich zuerst eigentlich nicht anfahren wollte, weil ich zwanzig Minuten längere
Anreise nach Bad Nauheim habe, aber nun ist es eben so. Man spielt hier nämlich seit der letzten Rückrunde wieder auf dem ursprünglichen Hauptplatz auf dem Stephanshügel, der auf einen
Kunstrasen umgebaut wurde. Ich hatte den zwischenzeitlichen Haupt-(Kunstrasen)Platz am oberen Kopfende mittlerweile schon besucht, aber den eigentlichen Hauptplatz konnte man nicht mehr
besuchen, da dieser von den Seniorenmannschaften des VfR zuletzt bis zum Umbau gar nicht mehr bespielt wurde. Dadurch komplettiere ich statt der Gruppenliga Frankfurt West eben die
Verbandsliga Hessen Mitte, aber nicht nur das, sondern somit auch die komplette siebte Liga-Ebene in Hessen, denn ich hatte zuvor bereits 50 der 51 Verbandsligisten besucht, also die Staffeln
Nord und Süd schon komplettiert - nach dem Platz-Wechsel in Limburg fehlten diese jetzt halt noch zur erneuten Re-Komplettierung.
Die angesetzte Paarung lautete VfR 07 Limburg gegen den TSF Heuchelheim und war wie bereits erwähnt eine aus der Verbandsliga Hessen Mitte. Wenn man auf die Tabelle schaut,
kann man wohl keinen anderen Titel als „Abstiegskracher“ für diese Partie finden, denn in einer Liga mit 17 Mannschaften treffen die Plätze 15 und 14 aufeinander. Bei insgesamt fünf
Direktabsteigern und einer Mannschaft, die zusätzlich noch relegieren muss, wird es für beide Teams mal das Gaspedal durch zu treten. Das betrifft die Hausherren noch mehr, denn selbst wenn
es auch nur ein Platz Unterschied ist, aber man hat auf den heutigen Gegner schon sechs Punkte Rückstand und dazu schon 18 Partien absolviert, während viele im unteren Tabellenbereich erst
deren 17 gespielt haben. Der Rückstand zum komplett rettenden Ufer ist bereits auf acht Punkte angewachsen und da schon etwas mehr als die Hälfte der Saisonspiele ausgetragen wurden, wird es
so langsam echt eng für die Lahnstädter. Wie bereits erwähnt steht auch Heuchelheim „unter dem Strich“, aber die Lage ist nicht ganz so dramatisch, denn der Rückstand auf den
Abstiegsrelegationsplatz beträgt nur ein einziges Pünktchen, aber die komplett grüne Zone sind es auch nur zwei Punkte. Wenn man mal eine kleine Siegesserie starten könnte, wäre man mit zwei,
drei Dreiern am Stück vermutlich schon mitten im breit gefächerten Tabellenmittelfeld angekommen. Limburg spielte 2017/18 noch Kreisliga A, stieg in dieser Saison dann auf, genauso wie in
2021/22 aus der Kreisoberliga und in diesem Frühsommer aus der Gruppenliga (nach einer 3er Relegation mit der TSG Wieseck und der SG Kinzenbach). Nun ist man in der neuen Liga seit acht
Spielen sieglos (ein Remis und acht Niederlagen), so dass man so langsam endgültig den Anschluss an das rettende Ufer verliert. Heuchelheim spielte seit 2012/13 durchgehend in der Gruppenliga
und nachdem man die letzten Spielzeiten schon immer recht weit oben abschloss, reichte es in der vergangenen Saison endlich zum großen Coup. Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen zuletzt ist
der Trend auch nicht wirklich gut, wenn auch natürlich bei weitem nicht so besorgniserregend wie der des VfR.
Am Morgen schön ausgeschlafen, schaute ich nach dem Mittagessen noch kurz die Alternativen, falls man in Limburg doch auf dem oberen „alten“ Kunstrasen spielen sollte. Da ich
danach dann ja möglichst schnell nach Bad Nauheim sollte meine Ersatz-Partie doch schon in die richtige Richtung liegen und so klickte ich in fussball.de jeweils noch einen Kreisliga A und
einen Kreisoberliga-Kick an, würde aber Letzteres präferieren, falls ich nicht beim VfR Limburg bleiben kann. Da es 17 Minuten vom VfR entfernt ist, musste ich logischerweise ein wenig früher
zuhause abstarten, damit ich dann im Fall der Fälle dann auch noch pünktlich bei Plan B wäre. Ich saß also um 12:55 Uhr in meinem Auto und machte mich zuerst auf die 101 Kilometer, die mit
1:10 Std. angegeben waren. In Borsdorf gingen direkt vor meiner Nase bzw. direkt vor meiner Motorhaube erstmal die Bahnschranken nach unten, was mich zwei, drei Minuten kostete. Ich war aber
immer noch gut in der Zeit und befuhr bei Berstadt die A45, wechselte in Wetzlar allerdings auf die B49, die mich direkt bis zur Stadt an der Lahn führte. Hier musste ich fast durch den
ganzen Ort fahren, in dem weitestgehend nur 40 km/h erlaubt sind. Da die Zweite des VfR das Vorspiel bestritt, waren natürlich alle Parkplätze belegt, aber im vorbeifahren konnte ich schon
sehen, dass das Kreisoberliga-Spiel auf dem von mir gewünschten Platz stattfand, da machte ich mir wegen meiner Partie keinerlei Sorgen mehr und drehte in Ruhe eine Runde und parkte in einer
Seitenstraße. Am Eingang meine sieben Euro gezahlt, fragte ich einfach mal, ob nun immer „unten“ gespielt wird, was mit bestätigt wurde mit dem Zusatz „oben spielen maximal
Jugend-Mannschaften, die Senioren immer hier unten“.
