Auch am heutigen Samstag soll es nach dem OFC noch einen weiteren Ground geben und ich suchte mir eigentlich ein gemütlich erreichbares Abendspiel in der Gruppenliga Gießen
heraus, aber am heutigen Morgen nach dem Frühstück, als ich nochmal meine Pläne kontrollierte, musste ich erkennen, dass mein Kick verlegt war. Es gab noch exakt zwei weitere Möglichkeiten
die aus Offenbach zeitlich problemlos erreichbar waren (wobei eins davon sogar im Laufe des Nachmittags auch noch abgesagt wurde). Mein neues Ziel war dann also Rheinböllen im Hunsrück, wo
ich früher schon einige Male die Autobahn verlassen und vom Flughafen Hahn in alle Himmelsrichtungen geflogen bin. Nun gut, das ist alles doch schon das ein oder andere Jährchen her, hier in
der Gegenwart sieht es danach aus, dass es meine letzte Patrone ist, um heute noch einen neuen Ground zu machen. Zuerst ging es aber nach Offenbach, wo die Kickers erneut einen spielerisch
dürftigen Auftritt hinlegten, dieser heute aber wenigstens für einen Dreier gegen den Abstiegskandidaten aus Bahlingen reichte. Somit bleibt die Abstiegszone zum Glück erstmal noch ein ganzes
Stückchen entfernt und mal schauen, was man in den beiden noch ausstehenden Partien des laufenden Kalenderjahres noch erreichen kann.
Nach Abpfiff der Partie am Bieberer Berg schauten wir noch ein wenig dem Treiben auf dem Rasen zu, denn durch meine notgedrungene Umplanung hatte ich nun mehr als genug Zeit.
Ich lief dann gemütlich zum VfB Offenbach an den Bierbrauerweg, wo ich mein Auto geparkt hatte. Um 16:16 Uhr startete ich den Motor und das Navi sagte mir 101 Kilometer und 1:12 Stunde
Fahrzeit, aber bis ich durch die Stadt durch war, das dauerte mal wieder eine gefühlte Ewigkeit und zehn Minuten meines Puffers waren schon dahin, als ich endlich zur Auffahrt auf die A661
kam. Am Offenbacher Kreuz ging es auf die A3 und da bei Rüsselsheim Stau war, blieb ich auch nach dem Flughafen FRA auf dieser und wechselte erst am Wiesbadener Kreuz auf die A66. Hinter der
hessischen Landeshaupstadt fuhr ich ab die auf A643 und am Dreieck Mainz nochmal auf die A60. Hier blieb ich bis zum Dreieck Nahetal, bevor ich ein letztes Mal die Autobahn wechseln musste,
dieses Mal auf die A61. An der Ausfahrt Rheinböllen ging es runter und von hier waren es nur noch 2,5 Kilometer bis zu meinem Ziel. Ich tankte aber schnell noch ein paar Liter am Autohof
drauf und erreichte das Sportgelände trotzdem immer noch eine Viertelstunde vor Anpfiff. Die Hausherren hatten zwar vor einer Stunde in Instagram nochmal gepostet, „dass das Spiel Stand jetzt
stattfindet“, aber dennoch war ich erleichtert, als ich sich aufwärmende Spieler auf dem künstlichen Grün sah. Erstmal eine Mantaplatte zum Abendessen zu mir genommen, danach vier Euro
gezahlt und eine nette Eintrittskarte erhalten, hatte ich noch genügend Zeit meine Fotorunde zu drehen. Die Gäste mussten noch die Trikots wechseln, da sich die der beiden Mannschaften doch
zu ähnlich sahen und so war der erste Pfiff des Tages doch dann wieder mit +6 Minuten.
