Meinen heute besuchten Ground hatte ich bereits am vergangenen Mittwoch eigentlich geplant, da sie ein Pokalspiel angesetzt hatten. Allerdings sah ich zu Beginn der letzten
Woche, dass eine Woche später (quasi heute) ein weiteres Heimspiel terminiert war, allerdings in der eigenen Liga. Da ich vor sieben Tagen mit Strothe einen passenden Ersatz fand, switchte
ich also den geplanten Besuch beim TSV Heusenstamm aus KW45 in die KW46. Auch, weil der Wetterbericht für diese Woche trockenes Wetter vorher gesehen hatte, denn man spielt in einem
Sportzentrum auf Naturrasen, hat aber doch den ein oder anderen Kunstrasen als Nebenplatz zum ausweichen. Ich packte noch einen Plan B mit einem Kick um 20:30 Uhr im Taunus mit ein, aber das
würde mir aufgrund der späten Anstoßzeit eher weniger passen. So tendierte ich dazu, vermutlich doch vor Ort zu bleiben, selbst wenn man auf einem der Kunstrasen spielen würde, denn dieser
fehlt mir ja auch noch, auch wenn er nicht der Hauptplatz des Vereins ist. Hofheim würde aufgrund des späteren Anpfiffs und der weiteren Heimfahrt eine doch fast um eine Stunde spätere
Rückkehr bedeuten.
Es handelte sich um ein Match der Kreisoberliga Offenbach, in dem der TSV Heusenstamm auf den FC Türk Gücü Dietzenbach trifft. In der Liga mit 17 Mannschaften war es
tabellarisch der Elfte gegen den Sechzehnten, die 19 bzw. 9 Punkte in der Tabelle stehen haben. Der Gastverein, der laut eigener Aussage mittelfristig in die Gruppenliga will, machte in
dieser Saison leider schon unschöne Schlagzeilen durch einen Spielabbruch am 1. Spieltag, bei dem sich der Unparteiische bedroht gefühlt hatte. Ein Spieler erhielt 20 Spiele Sperre, der
Verein sieben Punkte abgezogen und eine Geldstrafe, zudem wurde das Spiel (in dem sie sowieso zurück lagen) gegen sie gewertet. Ihr Rückstand auf den Abstiegsrelegationsplatz sind bereits
acht Punkte, auf das komplett rettende Ufer sogar deren Neuen. Dieses Nachholspiel ist für sie sehr wichtig, zumal man mit einem Sieg den heutigen Gegner halbwegs in Schlagdistanz hält. Für
den heimischen TSV ist die Partie aber nicht minder wichtig, man hat zwar auf einen direkten Abstiegsplatz schon neun Punkte Vorsprung (der sich bei einer Niederlage auf sieben Zähler
verringern würde), aber gegenüber dem Team auf dem Relegationsplatz zur Kreisliga A hat man bisher nur zwei Punkte mehr gesammelt. Da es sich um ein Nachholspiel handelt, sind heute im
gewissen Sinne Zusatzpunkte möglich, die die anderen Teams nicht mehr machen können, da diese ihre Partie des 15. Spieltags bereits absolviert haben.
Für meine Verhältnisse war ich für einen Kick unter der Woche recht früh unterwegs, denn ich machte mich um 18:45 Uhr zuhause auf den Weg. Für meine Anreise sah das Navi 60
Kilometer bzw. 45 Minuten vor und da die Partie die eher ungewöhnliche Anstoßzeit von 19:45 Uhr hatte, bedeutete dies exakt eine Viertelstunde Puffer. In Staden auf die A45, wechselte ich am
Hanauer Kreuz auf die B43A, um an Hanau vorbei zu fahren und dahinter dann auf die A3 zu fahren, die Auffahrt heißt übrigens auch Hanau. Ich musste hier aber direkt die erste Abfahrt
(Obertshausen) wieder herunter und hatte noch etwas mehr als drei Kilometer Rest-Strecke. Als ich um 19:30 Uhr am Sportgelände vorfuhr, sah ich direkt, dass auf dem Rasenplatz kein Flutlicht
brennt. In solchen Momenten könnte ich einfach nur kotzen, aber gehört halt leider auch dazu. Nachdem ich geparkt und an der Kasse meine vier Euro gezahlt hatte, fragte ich nach warum auf dem
Kunstrasen-Nebenplatz gespielt wird, mir konnte aber niemand wirklich Antwort geben, nach ein wenig herum Stammelei faselte einer was von „Platz wird gesperrt sein“, naja... Ich lief mal ein
paar Meter auf den Rasenplatz, der war nicht wirklich tief, also meines Erachtens sinnlos auf den Kunstrasen zu wechseln, aber so ist das nun mal in der „schönen“ neuen Fußballwelt. Ich
drehte dennoch logischerweise meine Fotorunde und stellte mich dann in die Nähe des Sportheims und schaute dem Spiel zu.
Die ersten Minuten gingen ganz klar an die Gäste, die auch die ersten zwei, drei kleineren Chancen der Partie hatten. Ein langer TSV-Ball und der 1.FC-Torhüter stoppte seinen
Gegenspieler außerhalb des Strafraums und sah dafür korrekterweise die gelbe Karte. Wenige Minuten später gab es die nächste Verwarnung für ein „Schlappen drüber halten“ im Mittelfeld und
fortan wurde jeder, aber auch wirklich jeder, Pfiff des Unparteiischen seitens der Gäste-Fans kommentiert, teils mit wirklich unfassbar albernen Kommentaren, das war mega anstrengend und
nervig. Spielerisch waren die Hausherren mittlerweile im Spiel und es war weitestgehend eine offene Partie, mit leichten Vorteilen für Heusenstamm. Die Möglichkeiten vor dem Tor waren auf
beiden Seiten aber eher gering, so ging das 0-0 zum Gang in die Kabinen schon in Ordnung. Wirklich erwärmend wurde es nach dem Seitenwechsel auch nicht, aber wenigstens fielen Tore. Nach zehn
ereignisarmen Minuten war es zugegebenermaßen ein glücklich abgefälschter Fernschuss der Hausherren, der den in die andere Ecke unterwegs springenden Torhüter überraschte und nur zwei Minuten
später erhöhte der gleiche Spieler mit einem Schlenzer auf 2-0. In den Folgeminuten hatten die ganz in blau gekleideten mehrere dicke Dinger, um das Spiel wohl vorzeitig zu entscheiden. Man
nutzte sie nicht, da aber von Türk Gücü nach diesem Doppelschlag nur noch wenige Offensivaktionen kamen, war das aber weniger schlimm. Über die gesamten 90 Minuten gesehen sicherlich ein
verdienter Heimdreier für den TSV, der sich nach unten erstmal ein wenig Platz verschafft, auch wenn es bei weitem immer noch kein komfortables Polster ist.
Um 21:35 Uhr saß ich wieder in meiner Karre, Sitzheizung an und ab nachhause. Wie zumeist der Heimweg auch heute wieder der Gleiche wie der Hinweg, jedoch in entgegen
gesetzter Richtung. Umso näher ich an meine Heimat kam, umso mehr Nebel zog auf, aber das ging schon noch und so kam ich recht problemlos voran und um 22:20 Uhr auch daheim an. Oben den
Bericht hochgeladen und dabei im TV den Darts Grand Slam geschaut, haute ich mich aber kurz nach 23 Uhr schon auf‘s Ohr.