Ich drehte meine Fotorunde und konnte noch die letzten fünf Spielminuten plus Minuten Nachspielzeit von VfR II gegen den ehemaligen Hessenligisten (mittlerweile auf
Abstiegskurs in die Kreisliga A) anschauen. Diese Partie war früh genug abgepfiffen und die beiden Teams des Verbandsliga-Kicks auch schon auf dem Rasen, das Unparteiischen-Trio kam gemütlich
um 15:29 Uhr aus der Kabine getrottet und es war klar, dass es nicht pünktlich los gehen sollte. Nach der Seitenwahl und beiden Einschwörungskreisen standen alle Akteure bereit, aber oben bei
der Eckfahne saßen noch die VfR-Spieler vom Vorspiel dort und wurden vom Trainer angeschrien, weil es nur zu einem Remis gegen den Vorletzten gereicht hatte. Sie machten keinerlei Anstalten,
den Platz zu verlassen, obwohl alle nur auf sie warteten, Wahnsinn und in meinen Augen schlichtweg eine Frechheit! Der Schiedsrichter sagte dem heimischen Kapitän, dass er es im Spielbericht
erwähnen wird, dass man deswegen später anfingt (wobei das ja auch nur die halbe Wahrheit ist, denn sie selbst kamen eigentlich ja auch zu spät aus der Kabine). In der ersten
Halbzeit war es weitestgehend ausgeglichen, beide Mannschaften hatten Phase in denen sie stärker waren als der Gegner. Während die Hausherren aufgrund ihrer Lufthoheit gerade nach ruhenden
Bällen sehr gefährlich waren, kombinierte sich die TSF eher vor das gegnerische Gehäuse. In der 4. Minute gingen die Domstädter in Führung, aber bereits in der 9. Minute der Ausgleich für
Heuchelheim. Das Unentschieden passte weitestgehend schon zum Spielverlauf vor dem Gang in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel war es zuerst mal der Tabellenvorletzte, der durch plötzlich
frühes Pressing für massive Probleme beim Gegner sorgte. Aber auch ihre zweite Führung des Tages war nicht wirklich heraus gespielt, sondern datierte von einem echt starken Fernschuss ihres
Linksaußens. Direkt nach dem 2-1 zog sich Limburg aber wieder zurück, diese Freiheiten nutzte der Gast und im Anschluss an eine gute Phase erzielten sie den erneuten Ausgleich. Danach ging es
wieder recht offen weiter, die TSF traf den Pfosten (der VfR in der ersten Hälfte die Latte, also auch hier ausgeglichen). Chancen gab es hier und da auf beiden Seiten, aber wirklich große
waren es nicht und so blieb es nach 90 + 3 Minuten auch bei der Punkteteilung. Über 90 Minuten gesehen ging das schon absolut in Ordnung, aber so wirklich hilft das Niemandem weiter.
Da wir dann doch am Ende noch halbwegs pünktlich waren, saß ich um 16:27 Uhr wieder in meiner Karre und machte mich auf den Weg nach Bad Nauheim. Das Navi prophezeite mir für
die 83 Kilometer exakt eine Stunde zu brauchen, was ja noch ganz gut passen würde. Zuerst wieder der nervige Stadtverkehr, mündete die Durchfahrtsstraße direkt in die B49, welche mich bis
nach Wetzlar führte. Ein kleines Stückchen A45 und hinter dem Gambacher Kreuz auch noch ein paar Kilometer auf der A5 bis zur Ausfahrt Bad Nauheim. Ein Stück B3 brachte mich in die Kurstadt
und nachdem ich durch die Stadt durch war, konnte ich um 17:25 Uhr mein Auto auf dem Ehrenamtlichen-Parkplatz des Colonel-Knight-Stadion abstellen und war nach eine kurzen Fußmarsch auch
schon am Stadion angelangt. Zum Spiel an sich verliere ich dann mal lieber keine Worte, das war in allen Belangen einfach viel zu wenig.