Donnerstag, die Woche neigt sich so langsam wieder dem Ende entgegen und nach einem B-Ligisten am Dienstag und einem Kreisoberligisten gestern, sollte heute der nächste
Achtligist folgen. Es gab tatsächlich sogar noch Einen, der auf Naturrasen angesetzt war und vorgestern im Social Media Bereich dafür Werbung machte. Da man diese Werbung heute nochmal
wiederholte und auch weiterhin „Rasenplatz Ippinghausen“ drin stand, ging ich trotz des ordentlichen Regens in den letzten Tagen davon aus, dass es auch wirklich stattfinden würde und meine
Entscheidung dort anzureisen war final gefallen.
Zumal es vielleicht auch schon ein Vorgriff auf die kommende Gruppenliga-Saison ist, denn die Hausherren stehen mit 29 Punkten aus 11 Spielen aktuell auf dem 2. Rang, dem
Platz, der am Ende der Spielzeit zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation berechtigen würde. Der Rückstand nach ganz oben beträgt nur zwei Punkte und inklusive dem heutigen Match hat man noch
zwei Nachholspiele in der Hinterhand. Mit einem Dreier heute wäre man also schon Tabellenführer und siegt man in beiden Nachholspielen hätte man (unter Berücksichtigung der anderen
Nachholspiele in der Liga) zur „goldenen Ananas“ bzw. dem 3. Platz mindestens sieben Punkte Vorsprung. Die Gäste stehen in der kleinen 14er Liga absolut mittig auf dem 7. Platz und haben in
beide Richtungen jeweils sieben Punkte Rückstand bzw. Vorsprung auf die Relegationsplätze. Sollte man weiterhin durchschnittlich punkten, läuft es auf eine ruhige Saison hinaus, was als
Aufsteiger ja durchaus in Ordnung ist. Ein weitetes mal aufsteigen könnte man sowieso nicht, da ihre eigene Erste aktuell selbst in der
Gruppenliga Kassel 1 unterwegs ist und dort ebenfalls im gesicherten Mittelfeld steht.
Da das Spiel bereits um 18:30 Uhr angesetzt war (was natürlich eine frühe Rückkehr ermöglicht), hieß das aber nach der Arbeit ein wenig sputen. Pünktlich machte ich
Feierabend, fuhr nachhause, nahm das Abendessen zu mir, zog mich um und saß um 16:44 Uhr schon wieder im Auto. Das Navi sagte mir nämlich eine Anfahrtszeit von 1:38 Stunden voraus für die 148
Kilometer einfache Strecke. Durch Nidda und an Hungen und Lich vorbei, befuhr ich an der Anschlussstelle Fernwald die A5 und da die Landstraße erstaunlicherweise größtenteils frei war, hatte
ich drei Minuten gut machen können, was elf Minuten Puffer bedeutete. Somit musste ich wenigstens nicht allzu sehr pushen, sondern eher auf „Halten der Ankunftszeit“ fahren, wobei ich schon
versuchte zügig wenigstens das Ohmtal-Dreieck zu erreichen, da es sich davor doch ganz gerne mal staut. Auf der A49 war zwar auch ganz ordentlich Verkehr, aber es kam zu keinerlei Stau oder
Verzögerungen, bis ich diesen Highway an der Ausfahrt Fritzlar verließ. Von hier waren es noch 23 Kilometer Landstraßen, zuerst in
Richtung Wolfhagen, aber kurz vorher, in Balhorn (der KOL-Ground hier wurde auch erst vor ziemlich genau drei Monaten am 29.07. gekreuzt), ging es links ab und ich kam ziemlich genau zehn
Minuten vor Anpfiff am Ground an. Der kleine Parkplatz war aber bereits belegt, also zurück und in einer Seitenstraße geparkt. Als ich das Sportgelände betrat, setzte der Unparteiische vor
dem Sportheim einen lauten Pfiff ab, damit beide Mannschaften auf den Rasen kommen. Ich drehte meine Runde, lichtete den Anstoß mit ab und als ich gerade meinen Stehplatz an der Barriere
gefunden hatte, legten die Hausherren schon los.
Und wie... Bereits der erste geordnete Angriff landete im Tor (7.), gefolgt von einem schnell ausgeführten Freistoß (10.), beide Treffer durch den Mannschaftskapitän. Sein
Sturmkollege wollte da nicht nachstehen und netzte auch zwei Mal ein (15./22.), wobei er bei seinem letzten Tor von einem kapitalen Fehler des SG-Torhüters profitierte, dem er beim dribbeln
im eigenen Strafraum den Ball abluchsen konnte. Nach der Hälfte der ersten Halbzeit stand es bereits 4-0 und erst ab diesem Zeitpunkt konnte Schauenburg hinten eine wenig mehr dicht machen.
Nach vorne ging für sie gar nichts, die einzige Möglichkeit, ein Kopfball nach einem Eckball, ging nicht mal auf‘s Gehäuse, sondern knapp vorbei. Anzahl der weiteren Aktionen im Sechzehner
der Einheimischen: Null! Ganz schwacher erster Abschnitt für die Zweitvertretung des Gruppenligisten und das hohe Ergebnis zum Gang in die Kabinen war absolut gerechtfertigt. Nach dem
Seitenwechsel ging es genauso weiter, der Minutenzeiger der Uhr hatte nicht mal eine Runde gedreht und schon fiel Tor Nummer 5 und da es so aussah, als dürfe es heute nur Doppel-Torschützen
geben, machte der gleiche Spieler acht Minuten später das halbe Dutzend voll. Der Nächste, der einen einschweißte, der blieb aber Einzel-Torschütze, denn beim achten Einschlag traf einer der
vorherigen Doppel-Torschützen zum dritten Mal. Eine weitere Bude packten sie noch drauf, aber das Ergebnis zweistellig zu schrauben, das gelang ihnen nicht mehr. Noch erwähnenswert: Der erste
Schuss bei dem der FSG-Torhüter wirklich eingreifen musste, war einer aus 25 Metern und das in der 89. Spielminute, das sagt so ziemlich alles über die Kräfteverhältnisse heute aus.
Es war 20:25 Uhr, als ich in mein Auto einstieg und der Boardcomputer mir 4 Grad Celsius vermeldete. Zuerst also mal die Sitzheizung angeklickt und danach los gefahren, war
ich knapp 25 Minuten später wieder auf der BAB 49, der von Micha liebevoll getauften „Bohl‘schen AutoBahn 49“, aufgrund meiner häufigen Nutzung dieser mir lieb gewordenen Autobahn. Am
Ohmtal-Dreieck ging es wieder auf die A5 und in Fernwald herunter von der Autobahn, das Spielchen kennt ihr ja alle schon. Die letzten 20 bis 25 Minuten befuhr ich gemütlich die hessischen
Landstraßen, die mich an Lich und Hungen vorbei, sowie durch Nidda hindurch, dahinter dann nachhause brachten. Um 22:10 Uhr stellte ich mein Auto in der Garage ab und wartete oben noch, bis
NHL begann, um dann irgendwann mit dem Game Radio wieder gemütlich einzuschlafen.