Donnerstag Abend, der letzte der drei Kicks an Werktagen ist für diese Woche auch schon wieder erreicht. Eigentlich hatte ich heute Ilbenstadt im Fußballkreis Friedberg auf
dem Schirm, wo ich 2023 bereits war und das Spiel nach 30 Minuten wegen eines Gewitters abgebrochen wurde, aber gestern Abend erhielt ich eine Push-Nachricht von fussball.de erst mit der
Absage der Partie, ein paar Minuten später war sie dann dort für kommenden Donnerstag (20.11.) wieder angesetzt. Nun gut, mittlerweile habe ich ja sowieso meistens Plan B bis gefühlt Plan Z
in der Hinterhand, also eines dieser Spiele ausgesucht, wobei ich zwischen zwei Partien schwankte. Da wäre einmal Kreispokal Frankfurt auf einem Kunstrasen-Nebenplatz des heimischen
A-Ligisten, der aber auch gleichzeitig der Hauptplatz eines Kreisoberligisten ist oder aber ebenfalls ein Kreisliga A Team, welches aber im Fußballkreis Hochtaunus beheimatet ist und ein
Pokalspiel auf dem Hauptplatz der Spielgemeinschaft austrägt, welcher ein Naturrasen ist. Da ich ja gestern erst ein klein wenig Kunstrasen-Ärgernis hatte, entschied ich mich heute für den
Rasenplatz, auch wenn hier das Spiel eine Viertelstunde später beginnt (bei nur minimal unterschiedlicher Anfahrtszeit).
Die Ansetzung im Viertelfinale des Kreispokal lautete SG Eschbach/Wernborn gegen die SpVgg. 05/99 Bomber HG. Der Zwölfte
der Kreisoberliga Hochtaunus ist zu Besuch beim Tabellenneunten der Kreisliga A Hochtaunus. Während bei der Spielgemeinschaft in beide Richtungen jeweils 13 Punkte Vorsprung/Rückstand zu den
Relegationsplätzen sind und es eher auf eine ruhigere Saison hinaus läuft, sind bei den Bombern die Ambitionen nach oben bei 16 Punkten weniger als der Tabellenzweite auch schon hinfällig,
nach unten muss man aber bei „nur“ acht Punkten Vorsprung schon noch ein Auge werfen. Die Platzierungen in der Meisterschaft zählen aber in 90 Minuten Pokal-Fußball nicht, formell ist es eine
Liga Unterschied zwischen den beiden heutigen Kontrahenten, aber oftmals gab es in Pokalwettbewerben schon viel größere Upsets, zumal man nie weiß mit welchen Aufstellungen angetreten wird
und wie motiviert die Spieler dann auch tatsächlich sind.
Da es ein 20 Uhr Spiel war, musste ich zuhause erst um 18:52 Uhr los und da ich früh genug unterwegs war, verzichtete ich auf die um drei Minuten schnellere Strecke über die
Autobahn, sondern wählte den kürzesten Weg, der mit 54 Kilometer und 53 Minuten vom Navi vermeldet wurde. Dieser war die schon unzählige Male gefahrene Strecke nach Bad Nauheim, durch
Ranstadt und Reichelsheim hindurch. Bei der Kurstadt befuhr ich dann die B3 und wäre normal über Ober-Mörlen und Langenhain-Ziegenberg in den Taunus gefahren, aber wegen einer
Baustellensperrung kurvte ich einen kleinen Schlenker über Nieder-Weisel und Fauerbach v.d. Höhe. Exakt eine Viertelstunde vor Anpfiff kam ich am Sportgelände an und parkte in der
Seitenstraße, die direkt zum Ground führt. Schnell ein paar Fotos geschossen und auf den Anpfiff gewartet, so dass ich diesen auch noch von oberhalb des Platzes ablichten konnte. Danach ging
ich dann ins Gelände und stellte mich seitlich ein wenig weg, damit ich meine Ruhe hatte.
Die favorisierten Gäste aus Bad Homburg nahmen bereits früh das Heft des Handels in die Hand und versuchten sich spielerisch durchzusetzen, während die Hausherren viel mit
Kampf und Wille wett machten. Viele Schüsse wurden abgefälscht und so gab es einige Bomber-Eckbälle, die oftmals für Gefahr sorgten. Am Ende war es aber ein Foul des einheimischen Torhüters,
der dann einen Foulelfmeter und die verdiente Führung für den Kreisoberligisten einbrachte. Fortan wurde es aber ein recht offenes Match, Eschbach/Wernborn versuchte es immer wieder über die
Außen, aber der letzte Pass oder die Flanke in die Mitte passte meistens nicht. So auch in der Nachspielzeit, als eine Flanke wieder mal an Freund & Feind vorbei segelte, aber im
Strafraum einem Akteur der Bomber unglücklich an die Hand fiel. Also auch auf dieser Seite ein Strafstoß und auch dieser wurde souverän verwandelt, so dass es mit dem 1-1 Unentschieden in die
Kabinen ging. Nach dem Seitenwechsel fand ich den A-Ligisten in der Anfangsphase sogar ein wenig aktiver, aber ein Bad Homburger Fernschuss, eine unkonventionelle Abwehraktion des Torhüters
und der nominelle Sechser der Gäste schaltete am schnellsten und köpfte den Ball in das verlassene Tor. Sechs Minuten später wurde einer der vielen Eckbälle am langen Pfosten zum 1-3
eingeköpft und das Ding war vorentschieden. Den Willen kann man den Gastgebern keinesfalls absprechen, aber spielerisch war das zu wenig, es wurden nur lange Bälle nach vorne gedroschen und
diesen dann hinterher gerannt - in den allermeisten Fällen ohne Erfolg. Dennoch konnten sie nochmal verkürzen, aber natürlich nicht herausgespielt, sondern nach einem Abpraller in Folge eines
ruhenden Balles (85.). Die endgültige Entscheidung dann aber in der letzten Minute der regulären Spielzeit erneut nach einem Bad Homburger Eckball, was ebenfalls symptomatisch und passend zum
Verlauf dieses Spiels. In den vier Minuten Nachspielzeit passierte dann nicht mehr viel und es blieb beim 2-4 Auswärtserfolg.
Direkt nach Beendigung der Partie verließ ich den Ground und als ich im Taunus den Motor meiner Karre startete, war es bereits kurz vor 22 Uhr. Da es doch zu Beginn der
Rückreise doch recht viel an Wälder und Wiesen vorbei ging, beließ ich es bei gemäßigtem Tempo. Ab Bad Nauheim war es dann wieder die vom Eishockey so bekannte Strecke, die ich noch hinter
mich zu bringen hatte. Kurz vor 23 Uhr war ich zuhause, schaute oben erst noch ein wenig Darts und blieb mal wieder viel zu lange wach, denn erst zum Start der NHL-Nacht um kurz nach 1 legte
ich mich ins Bett, stellte das Game Radio an und schlief irgendwann dabei ein.