Auch für heute hatte ich aufgrund der Wetterlage und den derzeitig vielen Ausfällen und Verlegungen wieder alle Partien mit neuen Grounds für mich aktiviert, insgesamt waren
es elf Stück an der Zahl. Gestern fielen bereits vier davon weg, u.a. auch mein Plan A, aber dass das Spiel der FSG Laubach in Ruppertsburg auf Naturrasen nur geringe Chancen auf eine
Austragung hat, das dachte ich mir schon. Ich hatte ja noch sieben Alternativen, entschied mich aber direkt für den TSV Aschbach in Odenwald, was so ein wenig auch ein vorarbeiten für die
kommende Spielzeit sein könnte, denn man halt realistische Chancen nächste Saison ein Kreisoberligist zu sein, aber zu den Platzierungen gleich nochmal mehr. Negativpunkt war allerdings
erneut der Beginn erst um 20 Uhr und dazu die Dauer von Hin- und Rückfahrt, da dieser Ort fast im südlichsten Zipfel Hessens liegt. Obwohl ich mich dafür eigentlich zu k.o. fühlte, zog ich es
aber durch, denn morgen ist ja doch schon wieder Freitag. Außerdem rückt die Winterpause in Sachen Spiele unter der Woche sowieso immer näher, jetzt wird aber vorher erst nochmal Gas
gegeben.
Meine ausgewählte Partie hieß TSV Aschbach gegen den TSV Auerbach II und war eine aus der Kreisliga A Bergstraße. Es handelte sich um ein Nachholspiel des 8. Spieltags und es
standen sich in der 15er Liga der Zweite und der Fünfzehnte gegenüber. Wie ich bereits oben erwähnte, haben die Hausherren realistische Chancen in der kommenden Spielzeit in der Kreisoberliga
antreten zu können (in dieser Ligaebene war man 2015/16 zuletzt und seit dem dortigen Abstieg spielt man durchgehend in der KLA), denn mit einem Sieg im heutigen Nachholspiel kommt man bis
auf fünf Punkte an den Tabellenführer und einzigsten direkten Aufstiegsplatz heran. Selbst wenn die Verfolger alle ihre noch offenen Partien siegreich gestalten, hätte man auf den dritten
Rang fünf Punkte Vorsprung und somit auf dem Relegationsplatz stehend ein kleines Polster nach hinten. Die Zweitmannschaft des Gruppenligisten rangiert mit neun Punkten auf dem 15. und
letzten Tabellenplatz, da es aber nur einen Direktabsteiger und einen Abstiegsrelegationsplatz gibt, sind die Abstände mit drei Punkten zum relegieren und sechs Punkte zum komplett rettenden
Ufer immer noch recht gering. Die TSV-Zwoote war 2019/20 sogar noch C-Ligist, stieg aber in dieser Spielzeit ebenso auf, wie auch 2022/23 aus der Kreisliga B.
Abfahrt war trotz des späten Spielbeginns bereits um 18:02 Uhr, denn mein Navi zeigte mir 122 Kilometer an, da hiervon ein Großteil aber über Bundes- und Landstraßen geht,
wurden 1:44 Std. veranschlagt. Es gibt mal wieder durch Ranstadt und dahinter bei Staden auf die A45, um danach auf der B43A Hanau rechts liegen zu lassen. Die Bundesstraße ging direkt in die
B45 über, aber diese verließ ich hinter Dieburg auch schob wieder und fortan hatte ich weitestgehend nur noch kleinere Landstraßen unter den Rädern, die durch viele kleine Käffer führten, wo
eh oftmals nur 30 km/h erlaubt waren und zudem musste man auf den engen Gassen mehrmals wegen geparkten und gleichzeitig entgegen kommenden Fahrzeugen stehen bleiben - schwer nervig, das
Ganze! Irgendwann traf ich dann auf die B38, auf welcher ich Brensbach und Reichelsheim/Odenwald passierte. Wegen einer Straßensperrung musste ich einen nicht unerheblichen Bogen fahren und
ab Krumbach wurde es die letzten 15 Kilometer wirklich kurvig und bergig. Im Zielort angekommen hatte ich noch einen letzten steilen Berg hoch zum Sportgelände, wo ich um 19:42 Uhr schon
ankam und mein Auto in einer Seitenstraße parkte. Am Eingang vier Euro gezahlt und drinnen in Ruhe meine Fotorunde gedreht, setzte ich mich danach dann auf die Steinstufen und schaute dem
Treiben auf dem künstlichen Grün bei zwei Grad Celsius und leichtem Nieselregen zu.
