Dann starten wir mal in der Woche, zumindestens Fußballerisch gesehen. Nach dem frostigen Wetter der letzten Tage nahm ich heute direkt Abstand von Naturrasenplätzen (obwohl
heute Morgen tatsächlich noch zwei Spiele auf “echtem” Untergrund angesetzt waren) und wählte mir Plastikwiese aus. Wie schon öfters hier nieder geschrieben, wird die Auswahl
verständlicherweise immer geringer, da einige Ligen sogar auch schon in der Winterpause sind. Meine Auswahl war sogar noch der nähestmögliche neue Ground und benötigte dennoch eine An- und
Abfahrt von jeweils einer Stunde, was aber am meisten schmerzte bzw. eher nervte, war der späte Anpfiff erst um 20:15 Uhr. Nun gut, das Leben ist kein Wunschkonzert und ich mache es ja
freiwillig, also darf ich mich auch nicht beschweren. Im Laufe des Tages sah ich zudem, dass dieses Spiel von Fischbach nach Schneidhain verlegt wurde, was meinen Besuch bei diesem Spiel dann
noch sinnvoller macht, denn in Schneidhain existiert seit 2022 keine Fußballabteilung mehr und so wird dieser Platz wenigstens noch mit einem Erwachsenen-Pflichtspiel gekreuzt, das passt dann
schon sehr gut.
Die Partie lautete SV Fischbach gegen Roter Stern Hofheim und war eine aus der Kreisliga B Maintaunus. In dieser 16er Liga war es tabellarisch gesehen der Sechste gegen den
Zwölften. Die Hausherren sind so ein wenig “the best of the rest” hinter den ersten fünf Teams, die alle innerhalb von vier Punkten an der Spitze der Tabelle regieren. Der SVF könnte mit
einem Sieg im heutigen Nachholspiel des 18. Spieltages bis auf sieben Punkte an den Aufstiegsrelegationsplatz heran kommen. Da man allerdings auch noch einige Teams überholen müsste,
erscheint es derzeit aber unrealistisch oben nochmal angreifen zu können, aber dafür hat man mit ganz unten nichts mehr zu tun. Ganz im Gegenteil zum heutigen Gegner, der zwar ebenfalls über
dem Strich steht, aber gerade einmal nur einen einzigen Platz. Der Vorsprung auf die Mannschaften auf den vier Direktabsteiger-Plätzen beträgt allerdings auch bereits neun bzw. elf Punkte.
Ein ordentliches Polster, aber definitiv noch keins um sich für den Rest der Spielzeit zurücklehnen zu können. Die Gastgeber spielten 2017/18 noch in der Kreisliga D, nach zwei Aufstiegen in
Folge spielt man seitdem durchgehend in KLB und war zumeist in der vorderen Tabellenhälfte zu finden. Auch die Gäste waren in der D-Klasse aktiv, stiegen eine Saison vor dem SVF bereits in
die Kreisliga C auf, verbrachten hier jedoch fünf Spielzeiten, ehe man sich seit 2022/23 jeder dauerhaft in der aktuellen Spielklasse gegenüber steht.
Nach Feierabend und Abendessen konnte ich mich noch anderthalb Stunden auf die Couch lümmeln und machte mich danach so fertig, dass ich um 18:58 Uhr daheim abstarten.
