Hatte ich mir für heute und morgen noch zwei Spiele auf Naturrasen heraus gesucht, beunruhigte mich der Blick heute morgen aus dem Fenster natürlich extrem, denn es schneite!
Die Flocken wurden unterwegs zur Arbeit auf dem ersten Stück auch immer dicker und die Autofahrer immer blöder, denn obwohl auf der Straße null Rutschgefahr war, wurde die Geschwindigkeit
herunter gedrosselt und der Erste war sogar schon wieder mit der Nebelschlussleuchte unterwegs. Als ich im Büro angekommen war, war aber schon fast gar nichts mehr, denn das liegt ein ganzes
Stückchen niedriger als mein Wohnort. Das machte wenigstens wieder ein wenig Hoffnung für meine Kicks, aber dennoch hatte ich natürlich Plan B und C (mit Kunstrasen) in der Hinterhand. Da es
sich aber um die Einweihung des neuen LED-Flutlichtes handelt und danach auch Winterpause bis Anfang März ist, war ich zuversichtlich, dass sie das auch durchziehen werden. Nachdem man
mittags um 14 Uhr im Social Media Bereich nochmal dafür geworben hat, war dann endgültig klar, dass ich anreisen werde.
Es handelte sich um ein Kreispokalspiel des Fußballkreis Schwalm-Eder und hier standen sich in der letzten noch offenen Viertelfinal-Partie die SG Ohetal/Frielendorf und die
FSG Gudensberg gegenüber. Die Hausherren sind tabellarisch gesehen vor dem Gang in die Winterpause in der Kreisoberliga Schwalm-Eder auf Platz 13 von 15 Mannschaften platziert und bei drei
Festabsteigern belegt man den ersten Rang unter dem Strich. Zum rettende. Ufer sind es „nur“ sechs Punkte Rückstand und man hat zwei Nachholspiele in der Hinterhand, aber insgesamt sind auch
nur noch 13 Spiele zu absolvieren, höchste Zeit endlich Punkte zu sammeln. Der Gegner aus Gudensberg hat die Vorrunde in der Gruppenliga Kassel 1 auf einem starken zweten Tabellenplatz
abgeschlossen, welcher am Saisonende zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga Hessen Nord berechtigen würde. Man hat als einziges Team im oberen Bereich bereits 17 Spiele
ausgetragen (die restlichen Teams erst 16), der Rückstand auf den direkten Aufstiegsplatz beträgt drei Punkte, der Vorsprung auf die Verfolger auf den Rängen Drei und Vier beträgt jeweils
fünf Punkte. Es scheint so, als könne man in dieser Spielzeit ein gewichtiges Wort um die vorderen Plätze mitreden, und um vielleicht nächste Saison erstmals seit 2021/22 wieder in der
zweithöchsten hessischen Liga teilnehmen zu dürfen. In der Spielzeit 2016/17 war man sogar nur in der Kreisliga A (Staffel 1) spielend, aber drei Aufstiege binnen vier Jahre ließ sie dann
eben zwei Jahre Verbandsliga spielen, nun ist man das dritte Jahr in Folge bereits in der Gruppenliga unterwegs. Ebenfalls in 2026/17 stieg die Spielgemeinschaft aus der KLA (allerdings aus
der Staffel 2) in die Kreisoberliga auf und seitdem spielt man durchgehend dort. Abstiegskandidat in der KOL gegen Aufstiegskandidat aus der GL, die Rollen in den letzten 90 Minuten dieses
Kalenderjahres für Beide waren also klar verteilt, aber das hat ja nicht immer etwas zu heißen.
Viel Zeit zum ausruhen blieb nach der Arbeit nicht, denn um exakt 17:30 Uhr saß ich schon wieder in meinem Auto. Da das Navi für die 110 Kilometer 1:18 Stunden veranschlagte,
hatte ich also genau ein Dutzend Minuten Puffer. Unterwegs hatte ich aber wahnsinnig viel Arbeitsverkehr, gerade durch Nidda hindurch und auf dem folgenden Stück bis nach Fernwald, wo ich auf
die A5 auffuhr. Da es durch einen Fahrschul-LKW nur mit 50-60 km/h voran ging, entschied ich mich in Hungen noch voll zu tanken, denn das hätte ich vor der Rückfahrt spätestens sowieso tun
müssen. Auf der Autobahn hatte ich nur noch etwas mehr als fünf Minuten Zeitvorsprung bis zu Spielbeginn, aber auf der A5 war wenig möglich etwas zu gewinnen, erst nachdem ich am
Ohmtal-Dreieck auf die A49 fuhr, wurde es besser. An der Ausfahrt Schwalmstadt / Gilserberg verließ ich den Highway und hatte noch 17 Kilometer Landstraßen. Auf diesen Straßen, die mich durch
Treysa und Schwalmstadt führten, nahm der von oben kommende Schnee(regen) immer mehr zu. Als ich um 18:50 Uhr meine Karre in direkter Nähe zum Sportgelände abstellte, war es dann aber doch
nur noch reiner Regen. Am Eingang einen Fünfer auf den Tisch gelegt, erhielt ich im Gegenzug dafür eine Eintrittskarte und nachdem ich Zimme, Jonas und Tobi begrüßt hatte, drehte ich im
mittlerweile echt unangenehm ströhmendem Regen, der noch mit massig Wind durch die Gegend schoss, erstmal meine Fotorunde. Ein Großteil meiner Kollegen suchte den Schutz der Buden, ich
stellte mich unten an die Barriere um dem Spiel zu folgen.
