Gestern bereits einen nordhessischen Kreisoberligisten gekreuzt, geht es heute direkt in dieser Gegend weiter. Nachdem es gestern aber der Fußballkreis Waldeck-Frankenberg
war, ist mein heutiger Kick einer aus der Kreisoberliga des Fußballkreis Schwalm-Eder. Diese KOL ist tatsächlich vor dem heutigen Match die am schlechtest besuchte Liga auf der hessischen
Achtliga-Ebene gewesen, aber da man eben nur 15 Teams hat und dadurch kaum bis gar keine Wochenspieltage ansetzen werden. Wenn das Kreuz heute gesetzt ist, habe ich in jeder der 25 hessischen
Kreisoberligen mindestens vier Grounds besucht, wobei gerade die in Nordhessen natürlich noch um einiges hinterher hängen, aber wie ihr seht, arbeite ich ja genau daran.
Heute, wie bereits erwähnt, war die Kreisoberligs Schwalm-Eder mein Ziel, mit der Partie FC Körle gegen die TuSpo Guxhagen. In Tabellenplätzen ausgedrückt bedeutet dieses in
der Liga mit 15 Mannschaften Elfter gegen Zehnter, getrennt nur durch zwei Punkte, wobei Körle bisher nur ein Dutzend Spiele absolviert hat, Guxhagen schon zwei mehr. Mit 17 bzw. 19 Punkten
braucht man nach knapp der Hälfte der Spielzeit keine Blicke mehr auf die beiden Top-Plätze der Liga zu richten, denn selbst wenn Körle alle ihre drei Nachholspiele siegreich gestalten würde,
hätte man dann immer noch acht Punkte Rückstand. Nach unten schauen ist schon eher angesagt, auch wenn es zu den drei Regel-Abstiegsplätzen bereits zwölf Punkte Vorsprung sind. Sofern nämlich
mehrere Mannschaften aus der Gruppenliga in diese KOL-Staffel absteigen, kann sich durchaus auch die Anzahl der Absteiger hier erhöhen und bei einem zusätzlichen Absteiger würde sich der
Vorsprung ruckzuck auf zwei bzw. vier Punkte reduzieren. Spannende Voraussetzungen für das heutige Derby, denn beide Grounds trennen nicht einmal acht Kilometer. Die zwei heutigen Gegner
haben jeweils ereignisreiche Jahre hinter sich. Guxhagen war 2016/17 in der Kreisoberliga, stieg zwei Jahre in Folge, bis in die Kreisliga B, ab. Ab 2019/20 folgten zwei Aufstiege binnen drei
Saisons und seit 2022/23 ist man durchgehend wieder in der Kreisoberliga unterwegs. Körle war 2018/19 Gruppenligist, stieg dort auf und hielt sich zwei Saisons in der zweithöchsten hessischen
Spielklasse, der Verbandsliga, auf. In den folgenden vier komplett zu Ende gespielten Saisons (die Corona-Abbruchsaison ausgeblendet) stieg man drei Mal ab und fand sich plötzlich in der
Kreisliga A wieder. Den letzten Abstieg korrigierte man aber postwendend wieder mit einem souveränen Aufstieg zurück in die Kreisoberliga und hat nun das primäre Ziel erstmal die Klasse zu
halten.
Gestern musste ich ja quasi umgehend nach Feierabend und dem Abendessen zuhause los, heute hatte ich immerhin fase eine halbe Stunde zum ausruhen, ehe ich um 17:12 Uhr
abstartete. Das Navi sagte mir 1:38 Stunden für die einfache Strecke, die zugleich 147 Kilometer lang ist. Nidda, Hungen und Lich hinter mir gelassen, befuhr ich bei Fernwald die A5, auf der
erstaunlich wenig los war (für A5-Verhältnisse natürlich). Am Ohmtal-Dreieck stand der einzige Wechsel der Autobahn an, als es auf sie A49 ging. Kurz vor Kassel, an der Ausfahrt Edermünde
ging es runter vom Highway und ich hatte noch elf Kilometer Landstraßen, kreuzte zuerst die A7, um dann direkt an der Stadt des heutigen Gastes vorbei zu fahren. Exakt zehn Minuten vor
regulärem Anpfiff des Spiels kam ich in Körle an, „verfuhr“ mich aber erstmal in den engen Gassen rund um den Sportplatz, stand plötzlich vor einer Baustelle, konnte aber immerhin unterhalb
des Platzes noch einen der letzten Parkplätze ergattern. Einmal das Gelände halb umrundet, war es doch schon 18:58 Uhr, als ich am Platz war. Schnell meine Fotorunde gedreht, begrüßte und
gesellte ich mich danach zu den Kollegen Micha, Tobi und Zimme.
Es war direkt von Beginn an ein eher von Zweikämpfen geprägtes Spiel, von Hacke, Spitze, Eins Zwei Drei, waren wir ganz weit entfernt. Der erste Abschnitt war recht
ausgeglichen und es gab eher wenig Action in den Strafräumen. In der 38. Minute gingen die Gäste in Front, aber der Ausgleich per Kopf nach einer Ecke ließ nur drei Minuten lang auf sich
warten. Verdientes Remis zum Gang in die Kabinen nach einer Dreiviertelstunde. Nach dem Seitenwechsel ging es genauso kampfbetont weiter und durch einen abgefälschten Freistoß war die TuSpo
mir 1-2 vorne. In der ersten Hälfte hatte es nur drei Minuten bis zum Ausgleich gedauert, jetzt wurde schon nach zwei Minuten der erneute Gleichstand hergestellt. In der letzten knappen
halben Stunde sah ich leichte Vorteile bei Guxhagen, es schien aber dennoch beim Unentschieden zu bleiben, bis sich der eingewechselte Offensivmann der TuSpo in der allerletzten Spielminute
durchsetzte und zum 2-3 traf. Trotz über acht Minuten Nachspielzeit schaffte es der FCK nicht mehr die Partie ein drittes Mal auf Gleichstand zu stellen. Großer Jubel bei den Gäste-Fans,
welche locker die Hälfte der Zuschauer ausmachten, als der Schiedsrichter nach fast 90 + 9 Minuten das Spiel beendete. Unter dem gegröhlten „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey!“ verließen wir
zufrieden den Ground.
Durch die lange Nachspielzeit war es dann doch bereits 21 Uhr, als ich wieder in meinem Auto saß. Mit sechs Grad war es nur drei Grad wärmer als gestern, aber im Gegensatz zu
gestern war ich eher nicht durchgefroren. Ich startete meinen Motor und machte mich direkt auf die Heimfahrt zurück ins Mittelhessische. Auch heute war der Weg zurück erneut identisch mit dem
Hinweg und so ging es wieder via A49 und A5 bis Fernwald, von wo ich noch etwa 20 Minuten auf Landstraßen hatte, bevor ich um 22:35 Uhr mein Fahrzeug sicher zuhause abstellte. Nachdem ich
diesen Bericht auf die Homepage gestellt hatte, verzog ich mich tatsächlich kurz nach 23 Uhr schon ins Bett. Morgen ist zwar zum Glück schob wieder Freitag, somit aber wieder Büro-Frühdienst.
Am Abend steht nur das OFC-Heimspiel an, aber die Zwei-Tages-Tour Samstag/Sonntag ist dann doch ein wenig mit Fahrerei verbunden und da ich Sonntag Abend noch ein neues Eisstadion kreuze,
wird die Rückkehr hier wohl auch erst in Richtung Mitternacht sein.