In der Kreisliga A6 Hunsrück/Mosel standen sich in einem Nachholspiel des 9. Spieltags mit dem TuS Rheinböllen und dem SSV Boppard der Fünfte und Neunte gegenüber. Die
Einheimischen könnten mit einem Dreier vielleicht doch nochmal ein ganz klein wenig nach oben schielen, wobei der Rückstand zum Spitzenreiter und einzigen Aufsteiger am Ende der Saison selbst
im Falle eines heutigen Sieges immer noch sieben Punkte betragen würde. Ganz andere Sorgen haben die direkt am Rhein liegenden Gäste, denn mit bisher nur 16 gesammelten Punkten steht man in
der 14er Liga auf Rang 12 und bei drei Fix-Absteigern bedeutet das derzeit der erste Platz "unter dem Strich". Zwar ist der Rückstand zum rettenden Ufer ein einziger läppischer Zähler und zu
den zwei Teams davor sind es nur deren Zwei. Bei weitem noch kein Grund den Panikknopf zu drücken, aber unter dem Strich steht natürlich niemand gerne, auch wenn erst die Hälfte der Spielzeit
absolviert ist. Beide Vereine waren letzte Saison noch in der Bezirksliga Mitte unterwegs, mussten aber nach 30 Spieltagen jeweils den bitteren Gang eine Klasse nach unten antreten.
In den ersten Minuten des Spiels passierte wenig bis gar nichts, beide Teams wollten sich wohl auch erstmal mit den Gegebenheiten auf der Plastikwiese anfreunden. Nach und
nach wurde man aber doch ein wenig aktiver, ein Tor fiel aber nur, weil die Gastgeber es schafften aus einer völlig harmlosen Situation einen Foulelfmeter gegen sich zu produzieren, den der
SSV-Spielmacher komplett souverän verwandelte. In der Halbzeit wärmte ich mich so gut es ging im Sportheim ein wenig auf und bei einem kurzen Plausch auf der Toilette mit dem Unparteiischen
bestätigte dieser mir, dass der Platz für diese Wetterverhältnisse super in Schuss und keineswegs rutschig o.ä. ist. Nach dem Seitenwechsel hatte ich das Gefühl, dass annähernd die Hälfte der
eh schon nicht besonders vielen Zuschauern das Weite bzw. vermutlich eher das warme Zuhause gesucht hatten. Sie verpassten eine weitaus bessere Hälfte, als es die Erste war. Nach noch nicht
einmal drei Zeigerumdrehungen glich der TuS aus, um etwas mehr als zehn Minute später wieder in Rückstand zu geraten. Die Hausherren drückten danach aber ordentlich auf‘s Gaspedal und konnten
das Spiel durch den Doppelpack eines eingewechselten Spielers die Partie binnen vier Minuten auf ihre Seite ziehen. Die Gäste schien das komplett aus dem Tritt gebracht zu haben, denn es
klappte nichts mehr und aufbäumen war auch keins zu erkennen. Die hatten aber Glück, dass einer ihrer Spieler sich in der Nachspielzeit ein Herz fasste und mit einer schönen Einzelleistung
auf 3-3 stellte. Über 90 + 4 Minuten gesehen vermutlich ein halbwegs gerechtes Ergebnis.
Es war bereits schon wieder 20 Uhr, als ich im Auto saß. Ich blieb aber einfach erstmal zwei, drei Minuten bei laufendem Motor, Heizung und Sitzheizung in der Karre sitzen,
denn mein bei -6 Grad verfrorener Körper sollte zuerst auftauen, bevor ich ein paar Klamotten abwerfen konnte und mich auf die Heimfahrt machte. Von hier waren es 154 Kilometer, die das Navi
mit 1:36 Stunden angegeben hatte. Ruckzuck war ich wieder auf der A61, bevor es wieder via A60, A643 und A66 an Bingen, Mainz und Wiesbaden vorbei ging. Zu guter Letzt waren es noch etwa 18
Kilometer auf der A5 in Richtung Norden, bevor ich an der Ausfahrt Rosbach die Autobahnfahrerei für heute beendete. Durch Rosbach und von Friedberg bis Bad Nauheim auf der B3 unterwegs, war
es ab hier dann wieder die schon so oft vom Eishockey in der Kurstadt nachhause gefahrene Strecke. Um 21:45 Uhr stellte ich die Karre zuhause ab und blieb oben noch einige Zeit wach, schaute
sogar ab 1 Uhr noch ein wenig meine New Jersey Devils, schlief aber irgendwann Anfang des zweiten Drittels ein, so dass ich wenigstens nicht das ganze Drama anschauen musste.