Der heimische TSV legte los wie die Feuerwehr und machte direkt Druck. Ihr Bemühungen wurden früh in der 4. Minute mit dem Führungstreffer per Kopf belohnt. Auch danach
suchten sie weiter den Vorwärtsgang, der letzte Pass war aber oftmals zu ungenau und so waren die dicken Möglichkeiten dann eher Mangelware. Dafür trafen dann die Gäste nach einem langen Ball
auf den Außen nach ihrem allerersten geordneten Angriff direkt zum Ausgleich, hatten in den Folgeminuten ihre beste Phase im Spiel und währenddessen zwei, drei Chancen das Ergebnis komplett
zu drehen. Aschbach fing sich aber in den Schlussminuten der ersten Hälfte wieder und übernahm das Kommando. Zuerst traf man binnen weniger Sekunden zwei Mal den Pfosten, um nur zwei Minuten
danach erneut in Front zu gehen. Kurz darauf traf der Tabellenzweite wieder das „Stangerl“ und verschoss vor dem Gang in die Kabinen auch noch einen Foulelfmeter. Nach dem Seitenwechsel ging
es wie weiter? Genau, noch keine 30 Sekunden gespielt und es folgte der vierte Aluminiumtreffer und die Gäste waren mittlerweile mehr als nur gut bedient mit ihrem Ein-Tore-Rückstand. Völlig
unpassend zum Spielverlauf fiel aber in der 50. Minute der zweite Ausgleich des Abends, als der Aschbacher Innenverteidiger nach einem Freistoß aus dem Halbfeld einen Querschläger
produzierte, der sich hinter dem eigenen Torhüter ins Netz senkte. Dieses Mal zeigten sich die Hausherren aber weniger geschockt und hatten kurz darauf zwei weitere dicke Chancen, bevor man
sich aber fast hätte auskontern lassen, Auerbach traf jedoch - wie sollte es auch anders sein - erstmalig selbst den Pfosten! Die Gastgeber mühten sich und waren auch größtenteils in der
gegnerischen Hälfte unterwegs, fingen sich aber den nächsten Konter ein und dieses Mal machte es der schnelle Linksaußen der Bensheimer Stadtteil-Mannschaft besser. Es war mittlerweile dann
ein recht ausgeglichenes Match und mit dem 2-4 in der 86. schien das Ding auch durch zu sein, Aschbach machte nicht den Eindruck noch was reißen zu können. Eine eher fragwürdige gelb-rote
Karte für einen Auerbacher Verteidiger eine Minute vor dem regulären Ende weckte sie aber dann doch nochmal auf. Zum Start der vier Minuten Nachspielzeit verkürzte man tatsächlich nochmal und
es war eine einzige Welle an Angriffen, die bis zum Abpfiff nach über 90 + 5 Minuten (wegen zweier Wechsel wurde richtigerweise noch etwas drauf gepackt) auf das Gäste-Gehäuse schwappte. Die
letzte Möglichkeit hatte der Torhüter des Tabellenzweiten, der aufgerückt zu einem der vielen Eckbälle aber über das Tor schoss. So blieb es beim durchaus schmeichelhaften Auswärtssieg, aber
das dürfte Auerbach (zurecht) ziemlich egal sein, in ihrer Situation zählen nur Punkte - und die haben sie heute geholt.
Um ziemlich genau 22 Uhr saß ich wieder im Auto und machte mich logischerweise direkt auf die Heimfahrt, happy den absolut netten Ground gekreuzt zu haben, aber auch ein wenig genervt, dass laut Navi nun noch exakt 100 Minuten Fahrzeit anstehen. Schnell überwiegte aber wieder die
Freude über das gesetzte Kreuz, zumal ich es mir ja freiwillig ausgesucht hatte. Es gab ja noch fünf Alternativen, von denen vier Stück jeweils eine kürzere An- und Abfahrt gehabt hätten
(einzig ein Kreispokalspiel im Fußballkreis Olpe in einem Ground mit Tribüne und dem Oberligisten SG Finnentrop/Bamenohl als Gegner wäre in etwa zeitlich gleich lang gewesen). Exakt die
gleiche Route brachte mich der Heimat immer näher und es war bedeutend weniger Verkehr als ein paar Stunden zuvor, gerade im tiefen Odenwald habe ich teilweise kilometerweit kein anderes Auto
zu Gesicht bekommen. Von daher kam ich gut durch, aber zeitweise war es schon recht eintönig und langweilig. Um 23:40 Uhr stellte ich mein Fahrzeug in der Garage ab, machte noch diesen
Bericht fertig und legte mich gegen 0:30 Uhr ins Bett. Immerhin brauchte ich nicht noch bis zum Start der NHL-Spiele (normalerweise um 1 Uhr deutscher Zeit) warten, denn in den Staaten ist
heute Thanksgiving und dieser Tag ist nur ein paar NFL-Teams vorenthalten, NHL und NBA spielen nie an diesem einen Donnerstag im Jahr.