Auch wenn man den Gästen logischerweise die bessere Spielanlage attestieren konnte und musste, spielten die Hausherren wirklich sehr ordentliche erste 45 Minuten, natürlich
über den Kampf kommend. Mehr als ein einziges Tor war im ersten Abschnitt für den Gruppenligisten nicht drin, auch wenn die knappe FSG-Führung zum Gang in die Kabinen schon durchaus in
Ordnung ging. Nach dem durchgehenden Dauerregen hörte es zur Halbzeitpause immerhin damit auf und die Regenschirme konnten eingeklappt werden. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Gudensberg nach
nur wenigen Sekunden auf 0-2, aber die SGOF stellte (ebenfalls nur zwei Minuten später) durch einen Fernschuss, bei dem sich der Ball nach Pfosten rechts und Pfosten links dann doch dafür
entschied die Linie zu überqueren, den alten Ein-Tor-Rückstand wieder her. Mit einem Doppelschlag in der 52. und 55. Minute entschied der mit 13 Treffern aktuell drittbeste Torschütze der
Gruppenliga Kassel 1 die Partie aber bereits 35 Minuten vor dem Ende. Der Kreisoberligist gab aber nicht auf und verkürzte auf dem mittlerweile doch sehr matschigem Geläuf tatsächlich noch
einmal, aber so richtig spannend wurde es nicht mehr. Den Schlusspunkt setzte der Schütze des ersten Tores, der mit einem direkt verwandelten Eckball zum 2-5 auch das letzte Tor des Abends
markierte (87.). Alles in allem geht das Ergebnis so in Ordnung, die Spielgemeinschaft verkaufte sich aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr gut, zumal ihr bester Liga-Torschütze, der dort
fast die Hälfte ihrer ganzen Treffer erzielte, nicht dabei war. Der Unparteiische hatte bei dem Mistwetter (die letzten 20 Minuten regnete es wieder ordentlich) wenigstens ein Einsehen mit
uns und machte ziemlich pünktlich Feierabend.
Um 20:50 Uhr saß ich wieder im Auto, durchnässt und durchfroren, fuhr erstmal los, obwohl die Finger noch keine Temperatur hatten, um das Navi zu bedienen. Prompt bog ich am
Ortsausgang von Frielendorf erstmal in die falsche Richtung ab. Nach etwa zwei Kilometern gedreht und endlich die richtige Richtung eingeschlagen, entschied ich mich für die gleiche Route,
wie auf der Hinfahrt, obwohl es die weiteste war, aber auf 80 Kilometer komplett Landstraßen mit sehr viel Wälder & Wiesen, mit entsprechend vielen Wildtieren, darauf hatte ich null Bock.
Als ich nach etwa einer Viertelstunde die A49 erreicht hatte, war ich wenigstens aufgetaut, auch wenn meine Klamotten immer noch ziemlich nass waren. Auch die Flocken wurden unterwegs wieder
dicker, aber bei plus zwei Grad Celsius blieb zum Glück nichts auf der Straße liegen. Ich kämpfte mich voran und auf der A5 wurde es auch wieder weniger bzw. kam dann nur als Regen runter. In
Fernwald verließ ich die Autobahn und nach knapp 20 Minuten Bundes- und Landstraßen fuhr ich um 22:10 Uhr wieder in den Heimathafen ein. Oben eine wärmende Dusche, wurde danach der Bericht
noch hochgeladen, verzog ich mich in Richtung 23 Uhr ins Bett und war gespannt, ob es nach dem heutigen Schietwetter morgen mit meinem Kick (ebenfalls auf Naturrasen) klappt, oder ob ich auf
Plan B oder gar Plan C ausweichen muss.