Eigentlich hatte ich heute den TSV Heusenstamm mit ihrem Kreispokalspiel gegen die SKG Rodgau auf den Plan, sah aber Anfang der Woche, dass der gleiche Verein nächste Woche
Mittwoch erneut ein Heimspiel hat - dieses Mal dann aber ein Ligaspiel. Somit schaute ich nach Alternativen für heute und wurde am Montag nicht so wirklich fündig, beim erneuten kontrollieren
gestern fand ich dann aber einen nordhessischen Kreisoberligisten mit Naturrasen + Flutlicht und ohne Nebenplatz. Keine Ahnung, ob das kurzfristig angesetzt wurde, weil es seit dem Wochenende
nicht mehr geregnet hat oder ob ich es vorgestern einfach übersehen hatte, aber ist ja auch egal, ich nahm es für heute in die Planungen mit auf und schob Heusenstamm dann auf die kommende
Woche. Schön, dass es derzeit in den Kreisoberligen in Nordhessen ganz ordentlich voran geht, auch wenn es meistens ein ganzes Stückchen Anfahrt bedeutet, aber das sind logischerweise die, wo
es am schlechtesten aussieht, was den jeweiligen Füllstand angeht.
In der Kreisoberliga Waldeck-Frankenberg spielen 17 Teams, das heutige Nachholspiel vom 15. Spieltag hieß TSV Strothe gegen die SG Goddelsheim/Münden, was tabellarisch
gesehen Elfter gegen Zweiter bedeutete. Die Gäste stehen derzeit auf dem Aufstiegsrelegationsplatz mit jeweils sechs Punkten Rückstand bzw. Vorsprung nach oben bzw. unten, wobei der Dritte
bereits ein Spiel mehr ausgetragen hat, als die beiden Top-Teams der Liga und ein Sieg der SG heute, das würde doch schon eine gewaltige Punktedifferenz zwischen Zwei und Drei packen. Diesen
Sieg würden aber auch die Gastgeber dringend benötigen, steht man doch gerade so unmittelbar „über dem Strich“ bei zwei Punkten Vorsprung zum Abstiegstelegationsplatz und deren fünf zum
ersten Direktabsteiger. Nicht, dass es für sie nach drei ordentlichen Kreisoberliga-Jahren (immer einstelliger Tabellenplatz) mal wieder nach unten geht. In der Saison 2017/18 spielte der TSV
übrigens noch in der Kreisliga B, während die Spielgemeinschaft damals Gruppenligist war, zu diesem Zeitpunkt lagen also drei Spielklassen Unterschied zwischen den beiden heutigen
Kontrahenten.
Der Kick war schon mit 19 Uhr Anpfiff angesetzt, deswegen musste ich fast unmittelbar nach dem Abendessen zuhause auch schon wieder weg. Um 17:03 Uhr machte ich mich auf den
Weg, denn das Navi sagte mir 177 Kilometer Fahrstrecke bzw. 1:46 Stunden Fahrzeit voraus. Nachdem ich durch Nidda durch war, musste ich dann in Hungen erst noch voll tanken. Hier bekam ich
zwar die letzte freie Zapfsäule, aber drinnen standen sie Schlange und Jeder vor mir wollte noch Kippen, Kaffee oder ein Brötchen, alles was halt zusätzlich Zeit kostete. Als ich wieder
unterwegs war, hatte ich nur noch vier Minuten Puffer und bis Gießen noch einiges an Verkehr vor mir, so dass ich eine weitere Minute verlor. In der Universitätsstadt ging es auf den Gießener
Autobahnring A485, welcher in die B3 übergeht und auf dieser blieb ich bis hinter Marburg.Ab hier hatte ich einige Kilometer abzuspulen, bis ich bei Frankenberg (Eder) mit der B252 endlich
wieder eine größere Straße unter den Rädern hatte. An den Ausläufern des Edersee vorbei, kurvte ich immer weiter nördlich. Bei Korbach verließ ich die Bundesstraße und war vier Kilometer
später um 18:52 Uhr, dank ein wenig gewinnen von Zeit, überpünktlich am Sportgelände. Zum Glück, denn auf den Feldwegen rund um den Platz war das pure Chaos ausgebrochen, aber nachdem ich
dann endlich einen Stellplatz gefunden hatte, war ich drei Minuten vor offiziellem Beginn an der Kasse. Fünf Euro gezahlt, konnte ich sogar direkt noch meine Fotorunde drehen, bevor bei +4
endlich alle bereit waren und der Unparteiische das Match antrillern konnte.