Erfreulicherweise war es den ganzen Tag über trocken und die Temperatur war bei meiner Abfahrt zuhause mit +5 Grad Celsius auch noch im erträglichen Bereich. Außerdem machte es Hoffnung,
wenigstens in dieser Woche noch ein paar Kicks machen zu können, obwohl es heute schon die ein oder andere Absage für morgen und übermorgen gab. Nun aber erstmal zurück zur Gegenwart und hier
waren es 67 Kilometer für die einfache Strecke, die das Navi mit 1:03 Std. Fahrzeit berechnete. Wie so oft, wenn es in den Taunus geht, ist das erste Teilstück identisch mit der bereits
sooooooo oft gefahrenen Route zum Eishockey, also durch Ranstadt und Reichelsheim bis nach Bad Nauheim, wo ich ein Stückchen B3 befuhr, ehe es dann durch Rosbach und dahinter auf die A5 gen
Süden ging. Am Bad Homburger Kreuz wechselte ich auf die A661, die mich an Oberursel vorbei brachte und danach dann direkt in die B455 überging. Knapp ein Dutzend Kilometer blieb ich auf
dieser Bundesstraße, die durch Königstein führte und der dahinter liegende Stadtteil war dann auch schon Schneidhain. Hier erreichte ich um exakt 20 Uhr, also eine Viertelstunde vor Anpfiff,
den Ground, aber auf der engen Zufahrtsstraße war erst einmal komplettes Chaos, weil massig “Eltern-Taxis” dort parkten, die ihre Bälger dort unbedingt direkt vor dem
Sportheim abholen mussten und somit war eine Spur komplett belegt und die Autos, die vom eigentlichen Parkplatz direkt am Sportplatz zurück wollten, da dieser komplett überfüllt
war (auch durch viele Abholer), nicht mit denen, die auf den Parkplatz fahren wollten vorbei kamen. Es wurde eifrig gewendet und rückwärts gefahren und gewendet, einzig die Elternteilen, die
bleiben eifrig in ihrem Auto sitzen und guckten dumm in der Gegend herum. Auf einem Firmenparkplatz, der sogar extra als Parkplatz bei Fußballspielen ausgeschrieben war, bekam ich zum Glück
noch einen Platz und war erst drei, vier Minuten vor dem offiziellen Anpfiff am Eingang des Sportgeländes. Hier direkt Roland begrüßt und erstmal auf meine Fotorunde gemacht, am Ende dieser
dann auch noch den Hopperkollegen Lukas begrüßt. Der tatsächliche Spielbeginn war statt um 20:15 Uhr dann erst um 20:26 Uhr.
Bereits im ersten Abschnitt wurde für ein Match auf Kreisliga B Niveau recht ordentlicher Fußball geboten und es gab wenig Anzeichen dafür, dass das Hinspiel 9-0 für
Fischbach endete. Heute war es von Minute 1 bis 45 recht ausgeglichen und wir wunderten uns, dass es zum Zeitpunkt des Halbzeitpfiffes tatsächlich torlos in die Kabinen ging, denn
Tormöglichkeiten waren schon einige vorhanden. Unrühmliches “Highlight” der ersten Halbzeit war der Verweis des Gäste-Linienrichters, da dieser dem SVF-Spieler, der die Partie mit einem
schnellen Einwurf fortsetzen wollte, den ball vorenthielt und es im Anschluss dann zu einer kurzen Rangelei kam. Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren besser ins Spiel, aber in den
ersten Minuten hielten beide Torhüter weiterhin ihren Kasten sauber. Erst nach fast einer Stunde Spielzeit war der Bann gebrochen und der Tabellensechste ging in Führung. Man leistete sich
dann aber ein dummes Foul im eigenen Strafraum, was der Top-Torschütze des Gast-Vereines, wie am Namen unschwer erkennbar handelt es sich um einen Isländer, nutzte um souverän den Ausgleich
zu erzielen. Wie wir erfuhren, spielte der gute Mann tatsächlich sogar mal in der zweiten Liga seines Landes, spannender Werdegang auf jeden Fall ;-)´Die Einheimischen waren aber weiterhin
aktiver und auch das bessere Team, konnten mit 3-1 in Front gehen, bevor der isländische Roter Stern Spieler sein Tore-Konto weiter nach oben schraubte und noch mal verkürzte. Allerdings
erhielt auch Fischbach einen berechtigten Elfmeter zugesprochen, den der super haltende Torhüter abwehren konnte, aber gegen den direkten Nachschuss war er dann machtlos. In den fünf Minuten
Nachspieltzeit passierte nichts mehr, so dass die drei Punkte bei den Blau-Gelben bleiben und wir Drei uns nach einem kurzweiligen Abend verabschiedeten und in alle Himmelsrichtungen
verstreuten.
Somit saß ich dann auch erst 22:20 Uhr wieder in meiner Karre und machte mich auf die Heimfahrt. Ich wählte die gleiche Strecke wie auf der Hinfahrt, da diese die Schnellste
und Kürzeste war, zudem kenne ich sie ab Bad Nauheim (wie bereits erwähnt) supergut. Da es schon spät war, fuhr ich nicht ganz so gechillt, wie ich es sonst zumeist auf dem Rückweg mache. Es
war dennoch fast 23:20 Uhr, als ich mein Auto zuhause in der Garage abstellte. Oben noch den Bericht fertig gemacht, geduscht, war es schon wieder nach Mitternacht, als ich mich ins Bett
legte.