Ich stellte mich auf die Seite der Gäste, denn hier gab es wenigstens eine Barriere zum auflehnen, im Gegensatz zur Seite mit dem Sportheim. Kaum hatte ich mich dort hin
gestellt und meine Social Media Postings abgesetzt, gab es einen (eher fragwürdigen) Foulelfmeter für die Gäste. Dem Schützen war es egal, er verwandelte souverän zur frühen Gäste-Führung.
Fortan war es ein munteres Spielchen mit vielleicht leichter SG-Überlegenheit, aber auch mit Chancen auf beiden Seiten des Rasens. Der Kampf kam ebenfalls nicht zu kurz und über diesen kamen
die Hausherren besser in die Partie. Sie setzten aber auch spielerische Elemente, so war es zum Beispiel ein schöner Pass in die Tiefe vor dem Ausgleich und nur eine handvoll Minuten später
stellte man das Ergebnis per Fernschuss komplett auf den Kopf. Es dauerte einen Moment, bis die Spielgemeinschaft das von sich schütteln konnte und gerade in einer Phase als es ruppiger wurde
profitierten sie davon, dass der TSV-Torsteher einen Schuss nicht festhalten konnte und der Abpraller wurde zum erneuten Ausgleich verwertet. Mit diesem Remis ging es auch in die Kabinen und
nach dem Seitenwechsel hatten zuerst die ganz in Blau gekleideten Strother Jungs die Oberhand. Dann kamen die Minuten des Simon von Hanxleben, denn zuerst erzielte der TSV-Innenverteidiger in
der 52. Minute die 3-2 Führung für seine Farben, um in der 54. Minute hinten eine scharfe Hereingabe ins eigene Tor abfälscht und dann 63. Minute wegen einer Notbremse vom Platz fliegt -
wild! Mit einem Spieler mehr machte der Tabellenzweite ordentlich Druck, vergab aber einige hochkarätige Möglichkeiten. Es schien darauf hinaus zu laufen, als würde die Elf aus dem Korbacher
Stadtteil den Punkt über die Zeit retten. Auch nach einem Freistoß drei Zeigerumdrehungen vor dem regulären Ende der Partie warf man sich wieder in die Schüsse, aber man bekam den Ball dieses
Mal nicht aus der Gefahrenzone und so wurde der dritte Abpraller dann doch noch wuchtig ins Netz bugsiert. Die Köpfe bei den Einheimischen gingen direkt zu Boden und man merkte, dass sie hier
nicht mehr die Kraft haben, um offensiv noch was zu produzieren. Nach 90+6 Minuten beendete der Schiedsrichter das Game und die drei Punkte gehen mit an die Grenze zu
Nordrhein-Westfalen.
Direkt nach Abpfiff bewegte ich mit bei 3 Grad Celsius in Richtung und war echt froh, als ich die arbeitende Sitzheizung unter meinem Hintern hatte. Um 20:55 Uhr startete ich
im Kreis Waldeck-Frankenberg den Motor meines Autos und fuhr logischerweise auch direkt los. Im ersten Teil der Strecke hatte ich auf den kurvigen Straßen doch mit argem Nebel zu kämpfen, der
dann mit der Zeit aber nachließ. Wieder an Frankenberg (Eder) und dieses Mal an Wetter vorbei, kämpfte ich mich bis Marburg durch. Ab hier war es auch besser zu fahren über die B3 und den
Gießener Autobahnring und auch via B457 nach Nidda. Von hier sind es ja nur noch sieben Kilometer und um 22:50 Uhr stellte ich meine Karre in der Garage ab. Oben wie immer zuerst schnell
diesen Bericht fertig gemacht und online gestellt, verzog ich mich kurz vor Mitternacht in mein Bett. Zwar ist morgen ja schon wieder Donnerstag, aber auch morgen geht es fast direkt nach
Feierabend & Abendessen wieder in den nördlichen Bereich unseres schönen Bundeslandes.